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Die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen auf das Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen

Title: Die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen auf das Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen

Diploma Thesis , 2002 , 88 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katinka Teetz (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Die Medien im so genannten Informationszeitalter haben teilweise den Ruf, sich besonders im Kinder- und Jugendalter schädigend auf ihre Rezipienten auszuwirken. In den USA wurden in den letzten Jahren Gewalttaten an Schulen von Jugendlichen verübt, deren Brutalität eine völlig neue Dimension anzunehmen schien. In den letzten Jahren schwappte diese Welle schulischer Gewalttaten auch nach Deutschland über und fand ihren traurigen Höhepunkt im Erfurter Schulmassaker im April 2002, bei dem der 19-jährige Robert Steinhäuser in nur wenigen Minuten 16 Menschenleben auslöschte, bevor er sich selbst tötete. Die (vermeintliche) Ursache für dieses tragische Ereignis war schnell gefunden: Robert Steinhäuser hatte in hohem Maße gewalttätige Computerspiele gespielt sowie gehäuft "Blut triefende" Gewaltfilme konsumiert.
Sicherlich kann man versuchen, einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Tat des Robert Steinhäuser und seiner regelmäßigen Rezeption von fiktiver Gewalt herzustellen, indem man der Frage nachgeht, ob Medien sich für Mordtaten verantwortlich zeigen müssen. Allerdings zeigte sich schon bei den ersten Literaturrecherchen zu dieser Arbeit, dass bereits die Frage, ob mediale Gewaltdarstellungen überhaupt eine Steigerung der Aggressivität von Kindern und Jugendlichen bewirken können, den Umfang dieser Arbeit zu übersteigen drohte. Daher erschien eine Eingrenzung auf die Auseinandersetzung mit oben genannter Problematik angebracht.

Allerdings wird man, wenn man sich mit der Medienwirkungsforschung, die sich bereits seit den 1920er Jahren intensiv mit der Wirkung von Gewaltdarstellungen beschäftigt, auseinandersetzt, keine klare Antwort auf diese Fragestellung erhalten.
Beliebt ist schon seit der Einführung des Fernsehens die These, so genannte Schundfilme, in denen Gewalt eine große Rolle spielt, hätten eine Zunahme der Gewalttätigkeit in unserer Gesellschaft zur Folge. Auf der anderen Seite existieren Standpunkte, die jegliche Wirkung von medialer Gewalt abstreiten. Zwischen diesen extremen Ansichten stehen Wissenschaftler, deren Ansicht nach weder von einer monokausalen Wirkung noch von einer Nicht-Wirkung ausgegangen werden kann. Sie plädieren für eine Einbeziehung des Umfeldes und insbesondere der familiären Situation, um der Frage nach möglichen Wirkungen von Gewaltdarstellungen auf Kinder und Jugendliche gerecht zu werden. Auf diesem Aspekt soll in den folgenden Ausführungen ein besonderes Augenmerk liegen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIFFERENZIERUNG DES AGGRESSIONS- UND GEWALTBEGRIFFES

2.1. Begriffsbestimmungen Aggression und Gewalt

2.2. Personale und strukturelle Gewalt

2.3. Erscheinungsformen

2.3.1. Innerfamiliäre Gewalt…

2.3.2. …und Jugendgruppengewalt

2.4. Ursachen

2.4.1. Soziologische Ansätze

2.4.1.1. Das Modell von Sozialstruktur und Anomie

2.4.1.2. Die Subkulturtheorien

2.4.2. Psychologische Ansätze

2.4.2.1. Die Theorien der angeborenen Aggression

2.4.2.2. Die Frustrations-Aggressions-Theorie

2.4.2.3. Die Theorie des sozialen Lernens

2.4.3. Schlussfolgerungen zu den Ursachen der Gewalt

3. DIE MEDIEN

3.1. Begriffsbestimmung Medien

3.2. Bestandsaufnahme zum Fernsehverhalten von Kindern

3.2.1. Die Fernsehnutzung von Kindern zwischen drei und dreizehn Jahren

3.2.2. Die kindliche Fernsehnutzung an verschiedenen Wochentagen

3.2.3. Die kindliche Fernsehnutzung zu verschiedenen Tageszeiten

3.2.4. Die kindliche Nutzung verschiedener Fernsehsender

3.2.5. Bevorzugte Inhalte kindlicher Fernsehnutzung

3.3. Bestandsaufnahme zu Gewaltdarstellungen im deutschen Fernsehen

3.3.1. Die Ergebnisse bezogen auf das Gesamtprogramm

3.3.2. Die Ergebnisse bezogen auf die einzelnen Sender

3.3.3. Die Ergebnisse bezogen auf die inhaltliche Struktur

3.3.4. Die Ergebnisse bezogen auf die unterschiedlichen Programmgenres

3.4. Schlussfolgerungen zum Fernsehverhalten und zu den Gewaltdarstellungen

3.5. Die Faszination Kinder und Jugendlicher an Fernsehgewalt

4. DIE MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG

4.1. Zur historischen Dimension der Diskussion um die Wirkung von Gewaltdarstellungen

4.2. Begriffsbestimmung Wirkung

4.3. Zur Entwicklung der Forschungsannahmen und der Forschungsstrategien

4.4. Methoden der Medienwirkungsforschung

4.4.1. Die Inhaltsanalyse

4.4.2. Das Experiment

4.4.3. Die Feldstudie

4.4.4. Die Metaanalyse

4.4.5. Multimodale Untersuchungen

4.5. Thesen zu Wirkung von Gewaltdarstellungen

4.5.1. Die Katharsisthese

4.5.2. Die Inhibitionsthese

4.5.3. Die Stimulationsthese

4.5.4. Die Habitualisierungsthese

4.5.5. Die Suggestionsthese

4.5.6. Die These der Wirkungslosigkeit

4.5.7. Die Theorie des sozialen Lernens

4.6. Schlussfolgerungen zur Medienwirkungsforschung

5. HABEN GEWALTAKTE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN IHRE URSACHE IN GEWALTDARSTELLUNGEN?

5.1. Beispiele für Nachahmungstaten

5.2. Pro und Contra in der wissenschaftlichen Debatte

5.2.1. Pro

5.2.2. Contra

5.2.3. Fazit

5.3. Interventionsmöglichkeiten aus pädagogischer Sicht

5.3.1. Medienpädagogische Ansätze

5.3.2. Ansätze der Gewaltprävention

6. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Rezeption von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen und dem tatsächlichen Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte zu beleuchten und pädagogische Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, ohne dabei monokausale Erklärungen vorwegzunehmen.

  • Differenzierung des Aggressions- und Gewaltbegriffs
  • Analyse des Fernsehverhaltens und Gewaltdarstellungen
  • Diskussion theoretischer Modelle der Medienwirkungsforschung
  • Untersuchung von Nachahmungstaten und Gegenargumenten
  • Pädagogische Interventions- und Präventionsansätze

Auszug aus dem Buch

2.4.1.1. Das Modell von Sozialstruktur und Anomie

Die Vokabel „Anomie“ wurde erstmals 1893 von Durkheim zur „Erklärung sozialer Desintegrationserscheinungen im Gefolge der Arbeitsteilung“ publiziert. Der Begriff bezeichnet wörtlich übersetzt Regel- oder Normlosigkeit, wurde aber in unterschiedlichen soziologischen Publikationen verschieden interpretiert. In der Fortführung der Anomietheorie Durkheims betonte der amerikanische Soziologe Merton 1938 ausdrücklich die Anomie als gesellschaftliches Phänomen und bezog in der Konsequenz sozialstrukturelle Elemente in die Auseinandersetzung mit abweichendem Verhalten mit ein. Merton meint mit Anomie nicht die individuelle Normlosigkeit (diese bezeichnet er als Anomia), sondern versteht Anomie als gesellschaftlichen Zustand, der durch das Auseinanderklaffen allgemein verbindlicher Werte und Normen gekennzeichnet ist.

Ausgangspunkt für Mertons Anomietheorie ist die Tatsache, dass verschiedene Individuen aufgrund ihrer unterschiedlichen gesellschaftlichen Platzierung unterschiedliche Chancen haben, ihre persönlichen Ziele zu verwirklichen. Seine Frage hierbei ist nun, inwieweit die Bedingungen innerhalb einer Gesellschaft auf bestimmte Personen einen Druck ausüben, sich abweichend zu verhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich medialer Gewalteinflüsse.

2. DIFFERENZIERUNG DES AGGRESSIONS- UND GEWALTBEGRIFFES: Theoretische Abgrenzung der Begriffe sowie Erläuterung von Ursachen durch soziologische und psychologische Theorien.

3. DIE MEDIEN: Bestandsaufnahme zum Fernsehverhalten von Kindern und Analyse von Gewaltdarstellungen im deutschen Fernsehen.

4. DIE MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG: Historischer Rückblick, methodische Ansätze und Diskussion verschiedener Wirkungsthesen in der Forschung.

5. HABEN GEWALTAKTE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN IHRE URSACHE IN GEWALTDARSTELLUNGEN?: Untersuchung konkreter Beispiele für Nachahmungstaten und kontroverse wissenschaftliche Debatten zu diesem Thema.

6. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse und Forderung nach ganzheitlichen pädagogischen Präventionsstrategien.

Schlüsselwörter

Medienwirkungsforschung, Gewaltdarstellungen, Fernsehen, Aggressionsverhalten, Kinder, Jugendliche, Anomie, Sozialisation, Medienpädagogik, Gewaltprävention, Nachahmung, Medieneinfluss, Medienkompetenz, Verhaltensrepertoire, Familiäre Gewalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die mediale Darstellung von Gewalt – insbesondere in Film und Fernsehen – auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen ausübt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition von Gewalt, soziologische und psychologische Erklärungsmodelle für abweichendes Verhalten, das tatsächliche Fernsehnutzungsverhalten der jungen Zielgruppe sowie die wissenschaftliche Debatte um Wirkungsannahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, ob ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen Gewaltdarstellungen in Medien und realen Gewalthandlungen Jugendlicher besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene sozialwissenschaftliche Modelle, Studien (wie z.B. von Groebel, Gleich, Feierabend und Windgasse) und Theorien der Medienwirkungsforschung vergleicht und kritisch bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben der Begriffsbestimmung und Ursachenforschung werden der Status quo des Fernsehverhaltens, die historische Entwicklung der Medienwirkungsforschung sowie die Pro- und Contra-Argumente in der wissenschaftlichen Debatte detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Medienwirkungsforschung, Gewaltdarstellungen, Aggressionsverhalten, Medienpädagogik, Jugendgewalt, Sozialisation und Präventionsansätze.

Welche Rolle spielt die Familie bei der Gewaltentstehung?

Die Familie wird als die primäre Instanz identifiziert, in der Kinder und Jugendliche soziale Normen und Verhaltensweisen erlernen. Gewalt im familiären Umfeld gilt laut Arbeit als wesentlicher Faktor, der die Anfälligkeit für spätere Gewaltanwendung erhöht.

Warum fasziniert Fernsehgewalt Jugendliche so stark?

Die Arbeit führt diese Faszination auf die Identifikation mit filmischen Figuren, das Bedürfnis nach stellvertretenden Erfahrungen in einer kontrollierten Umgebung und den Wunsch zurück, den Ohnmachtsgefühlen der Adoleszenzphase zu entfliehen.

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Details

Title
Die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen auf das Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen
College
Catholic University for Applied Sciences Berlin  (KFB)
Grade
1,7
Author
Katinka Teetz (Author)
Publication Year
2002
Pages
88
Catalog Number
V7029
ISBN (eBook)
9783638144247
Language
German
Tags
Medien Gewalt Aggression Fernsehen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katinka Teetz (Author), 2002, Die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen auf das Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7029
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