Die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen auf das Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen


Diplomarbeit, 2002

88 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

1. EINLEITUNG

2. DIFFERENZIERUNG DES AGGRESSIONS- UND GEWALTBEGRIFFES
2.1. Begriffsbestimmungen Aggression und Gewalt
2.2. Personale und strukturelle Gewalt
2.3. Erscheinungsformen
2.3.1. Innerfamiliäre Gewalt…
2.3.2. …und Jugendgruppengewalt
2.4. Ursachen
2.4.1. Soziologische Ansätze
2.4.1.1. Das Modell von Sozialstruktur und Anomie
2.4.1.2. Die Subkulturtheorien
2.4.2. Psychologische Ansätze
2.4.2.1. Die Theorien der angeborenen Aggression
2.4.2.2. Die Frustrations-Aggressions-Theorie
2.4.2.3. Die Theorie des sozialen Lernens
2.4.3. Schlussfolgerungen zu den Ursachen der Gewalt

3. DIE MEDIEN
3.1. Begriffsbestimmung Medien
3.2. Bestandsaufnahme zum Fernsehverhalten von Kindern
3.2.1. Die Fernsehnutzung von Kindern zwischen drei und dreizehn Jahren
3.2.2. Die kindliche Fernsehnutzung an verschiedenen Wochentagen
3.2.3. Die kindliche Fernsehnutzung zu verschiedenen Tageszeiten
3.2.4. Die kindliche Nutzung verschiedener Fernsehsender
3.2.5. Bevorzugte Inhalte kindlicher Fernsehnutzung
3.3. Bestandsaufnahme zu Gewaltdarstellungen im deutschen Fernsehen
3.3.1. Die Ergebnisse bezogen auf das Gesamtprogramm
3.3.2. Die Ergebnisse bezogen auf die einzelnen Sender
3.3.3. Die Ergebnisse bezogen auf die inhaltliche Struktur
3.3.4. Die Ergebnisse bezogen auf die unterschiedlichen Programmgenres
3.4. Schlussfolgerungen zum Fernsehverhalten und zu den Gewaltdarstellungen
3.5. Die Faszination Kinder und Jugendlicher an Fernsehgewalt

4. DIE MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG
4.1. Zur historischen Dimension der Diskussion um die Wirkung von Gewaltdarstellungen
4.2. Begriffsbestimmung Wirkung
4.3. Zur Entwicklung der Forschungsannahmen und der Forschungsstrategien
4.4. Methoden der Medienwirkungsforschung
4.4.1. Die Inhaltsanalyse
4.4.2. Das Experiment
4.4.3. Die Feldstudie
4.4.4. Die Metaanalyse
4.4.5. Multimodale Untersuchungen
4.5. Thesen zu Wirkung von Gewaltdarstellungen
4.5.1. Die Katharsisthese
4.5.2. Die Inhibitionsthese
4.5.3. Die Stimulationsthese
4.5.4. Die Habitualisierungsthese
4.5.5. Die Suggestionsthese
4.5.6. Die These der Wirkungslosigkeit
4.5.7. Die Theorie des sozialen Lernens
4.6. Schlussfolgerungen zur Medienwirkungsforschung

5. HABEN GEWALTAKTE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN IHRE URSACHE IN GEWALTDARSTELLUNGEN?
5.1. Beispiele für Nachahmungstaten
5.2. Pro und Contra in der wissenschaftlichen Debatte
5.2.1. Pro
5.2.2. Contra
5.2.3. Fazit
5.3. Interventionsmöglichkeiten aus pädagogischer Sicht
5.3.1. Medienpädagogische Ansätze
5.3.2. Ansätze der Gewaltprävention

6. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK

ANHANG

LITERATUR

ERKLÄRUNG

1. Einleitung

Die Medien im so genannten Informationszeitalter haben teilweise den Ruf, sich besonders im Kinder- und Jugendalter schädigend auf ihre Rezipienten auszuwirken. In den USA wurden in den letzten Jahren Gewalttaten an Schulen von Jugendlichen verübt, deren Brutalität eine völlig neue Dimension anzunehmen schien. In den letzten Jahren schwappte diese Welle schulischer Gewalttaten auch nach Deutschland über und fand ihren traurigen Höhepunkt im Erfurter Schulmassaker im April 2002, bei dem der 19-jährige Robert Steinhäuser in nur wenigen Minuten 16 Menschenleben auslöschte, bevor er sich selbst tötete. Die (vermeintliche) Ursache für dieses tragische Ereignis war schnell gefunden: Robert Steinhäuser hatte in hohem Maße gewalttätige Computerspiele gespielt sowie gehäuft „Blut triefende“[1] Gewaltfilme konsumiert.

Sicherlich kann man versuchen, einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Tat des Robert Steinhäuser und seiner regelmäßigen Rezeption von fiktiver Gewalt herzustellen, indem man der Frage nachgeht, ob Medien sich für Mordtaten verantwortlich zeigen müssen. Allerdings zeigte sich schon bei den ersten Literaturrecherchen zu dieser Arbeit, dass bereits die Frage, ob mediale Gewaltdarstellungen überhaupt eine Steigerung der Aggressivität von Kindern und Jugendlichen bewirken können, den Umfang dieser Arbeit zu übersteigen drohte. Daher erschien eine Eingrenzung auf die Auseinandersetzung mit oben genannter Problematik angebracht.

Allerdings wird man, wenn man sich mit der Medienwirkungsforschung, die sich bereits seit den 1920er Jahren intensiv mit der Wirkung von Gewaltdarstellungen beschäftigt, auseinandersetzt, keine klare Antwort auf diese Fragestellung erhalten.

Beliebt ist schon seit der Einführung des Fernsehens die These, so genannte Schundfilme, in denen Gewalt eine große Rolle spielt, hätten eine Zunahme der Gewalttätigkeit in unserer Gesellschaft zur Folge. Auf der anderen Seite existieren Standpunkte, die jegliche Wirkung von medialer Gewalt abstreiten. Zwischen diesen extremen Ansichten stehen Wissenschaftler, deren Ansicht nach weder von einer monokausalen Wirkung noch von einer Nicht-Wirkung ausgegangen werden kann. Sie plädieren für eine Einbeziehung des Umfeldes und insbesondere der familiären Situation, um der Frage nach möglichen Wirkungen von Gewaltdarstellungen auf Kinder und Jugendliche gerecht zu werden. Auf diesem Aspekt soll in den folgenden Ausführungen ein besonderes Augenmerk liegen.

Diese widersprüchlichen Ansätze und Ergebnisse der Medienwirkungsforschung weisen auch auf die Problematik dieser Arbeit hin. Aufgrund der Vielzahl von Ansätzen und der Widersprüchlichkeit der Erkenntnisse ist eine lückenlose Beschreibung aller Aspekte des Forschungsthemas im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Stattdessen soll versucht werden, einen Überblick über die Thematik zu geben und auf besonders interessante und prägnante Aspekte vertiefend einzugehen.

Die vorliegende Arbeit setzt sich auseinander mit der Frage der Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Medien, insbesondere im Fernsehen sowie in (Video-)Filmen, auf Kinder und Jugendliche. Der Begriff der Gewaltdarstellung bezieht sich dabei auf ausgeübte Gewalt in diesen Medien; dabei liegt das Augenmerk im Besonderen auf fiktiver Gewalt, da die Erforschung realer Gewalt in Film und Fernsehen in diesem Zusammenhang bisher kaum berücksichtigt wurde. Hinzu kommt, dass „Kinder [zumeist] Gewalt in Form von Action und Spannung [sehen], aber […] selten realistische Gewalt von extremer Intensität.“[2] Gewalt ist hierbei personale Gewalt im körperlichen Sinne, was auch damit zusammenhängt, dass psychische Gewaltdarstellungen von Kindern kaum wahrgenommen werden.

Es erscheint sinnvoll, zunächst eine Differenzierung der Termini „Aggression“ „Gewalt“ vorzunehmen. Nach einer Definition der Begriffe erfolgt im zweiten Kapitel eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Gewalt, wobei hier der Fokus auf innerfamiliärer Gewalt und Jugendgruppengewalt als zwei Erscheinungsformen liegt, denen Kinder und Jugendliche besonders häufig ausgesetzt sind, deren Betrachtung also nicht vom Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit isoliert werden kann. Im weiteren Verlauf des zweiten Kapitels sollen unterschiedliche Erklärungsansätze der Gewalt dargelegt werden, wobei sich zeigen wird, dass die Uneinigkeit in der Ursachenforschung sich auch in der Diskussion um die Auswirkungen von Mediengewalt niederschlägt.

Unerlässlich bei der Auseinandersetzung mit medialer Gewalt ist auch die Betrachtung der Medien, im Falle dieser Arbeit insbesondere des Mediums Fernsehen. Im dritten Kapitel wird untersucht, welche Fernsehsendungen Kinder und Jugendliche favorisieren, um dann Schlussfolgerungen zu deren gewalttätigen Inhalten zu ziehen. Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, warum Gewaltdarstellungen gerade auf Jugendliche eine besondere Faszination ausüben.

Das vierte Kapitel soll schließlich der Medienwirkungsforschung gewidmet sein. Dazu soll zunächst die historische Dimension der Diskussion um Wirkungen von Gewaltdarstellungen aufgezeigt werden, um dann die Entwicklung der Forschungsannahmen und -strategien darzustellen. Weiterhin werden die gängigen Methoden der Medienwirkungsforschung beleuchtet, um dann die durchaus kontroversen Thesen darzulegen, die aus den zahlreichen Untersuchungen zur Medienwirkung (Helga Theunert [3] spricht von über 5000) hervorgegangen sind. Auf die in diesem Kapitel gewonnenen Erkenntnisse aufbauend soll im fünften Kapitel anhand beispielhafter Argumentationen der neueren wissenschaftliche Debatte der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich Gewaltdarstellungen auf das gewalttätige Verhalten von Kindern und Jugendlichen auswirken. Die sich aus diesen Erkenntnissen ergebenden pädagogischen Interventionsmöglichkeiten sollen abschließend skizziert werden.

2. Differenzierung des Aggressions- und Gewaltbegriffes

„Der Kern des Verstehens der Gewalt liegt in dem, was die Gewalt selbst zum Ausdruck bringt, ermöglicht und vor allem in Gang setzt.“[4]

2.1. Begriffsbestimmungen Aggression und Gewalt

Auffällig ist, dass die Begriffe „Aggression“ und „Gewalt“ in der medienpädagogischen Fachliteratur oftmals ohne jegliche Begriffsbestimmung verwandt werden. Im wissenschaftlichen sowie im alltagssprachlichen Sinne finden sich die beiden Vokabeln in sehr unterschiedlichen Auslegungen. Daher soll am Anfang dieser Arbeit eine Definition dieser beiden Begriffe stehen.

Aggression wird in der psychologischen Fachliteratur zumeist als ein zerstörerisches, antisoziales Verhalten dargestellt. Hobmair versteht unter „[…] Aggression […] alle Verhaltensweisen, die eine direkte oder indirekte Schädigung von Organismen und/oder Gegenständen beabsichtigen.“[5]

Im Gegensatz dazu findet sich im „Brockhaus“ die Aussage, Aggression sei ein „affektbedingtes Angriffs bedürfnis[6], insofern kann diese also als eine natürliche, dem Menschen innewohnende Neigung verstanden werden.

Vergessen wird oftmals die prosoziale Aggression, „eine Aggression für gesellschaftlich akzeptierte Zwecke wie die Durchsetzung des Rechts […]“[7], die durchaus eine „produktive und konstruktive Kraft“[8] darstellt. Aggression muss also nicht zwangsläufig auf gewalttätige, destruierende Art und Weise entladen werden.

Oftmals finden sich unter den Stichworten „Aggression“ und „Gewalt“ ähnliche Definitionen in verschiedenen Publikationen, wie bei einem Vergleich von Hobmairs Definition mit der folgenden deutlich wird:

„Gewalt [ist] die rücksichtslose Anwendung von physischen und/oder psychischem Zwang gegenüber einem anderen, um diesem Schaden zuzufügen […].“[9]

Es wird deutlich, dass die Begriffe „Gewalt“ und „Aggression“ sowohl im wissenschaftlichen als auch im alltagssprachlichen Kontext in unterschiedlichen Bedeutungen verwandt werden. Da es der Rahmen dieser Arbeit nicht zulässt, eine vertiefende Diskussion dieser Begrifflichkeiten darzulegen, sollen für den weiteren Verlauf folgende Definitionen gelten:

Aggression wird in dieser Arbeit verstanden als ein innerliches Bedürfnis des Menschen, negative Gefühle auszudrücken. Mündet Aggression in einem antisozialen, destruktiven Verhalten, das anderen Menschen absichtlich Schaden zufügt, sie also in ihrer Freiheit und Selbstbestimmung einschränkt, so kann man von Gewalt sprechen.

Mit diesen Begriffsbestimmungen sollen keinesfalls anders lautende Definitionen falsifiziert werden, vielmehr sollen sie dem weiteren klaren Verlauf dieser Arbeit dienen, und es vor allem ermöglichen, im Folgenden Interventionsmöglichkeiten bewertbar zu machen und Präventionsmaßnahmen effektiver darzustellen.

2.2. Personale und strukturelle Gewalt

In der Fachliteratur werden zumeist zwei theoretische Formen der Gewalt unterschieden. Zum einen ist dies die direkte, personale Gewalt, zum anderen spricht man von indirekter, struktureller Gewalt[10].

Gewalt kann sich physisch manifestieren; dem Opfer wird also durch körperliche Misshandlung, wie Körperverletzung, Totschlag oder Vergewaltigung, physischer, aber auch psychischer Schaden zugefügt. Physische Gewalt umfasst ferner die Beschädigung oder Zerstörung von Sachen, durch die das Opfer materiellen Schaden nimmt. Eine andere Form der Gewalt zeigt sich in der psychischen Gewalt. Durch z. B. Beleidigung, Diskriminierung oder Bedrohung wird dem Opfer ein seelischer Schaden zugefügt.

Diese physische und psychische Gewalt, von Menschen auf Menschen ausgeübt, lässt sich unter dem Oberbegriff „personale Gewalt“ zusammenfassen.

Sind die Lebensbedingungen innerhalb einer Gesellschaft aufgrund des sozialen und politischen Systems als „gewalthaft“[11] anzusehen, können sich die Mitglieder dieser Gesellschaft also infolge von z. B. Umweltzerstörung, Armut, Krankheit und Hunger nicht selbst verwirklichen, spricht man von „struktureller Gewalt“. Diesen von dem norwegischen Friedensforscher Johan Galtung [12] geprägten Begriff kann man auch als Folge sozialer Ungleichheit und Ungerechtigkeit fassen. Nur selten sind bei dieser Form der Gewalt konkrete Täter festzustellen.

Betont werden muss bei dieser Differenzierung allerdings, dass es kaum möglich ist, diese beiden Formen der Gewalt unabhängig voneinander zu betrachten. Personale Gewalt wird durch strukturelle begünstigt, ebenso, wie strukturelle Gewalt durch personale aufrechterhalten wird.[13]

2.3. Erscheinungsformen

2.3.1. Innerfamiliäre Gewalt…

„Die Wirklichkeit von Familie war und ist nicht nur geprägt von Solidarität und Zuwendung, wie die normativen Vorstellungen es nahe legen, sondern im Gegenteil auch von Gewalt (von Eltern gegen Kinder, von Männern gegen Frauen, auch von Frauen gegen Männer, von Erwachsenen im mittleren Lebensalter gegen Hochbetagte, von Jugendlichen gegen Eltern und Großeltern).“[14]

In diesem Abschnitt soll insbesondere auf die Gewalt von Eltern gegen Kinder und Jugendliche in Form von körperlicher Züchtigung und Misshandlung eingegangen werden, um dann eine Verbindung zwischen Kindern und Jugendlichen als Opfer innerfamiliärer Gewalt und als Gewalttäter herzustellen. Körperliche Züchtigung ist jedoch nicht das einzige gewalttätige Mittel, dass Eltern gegen ihre Kinder einsetzen. Sexueller Missbrauch, emotionale Entlassung, aber auch soziale Vernachlässigung sind weitere Formen elterlicher Gewalt, deren statistische Erhebung allerdings aufgrund ihrer Differenziertheit und wohl auch ihrer Tabuisierung, gerade im Bereich des sexuellen Missbrauchs, als problematisch anzusehen ist.

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen führte 1998 eine standardisierte Befragung von 16190 Jugendlichen aus neun Städten Niedersachsens durch, um eine Verbindung zwischen körperlichen Gewalterfahrungen innerhalb der Familie von Schülern der neunten und zehnten Klasse und deren aktiver Gewaltanwendung herzustellen.[15] Ergebnis der Befragung ist, dass nur 43,3 Prozent der Jugendlichen in ihrer Kindheit keinerlei elterliche Gewalterfahrungen machten. 29,7 Prozent wurden von ihren Eltern leicht körperlich gezüchtigt, 17,1 Prozent schwer. 9,8 Prozent der Jugendlichen wurden Opfer elterlicher Misshandlung.[16]

Bei den Opferraten elterlicher Gewalt innerhalb der letzten zwölf Monate beläuft sich die Zahl auf fast 42 Prozent. Davon waren 15,3 Prozent von schwerer elterlicher Gewalt, d.h. schwerer elterlicher Züchtigung oder Misshandlung betroffen. Weitere 26,3 Prozent wurden leicht gezüchtigt.[17] Im Vergleich dazu soll hier das Ergebnis einer anderen Befragung angeführt werden, nach der 1997 12,3 Prozent der Jugendlichen Opfer von Gewalttaten durch andere Jugendliche wurden.[18]

2.3.2. …und Jugendgruppengewalt

In den „Thesen des 24. Deutschen Jugendgerichtstages“[19] steht, dass „jugendliche Gewalttäter […] überwiegend in ihrer Kindheit selbst Opfer von Gewalt gewesen [sind].“[20] Die Gewalterfahrungen, die Jugendliche innerhalb ihrer Familie machen, gehen meist einher mit Vernachlässigung und mangelnder emotionaler Bindung. Es fehlen verlässliche Bezugspersonen. Kinder und Jugendliche, die von ihren Eltern emotional vernachlässigt wurden, sind darauf angewiesen, sich andere soziale Einbindungen zu suchen. Deshalb spielen Gruppengesellungen eine enorme Rolle. Solche Gruppen haben zwar ganz überwiegend positive Funktionen: Sie dienen als Stätten sozialen und kulturellen Lernens, als Rückzugsraum und Mittel der Identitätsfindung. Sie können aber auch als kriminelle "Brutstätte" dienen.[21]

Junge Menschen, die Opfer innerfamiliärer Gewalt waren, schließen sich signifikant häufiger in Gleichaltrigengruppen zusammen, die ebenfalls gewaltbefürwortend sind. Auf Jugendliche aus solchen Gruppen entfällt der überwiegende Anteil der Jugendgewalt. In der bereits erwähnten Befragung des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen wurden die Jugendlichen auch dazu befragt, ob sie Mitglied einer festen Clique sind. Etwa die Hälfte der Schüler gab an, einer festen Gruppe anzugehören. Um die Art der Gruppen zu klassifizieren, waren den Befragten neun Fragen zu Cliquenaktivitäten gestellt worden. Aufgrund der Analyse der Befragungen ließen sich drei deutlich voneinander unterscheidbare Gruppen identifizieren: die "nicht Devianten", die "Normalen" (gelegentliche Normübertretung) und die "Devianten", zu denen 10,6 Prozent aller befragten Jugendlichen gehören. Diese prügeln sich besonders oft mit anderen, sind mit anderen Cliquen verfeindet und wirken auf andere beängstigend. Gleichzeitig übertreten sie besonders oft Normen und Gesetze, sowohl um Spaß zu haben, als auch, um die Interessen ihrer Clique gegen andere durchzusetzen. Des Weiteren zeigen die Jugendlichen aus devianten Cliquen die mit Abstand höchsten Ausprägungen gewaltbefürwortender Einstellungen: „Während die Jugendlichen in devianten Cliquen lediglich 10,6 Prozent der gesamten Stichprobe ausmachen, entfallen auf sie 57,3 Prozent aller von den befragten Schülern für 1997 berichteten Gewalthandlungen.“[22]

Weiterhin geht aus der Befragung hervor, dass der Anteil derer, die sich in devianten Gruppen aufhalten, umso größer ist, je häufiger und intensiver die Jugendlichen innerfamiliärer Gewalt ausgesetzt waren. 90 Prozent der Jugendlichen devianter Cliquen wurden körperlich gezüchtigt oder sogar misshandelt.[23]

2.4. Ursachen

2.4.1. Soziologische Ansätze

In der Soziologie spielt die Thematik der Gewalt eine untergeordnete Rolle;[24] von Trotha bezeichnet die Gewalt sogar als

„[…] analytisches Stiefkind der allgemeinen soziologischen Theorie. Wer sich bei den Klassikern der Gründungsgeneration der Soziologie ebenso wie bei den meisten ihrer heutigen Nachfolger auf die Suche nach Grundlegungen für die Soziologie der Gewalt macht, wird auf manch wichtige und folgenreiche Aussage zum Thema stoßen und die eine oder andere Verknüpfung von soziologischen Grundbegriffen mit dem Begriff der Gewalt finden. Von einer systematischen und eingehenden Beschäftigung kann mit wenigen Ausnahmen keine Rede sein.“[25]

Bis in die 1960er Jahre wird der Begriff Gewalt im soziologischen Kontext weitgehend mit dem Begriff der Herrschaft gleichgesetzt.[26] In der jüngeren Geschichte der Soziologie verweist die Gewaltanalyse und -forschung dieser Wissenschaft auf die psychologischen bzw. ethologischen Theorien.[27]

In den 1990er Jahren, die von von Trotha als Periode der intensiven Auseinandersetzung mit Gewalterscheinungen bezeichnet wird, entwickelt sich die Gewalt zu einem zentralen Punkt, wenn auch nicht der allgemeinen soziologischen Theorie, so doch der soziologischen Theorien abweichenden Verhaltens.[28] Im Folgenden sollen zwei soziologische Sichtweisen der Entstehung von abweichendem Verhalten näher erläutert werden.

2.4.1.1. Das Modell von Sozialstruktur und Anomie

Die Vokabel „Anomie“ wurde erstmals 1893 von Durkheim zur „Erklärung sozialer Desintegrationserscheinungen im Gefolge der Arbeitsteilung“[29] publiziert. Der Begriff bezeichnet wörtlich übersetzt Regel- oder Normlosigkeit, wurde aber in unterschiedlichen soziologischen Publikationen verschieden interpretiert. In der Fortführung der Anomietheorie Durkheims betonte der amerikanische Soziologe Merton 1938 ausdrücklich die Anomie als gesellschaftliches Phänomen und bezog in der Konsequenz sozialstrukturelle Elemente in die Auseinandersetzung mit abweichendem Verhalten mit ein.[30] Merton meint mit Anomie nicht die individuelle Normlosigkeit (diese bezeichnet er als Anomia), sondern versteht Anomie als gesellschaftlichen Zustand, der durch das Auseinanderklaffen allgemein verbindlicher Werte und Normen gekennzeichnet ist.

Ausgangspunkt für Mertons Anomietheorie ist die Tatsache, dass verschiedene Individuen aufgrund ihrer unterschiedlichen gesellschaftlichen Platzierung unterschiedliche Chancen haben, ihre persönlichen Ziele zu verwirklichen. Seine Frage hierbei ist nun, inwieweit die Bedingungen innerhalb einer Gesellschaft auf bestimmte Personen einen Druck ausüben, sich abweichend zu verhalten.[31]

Diese Bedingungen unterteilt Merton klar in kulturelle und soziale Strukturen. Die kulturelle Struktur beinhaltet zwei für die Anomietheorie entscheidende Elemente. Dazu zählen zum einen kulturell definierte Ziele (Werte), zu denen in westlichen Gesellschaften beispielsweise finanzielle Sicherheit, Wohlstand und materieller Besitz zählen. Zum anderen umfasst die kulturelle Struktur die legitimen Mittel (Normen), die zur Erreichung dieser Ziele führen. In unserer Gesellschaft sind das z. B. Arbeit und Fleiß.

Unter der sozialen Struktur versteht Merton die reale Chancenstruktur, der eine Person ausgesetzt ist, und somit die Möglichkeiten und Mittel, die sie hat.

Oft aber besteht eine Diskrepanz zwischen der kulturellen und der sozialen Struktur. (Beispiel: Jemand bejaht den kulturellen Wert des materiellen Besitzes, hat aber durch Arbeitslosigkeit keine Verwirklichungschance auf diesen Wert.)

Dieses Ungleichgewicht definiert Merton als Auslöser abweichenden Verhaltens.

Im Sinne Mertons ist Anomie also eine „Bedingung der sozialen Umgebung“[32]. Für anomische Sozialstrukturen hat Merton eine Typologie der Anpassung entwickelt, in denen er sechs Typen des konformen bzw. abweichenden Verhaltens darstellt, auf die an dieser Stelle jedoch nicht weiter eingegangen werden soll.

Es wäre allerdings vermessen, einen unmittelbaren ursächlichen Zusammenhang zwischen der sozialen Struktur und abweichendem Verhalten herstellen zu wollen. Unbestritten kommt es auch auf die individuelle Situation beispielsweise eines Arbeitslosen an, auf dessen Bewältigungsstrategien, sein familiäres Umfeld, seine Perspektiven und Hilfen, die ihm von außen angeboten werden.

2.4.1.2. Die Subkulturtheorien

Aus dem sozialen Problem der Bandenkriminalität Jugendlicher entwickelte sich in den Vereinigten Staaten der 1920er Jahre die Subkulturtheorie. In den 1960er Jahren wurde diese Theorie von verschiedenen Soziologen, die teilweise aus der Sozialarbeit kamen, modifiziert und weiterentwickelt. Die Subkulturtheorie ergab sich zumeist aus „teilnehmenden Beobachtungsstudien“[33] sowie theoretischen Auslegungen, aus denen sich die „durch ihre methodische Vorgehensweise bedingt theoretischen Ansätze“[34] ergaben. Grundlage des Ansatzes der Subkultur ist die Annahme, dass in einer Gesellschaft Normen und Werte nicht für jedes Mitglied dieser dieselbe Bedeutung haben. Stattdessen ist das große soziale Gefüge der Gesellschaft unterteilt in Subsysteme, in denen unterschiedliche Normen und Werte gelten. Zumeist unterscheiden sich diese nur minimal von den Werten und Normen des übergeordneten Ganzen, in einigen Fällen unterscheiden sie sich aber relativ stark von diesen. Allerdings werden auch immer einige „Basiswerte und –normen […] von der dominanten und übergeordneten Kultur übernommen […], was die Zugehörigkeit zum Gesamtsystem ausmacht.“[35]

Aus dieser Differenz zwischen verschiedenen Kulturen in Bezug auf Werte und Normen leitet die Subkulturtheorie Erklärungen abweichenden Verhaltens ab.

Kurz zusammengefasst beruht in der Subkulturtheorie abweichendes Verhalten auf der Differenz zwischen den „normativ orientierten Verhaltenserwartungen“[36] in verschiedenen Subkulturen bzw. zwischen einer Subkultur und dem Gesamtsystem. Verhält sich ein Mitglied innerhalb seines Subsytems normkonform, kann es doch entsprechend der gesamtgesellschaftlichen Normen abweichend handeln. Aus diesem Normenkonflikt ergibt sich also die Ursache von Delinquenz.[37]

Die 1967 von Wolfgang und Ferracuti entwickelte Theorie der Subkultur der Gewalt baut auf diesem Ansatz auf und versucht interdisziplinär, die Entstehung der Gewalt in Subkulturen zu fassen. Diese Theorie geht davon aus, dass Gewalt in bestimmten Subkulturen normativ verankert ist. Dabei hängt die Anwendung von Gewalt in diesen Subkulturen von der normativen Struktur der Subkultur ab. Für bestimmte Situationen erscheint Gewaltanwendung in einer Subkultur legitim oder sogar erforderlich, in anderen nicht. Art und Anzahl dieser Situationen bestimmen das Gewaltpotential der jeweiligen Subkultur. Dabei hängen jedoch Art und Ausmaß der Gewaltanwendung eines einzelnen Mitglieds einer Subkultur von psychologischen Variablen ab. Wolfgang und Ferracuti beziehen sich hier vor allem auf die Lerntheorien. Da die Anwendung von Gewalt in diesen Subkulturen normativ verankert ist, „hat der Täter auch keine Schuldgefühle. Gewalt erscheint als Teil des Lebensstils, als Problemlösungsmöglichkeit, die legitimiert ist“[38].

2.4.2. Psychologische Ansätze

Für die Entstehung der Aggression gibt es in der Psychologie eine Vielzahl an Theorien. Im Folgenden sollen die drei bedeutendsten Modelle[39] der Aggression dargestellt werden. Innerhalb der psychologischen Strömungen sind die Erklärungsversuche zur Entstehung von Gewalt bzw. Aggression äußerst different. Einige Theorien bewerten Aggression als angeborenen Trieb oder Instinkt, andere halten sie für ein erlerntes Verhalten. Wieder andere Theorien versuchen, beide Strömungen miteinander in Verbindung zu bringen.[40] Trotz der wissenschaftlichen Unhaltbarkeit sollen die Trieb- und die Instinkttheorie aufgrund ihrer Relevanz für einige Thesen der Medienwirkungsforschung im folgenden Erwähnung finden.

2.4.2.1. Die Theorien der angeborenen Aggression

Bei den Trieb- bzw. Instinkttheorien als Modelle der angeborenen Aggression können im Wesentlichen zwei Ansätze hervorgehoben werden: Die psychoanalytische Theorie Sigmund Freud s (1915) sowie die ethologische Theorie Konrad Lorenz ´ (1963).

Als einer der ersten Vertreter der Theorie, Aggression sei eine angeborene Verhaltensweise, unterschied Freud zwei Triebe, denen der Mensch von Geburt an ausgesetzt sei: dem Lebenstrieb (Eros) und dem Todestrieb (Thanatos).[41] Während der Lebenstrieb der Erhaltung eines Individuums dient, zielt der Todestrieb auf die Selbstzerstörung, auf die „Auflösung bzw. Zurückführung des Lebens in den anorganischen Zustand“[42] ab. Freud stellte in diesem Zusammenhang die These auf, Aggression sei eine Umkehrung des Thanatos nach außen.

Als zweiter großer Fürsprecher der Theorie der angeborenen Aggression gilt der Ethologe Konrad Lorenz, der seine Beobachtungen bei Tieren auf den Menschen übertrug. Er versteht Aggression als eine instinkthafte Kampfbereitschaft, die „biologisch nützliche Aufgaben“[43], welche dem Überleben eines Organismus dienen, erfüllt. Lorenz hält es weiterhin für unmöglich, aggressives Verhalten zu unterdrücken. Dieses sei, „[…] als wollte man dem Ansteigen des Dampfdruckes in einem dauerhaft geheizten Kessel dadurch begegnen, dass man am Sicherheitsventil die Verschlussfeder fester schraubt.“[44] Bei Tieren derselben Art ist aggressives Verhalten aufgrund angeborener Hemmungen der Aggressionsneigung nur selten mit schweren Verletzungen oder Tod verbunden. Da diese Hemmungen nach Lorenz ´ Ansicht beim Menschen versagen, der Aggressionsinstinkt aber vorhanden ist, sei der Mensch zum Mord fähig.[45]

Sowohl Freuds als auch Lorenz ´ Theorie sind in der Psychologie aufgrund der Nichtnachweisbarkeit des Thanatos bzw. des Aggressionsinstinktes äußerst umstritten. Bei Lorenz wird darüber hinaus unter anderem die Kritik geäußert, er habe seine Beobachtungen animalischer Aggression willkürlich auf den Menschen plagiiert.[46] Auch die zentrale These einer ständig fließenden Aggressionsenergie, die sich aufstaut und abgeführt werden muss, hat sich als unhaltbar erwiesen.

2.4.2.2. Die Frustrations-Aggressions-Theorie

Zwischen der Frustrations-Aggressions-Theorie und den Theorien der angeborenen Aggression besteht ein signifikanter Unterschied: Die Ursache der Aggression wird in der Frustrations-Aggressions-Theorie als extern in Form von Frustrationsfaktoren angesehen, während dieser bei Freud und Lorenz internale Faktoren, also Triebe und Instinkte, zugrunde liegen.

Hauptthese dieser 1939 von einer Gruppe amerikanischer Psychologen der Yale-Universität aufgestellten Theorie ist, dass menschliche Aggression eine Folge von Frustration sei. Frustration wird in diesem Zusammenhang vor allem als Folge der Störung einer zielgerichteten Handlung verstanden. Je größer die Frustration eines Individuums ist, desto stärker seien dessen aggressive Aktivitäten.[47]

Die Erkenntnis, dass nicht jede Frustration eine aggressive Handlung nach sich zieht und nicht jede aggressive Handlung auf Frustration beruht, wurde schon bald nach der Veröffentlichung der Theorie gewonnen. Insofern wurde dieses Modell dahingehend revidiert, als eine Frustration zwar einen externalen Reiz darstellt, der zu Aggression führen kann, dieser Reiz allerdings auch zu schwach sein kann, um eine aggressive Handlung auszulösen.[48]

Kritisiert werden muss an der Frustrations-Aggressions-Theorie trotz allem, dass sie die Möglichkeit eines Individuums, Frustration kognitiv zu bewältigen, anstatt diese in Aggression umzusetzen, weitgehend außer Acht lässt.[49]

2.4.2.3. Die Theorie des sozialen Lernens

Als weitere Möglichkeit, die Ursachen von Aggression zu erklären sollen hier die Lerntheorien angeführt werden. Den Lerntheorien liegt die Annahme zugrunde, dass Aggression ebenso wie andere Verhaltensweisen erlernt wird. Lernen wird hierbei verstanden als „alle Prozesse, die als Interaktion mit anderen Gesellschaftsmitgliedern, z. B. in Form von Kommunikation, ablaufen und die in einem gegenseitigen Abstimmungsprozess zur Übernahme oder Ablehnung bestimmter Verhaltensweisen führen.“[50] In der Lernpsychologie wird zur Erklärung aggressiven Verhaltens insbesondere das Lernen am Modell (Theorie des sozialen Lernens oder sozial-kognitive Lerntheorie) herangezogen. Diese Theorie besagt, dass eine Person Verhaltensweisen übernimmt, die sie bei einer anderen Person, die das Modell darstellt, beobachtet hat. Dabei nehmen die Persönlichkeitseigenschaften des Beobachters, das Modell sowie die Situation Einfluss auf dessen Verhalten. Eine Verhaltensweise wird z. B. eher übernommen, wenn das Modell „soziale Macht besitzt [und] attraktiv erscheint“[51]. Während eines Experimentes von Bandura, der sich 1979 als erster eingehend mit dem Einfluss aggressiver Modelle auf Kinder befasste, stellte sich heraus, dass insbesondere sympathische Aggressoren, die zudem für ihr angriffslustiges Verhalten belohnt werden, bei Kindern zu Aggressionsimitationen führen.[52] Folgt man dieser Theorie in Verbindung mit der Tatsache, dass aggressive Modelle im medialen Bereich zumeist männlich sind (und geht man von einer Existenz medialer geschlechtsspezifischer Rollenmuster als Anknüpfungspunkt aus), ergibt sich daraus ein partieller Ansatz zur Erklärung des Phänomens, dass Jungen eher zu Gewalthandlungen gegen andere neigen als Mädchen, deren Reaktionen auf negative Erlebnisse sich eher in einer selbstdestruktiven Gewaltanwendung äußern.[53] Allerdings wirken sich aus lerntheoretischer Sicht auch gerade problematische Familienverhältnisse auf die Gewaltanwendung bei Kindern und Jugendlichen aus. Kinder und Jugendliche, die in ihrer Familie Gewalterfahrungen machen, neigen eher dazu, „Situationen […] als feindselig und bedrohlich zu interpretieren und darauf auch aggressiv zu reagieren“[54].

Allerdings muss auch bei der Theorie des sozialen Lernens festgehalten werden, dass die kognitiven Fähigkeiten eines Individuums vernachlässigt werden.

[...]


[1] O. V., Der Tagesspiegel, Online Spezial vom 09.05.2002, http://www.tagesspiegel.de/Pubs/sonderthema5/pageviewer.asp?TextID=15257.

[2] KUNCZIK, Michael, Gewalt und Medien, 4., aktual. Auflage, Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag, 1998, S. 6.

[3] Vgl. THEUNERT, Helga, Wirkung, in: HÜTHER, Jürgen et al. (Hrsg.), Grundbegriffe der Medienpädagogik, München: KoPäd Verlag, 1997, S. 151.

[4] VON TROTHA, Trutz (Hrsg.), Soziologie der Gewalt, Opladen, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 1997, S. 20f.

[5] HOBMAIR, Hermann (Hrsg.), Psychologie, Köln, München: Stam-Verlag, 1991, S. 168.

[6] O. V., Brockhaus-Enzyklopädie in 24 Bänden, 19., völlig neu bearb. Aufl., Band 1, Mannheim: F. A. Brockhaus, 1986, S. 211.

[7] ZIMBARDO, Philip G., Psychologie, 4., neu bearbeitete Aufl., Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo: Springer-Verlag, 1983, S. 633.

[8] ROGGE, Jan-Uwe, Kinder können Fernsehen, Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1999, S. 143.

[9] MEYERS LEXIKONREDAKTION (Hrsg.), Duden – Das neue Lexikon in 10 Bänden, 3. Aufl., Mannheim: BI-Taschenbuchverlag, 1996, Band 4, S. 1265.

[10] Vgl. DRECHSLER, Hanno et al., Gesellschaft und Staat, Lexikon der Politik, 6., völlig veränd. u. erw. Aufl., Baden-Baden: Signal-Verlag, 1984, S. 265.

[11] INSTITUT JUGEND FILM FERNSEHEN (Hrsg.), Die Sache mit der Gewalt, München: KoPäd Verlag, 1995, S. 10.

[12] Vgl. VON TROTHA, Trutz (Hrsg.), Soziologie der Gewalt, Opladen, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 1997, S. 13.

[13] Vgl. DRECHSLER, Hanno et al., Gesellschaft und Staat, Lexikon der Politik, 6., völlig veränd. u. erw. Aufl., Baden-Baden: Signal-Verlag, 1984, S. 265.

[14] DEUTSCHER VEREIN FÜR ÖFFENTLICHE UND PRIVATE FÜRSORGE (Hrsg.), Fachlexikon der Sozialen Arbeit, 4. vollst. überarb. Aufl., Frankfurt a. M.: Eigenverlag, 1997, S. 313.

[15] Vgl. KRIMINOLOGISCHES FORSCHUNGSINSTITUT NIEDERSACHSEN (Hrsg.), Innerfamiliäre Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und ihre Auswirkungen, Hannover: Eigenverlag, 1999, S. 1.

[16] Vgl. KRIMINOLOGISCHES FORSCHUNGSINSTITUT NIEDERSACHSEN (Hrsg.), Innerfamiliäre Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und ihre Auswirkungen, Hannover: Eigenverlag, 1999, S. 10. Die Angaben belaufen sich auf Opfererfahrungen vor Vollendung des 12. Lebensjahres.

[17] Vgl. ebd., S. 12.

[18] Vgl. BMW-AG (Hrsg.), Fass mich nicht an!, interaktive CD-ROM, München: Eigenverlag, 1999.

[19] Vgl. 24. DEUTSCHER JUGENDGERICHTSTAG, Kinder und Jugendliche als Opfer und Täter, Prävention und Reaktion, Thesen des 24. Deutschen Jugendgerichtstages vom 18. bis 22. September 1998 in Hamburg, Endfassung, verabschiedet auf der Abschlussveranstaltung am 22. September 1998, Hamburg: Eigenverlag, 1998, S.1ff.

[20] Ebd., S. 2. Diese These kann ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen während des ersten Praktischen Studiensemesters in der Jugendgerichtshilfe bestätigen. Als Beispiel möchte ich eine Gruppe von ca. 10 Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren nennen. Diese Jugendlichen fielen mehrfach durch Gewalttaten, Beleidigungen und Nötigungen gegen Ausländer sowie wegen des Verstoßes gegen §86a StGB auf. Die Jugendlichen kamen durchweg aus einem Neubaugebiet im Treptower Ortsteil Altglienicke, hatten aber alle ihr Elternhaus verlassen. Sie übernachteten allesamt bei einer etwa 40-jährigen Frau, die sich wohl als eine Art Ersatzmutter oder Wohltäterin verstand. Alle kamen aus gestörten und gewaltorientierten Familien, in denen sie wenig Sicherheit und Geborgenheit erfahren hatten.

[21] Vgl. 24. DEUTSCHER JUGENDGERICHTSTAG, Kinder und Jugendliche als Opfer und Täter, Prävention und Reaktion, Thesen des 24. Deutschen Jugendgerichtstages vom 18. bis 22. September 1998 in Hamburg, Endfassung, verabschiedet auf der Abschlussveranstaltung am 22. September 1998, Hamburg: Eigenverlag, 1998, S .3.

[22] KRIMINOLOGISCHES FORSCHUNGSINSTITUT NIEDERSACHSEN (Hrsg.), Zur Struktur und Entwicklung der Jugendgewalt in Deutschland. Ein Thesenpapier auf Basis aktueller Forschungsbefunde, Hannover: Eigenverlag, 1999, S. 11.

[23] Vgl. KRIMINOLOGISCHES FORSCHUNGSINSTITUT NIEDERSACHSEN (Hrsg.), Zur Struktur und Entwicklung der Jugendgewalt in Deutschland. Ein Thesenpapier auf Basis aktueller Forschungsbefunde, Hannover: Eigenverlag, 1999, S. 11.

[24] Vgl. VON TROTHA, Trutz (Hrsg.), Soziologie der Gewalt, Opladen, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 1997, S. 9.

[25] Ebd., S. 10.

[26] Vgl. ebd., S. 12.

[27] Vgl. ebd., S. 13.

[28] Vgl. VON TROTHA, Trutz (Hrsg.), Soziologie der Gewalt, Opladen, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 1997, S. 16.

[29] LAMNEK, Siegfried, Theorien abweichenden Verhaltens: eine Einführung für Soziologen, Psychologen, Pädagogen, Juristen, Politologen, Kommunikationswissenschaftler und Sozialarbeiter, 7. Auflage, München: Fink, 1999, S. 108.

[30] Vgl. ebd., S. 114.

[31] Vgl. ebd.

[32] LAMNEK, Siegfried, Theorien abweichenden Verhaltens: eine Einführung für Soziologen, Psychologen, Pädagogen, Juristen, Politologen, Kommunikationswissenschaftler und Sozialarbeiter, 7. Auflage, München: Fink, 1999, S. 117.

[33] LAMNEK, Siegfried, Theorien abweichenden Verhaltens: eine Einführung für Soziologen, Psychologen, Pädagogen, Juristen, Politologen, Kommunikationswissenschaftler und Sozialarbeiter, 7. Auflage, München: Fink, 1999, S. 142.

[34] Ebd.

[35] LAMNEK, Siegfried, Neue Theorien abweichenden Verhaltens, 2., durchgesehene Auflage, München: Fink, 1997, S. 20.

[36] Ebd., S. 21.

[37] Vgl. LAMNEK, Siegfried, Neue Theorien abweichenden Verhaltens, 2., durchgesehene Auflage, München: Fink, 1997, S. 21.

[38] LAMNEK, Siegfried, Theorien abweichenden Verhaltens: eine Einführung für Soziologen, Psychologen, Pädagogen, Juristen, Politologen, Kommunikationswissenschaftler und Sozialarbeiter, 7. Auflage, München: Fink, 1999, S. 184.

[39] Vgl. HOBMAIR, Hermann (Hrsg.), Psychologie, Köln, München: Stam-Verlag, 1991, S. 168.

[40] Vgl. DEUTSCHER VEREIN FÜR ÖFFENTLICHE UND PRIVATE FÜRSORGE (Hrsg.), Fachlexikon der Sozialen Arbeit, 4. vollst. überarb. Aufl., Frankfurt a. M.: Eigenverlag, 1997, S. 9.

[41] Vgl. ZIMBARDO, Philip G., Psychologie, 4., neubearb. Aufl., Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo: Springer-Verlag, 1983, S. 633.

[42] HOBMAIR, Hermann (Hrsg.), Psychologie, Köln, München: Stam-Verlag, 1991, S. 168.

[43] Ebd.

[44] LORENZ, Konrad, Das sogenannte Böse, Wien: Borotha-Schoeler, 1963, S. 385.

[45] Vgl. ZIMBARDO, Philip G., Psychologie, 4., neubearb. Aufl., Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo: Springer-Verlag, 1983, S. 634.

[46] Vgl. HOBMAIR, Hermann (Hrsg.), Psychologie, Köln, München: Stam-Verlag, 1991, S. 169.

[47] Vgl. ZIMBARDO, Philip G., Psychologie, 4., neubearb. Aufl., Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo: Springer-Verlag, 1983, S. 637.

[48] Vgl. ZIMBARDO, Philip G., Psychologie, 4., neubearb. Aufl., Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo: Springer-Verlag, 1983, S. 637.

[49] Vgl. HOBMAIR, Hermann (Hrsg.), Psychologie, Köln, München: Stam-Verlag, 1991, S. 170.

[50] LAMNEK, Siegfried, Neue Theorien abweichenden Verhaltens, 2., durchgesehene Auflage, München: Fink, 1997, S. 21.

[51] HOBMAIR, Hermann (Hrsg.), Psychologie, Köln, München: Stam-Verlag, 1991, S. 135.

[52] Vgl. ZIMBARDO, Philip G., Psychologie, 4., neubearb. Aufl., Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo: Springer-Verlag, 1983, S. 639.

[53] Vgl. KRIMINOLOGISCHES FORSCHUNGSINSTITUT NIEDERSACHSEN (Hrsg.), Innerfamiliäre Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und ihre Auswirkungen, Hannover: Eigenverlag, 1999, S. 2.

[54] Ebd., S. 6.

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen auf das Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin  (KFB)
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
88
Katalognummer
V7029
ISBN (eBook)
9783638144247
Dateigröße
631 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Gewalt, Aggression, Fernsehen
Arbeit zitieren
Katinka Teetz (Autor), 2002, Die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen auf das Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7029

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