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Die Besonderheit der Kindheit in Ostdeutschland vor der Wende

Title: Die Besonderheit der Kindheit in Ostdeutschland vor der Wende

Seminar Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,9

Autor:in: Kathleen Rothe (Author)

Sociology - Children and Youth
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Das Thema meiner Studienarbeit zur Lehrveranstaltung „Soziologie der Lebensalter“ sollte interessant und vielseitig sein. Für mich war es außerdem wichtig, dass diese Arbeit einen Bezug zu meiner bisherigen Arbeit im Jugendreferat darstellt. Zur Auswahl standen die verschiedenen Lebensalter. Da ich meine Praxisstelle im Bereich der offenen Kinderarbeit absolviere, war schnell entschieden, dass ich mich näher mit dem Lebensalter Kindheit befassen möchte. Den eigentlichen Anstoß zu meinem Thema bekam ich durch meinen Heimatort in Ostdeutschland und dem politischen Machtwechsel 1989/1990. Während der offenen Kinderarbeit in meiner Praxisstelle wird mir immer wieder vor Augen geführt, wie unterschiedlich Kinder in ihrem Verhalten sind. Oft erlebe ich, dass Kinder aus verschiedenen Kulturen zusammentreffen, um miteinander zu spielen oder zu malen. Hierbei werden ständig neue Hierarchien gebildet und die Kinder müssen sich stetig neu orientieren. Auch ich musste mich neu orientieren, als ich vor einem Jahr in den Westen Deutschlands gezogen bin. Es ist nicht immer leicht mit der Situation des Umzugs umzugehen und auch Kritik in Bezug auf den Osten entgegen zu nehmen. Durch Gespräche mit Freunden und Kollegen stellte ich schnell fest, dass es zwischen den Einstellungen und zukunftsorientierten Vorstellungen relativ große Unterschieden zwischen Ost und West gibt. Für mich ist das mit ein Grund, warum ich mir gerade das Thema „Die Besonderheit der Kindheit in der DDR“ ausgewählt habe. Aber auch, weil mich die Kindheit im Osten interessiert und ich herausfinden möchte, wie ostdeutsche Kinder mit dem kritischen Gesellschaftszustand der Wende zu Recht kamen. Die Kindheit ist in der heutigen Zeit längst nicht mehr das, was sie mal war. Denn laut aktueller Berichterstattungen der Medien, hat sich die Kindheit verändert. Die heutigen Kinder sind angeblich mit so gut wie allen Aspekten unserer modernen Lebensführung vertraut. Kindheit ist heute Schul-, Medien- und Konsumkindheit. Man kann sagen, dass die Kinder von heute eigentlich gar keine klassische Kindheit mehr haben, denn diese wird beeinflusst von gesellschaftlichen Verhaltensweisen und Auffassungen. Die Gesellschaft reproduziert sich durch das Aufziehen und Sozialisieren einer jeweils neuen Generation, das heißt die Gestaltung und der Verlauf der Kindheit haben einen entscheidenden Einfluss auf unsere Zukunft. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kindheit

2.1. Die soziale Definition von Kindheit

2.2. Bild der Kindheit und des Kindes in der DDR

3. Erziehung und Kindheit im sozialen Umfeld Familie

3.1. Ziele und Inhalte bei der Erziehung von Kindern

3.2. Zusammenhalt zwischen Frauen in den Familien der DDR

4. Freizeitgestaltung und die Bedeutung der Wohnformen für die Kindheit

4.1. Die Bedeutung der Kinderzimmer

4.2. Freizeitgestaltung

5. Menschenbilder und Sozialisation in Ostdeutschland

5.1. Bildungsziele

5.1.1. Gesellschaftliche und staatliche Methoden der Erziehung

5.1.2. Bedeutung der Kindergärten in der DDR

5.1.3. Politik in der Schule

5.2. Sozialisation in der DDR

5.3. Inwieweit die Kindheit kulturell geprägt wird

6. Abschließende Bemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Merkmale der Kindheit in der DDR vor der politischen Wende 1989/1990. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie staatliche Vorgaben, das soziale Umfeld der Familie und schulische Institutionen die Lebenswelt und Sozialisation von Kindern zwischen dem 1. und 12. Lebensjahr geprägt haben.

  • Soziale Definition und Wandel des Kindheitsbegriffs
  • Die Rolle der Familie und Erziehungsziele in der DDR
  • Einfluss von Wohnformen und Freizeit auf die kindliche Entwicklung
  • Bildungsziele, staatliche Erziehungsmethoden und die Bedeutung von Kindergärten
  • Politische Indoktrination und Sozialisation im schulischen Alltag

Auszug aus dem Buch

2.2. Bild der Kindheit und des Kindes in der DDR

In den 70er und 80er Jahren der DDR wurde die Kindheit in der soziologischen, pädagogischen und psychologischen Literatur kaum thematisiert. Der Grund dafür ist, dass die Gesellschaft sich nicht bewusst gemacht hat, wie notwendig die Kindheit als Erscheinungsform allgemeiner gesellschaftlicher Verhältnisse ist. Es wurde nicht über die Kindheit reflektiert, da es in einer solchen Auffassung als zweitrangig erscheint, eine bessere Kindheit praktisch zu konstituieren.

Im Widerspruch dazu steht, dass die Kinderwelt viel mehr mit der Erwachsenenwelt verbunden war, als in anderen Industriegesellschaften. Sie hatten ein intensiveres Verhältnis zu der Arbeitswelt der Erwachsenen und waren mit ihren Bedürfnissen und Tätigkeiten Teil der Gesellschaft. Sie kannten die Arbeitstätigkeiten ihrer Eltern und auch deren Arbeitsplätze. Außerhalb der Arbeit waren sie gemeinsamen Lebensverhältnissen unterworfen.

Vor allem eine staatliche und institutionelle Regelung kennzeichnen die Kindheit in der DDR. Eine besondere Rolle hierbei hatte die Schule. Sie diente der Vermittlungsfunktion. Die Schule und die Lehrer sicherten die Kontrolle und Koordinierung der verschiedensten Lebenseinflüsse auf die Lebensweise der Kinder. Sie waren verantwortlich, dass die Kinder gewaltfrei miteinander umgehen und Konflikte lösen können. Die Kindheit in der DDR ist sozusagen eine maßgebliche Schulkindheit. Sie ist gekennzeichnet durch staatliche und private gegensätzliche Interessen. Obwohl es zu unterschiedlichen Meinungen in Bezug auf den Leistungsdruck in der Schule kam, so hatte doch die Gesellschaft ein gemeinsames Interesse daran, das Kindeswohl zu sichern und eine gute Allgemeinbildung für alle Kinder anzubieten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Verfasserin erläutert ihre Motivation für das Thema, die durch ihre praktische Arbeit in der Kinderhilfe und den eigenen biographischen Hintergrund geprägt ist.

2. Die Kindheit: Dieses Kapitel definiert Kindheit sowohl allgemein-soziologisch als auch spezifisch im Kontext der DDR-Gesellschaft.

3. Erziehung und Kindheit im sozialen Umfeld Familie: Es wird die Rolle der Familie als Sozialisationsinstanz sowie die erzieherischen Ziele und das Familienklima in der DDR analysiert.

4. Freizeitgestaltung und die Bedeutung der Wohnformen für die Kindheit: Untersuchung des Einflusses von Wohnraum (Kinderzimmer) und öffentlichem Raum auf die Möglichkeiten und die Gestaltung der kindlichen Freizeit.

5. Menschenbilder und Sozialisation in Ostdeutschland: Analyse der staatlichen Bildungsziele, der Rolle von Kindergärten, der politischen Erziehung in Schulen und der allgemeinen Sozialisation.

6. Abschließende Bemerkung: Ein Resümee über die Effektivität der DDR-Erziehungsmethoden und die Bedeutung der Familie im Vergleich zu westdeutschen Strukturen.

Schlüsselwörter

DDR, Kindheit, Sozialisation, Erziehung, Familie, Schule, Kindergarten, Pionierorganisation, Bildungsziele, Kindheitsforschung, DDR-Gesellschaft, soziale Entwicklung, öffentliche Erziehung, Kindheitsmodell, DDR-Alltag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Besonderheiten und den gesellschaftlichen Bedingungen der Kindheit in der DDR vor der politischen Wende 1989/1990.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Familienerziehung, den staatlichen Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, dem Einfluss von Wohnverhältnissen und der Rolle von Kinderorganisationen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Kinder in der DDR aufwuchsen, welche Erziehungsziele verfolgt wurden und wie diese Erziehung durch ein Zusammenspiel von Familie und Staat gestaltet wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer, pädagogischer und psychologischer Fachliteratur zur Kindheit in der DDR.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Kindheitsbildes, der Familienstruktur, der Bedeutung des Wohnumfeldes sowie einer tiefgehenden Analyse der staatlichen Sozialisationsinstanzen wie Kindergarten und Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind DDR-Sozialisation, staatliche Erziehung, Kindheitskonstruktion, Familienrolle und die pädagogische Bedeutung von Institutionen.

Warum spielt die Pionierorganisation eine so zentrale Rolle in der Schule?

Die Pionierorganisation diente als Basis der staatlichen Steuerung, um Kinder politisch-ideologisch zu formen, Ordnung und Disziplin zu sichern und sie aktiv in die sozialistische Gesellschaft einzubinden.

Wie bewertet die Autorin die Kindheit in der DDR rückblickend?

Die Verfasserin kommt zu dem Schluss, dass die Erziehungsmethoden sehr effektiv waren, das Gemeinschaftsgefühl stark ausgeprägt war und die Familie als wichtiger Rückhalt trotz staatlicher Einflussnahme fungierte.

Inwiefern hat sich die Wahrnehmung des Kindheitsbegriffs laut der Arbeit verändert?

Die Arbeit zeigt auf, dass Kindheit kein statischer biologischer Zustand ist, sondern ein gesellschaftliches Konstrukt, das in verschiedenen politischen Systemen unterschiedlich definiert und gelebt wird.

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Details

Title
Die Besonderheit der Kindheit in Ostdeutschland vor der Wende
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)
Grade
1,9
Author
Kathleen Rothe (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V70283
ISBN (eBook)
9783638615488
Language
German
Tags
Besonderheit Kindheit Ostdeutschland Wende
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathleen Rothe (Author), 2005, Die Besonderheit der Kindheit in Ostdeutschland vor der Wende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70283
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