Wenn sich Anforderungen, an gesellschaftliche Aufgaben in einem hohen Grad von Kompetenz und in einem lebenslangen Prozess gestalten, erfordern diese, auch Lernformen in komplexen Strukturen. Mit diesem Ziel stellt sich nicht nur die Frage einer Technisierung von Lernprozessen sondern auch und im Besonderen die Frage nach nützlichen und innovativen Wegen zum Wissenstransfer. In der vorliegenden Arbeit soll dieser Frage anhand des 4CID Modells nachgegangen werden. Es wurde von van Merriënboer als Trainingsmodell zur Entwicklung von komplex kognitiven Fähigkeiten im Ergebnis einer Forschung an geeigneten Strategien zum komplexen Lernen entwickelt.
Im Kapitel 2 soll an einem fiktiven Praxisbeispiel das Modell für eine relevante Schulung betrachtet werden. Im Kapitel 3 wird das Modell theoretisch auf den mediendidaktischen Kontext reflektiert. Abschließend soll die Arbeit im Kapitel 4 mit einem Fazit betrachtet und ein Ausblick auf weitere Anwendung unternommen werden.
In der Arbeit werden weibliche und männliche Sprachformen unregelmäßig verwendet und beziehen jeweils beide Geschlechter mit ein.
2.Das 4CID Modell am Beispiel der Schulung für Lehrer zum Referieren und Präsentieren
Im Rahmen einer fiktive Ausbildungssituation für Lehrberufe sollen Kompetenzen zum Referieren und Präsentieren mit neuen Medien vermittelt werden. Ziel der Ausbildung ist es, Informationen so zu präsentieren, dass Kommunikationsprozesse angeregt und Auseinandersetzungen mit Lehr-Lerninhalten gefördert werden. Medien sollen dabei als Bildungsmedien mit eigenen Prinzipien der Präsentation von Lehr-Lerninhalten aus mediendidaktischer Sicht verstanden und interpretiert werden. (Kerres, M., Multimediale und telemediale Lernumgebungen, 2002 Oldenbourg 2. Auflage S. 43-45) Technische Handhabungen werden unter Vorgaben als sekundäres Wissen bereitgestellt. Das Modell basiert auf 4, in Wechselbeziehung stehenden Komponenten, die bedeutend für das komplexe Lernen sind und im Punkt 2.2. erklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das 4CID Modell am Beispiel zum Referieren und Präsentieren in der Lehrerbildung ...
2.1 Die Entwicklung der hierarischen Kompetenzanalyse
2.2 Aufgabenklassen
2.3 Vereinfachte Annahme
2.4 Lernaufgaben
2.5 Unterstützende Informationen
2.6 Just-in time Informationen
3. Das 4CID Modell im allgemeinen und mediendidaktiktischen Kontext
3.1 Lerntheoretische Überlegungen der Didaktik und Aspekte des situierten Lernens…
3.3 Didaktische Szenarien
3.4 Medien
4. Zusammenfassende Bewertung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das 4CID Modell nach van Merriënboer als Strategie für komplexes Lernen im Kontext der Lehrerbildung zu evaluieren. Anhand eines fiktiven Praxisbeispiels zum Referieren und Präsentieren wird untersucht, wie kognitive Fähigkeiten effektiv vermittelt und in einen mediendidaktischen Kontext eingebettet werden können.
- Grundlagen und Komponenten des 4CID Modells
- Hierarchische Kompetenzanalyse und Aufgabenklassen
- Bedeutung unterstützender und Just-in-time Informationen
- Lerntheoretische Einbettung (Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus)
- Gestaltung von Lernszenarien und Medienwahl für E-Learning
Auszug aus dem Buch
2.1. Die Entwicklung der hierarischen Kompetenzanalyse
Den ersten Schritt bildet eine Hierarchie. Sie stellt die ganzheitlich komplexe Kompetenz dar, welche mit der Schulung erreicht werden soll. Für den Entwurf werden die gewünschten Leistungen der Lerninhalte in konstituierende Fertigkeiten zerlegt. Auf der horizontalen Ebene stehen von links nach rechts Fertigkeiten in ihrer temporären Relation, die entweder sequenziell oder gleichzeitig erarbeitet werden. So ist zunächst der Punkt 1 zu erarbeiten, während die Punkte 2-4, gleichzeitig erfolgen können. Punkt 5 wiederum bildet den letzten Schritt der Reihenfolge. Vertikal werden die wichtigsten Zusammenhänge der Fertigkeiten in konditionale Relationen in der Reihenfolge von unten nach oben beschrieben. Sie bilden in ihrem Aufbau jeweils Vorbedingungen zum Erwerb der nächsthöheren Fähigkeiten.
In der Hierarchie unterscheiden sich die Fertigkeiten nach ihren besonderen Problemsituationen im Grad der Unterstützung und der Lernfolge. Nach Merriënboer ist diese Unterscheidung für die Art des unterschiedlichen Lernens und der Förderung wichtig. (vgl. van Merrienboer et al, 2002, S. 41-42) Jene Fertigkeiten, welche in verschiedenen Situationen auch verschiedenen Anforderungen unterliegen und jeweils neu reflektiert werden müssen, bezeichnen sich als nicht wiederkehrende Fertigkeiten. Sie unterscheiden sich von wiederkehrenden Fertigkeiten, welche im immer gleicher Ablauf geschehen und sich in der Lernfolge automatisieren. Sie kennzeichnen sich in der Graphik mit kursiver Schrift. In der Analyse wird im nächsten Schritt jedes Leistungsziel nach seinen wiederkehrenden oder nichtwiederkehrenden Fertigkeiten klassifiziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das 4CID Modell als Trainingsansatz für komplexes Lernen vor und erläutert den Aufbau der Arbeit anhand eines fiktiven Praxisbeispiels.
2. Das 4CID Modell am Beispiel zum Referieren und Präsentieren in der Lehrerbildung ...: Dieses Kapitel detailliert die Anwendung des Modells auf die Ausbildung von Lehrkräften, unterteilt in Kompetenzanalyse, Aufgabenklassen, Lernaufgaben sowie unterstützende und Just-in-time Informationen.
3. Das 4CID Modell im allgemeinen und mediendidaktiktischen Kontext: Hier erfolgt eine theoretische Reflexion über lerntheoretische Ansätze, didaktische Szenarien und die Rolle der Medien bei der Implementierung des Modells.
4. Zusammenfassende Bewertung und Ausblick: Das Fazit bewertet das Modell als innovatives Trainingsprogramm und betont die Notwendigkeit eines integrierten Mixes verschiedener Lerntheorien zur Kompetenzentwicklung.
Schlüsselwörter
4CID Modell, Komplexes Lernen, Lehrerbildung, Kompetenzanalyse, Aufgabenklassen, Instruktionsdesign, Mediendidaktik, Situiertes Lernen, Kognitive Schemata, E-Learning, Unterstützende Informationen, Just-in-time Informationen, Scaffoldings, Wiederkehrende Fertigkeiten, Wissenskonstruktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Anwendung des 4CID Modells zur Förderung komplexer kognitiver Fähigkeiten, speziell am Beispiel der Vermittlung von Referier- und Präsentationskompetenzen in der Lehrerbildung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Strukturierung von Lernprozessen, der Entwicklung von Aufgabenklassen, der mediendidaktischen Gestaltung sowie der Integration von Theorie und Praxis mittels verschiedener Lernmedien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das 4CID Modell als Trainingskonzept genutzt werden kann, um ganzheitliche Kompetenzen systematisch in einem komplexen Lernumfeld aufzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt eine methodische Analyse auf Basis des 4CID-Modells nach van Merriënboer, kombiniert mit einer Reflexion lerntheoretischer Ansätze und mediendidaktischer Entwurfsprinzipien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Komponenten des 4CID Modells (Hierarchie, Aufgabenklassen, Lernaufgaben) und eine theoretische Einbettung in den Kontext des E-Learnings und verschiedener Didaktik-Modelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind das 4CID Modell, Kompetenzanalyse, Mediendidaktik, Aufgabenklassen, komplexes Lernen und Wissenskonstruktion.
Welche Rolle spielen die "wiederkehrenden Fertigkeiten" im Modell?
Wiederkehrende Fertigkeiten laufen immer nach dem gleichen Schema ab und sollen durch Automatisierung im Arbeitsgedächtnis entlastet werden, um Kapazitäten für komplexere Lerninhalte freizugeben.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen primären und sekundären Medien?
Primäre Medien unterstützen direkt die Lernaufgaben in der realen oder simulierten Umgebung, während sekundäre Medien als ergänzende Informationsquellen (Literatur, Skripte, Hilfssysteme) fungieren.
- Quote paper
- Gabriele Schuster (Author), 2007, Das 4CID Modell in der Anwendung für komplexes Lernen zum Referieren und Präsentieren in der Lehrerbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70281