Die Entstehung des Modernen Antiquariats

im Spiegel des Börsenblatts für den Deutschen Buchhandel (1834-1914), des Organs des Deutschen Buchhandels (1834-1850) und der Süddeutschen Buchhändler-Zeitung (1838-1876)


Magisterarbeit, 2005

91 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführendes
1.1 Erörterung und Abgrenzung des Themas
1.2 Forschungsstand und Quellenlage
1.3 Kurze Geschichte des Antiquariatsbuchhandels bis zum Beginn des Untersuchungszeitraums

2 Charakterisierung der ausgewerteten Zeitschriften
2.1 Formale Aspekte und inhaltliche Schwerpunkte
2.1.1 Organ des Deutschen Buchhandels
2.1.2 Süddeutsche Buchhändler-Zeitung
2.1.3 Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel
2.2 Selbstverständnis und Auftrag der untersuchten Zeitschriften
2.2.1 Organ des Deutschen Buchhandels
2.2.2 Süddeutsche Buchhändler-Zeitung
2.2.3 Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel
2.3 Das Verhältnis der untersuchten Zeitschriften zueinander
2.3.1 Organ des Deutschen Buchhandels und Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel
2.3.2 Organ des Deutschen Buchhandels und Süddeutsche Buchhändler-Zeitung
2.3.3 Süddeutsche Buchhändler-Zeitung und Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel

3 Auswertung der Zeitschriftenartikel I: Der Antiquariatsbuchhandel als Teil des verbreitenden Buchhandels in Deutschland
3.1 Handelsgegenstände des Antiquariatsbuchhandels
3.1.1 Abgrenzung des Antiquariats von Sortiment und Verlag
3.1.2 Handelsgegenstände und Geschäftsbefugnisse des Antiquariats
3.1.3 Regulative, Gesetze und Ordnungen für den Antiquariatsbuchhandel
3.1.4 Unternehmensführung
3.2 Der Standort des Antiquariatsbuchhandels im deutschen Buchhandel – Konflikt und Konkurrenz mit dem Sortimentsbuchhandel
3.2.1 Das Verhältnis von Sortimenter und Antiquar
3.2.2 Schleuderei und Rabattwesen 45 En bloc-Lieferungen an Antiquare 45 Kundenrabatt 48 Ursachen und Auswirkungen der Schleuderei 49 Regelungsversuche
3.2.3 Die Gewerbefreiheit und das „Eindrängen Unberufener“ in den deutschen Buchhandel
3.2.4 Angeblicher und wirklicher Vertrieb von Nachdrucken durch das Antiquariat
3.2.5 Beispieldiskussionen
3.2.5.1 Das Frankfurter Manifest (1838)
3.2.5.2 Müller & Keppel gegen den Wiesbadener Verband
3.2.5.3 Die Leipziger „Verleger-Erklärung“

4 Auswertung der Zeitschriftenartikel II: Weitere, den Antiquariats-buchhandel betreffende Themenbereiche
4.1 Wirtschaftliche Lage
4.2 Akquise und Verkauf
4.2.1 Kataloge
4.2.2 Die Rubrik Angebote und Gesuche im Börsenblatt
4.2.3 Auktionen
4.2.4 Antiquarische Zeitschriften und Fachliteratur
4.3 Nationale und internationale Verflechtungen

5 Resümee

Literaturverzeichnis
1 Primärliteratur
1.1 Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel
1.2 Organ des Deutschen Buchhandels
1.3 Süddeutsche Buchhändler-Zeitung
2 Sekundärliteratur

Danksagung

Mein Dank gilt Frau Prof. Dr. Ursula Rautenberg für die geduldige Betreuung und Herrn Dr. Volker Titel für die wertvolle Unterstützung im Entstehensprozess dieser Arbeit. Herr Mentzel-Reuters war bereit, trotz seiner vielfältigen Aufgaben die Zweitkorrektur zu übernehmen.

Außerdem danke ich Frau Carola Staniek und ihren Kollegen und Kolleginnen vom Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Bücherei Leipzig für die freundliche Beratung und hilfreichen Informationen.

Insbesondere danke ich Frau Patricia Wagner für die humorvolle und trotzdem (oder gerade deshalb) sehr effektive Korrekturarbeit.

1 Einführendes

1.1 Erörterung und Abgrenzung des Themas

Die Geschichte des Antiquariatsbuchhandels in Deutschland ist ein buchgeschichtli-cher Bereich, der zuvor noch nicht monographisch abgehandelt wurde. Zwar finden sich in einigen Geschichten des Buchhandels kürzere, meist eher skizzenhafte Darstel-lungen zu diesem Thema, die aber nicht genauer auf Zusammenhänge zwischen der Entwicklung des Buchhandels und der des Antiquariatsbuchhandels bzw. deren Ent-wicklungen und allgemein wirtschaftlichen und historischen Abläufen im deutschen Raum eingehen und sich statt dessen auf wenige charakteristische Vorgänge be-schränken.

Der langjährige Herausgeber der Börsenblatt -Beilage Aus dem Antiquariat, Bern-hardt Wendt, schrieb 1934, dass der Antiquariatsbuchhandel nur aus der weltumfas-senden Verflechtung von Buchhandel und Geistesarbeit zu verstehen sei und jede historische Betrachtung also neben den deutschen zumindest die buchhandels- und wissenschaftsgeschichtlichen Beziehungen in Holland, England, Frankreich und Ita-lien zu untersuchen hätte, ehe Allgemeingültiges gesagt werden dürfe.1 Diese Magis-terarbeit soll einen ersten Schritt darstellen zu einer solchen vollständigen Erfor-schung des (deutschen bzw. internationalen) Antiquariatsbuchhandels, für die weit-aus mehr Quellen und weitere gesellschaftliche und (buch-)wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen sein werden, als dies im Rahmen einer Magisterarbeit möglich ist.

1.2 Forschungsstand und Quellenlage

In dieser Arbeit werden als Schwerpunkt drei buchhändlerische Fachzeitschriften ausgewertet, nämlich das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel und die mit ihm verwandten Geschäftszweige (Leipziger Ausgabe 1834–1945; hier bis 1914), die Süd-deutsche Buchhändlerzeitung (1838–1876, Stuttgart) und das Organ des Deutschen Buchhandels (1834–1850, Berlin). Hierbei sollen die unterschiedlichen Sichtweisen dieser Zeitschriften, die sich aus den verschiedenen Herausgabeorten ergeben, be-rücksichtigt und diejenigen Artikel, die das Antiquariat betreffen, ausgewertet und thematisch eingeordnet werden. Dies wird den Hauptteil meiner Arbeit ausmachen. Das Archiv und die Bibliothek des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. sammeln darüber hinaus Fachzeitschriften des Antiquariats2 und besitzen eine um-fangreiche Sammlung von etwa 50.000 Antiquariatskatalogen sowie Auktionskatalo-gen.3 Weiteren, vor allem statistischen, Aufschluss können die Adressbücher des Deutschen Buchhandels sowie Briefe von Verlegern und Buchhändlern oder Brief-wechsel zwischen Verlegern und ihren Autoren liefern. Als grundlegende buchge-schichtliche Quellen sind die Kapp und Goldfriedrich’sche Geschichte des Deutschen Buchhandels 4 sowie das Archiv f ür Geschichte des Buchwesens (ab 1955) zu nennen. Im Hinblick auf monographische Abhandlungen ist der Antiquariatsbuchhandel wie eingangs erwähnt bisher recht stiefmütterlich behandelt worden. Neben älteren Lehr-büchern wie dem von Paschke und Rath5 steht aus neuerer Zeit nur das Werk von Bernhard Wendt (aktuelle Auflage 2003, überarbeitet von Gerhard Gruber) Der An-tiquariatsbuchhandel. Eine Fachkunde für Antiquare und Büchersammler zur Verfü-gung. Unterschiedlichste Unternehmensstudien wie z.B. der Festband zum 50jährigen Bestehen der leipziger Buchhandlung Fock aus dem Jahr 19296 können Aufschluss über die Interdependenzen zwischen Antiquariatsbuchhandel und Wissen-schaft, Wirtschaft und Kultur geben. Überhaupt lassen sich für die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg diverse Abhandlungen, die sich mit dem Antiquariatsbuchhandel dieser Zeit beschäftigen, finden.6 7 Für den Zeitrahmen der vorliegenden Arbeit müs-sen diese jedoch außen vor gelassen werden. Als nützlich haben sich aber verschiede-ne Artikel aus der Beilage des Börsenblatts: Aus dem Antiquariat 8 erwiesen, ebenso wie das Werk Industrialisierung und Literatur von Ilsedore Rarisch, das sich mit dem sta-tistischen Zusammenhang zwischen Buchproduktion, Verlagswesen und Buchhandel in Deutschland im 19. Jahrhundert beschäftigt.9

Die zeitliche Eingrenzung in der vorliegenden Arbeit wurde aufgrund des Erst-erscheinens des B örsenblattes und des Organs des Deutschen Buchhandels mit 1834 begonnen, eine Abschlussgrenze mit dem Ersten Weltkrieg gezogen. Wenn auch Or­gan und Süddeutsche Buchhändler-Zeitung schon in den Jahren 1850 bzw. 1876 wie-der eingestellt wurden, so sind sie doch die für diesen Zeitraum neben dem Börsen-blatt wesentlichsten Fachzeitschriften für den deutschen Buchhandel. Für die Jahre 1834 bis 1876 kann und soll also eine vergleichende Auswertung der Zeitschriften erfolgen, soweit dies möglich ist. Dabei wird der Schwerpunkt auf dem Konflikt des Antiquariats- mit dem Sortimentsbuchhandel liegen, nicht allein deshalb, weil dies der am intensivsten behandelte Punkt zum Thema innerhalb der untersuchten Zeit-schriften ist, sondern auch, um Probleme und Eckpunkte bei der Etablierung eines deutschen Antiquariatsbuchhandels in der Branche zu verdeutlichen. Weitergehende Punkte wie das Auktionswesen oder die Bibliophilie, Akquise und Verkauf oder auch die Verflechtungen innerhalb des internationalen Antiquariatsbuchhandels werden in ihrem Zusammenhang mit dem Antiquariatsbuchhandel anhand der Zeitschriften artikel dargestellt werden, können aber aus Platzgründen in dieser Arbeit nicht voll-ständig aufgearbeitet und besprochen werden.

1.3 Kurze Geschichte des Antiquariatsbuchhandels bis zum Beginn des Untersu-chungszeitraums

Für einen groben Überblick über die Geschichte des Antiquariatsbuchhandels eignen sich verschiedene Aufsätze und Monographien. Dieser Abriss stützt sich vor allem auf Markert (1960), Niedermeier (1973), Schroers (1949) und Wendt (1934 und 2003).10 Einen Handel mit gebrauchten Büchern kann man demnach schon im Handschriftenzeitalter feststellen, wobei meist Bücher von Verstorbenen weitergege-ben wurden. Bereits im Altertum erkannte man die Qualität und den Seltenheitswert von Originalschriften. Im Mittelalter bestand wegen des sich selbst mit Schriftlichkeit versorgenden Mönchstums nur ein – vom heutigen Standpunkt aus gesehen – gerin-ges Handelsbedürfnis mit Büchern. Als direkte Vorgänger der Antiquare dürfen die Stationarii der frühitalienischen Hochschulen gelten, die in unorganisiertem Gele-genheitsgeschäft Bücher und Schriften Verstorbener vertrieben. Als eigener Betriebs-zweig bildet sich das Antiquariat jedoch seit etwa Ende des 18. Jahrhunderts heraus. Die Wurzeln dafür lassen sich im Wesentlichen auf drei Ursachen zurückführen: Mit der Erfindung des Buchdruckers mit beweglichen Lettern war das Problem des Ab-satzes entstanden. Die Lösung, der Tauschhandel, führte zum Anwachsen großer Bü-cherlager bei den Verlegersortimentern, deren Räumung durch Bücherlotterien und Schleuderei versucht wurde. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säku-larisation 1803 sowie der damit zusammenhängenden Überführung von Kloster-bibliotheken in weltliche (private wie auch staatliche) Bibliotheken wurden große Mengen von Dubletten frei und gelangten in den Handel. Und: Von Seiten der Rezi-pienten wandte man sich mit Einsetzen der Romantik verstärkt dem Mittelalter zu. Die dazu gehörende Hinwendung zum Alten und Seltenen legte die Grundlage für die Entstehung der eigentlichen Bibliophilie.

Zur Zeit der Messen des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Antiquariats-buchhandel als Nebenzweig des Sortimentsgeschäftes und begann ebenfalls um diese Zeit mit der Veröffentlichung von Antiquariatskatalogen als Vertriebsmittel, dessen bibliographische Leistungen den Grundstein für eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Antiquariat und dem sich etablierenden modernen Wissenschaftsbetrieb bilde-ten. Die erste Buchauktion hatte bereits 1604 in Leiden in den Niederlanden bei L.Elzevier stattgefunden. Für den deutschen Raum gilt die Auktion von Christian Kirchner aus dem Jahre 1671 als erste ihrer Art. Mit der Einführung des Konditi-onswesens wandte sich das Sortiment mehr und mehr dem Vertrieb der neu erschei-nenden Werke zu. Der Aufstieg der Wissenschaften im Gefolge der Romantik zog aber eine wachsende Nachfrage nach älterer Literatur nach sich, die das Sortiment nicht mehr bewältigen konnte. Diese Lücke schloss das Antiquariatsgeschäft zu Be-ginn des 19. Jahrhunderts. Etwa seit den 1830er Jahren entwickelte sich das moderne oder Restantiquariat, das von den Krisenerscheinungen im Buchhandel, vor allem der Überproduktion der Verleger, später auch unterstützt von den technischen Innovati-onen des Jahrhunderts (Schnellpresse, neue Illustrationsverfahren, Holzschliffpapier, Buchbindereimaschinen etc.) sowie einem neuen Bildungsideal und der Demokrati-sierung des Lesens, profitierte, indem es den Verlegern durch Partiekäufe oder Käufe ganzer Restauflagen die Lager erleichterte. Die sich ausbreitende Bibliophilie förderte das Wachstum des Antiquariatsbuchhandels in Deutschland ab etwa 1890. Immer waren auch Bibliotheken unter den Hauptabnehmern des Antiquariats, insbesondere nachdem in Kriegen Bibliotheksbestände verloren gegangen oder vernichtet worden waren. Bis hin zum Ersten Weltkrieg erlebte das deutsche Antiquariat einen stetigen Aufschwung und erreichte auch im internationalen Altbuchhandel führende Bedeu-tung. Die innerdeutschen Zentren waren dabei neben Leipzig und Berlin vor allem München und Frankfurt am Main. Große und wichtige Firmen sind in diesem Zu-sammenhang die Rosenthal’schen Antiquariate, Friedländer & Sohn, Joseph Baer & Co. und die Vertreter der so genannten „Leipziger Schule“, Gustav Fock, Karl W. Hiersemann, Otto Harrassowitz und Bernhard Liebisch.11 Der Erste Weltkrieg be-deutete in dieser Entwicklung eine harte Zensur.

2 Charakterisierung der ausgewerteten Zeitschriften

Für eine Geschichte des deutschen Antiquariatsbuchhandels bilden die buchhändleri-schen Fachzeitschriften eine wesentliche Quelle. Bereits die von ihren Gründern (und den Redakteuren der folgenden Jahre) festgesetzten inhaltlichen Schwerpunkte kön-nen Hinweise darauf geben, wie ausführlich und aus welchem (geographischen wie auch berufsständischen) Blickwinkel die enthaltenen Artikel zu verstehen sind. Er-scheinungszeiträume und Entstehungsgründe sind darüber hinaus für einen Vergleich der Blätter zu berücksichtigen.

2.1 Formale Aspekte und inhaltliche Schwerpunkte

2.1.1 Organ des Deutschen Buchhandels

Das Organ des Deutschen Buchhandels oder Allgemeines Buchh ändler-Börsenblatt er-schien in Berlin unter der Redaktion von Heinrich Burchhardt in den Jahren 1834 bis 1850. Ab Jahrgang 15, 1848, H. 51, lautete der Untertitel: Norddeutsche Buch-händler-Zeitung. Seine Fortsetzung bildete im Jahre 1851 der Allgemeine Gesuchs- und Offertenanzeiger für den gesamten deutschen Buch- und Antiquarhandel und die mit ihm verwandten Geschäftszweige, ebenfalls herausgegeben von Heinrich Burchhardt und im Laufe seiner kurzen Existenzdauer als hervorragende Einrichtung von allen Seiten gelobt (vgl. Punkt 2.2.1).

Das Organ ging aus Burchhards Buchhandels-Circulair hervor, das dieser in seiner Tätigkeit als Buchhändler unterhielt. Die Zeitschrift erschien von 1834 bis 1838 wöchentlich im Verlag der L.W. Krause’schen Buchhandlung, Berlin, 1839 im Ver-lag von J.F.J. Stackebrandt, Berlin und ab 1840 im Verlag der Expedition des Organs, ausgenommen der Jahrgang 1849, für den der Verlag von Leo Lassar in Berlin in Anspruch genommen wurde. Ab 1849 erschien die Zeitschrift zweimal wöchentlich. Der Umfang betrug pro Jahrgang von 1834 bis einschließlich 1844 416 Seiten, in den übrigen Jahren zwischen 370 und 428 Seiten. Der Druck erfolgte 1834 bis 1846 bei L.W. Krause, anschließend (ab Nr. 47/1846) bei Ernst Litfaß. Wöchentlich am Samstag erschien eine Nummer der Zeitschrift, die einen Bogen in groß Quart um-fasste und zweispaltig angelegt war. Zugänglich war die Zeitschrift allein dem Buch-handelsstand, nicht dem allgemeinen Publikum. Ein dreiteiliges Register (Namen-und Sachregister sowie Verzeichnis der Nekrologe und Todesnachrichten) zum Or­gan wurde 1987 im Auftrag der „Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V.“ von Herta Schwarz erarbeitet und erschien bei der Buchhändler-Vereinigung GmbH in Frankfurt am Main.12

Die Zeitschrift umfasste Anzeigen neu erschienener oder neu aufgelegter sowie in Planung befindlicher Bücher, ebenso Gesuchs-Anzeigen vergriffener Bücher. Preis-herabsetzungen, Subskripitions- und Pränumerations-Angebote, Tauschangebote und Kaufgesuche wurden ebenfalls aufgenommen, weiterhin Kaufgesuche, Anzeigen von Verkäufen und offenen Stellen im Buchhandel, Stellengesuche und alle anderen An-zeigen, die den Buchhandel betrafen.13

Für den Antiquariatsbuchhandel sind die Auseinandersetzungen des Sortiments mit dem Antiquariat in der Berichterstattung im Organ wesentlich. Es wird zwar ge-legentlich auf eine Auktion hingewiesen oder ein biographischer Abriss über eine einzelne Person, wie den Brüsseler Antiquar Verbeyst14, gegeben, der einzig schwer-punktartig behandelte Themenkomplex im Zusammenhang mit dem Antiquariats-buchhandel ist jedoch der genannte Konflikt. Da dieser in den beiden anderen unter-suchten Zeitschriften auch zentral behandelt wird, ist hier ein verstärkter Vergleich möglich und sinnvoll. Dies wird das gesamte dritte und vierte Kapitel der Arbeit in Anspruch nehmen.

2.1.2 Süddeutsche Buchhändler-Zeitung

Die S üddeutsche Buchhändler-Zeitung wurde 1838 von Karl Messow, Geschäftsführer der Firma Carl Hoffmann in Stuttgart, gegründet15 und erschien dort bis einschließ-lich 1876. Seine Redakteure waren Karl Messow, T. Bromme, Karl Göpel, Karl Mül-ler, Theodor Liesching und Theodor Hartwig (in dieser Reihenfolge), wobei die bei-den letztgenannten mit 14 bzw. 8 Jahren die längste Redaktionszeit inne hatten. Die Zeitschrift erschien im Verlag der Expedition der Süddeutschen Buchhändler-Zeitung in Stuttgart.

Schwerpunktthemen waren ab etwa 1842 das literarische Eigentum bzw. Urheber-recht, um 1850 standen insbesondere der englische und französische Buchhandel sowie die sich häufenden Bankrotte im deutschen Buchhandel im Mittelpunkt. Auch Mitte der fünfziger Jahre wurde verstärkt über den ausländischen Buchhandel berich-tet, auch wurden einige antiquarische Kataloge rein inhaltlich beschrieben. Immer noch standen das Urheberrecht, der Schutz der Autoren bei Übersetzungen und das Verlagsrecht auf der Tagesordnung. Um 1867/68 häuften sich Auktionsankündigun-gen. Im selben Jahr war die Klassikerflut, die nach Aufhebung des ewigen Verlags-rechts einsetzte, ein besonderer Schwerpunkt. In den übrigen Jahren kann man von einer schwerpunktarmen, aber vielfältigen Berichterstattung der Vorgänge im Buch-handel sprechen – dies umfasst Abrechnungsfragen, Nachlässigkeiten im Zahlungs-und Rechnungswesen, die Konkurrenz zwischen Frankfurt und Stuttgart, auch die Diskussion Norden (Leipzig) versus Süden im deutschen Buchhandel, Novasendun-gen, Urheberrecht, Schleuderei u.ä. Die Berichterstattung über den Antiquariats-buchhandel deckt sich in etwa mit der des Organs, d.h. der Konflikt zwischen Sorti-ment und Antiquariat steht im Mittelpunkt.

2.1.3 Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel

Das B örsenblatt für den Deutschen Buchhandel wurde 1833 durch den Verein der Buchhändler zu Leipzig gegründet. Die erste Ausgabe erschien am 03. Januar 1834. Die Auflage betrug zunächst 750 Exemplare, sie stieg jedoch mit dem Mitglieder-wachstum des Börsenvereins stetig an.16 Noch im selben Jahr wurde zwischen dem Börsenverein und dem Verein der Buchhändler zu Leipzig ein Vertrag geschlossen, durch den mit Beginn des Jahres 1835 das Eigentum an der Zeitschrift, die zunächst einmal wöchentlich erschien, auf den Börsenverein überging. Seither trägt das Blatt den Untertitel „Amtliches Blatt des Börsenvereins“. Die Aufsicht über die Redaktion verblieb vorerst beim Leipziger Verein. Den größten Teil jeder Nummer beanspruch-te von Beginn an die systematisch gegliederte Anzeigenabteilung. Ihr gehörte auch schon seit dem 31. Januar (Nr. 5) 1834 regelmäßig die Liste der Neuigkeiten aus der vorangegangenen Woche an.17 Die Bedeutung dieser Rubrik lag vor allem auch darin, all denen, die Novitätenzusendung ablehnten, eine Wahlmöglichkeit zu verschaffen.18 Im Jahr 1836 wurde u.a. festgelegt, dass die Mitgliedschaft im Börsenverein für den Autor nicht grundsätzlich ein Recht für den Abdruck von Artikeln im Börsenblatt bedeute. Ein Streit um die „Confession des Börsenblatts“ 1841 warf die Frage auf, welche Grenzen dem redaktionellen Teil zu stecken seien – die Extrempositionen reichten von der Auffassung als reines „Verordnungsblatt“ bis zu einer für alle Fragen des geistigen Lebens offenen Zeitschrift. Im Jahre 1843 wurden in der Erkenntnis, dass das Börsenblatt die Interessen des Gesamtbuchhandels zu vertreten habe, die re-daktionellen Beziehungen zum Verein der Buchhändler zu Leipzig gelöst; damit ging mit Beginn des Jahres 1845 die Verwaltung des Börsenblattes vollständig an den Vor-stand des Börsenvereins über. Ab diesem Jahr wurde auch die Spaltenzählung von der Seitenpaginierung abgelöst. Ebenfalls 1845 ging man zu zweimaliger wöchentlicher Ausgabe über (dienstags und freitags), ab 1866 wurde täglich eine Nummer erforder-16 Vgl. Altenhein 2000, S.274. lich, nachdem man in der Zwischenzeit auch mit dreimaliger Erscheinungsweise ge-arbeitet hatte.19

Bereits 1848 war die Expedition an Hermann Kirchner übergegangen, der diese Aufgabe bis 1882 erfüllte. 1882 wurde die Zeitschrift vom Postdebit ausgeschlossen und somit für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Expedition übernahm zunächst Ri­chard Reisland, ab Anfang Dezember dann Carl Friedrich Fleischer, der sie bis 1888 inne hatte. Ab 1888 erfolgte die Expedition von der Geschäftsstelle des Börsenvereins aus, im Jahre 1890 trat eine leichte Änderung im Titel ein: Hatte das Blatt seit 1834 Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel und (für) die mit ihm verwandten Geschäfts-zweige geheißen, so fielen jetzt die Worte „mit ihm“ weg. Seit 1902 heißt es lediglich Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Mit Wirkung vom 1. Januar 1902 wurde das Börsenblatt allen Nichtbuchhändlern gesperrt. Diese so genannte Sekretierung des Börsenblattes sollte v.a. auch gegenüber den Bibliotheken Rabattforderungen entge-genwirken, die durch die Kenntnis der (im Börsenblatt angegebenen) Buchhändler-preise ermuntert wurden. Die Weitergabe des Zeitschrifteninhalts, vor allem der „Be-zugsvortheile“ für Gegenstände des Buchhandels wurde untersagt (Geheimhaltungs-verpflichtung). Diese Sekretierung, die zeitweise durch „öffentliche“ Ausgaben des Börsenblatts gemildert wurde, belastete seine Außenwirkung für einige Zeit.20 Ab 01.Oktober 1902 erschien das Börsenblatt mit Umschlag. Ab 1913 erhielten die Mit-glieder des Börsenvereins das Blatt bis zum Ersten Weltkrieg gratis. Während und nach dem Ersten Weltkrieg litt auch das Börsenblatt, vor allem im Jahre 1917, unter der allgemeinen Papierknappheit. Ab 1933 streng reglementiert, trennte sich das Blatt nach 1945 in eine Leipziger und eine (kurzfristig Wiesbadener, dann) Frankfur­ter Ausgabe. 1947 gründeten die Landesverbände die Buchhändler-Vereinigung GmbH als Verlag des Börsenblatts. Ab 1948 erschien die Rubrik und spätere Beilage zum Börsenblatt Aus dem Antiquariat. Weitere für das Thema dieser Arbeit relevante Beilagen sind das 1956 eingeführte Archiv für Geschichte des Buchwesens (1973 ausge-gliedert) und ab 1974 die Beilage Buchhandelsgeschichte, die ab Anfang 2003 mit ihrer Eingliederung in die nun unabhängig erscheinende Zeitschrift Aus dem Antiquariat zu existieren aufhörte.

Als offizielles Organ des Börsenvereins gelten alle im Börsenblatt veröffentlichten Anzeigen und Bekanntmachungen als dem Gesamtbuchhandel mitgeteilt. Darüber hinaus ist das Börsenblatt aber auch seit langem eine international bekannte und an-erkannte Fachzeitschrift, deren Bedeutung weit über die Kreise des Buchhandels hi-nausgeht.21 Als Vereinsblatt ist es jedoch auch an die Geschichte und „Confession“ des herausgebenden Leipziger Börsenvereins gebunden.22 War anfangs noch der Ge-gensatz zwischen Leipzigern und „Nichtleipzigern“ ein beherrschendes Thema, so traten danach die gemeinsamen Branchenprobleme – wie Urheberrecht und Preis-bindung – in den Vordergrund. Von besonderer Bedeutung erwies sich die bibliogra-phische Dokumentation. Das Vereinsorgan wurde dank der in ihm veröffentlichten Novitätenliste zur offiziellen bibliographischen Quelle deutschsprachiger Literatur-produktion, eine Funktion, die nach 1916 an die neu gegründete Deutsche Bücherei übergeben wurde.23

1859 erschien zum 25jährigen Bestehen der Zeitschrift ein „General-Register” der Jahrgänge 1834 bis 1858, das zehn Jahre später für die folgende Dekade fortgesetzt wurde. Die nächste bibliographische Erfassung erfolgte 1875: Band II der „Publicati-onen des Börsenvereins“ besteht aus einer Aufsatz- und Mitteilungssammlung aus den Börsenblättern der Jahre 1869 bis 1873.

Die Redaktion des B örsenblattes bestritt zu Beginn (1834) Otto August Schulz, je-doch lediglich bis Juni. Nach Dr. Johann Adam Bergk und August von Binzer, beide ebenfalls nur kurze Zeit tätig, übernahm von 1835 bis 1838 Carl Friedrich Dörffling den Posten des Chefredakteurs. Jeweils nur etwa ein halbes Jahr hielten sich nach ihm Gustav Wilhelm Wuttig und Johann Christoph Stadler im Amt. Ihnen folgte Georg Wigand nach. Hanns Lothar Schütz und Gerd Schulz schreiben in ihrem Auf-satz zum Selbstverständis der Redakteure des Börsenblattes, dass der Wechsel von Re-dakteuren in der Anfangszeit des Börsenblattes ein schneller und undurchsichtiger gewesen sei: „[V]on einer Nummer zur andern taucht plötzlich ein neuer Redakteur auf, ohne dass das Ausscheiden des Vorgängers überhaupt erwähnt wird.“24 Die erste längere Zeitspanne (1841–1851) als Chefredakteur überdauerte Johannes de Marle, eine sehr umstrittene Persönlichkeit (siehe auch Kap. 2.3). Ihm folgte 1852 Gustav Remmelmann nach, der 1855 durch Julius Krauß, dem ersten fest angestellten Re-dakteur des Blattes, ersetzt wurde. Dieser bestritt eine überaus lange Amtszeit bis 1883. Den restlichen hier behandelten Zeitraum füllten Max Evers (1883–1911) und Emil Thomas (1911–1921) aus. Bis zum Dritten Reich übernahm danach Dr. Ger­hard Menz die Leitung des Blattes, teils mit Unterstützung von Richard Alberti und Franz Wagner. Mitte 1933 wurde Menz dann durch Dr. Hellmut Langenbucher ersetzt.25

Besondere inhaltliche Schwerpunkte in einzelnen Jahrgängen des Börsenblattes sind wegen des umfangreichen Untersuchungszeitraumes immer wieder festzustellen. Ab 1840 sind der Publikums- oder Kundenrabatt sowie die um sich greifende und sich vermehrende Schleuderei die vorherrschenden Themen. 1844 wird dazu das Überhandnehmen von Auktionen viel beklagt. Im Jahre 1862 werden daneben der russische Buchhandel sowie obszöne Schriften und Schandliteratur vertieft behandelt. Dass das „Klassikerjahr“ 1867 mit der urheberrechtlichen Freiwerdung der Verwer-tungsrechte fast aller großen deutschen Literaten sich in der Berichterstattung des zentralen buchhändlerischen Kommunikationsmedium niederschlägt, ist wohl allzu verständlich. Die weiterhin heftige Debatte um Kundenrabatte und Verlegerschleu-derei wird 1873 durch die (bis 1875) schrittweise Einführung der Reichswährung (Reichsmark) ergänzt. Der große Wiener Börsenkrach des Jahres 1873, der immerhin zur Schließung von etwa 20 Druckereien im Reichsgebiet führte, findet dagegen nur am Rande Erwähnung. Um 1876 findet die Diskussion um die Verwendung von Antiqua- versus Frakturschriften ihren Niederschlag im Fachblatt. Etwa ab dieser Zeit nehmen auch Reformüberlegungen für den Buchhandel breiten Raum ein, im-mer noch begleitet von vielfachen Klagen über Schleuderer und Schundliteratur. 1881 spielt die Abnahme des Umsatzes im Sortiment eine Rolle, die neben dem an-haltenden Rabattkonflikt, der immer auch ein Konflikt Leipzigs (und Berlins) gegen den Rest des deutschen Buchhandels ist und zu fortschreitender Organisation in Kreis- und Lokalvereinen (also den Kräften der Peripherie verglichen mit dem Zent-ralplatz Leipzig) führt. Immer wieder erheben sich auch Beschwerden über Manipu-lationen durch Kommissionäre, die Maßregelungen von Sortimentern und Verlegern durch außerordentliches Rabattgeben oder Weiterbelieferung geächteter Firmen un-tergraben. Auch die Rabattforderungen von Reichsbehörden steigen zahlenmäßig an und finden ihren Höhepunkt im Jahr 1883.

Nachdruck, geistiges/literarisches Eigentum und Urheberrecht ziehen sich in der Berichterstattung durch die folgenden Jahre, meist im Zusammenhang mit der Gründung von Leihbibliotheken und Lesezirkeln. Die Einführung der Gewerbefrei-heit 1869 (für das Reichsgebiet 1872) hatte schon zu dieser Zeit zu einer Häufung von Artikeln geführt – diese Debatte blüht im Börsenblatt um das Jahr 1884 erneut auf. Weitere Rabatt- und Schleuderbeschwerden kumulieren in der neuen Satzung des Börsenvereines 1887/88 (die so genannte „Krönersche Reform“). Erst 1888 wird die Berner Übereinkunft vom 09. November 1886 zu einem Leitthema der Zeit-schrift. Neben unverlangten Novasendungen, weiteren Rabattdiskussionen und nun auch stark kritisierten Ramschverkäufen ist in den 1890ern die deutsche Rechtschrei-bung bzw. das „Firmendeutsch“ ein häufig wiederkehrendes Thema.

Für den Antiquariatsbuchhandel werden mit großer Häufigkeit einzelne Ge-schäftsfälle erwähnt, deren korrekte Handhabung durch verschiedene Zuschriften und gegebenenfalls eine Redaktionsmeinung oder die Zitierung eines Gesetzestextes dargestellt wird. Bereits in der ersten Börsenblatt nummer existierten schon die Rubri-ken „Tausch-Anerbietungen und Gesuche“ (zunächst als Rubrik, dann ab 1. Februar 1929 als eigene Beilage) sowie „Anzeigen von Bücher-Auctionen“ und bald wurden auch schon Textbeiträge mit Bezug auf das Antiquariat abgedruckt.26 Die in allen Jahrgängen in antiquarischen Anzeigen gespeicherten Informationen (etwa im Hin-blick auf inserierende Firmen, gesuchte und angebotene Titel, Auktionsankündigun-gen sowie Anzeigenaufkommen) sind nach wie vor noch nicht umfassend ausgewer-tet.27 Auch dies ist in der Erforschung der Geschichte des Antiquariatsbuchhandels noch zu leisten. Die Diskussion um diese Rubrik nimmt immer wieder Raum im Textteil des Börsenblattes ein (vgl. Punkt 3.4.2). Auch darüber hinaus kann man „bei aller gebotenen Vorsicht das Börsenblatt als eine der unverzichtbaren Quellen für die Historiographie des Antiquariatsbuchhandels bewerten“28. Artikel-Serien wie Vom Antiquariatshandel bzw. Aus dem Antiquariatshandel erschienen ab etwa 1910 unre-gelmäßig. Ihnen vorausgegangen waren die 1826 als eigene Rubrik eingeführten Mit-teilungen Aus dem Antiquariat. Die ab 1948 abgedruckte Rubrik Aus dem Antiquariat, bearbeitet von Bernhard Wendt, erschien ab April 1970 als eigene monatliche Text-beilage zum Börsenblatt. Ab 1971 übernahm der Antiquar und Verleger Dr. Karl H. Pressler die Herausgeberschaft und löste damit Bernhard Wendt ab. Seit 2003 exis-tiert die ehemalige Beilage als monatlich erscheinende unabhängige Zeitschrift neben dem Börsenblatt.

Allgemein läßt sich sagen, dass alle Themen, die den Antiquariatsbuchhandel an-gehen, im Börsenblatt behandelt wurden: Fragen des beruflichen Alltags (Handelsge-genstände, Katalogherstellung, Preisgestaltung, Usancen, Rechts- und Steuerfragen, Berufsausbildung), Berichte über Auktionen des In- und Auslandes und wichtige Ausstellungen, Rezensionen von Antiquariatskatalogen und Fachliteratur, Personal-und Firmennachrichten sowie Ausführungen zum beruflichen Selbstverständnis und Aufsätze zur eigenen Geschichte einschließlich autobiographischer Aufzeichnungen einiger Antiquare. Perioden deutlich vermehrter Berichterstattung über das Antiqua-riat treten in den Jahren 1836 bis 1865 und ab 1900 bis etwa 1933 auf, danach erst wieder ab 1945.29

Einzig ein Artikel aus dem Jahre 188130 beklagt, dass antiquarische Interessen im B örsenblatt zu wenig berücksichtigt würden, widerlegt dies aber selbst mit der Aussa-ge, dass wichtige buchhändlerische Neuigkeiten nur dem Börsenblatt zu entnehmen seien, das Börsenblatt die günstigsten Preise für Inserate biete und es daher unwahr-scheinlich sei, dass die Antiquare dem Börsenblatt untreu würden.31

Wie das B örsenblatt an den Leipziger Zentralplatz gebunden war, so kann man auch die beiden anderen hier untersuchten Zeitschriften nicht losgelöst von ihrem Herausgabeort und dem dortigen Buchhandel betrachten. Auch die jeweiligen Re-dakteure prägen eine Zeitschrift. Diese und ähnliche Aspekte der Einflussnahme sol-len im Folgenden aufgezeigt werden, um bei der Betrachtung einzelner Artikel den entsprechenden ideologischen Hintergrund nicht zu übersehen und so vielleicht zu einer falschen Bewertung einzelner Aussagen zu kommen.

2.2 Selbstverständnis und Auftrag der untersuchten Zeitschriften

2.2.1 Organ des Deutschen Buchhandels

In der Vorrede zur ersten Ausgabe des Organs schreibt Heinrich Burchhard, der Vor-teil seines Blattes sei, dass keine Insertionsgebühren zu zahlen seien. Weitere Vorteile oder Spezialitäten erwähnt er nicht. Im Laufe seiner Redaktionstätigkeit wird Burch-hard jedoch konkreter. So schreibt er in H. 9 des ersten Jahrganges als Antwort auf ein Anschreiben, das die Zeitung lobt und sie dabei explizit als Gegenpol zum Leipzi-ger B örsenblatt hervorhebt „Ein Oppositions-Blatt soll das ‚Organ des Deutschen Buchhandels‘ keineswegs sein, und sich von jeder polemischen Tendenz so weit als möglich fern halten. [...] solche Aufsätze, welche eingeschlichene Mißbräuche im Buchhandel überhaupt betreffen, oder solche Klagen, die nicht Einzelne unter den Buchhändlern angehen, sondern sich aufs Allgemeine beziehen, [werden] stets sehr willkommen sein [...]. Nur muß ich bitten, Gründe und Beläge [sic] nie zu vergessen, und die Abfassung solcher Aufsätze so scho-nend als möglich einzurichten.“32

Die „Collisionen“33 mit den anderen Blättern (sprich dem bereits seit 1820 beste-henden Krieger’schen Wochenblatt für Buchhändler und hauptsächlich dem Börsen-blatt, vgl. Punkt 2.2.1) waren Burchhardt „in keiner Hinsicht angenehm“34. Dennoch muss man das Organ als einen Gegenpol zu dem etablierten Leipziger Börsenblatt sehen, da es eine Strömung im damaligen deutschsprachigen Buchhandel verkörper-te, die gegen die Bevormundung durch den Leipziger Zentralplatz opponierte.35 In wie weit der Berliner Buchhandel das Organ gestützt oder getragen hat, ist noch nicht untersucht worden. Zweierlei ist dabei zu bedenken: Zum einen stand Berlin damals nach der Zahl der dort ansässigen Verlage und nach der Produktionsmenge im deut-schen Sprachraum an zweiter Stelle hinter Leipzig, woraus die Macht des Berliner Buchhandels ersichtlich wird, zum anderen aber gab es zur Zeit der Gründung des Organs und der ersten 15 Jahre seines Bestehens noch keine lokale Organisation des Berliner Buchhandels. Die Korporation wurde erst zum 1. November 1848 gegrün-det. Dass jedoch ein gewisser loser Zusammenschluss, wenn auch ohne Reglement und Organisation, bestanden hat, ist anzunehmen. Im Falle des Organs wird speziell die Auseinandersetzung und Rivalität zwischen den Plätzen Leipzig und Berlin in ei-ner neuen Dimension sichtbar.36

Ein Zirkular Burchhardts von 1833 mit der Ankündigung des Organs wurde als „interessant genug“37 im Börsenblatt Nr. 49 vom 29. Februar 1892 (!) abgedruckt. Ein Auszug daraus soll hier wiedergegeben werden:

„In Cassel erscheint seit längerer Zeit im Verlage des Herrn Krieger ein ‚Wochenblatt für Buchhändler’, welches dazu bestimmt ist, Bekanntmachungen und Notizen, den Buchhandel betreffend, unter den Buchhändlern zu verbreiten und das auf diese Weise den Nutzen und das Beste des letztern auf mancherlei Weise fördern soll. Ohne daß ich die gute Idee dieses Unternehmens, und das Verdienstliche derselben in der Ausführung bezweifeln und herabsetzen will, da es zu einer Zeit ins Leben trat, wo ein solches Blatt hoch Noth that, und wo es selbst in noch unvollkommenerer Gestalt würde gute Diens-te geleistet haben, so ist doch auch nicht in Abrede zu stellen, daß es seinen ursprüngli-chen Zweck jetzt nicht mehr ganz erfüllt, und daß es eine Richtung genommen hat, die von Vielen gerade nicht mit Wohlgefallen bemerkt wird. Wenn ich auch mein Urtheil hierüber zurückhalten wollte, so haben doch auch außerdem bedeutende Stimmen den Wunsch ausgesprochen, daß ein anderes Blatt, unter einer andern Tendenz und frei von den Mängeln, die an dem Kriegerschen schon so fest gewurzelt sind, daß eine Beseiti-gung derselben nicht wohl möglich sein dürfte, an dessen Stelle treten möchte.“38

Ziel Burchhards war eine möglichst breite und objektive Berichterstattung über alle Vorgänge im Buchhandel, die von allgemeinem Interesse zu sein versprachen (vgl. auch Punkt 2.1.1), die das „Krieger’sche“ Blatt nicht mehr zu leisten im Stande war.

Ab 1849 erschien das Blatt zweimal wöchentlich unter dem Titel Organ des Deut-schen Buchhandels oder Norddeutsche Buchhändler-Zeitung. Laut Gerd Schulz hängt diese Änderung des Untertitels eventuell damit zusammen, dass man sich deutlicher von den Konkurrenzunternehmen Börsenblatt und Süddeutsche Buchhändler-Zeitung absetzen wollte.39

Häufig werden auch Artikel anderer Zeitschriften und Zeitungen der Zeit, in der das Organ lobend erwähnt wird, in selbigem abgedruckt. So findet sich in Nr.10/183740 ein Artikel aus dem Eremiten 41, der eine kurze Übersicht über die zu dieser Zeit existierenden buchhändlerischen Fachblätter gibt: So habe es bis zu seiner Einstellung Ende 183642 nur das Krieger’sche Wochenblatt für Buchhändler, Musika-lienhändler und Antiquare gegeben, welches dann vom Leipziger Börsenblatt nach dessen Gründung in den Schatten gestellt worden sei. Fast gleichzeitig43 mit dem Börsenblatt sei in Berlin eben das Organ des Deutschen Buchhandels oder Allgemeines Buchhändler-Börsenblatt gegründet worden, „und da dasselbe gut geleitet wird und sich als ein frei dastehendes Blatt in manchen Dingen nicht so enge Grenzen steckt, wie das Leipziger, gewissermaßen amtliche Bör-sen-Blatt, auch nebenbei durchaus nicht die Marotte hegt, eine Art Infallibilität in An-spruch zu nehmen: so hat es sein Publikum im Buchhandel gefunden und verdient das-selbe um so mehr zu behalten, je weniger es sich mit der Prätension herumschleppt, ein Recht zu dictatorischen Entscheidungen bei vorfallenden Streitigkeiten oder auch Mei-nungsspaltungen im Buchhandel, zu haben.“44

Die hier schon angeklungene Kritik am B örsenblatt wird unter Punkt 2.3.1 noch weiter erläutert werden, da sie allgemeine Tendenzen beider Blätter widerspiegelt, die auch für die Bewertung von Artikeln zum Antiquariatsbuchhandel herangezogen werden müssen, um falschen Schlüssen vorzubeugen.

Im letzten Jahrgang (17. Jahrgang, 1850) erklärt Heinrich Burchhardt die Einstel-lung der Zeitschrift und deren Ersetzung durch den Allgemeinen Gesuchs- und Offer-ten-Anzeiger für den gesammten deutschen Buch- und Antiquarhandel und die mit ihm verwandten Geschäftszweige 45, redigiert ebenfalls von ihm selbst. Dieser Anzeiger erschien anscheinend nur für das Jahr 1851. Immerhin wird er im Jahrgang 1851 des Börsenblattes wiederholt in kürzeren oder längeren Artikeln wohlwollend behandelt, unter anderem auch von Julius Springer: Der Anzeiger sei „ein sehr beachtenswerthes, den buchhändlerischen Bedürfnissen der Gegenwart sehr förderliches Unterneh-men“46, werde wöchentlich in 2.000 Exemplaren gratis (!) versandt und fördere somit eine allgemeine Verbreitung von Gesuchen und Offerten. Einzige Kritik: der Inserti-onspreis sei mit 1 Neugroschen per Zeile zu hoch.47

2.2.2 Süddeutsche Buchhändler-Zeitung

In der S üddeutschen Buchhändler-Zeitung lassen sich weder zu Erscheinungsbeginn redaktionelle Zielsetzungen noch mit Einstellung der Zeitschrift 1876 eine Begrün-dung für das Aufhören bzw. eine Stellungnahme der Redaktion zu Erreichtem und nicht Erreichtem finden. Hinweise zum Selbstverständnis der Zeitschrift finden sich aber immer wieder in Nachsätzen und Anmerkungen zu Artikeln. So zum Beispiel im Jahre 1848, als ein Sortimentsbuchhändler zu einem Artikel eines anonymen Autors in Ausgabe 19 des Jahres eine „Offene Antwort“48 liefert und den anonymen Autor hart kritisiert. Darauf erfolgt eine Nachschrift der Redaktion folgenden Inhalts, die nicht nur aufklärt, dass die Redaktion selbst der kritisierte anonyme Autor war, son-dern daneben auch den selbstgesetzten Auftrag der Süddeutschen Buchhändler-Zeitung verdeutlicht:

„Die Süddeutsche Buchhändler-Zeitung kennt nämlich keine Anonymität [...] und alle, nicht unterzeichnete [sic] Aufsätze gehen von der Redaktion aus und werden auch von dieser vertreten. Die Zeitung selbst ist ein Sprechsal [sic] für Alle, und ihre Spalten ste-hen allen Meinungen, allen Ansichten, allen Parteien offen, die Redaktion aber huldigt keiner Partei, sondern wird, treu der Tendenz der Zeitung, in den von ihr gelieferten Artikeln nur den Buchhandel als großes Ganze [sic], als Unvergängliches, im Auge ha-ben.“49

Im Jahr 1849 erklärt der Stuttgarter Buchhändler-Verein explizit seinen Einfluss auf die Zeitung:

„Die Süddeutsche Buchhändler-Zeitung ist Eigenthum des hiesigen und Organ des Süddeutschen Buchhändler-Vereines. Es kann hie und da ihre Aufgabe seyn, locale oder provincielle Interessen ausschließlich zu vertreten, und es schien geeignet, dem jeweili-gen Ausschusse des hiesigen Vereines für solche Fälle ein Recht der Einsprache der Red­action gegenüber vertragsmäßig zu wahren. [...] Ueber die Nothwendigkeit einer sol-chen Maßregel können verschiedene Ansichten bestehen, aber darüber ist kein Zweifel möglich, daß die Eigenthümer des Blattes, die Mitglieder des hiesigen Vereines, in offe-ner Generalversammlung, befugt waren, Bedingungen aufzustellen, unter welchen sie die Redaction besetzen wollen [...]. [Der Redakteur hat] durch Unterschrift des Vertra-ges ausdrücklich anerkannt [...], daß der Ausschuß das Recht habe, in besonders wichti-gen oder schwierigen Fällen vor Ausgabe einer Nummer [...] sich mit dem Herrn Redacteur über nöthige Aenderungen oder Auslassungen zu verständigen [... und] über [die] Aufnahmsfähigkeit [...] entscheide.“50

Wie aus einem gleich im Anschluss (S. 296f.) abgedruckten Antwortschreiben des damaligen Redakteurs Karl Göpel hervorgeht, hatte dieser einen Artikel veröffent-licht, der dem Verein nicht genehm war und erhielt von diesem dafür einen Verweis. Daraufhin fühlte sich Göpel verpflichtet, sich mittels einer öffentlichen Stellung-nahme zu wehren, um als unabhängiger Redakteur glaubhaft zu bleiben – woraufhin die oben zitierte Antwort des Süddeutschen Buchhändler-Vereins erschien.

Man kann für die Süddeutsche Buchhändler-Zeitung also festhalten, dass ihre Ten-denzen auf redaktioneller Ebene in gewissem Maße dem Süddeutschen Buchhändler-Verein unterworfen waren. Existierte dieser Verein auch erst seit 1848, so kann man dennoch davon ausgehen, dass auch in den Jahren zuvor schon eine ähnliche Ein-flussnahme durch den örtlichen Buchhandel stattgefunden hatte, unter anderem auch deshalb, weil die Redakteure selbst diesem entstammten. Somit muss man die Stutt-garter Zeitschrift also eher als Sprachorgan des süddeutschen Buchhandels denn als unabhängige, objektiv berichtende Fachzeitschrift für den gesamten deutschen Buch-handel ansehen.

2.2.3 Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel

Wie schon erwähnt war das in Leipzig erscheinende Blatt vom Zentralplatz nicht un-abhängig zu sehen. Es war „den im Königreich Sachsen rechtsgültigen Bundesbe-schlüssen ebenso unterworfen wie bald darauf der Preßordnung des Landes“51 vom 13. Oktober 1836. Die Redaktion unterstand der Kontrolle des Leipziger Zensurkol-legiums. Als Vereinsorgan musste das Blatt weitaus sorgfältiger den jeweiligen Zen-surgesetzen folgen als eine Zeitschrift, die nur einem einzelnen Verleger Rechenschaft schuldig war.52 So fragte ein Herr L. aus G. im Jahre 1861 „Ist unser Börsenblatt ein Organ für den speciell sächsischen oder für den deutschen Buchhandel?“53 und wun-derte sich darin über eine vom Börsenblatt nur zum Teil veröffentlichte Anzeige – ein Band des Werkes war in Sachsen verboten, im restlichen Deutschland aber nicht. Der Autor verlangte eine diesbezügliche Eingabe an die sächsische Regierung zur Abschaf-fung dieses Übelstandes, die Redaktion des Börsenblatts verteidigte sich in einer dem Artikel beigegebenen Fußnote insofern, als es logisch sei, dass eine in Sachsen erschei-nende Zeitschrift sich an die dortigen gesetzlichen Regelungen halten müsse und dies daher nicht veröffentlichen dürfe.54

Nichtsdestoweniger bestanden die wechselnden Redaktionen darauf, dass ihre Haltung eine unparteiliche sei. Um nur zwei zeitlich etwas weiter auseinander liegen-de Beispiele zu zitieren: Im Jahre 1850 verteidigte sich die Redaktion in einem Arti-kel „Parteilichkeit betreffend“55 dahingehend, dass sie in Streitfällen nicht Partei ergreife – sie habe nie Personen, immer nur Tatsachen im Auge. 1882 weist die Redak-tion bei der Veröffentlichung einer Antwort des Vorstandes des Wiesbadener Buch-händlervereins56 im Streit zwischen diesem und der Firma Keppel & Müller (vgl. auch Punkt 3.2.5) speziell in einer Fußnote darauf hin, dass ihre Unparteilichkeit sie verpflichte, diese Gegenrede aufzunehmen und dass diese Unparteilichkeit ein we-sentlicher Charakterzug des Blattes sei.

Neben dem Einfluss der Leipziger Deputierten war ein weiterer Aspekt des Zen-surproblems die Kontrolle durch die Redaktion selbst und ihre Möglichkeit, uner-wünschte Beiträge oder Anzeigen abzulehnen. Vor allem unter der Verantwortlich-keit von Redakteur Johannes de Marle (von Juli 1841 bis Mai 1848) führten die wesentlichen Probleme dieser inneren Zensur mehrfach zu hitzigen Diskussionen.57

Franz-Wilhelm Peter betont in seinem Aufsatz von 1984 zu den redaktionellen Richtlinien über Aufnahme oder Abweisung von Artikeln, dass in den ersten nieder-gelegten redaktionellen Bedingungen 1845 – neben der Gliederung in Amtlichen und Nichtamtlichen Teil (letzterer bestehend aus Aufsätzen und Miszellen) und An-zeigenblatt – über die Aufnahme von Artikeln zunächst der Redakteur zu entscheiden habe, der Autor sich aber an den Vorstandsausschuss und die Generalversammlung wenden könne, um diese Entscheidung gegebenenfalls revidieren zu lassen.58 Erst 1881 wurde ein eigenständiger „Ausschuß für das Börsenblatt“, der aus vier Mit-gliedern bestand, eingesetzt. Dieser hatte weitgehende Vollmachten, insbesondere auch die Entscheidungskompetenz bei Differenzen zwischen Einsendern und Redak-tion über den Abdruck von Beiträgen und Anzeigen. Dieser ehrenamtliche Ausschuss blieb bis 1972 bestehen.59

2.3 Das Verhältnis der untersuchten Zeitschriften zueinander

2.3.1 Organ des Deutschen Buchhandels und Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel

Das vom Berufsverband, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, abhängige Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel muss die Vorgänge im Buchhandel not-wendigerweise aus Vereinssicht sehen. Es ist daher verständlich, dass es gewisse Dinge nicht veröffentlichen wird oder veröffentlichen kann, die eigentlich von allgemeinem Interesse wären. Ein Konkurrenzblatt wie das Organ des Deutschen Buchhandels, das privatwirtschaftlich geleitet wird und somit weniger einer bestimmten Gruppe inner-halb des Berufsstandes dienen muss, darf sich allerdings ebenso nicht dazu verleiten lassen, subjektiv gegen die Konkurrenzzeitschrift anzugehen, sondern muss im Ge-genteil durch seine Eigenständigkeit und Objektivität überzeugen.60

Es wäre eine interessante Forschungsaufgabe zu vergleichen, welche Firmen ent-weder nur im Organ oder aber nur im Börsenblatt oder – mit welcher unterschiedli-chen Gewichtung auch immer – in beiden Zeitschriften inserierten. Laut Gerd Schulz kommt beispielsweise der Weimarer Verleger Bernhard Friedrich Voigt be-56 Vgl. BB 49 (1882), H.165, S.3053–3055. sonders häufig im Organ (im Text wie auch im Anzeigenregister) vor; bestimmte Geschäftsrundschreiben wurden nur im Organ, nicht aber im Börsenblatt abge-druckt.61

Nicht nur im Streit um das „Erstgeburtsrecht“62 war die Rivalität zwischen Organ und Börsenblatt vorprogrammiert. Teile des deutschsprachigen Buchhandels fühlten sich im 19. Jahrhundert durch den Leipziger Buchhandel bevormundet und wünsch-ten mehr Unabhängigkeit vom dortigen Zentralplatz. Dementsprechend hegten diese Kreise auch eine Abneigung gegen das Leipziger Blatt. So konnten Burchhardt und das Organ sich – wenn auch nicht explizit – als Opposition des Blattes des Börsenver-eins etablieren (vgl. auch Punkt 2.2.1).63

Ein weiterer Angriffspunkt Burchhardts gegen das B örsenblatt waren die Anzei-genpreise: Das Leipziger Blatt berechnete allen Inserenten, ob Bezieher der Zeitschrift oder Mitglied des Börsenvereins, die Inserate; Burchhardt nahm Anzeigen der Bezie-her des Organs in jeder Menge kostenlos auf. Immer wieder verwies er auf diesen Vorteil, wobei er fairerweise nicht verschwieg, dass das Jahresabonnement für das Börsenblatt einen halben Taler billiger war als das für das Organ (Nr. 47/1834).64

Immer wieder finden sich im Organ Beschwerden über von der Redaktion des Börsenblatts abgelehnte Artikel, unzulässige Parteilichkeit und gar Zensur, und damit einhergehend die Frage, ob es objektiv berichte. Einige dieser Artikel des Organs sol-len hier beispielhaft besprochen werden:

Bereits im zweiten Jahrgang beider Zeitschriften findet sich in einer Fußnote der Redaktion des Organs 65 zu einem „Nachdrucks-Recencir-Comité’s“ betitelten Artikel der Hinweis, dass der Verfasser des Artikels nach Einsendung desselben an das Bör-senblatt den Börsenblatt -Redakteur gebeten hatte, den Aufsatz auch an das Organ und eine weitere Zeitschrift zum Abdruck weiterzuleiten, was dieser jedoch ignorierte. Burchhard schreibt:

„Man sieht, das Leipziger Börsenblatt ist ein vornehmes Blatt, und Jeder, der ihm Bei-träge liefert, muß sich glücklich preisen, daß diese darin abgedruckt werden, wenn auch verstümmelt und ohne weitere Vergütung dafür.“66

Ein Jahr später findet sich ein Artikel über die „Willkür der Deputierten des Buchhandels zu Leipzig“67 abgedruckt, der „die partheiische, widerrechtliche Censur, welche die Deputierten des Leipziger Buchhandels über das so genannte amtliche Blatt sich angemaßt haben“68 anprangert. Ein objektiv berichtendes Blatt müsse ne-ben Erwiderungen auch „Anti-Erwiderungen“ aufnehmen . Darüber hinaus stellt sich der Autor die Frage, wer die Deputierten zu Leipzig berechtigt habe, ein den ganzen deutschen Buchhandel repräsentierendes Blatt „ihrer Privat-Censur zu unterwerfen“69 und nennt es Willkür, dass „diese Deputirten dem Redacteur die Aufnahme solcher Artikel verweigern, welche [...] sie selbst oder befreundete Handlungen unangenehm berühren, oder die Fahrlässigkeit einiger Leipziger Commissionäre beleuchten oder ihren oft einseitigen Ansichten widersprechen“70. Der Einsender ruft den Börsenver-ein auf, diesem Treiben ein Ende zu machen.

Ende 1836 inserierte das Organ des Deutschen Buchhandels erstmals im B örsenblatt und kündigt recht ausführlich die Fortsetzung der Zeitschrift an, wobei bemerkens-wert ist, dass das Börsenblatt den (bezahlten) Anzeigentext ohne jede Erwiderung ver-öffentlichte, in welchem es unter anderem heißt:

„Das ‚Leipziger Börsenblatt‘ ist allerdings, mit seinen anerkannten Autoritäten an der Spitze, als fest begründet zu betrachten, wenigstens so lange als Leipzig der Stapelplatz für den deutschen Buchhandel bleibt, und in dem Falle, wo es seine Tendenz als amtli-ches Blatt im ganzen Umfange erfüllte und mit der Parteilosigkeit verführe, die mit Recht von ihm gefordert werden durfte. Dies Letztere ist aber namentlich in diesem Jahre nicht immer geschehen, und manche sehr beachtenswerthe Stimmen haben sich gegen dasselbe mit wohl motivirten Beschwerden erhoben. Umsonst sendeten die ver-letzten Parteien ihre Widerlegungen an die Redaction des Börsenblattes ein; sie wurden zurückgewiesen, weil man keinen Widerspruch vertrug, und weil man das Journal selbst nicht blos als amtliches, sondern auch als infallibles Blatt anerkannt wissen wollte.“71

Dass dieser Artikel im B örsenblatt veröffentlicht wurde, sollte wohl die Unparteilich-keit desselben unterstreichen und dem Vorwurf des Unterdrückens unliebsamer Arti-kel widersprechen.

Ein besonders skandalöser Fall von Parteinahme im Börsenblatt wird in einem ano-nymen Artikel 1838 erörtert72, in dem Kritik an abgedruckten Kommentaren von Setzern des Leipziger Börsenblattes erhoben wird. Demnach hatten die Setzer des Bör-senblattes einem Artikel („Vorgesehen. Nachtrag zu ‚Das fehlte noch! eine Jeremia-de’“)73 beigefügt: „Der Witz ist gestohlen“74. Diese gehässige Art und Weise, „wie durch diese unberufenen ‚Bemerkungen des Setzers’ in dem amtlichen Organ des Deutschen Buchhandels ein Buchhändler gekränkt wird“75 habe den Verfasser dazu angeregt, diesen Missstand öffentlich zur Kenntnis zu bringen.

In einem mit „Das Börsenblatt und seine Stellung“ überschriebenen Artikel im Organ von 183876 kritisiert der Verfasser, dass das Börsenblatt nicht genug Originalar-tikel von Einsendern aufnehme und dies damit begründe, dass es ob seiner Stellung nicht alles aufnehmen könne. Es wird die Vermutung angestellt, dass damit wahr-scheinlich vor allem diejenigen Aufsätze gemeint seien, die sich auf die eine oder an-dere Weise gegen das Börsenblatt selbst richteten; statt dessen würden „sehr werthlo-se“77 Aufsätze aufgenommen. Dem Organ dagegen wird ein Kompliment gemacht ob seiner unabhängigen und selbständigen Existenz, denn „so lange das Börsenblatt in dieser egoistischen, einseitigen Stellung beharrt, ist das Bestehen noch anderer Buch-handels-Zeitungen ein unzweifelhaftes ersprießliches Bedürfniß“78.

Unter der Überschrift „Jedem das Seine!“ findet sich drei Jahre später (1841) im Organ ein Artikel, der ebensogut auch aus der Feder Burchhardts hätte stammen können:

„Man hat diese Blätter schon oft in Bezug auf das Leipziger Börsenblatt der Partheilich-keit und eines Oppositionsprincips beschuldigt. Im Allgemeinen muß man Letzteres zugestehen und Ersteres bestreiten. Die Opposition erscheint auch vollkommen ge-rechtfertigt, wo nicht geboten, wenn man erwägt, daß fast alle Mittheilungen jenes amt-lichen Centralblattes für die Gesammtinteressen des deutschen Buchhandels sich eben nur auf ihre äußere ‚Amtlichkeit•, keineswegs aber auf einen höhern Standpunkt für die in-nern Interessen des ganzen Buchhandels [...] berufen konnten; denn so sehr auch die oft wechselnden, z. Th. obscuren Redactionen in ihren Neujahrsprologen und Selbstgratu-lationen eine Mehr leistung wünschten, blieb doch Alles [...] beim Alten [...]. Außerdem lagen noch in den Lokalverhältnissen jenes Blattes mancherlei Hemmnisse; denn wer konnte Lust haben, wegen einer Rüge gegen diesen oder jenen Leipziger Uebelstand und Schlendrian, wegen eines Vorschlags zu einem nothwendig geregelteren Commissi-onswesen, es mit sämmtlichen Herausgebern, d.h. den Leipziger Herren Deputirten, d.h. den Repr äsentanten des ganzen Leipziger Buchhandels, vielleicht für immer zu ver-derben?“79

Aus heutiger Sicht erheiternd wirken Artikel wie der Folgende: In „Vorschlag und Bitte“, ebenfalls von 1841, bezieht sich der Verfasser auf einen Artikel gleicher Über-schrift aus H. 103/1841 des Börsenblattes, unterschrieben mit „Jemand, der sich für das Börsenblatt interessirt.“

„Zuvörderst muß für alle Buchhändler die Neuigkeit von Interesse sein, durch vorste-henden Aufsatz in Erfahrung zu bringen, daß – woran bis jetzt mit Grund gezweifelt wurde – in Deutschland doch Jemand ist, der sich für das Börsenblatt interessiirt [sic!]. Wünschenswerth bleibt es nun noch, daß aus Dankbarkeit das Börsenblatt nach acht-jährigem Bestehen, den Anfang damit machte, sich auch seinerseits für den Deutschen Buchhandel zu interessiren. Mit fetter Schrift trägt es an seiner Stirn die Worte ‚Amtli-ches Blatt des Börsenvereins‘, und als Herausgeber werden die Deputirten des Vereins der Buchhändler zu Leipzig genannt. Es dürfte an der Zeit sein, diese Herren Deputir-ten geziemend zu ersuchen, ihren Collegen endlich einmal über die Tendenz des Bör-senblattes einen Aufschluß zu geben, und namentlich zu erläutern, was der Ausdruck ‚ amtliches Blatt‘ zu sagen hat. Der Börsenverein selbst benutzt dieses Blatt nur höchst selten zu Mittheilungen an Buchhändler, und da hieraus hervorgeht, daß in jenem Ver-ein nur wenig verhandelt wird, was der Mühe einer öffentlichen Bekanntmachung lohnt, so scheint auch nicht die Nothwendigkeit vorzuwalten, für ein Blatt, das haupt-sächlich jenem Verein zum Organ dienen soll, jährlich die unnütze Ausgabe von 2½ Thalern zu machen. [...] man wird nicht in Abrede stellen können, daß der größte Theil der Buchhändler das so genannte amtliche Blatt, als ein total überflüssiges erachtet [...] weil neben dem Börsenblatte noch andere, dem buchhändlerischen Interesse gewidmete Blätter bestehen, die durch ihre Jahre lange Dauer den Beweis liefern, daß sie sich be-reits unentbehrlich gemacht haben. Könnte dies Statt finden, wenn das Börsenblatt allen Wünschen und Anforderungen entspräche?“80

Für jeden Leser augenfällig ist darüber hinaus die Tatsache, dass im Börsenblatt vor allem der 1840er Jahre antisemitische Tendenzen in Artikeln festzustellen sind. Dies kritisieren auch Artikel im Organ.81 Dabei darf aber keinesfalls übersehen werden, dass sich diese Feststellung auch im Organ selbst machen lässt, was darauf schließen lässt, dass diese antisemitische Tendenz ein Zeichen der Zeit war.

Unter eine Beschwerde über das Börsenblatt aus dem Jahre 1844, abgedruckt im Organ Nr. 18 des Jahres, setzt Burchhardt eine „Nachschrift der Redaction“, die das Börsenblatt resp. seine Redakteure der Überheblichkeit beschuldigt:

„Das Börsenblatt will nur einzig und allein Dasjenige als dem Buchhandel gedeihlich und ersprißlich gelten lassen, was es selbst als dazu geeignet in Vorschlag bringt, es be-trachtet die Bemühungen Anderer für diesen Zweck stets aus der allerhöchsten Vogel-perspective, und diese erscheinen ihm dann natürlich so klein und nichtig, daß es im Gefühle seiner Erhabenheit nicht nötig zu haben glaubt, davon Notiz nehmen zu müs-sen.“82

Zentraler Kritikpunkt in den vierziger Jahren waren beleidigende Ausfälle, un-freundliche Bemerkungen und Ähnliches von Börsenblatt -Redakteur Johannes de Marle, dem ersten Redakteur, der dem Blatt über mehrere Jahre hinweg vorstand (vgl. auch Punkt 2.1.3). In de Marles’ Amtszeit fallen überdurchschnittlich viele Querelen des Börsenblattes mit dem Organ des Deutschen Buchhandels und der Süd-deutschen Buchhändler-Zeitung. Er ist berüchtigt für häufige eigene Stellungnahmen, die er als Zusatz zu eingesandten Artikeln abdrucken lässt. Besonders vorgeworfen wird ihm der Eintritt für eine eingeschränkte Zensurfreiheit im Börsenblatt, obwohl der Verband selbst sich für eine generelle Zensurfreiheit ausspricht (hiergegen wetter-ten unter anderem die angesehenen Buchhändler Baedeker83 und Perthes84 ). In meh-reren Artikeln zu der Person dieses streng katholischen Redakteurs sprechen sich ver-schiedene Persönlichkeiten im Organ gegen diesen aus85, wobei insbesondere die Häufigkeit der Ablehnung ihm nicht genehmer Artikel bzw. die willkürliche Auswahl der aufgenommenen Artikel ebenso genannt werden wie seine „entsetzlichen An-hängseln, [seine] langweiligen Bemerkungen“86 zu selbigen. Hier nur einige Beispiel-zitate der wohl nicht unbegründeten Kritik:

„Das Börsenblatt soll dem Redacteur weder eine Pfründe sein für seinen Geldbeutel, noch ein Abzugscanal für seine Galle.“87

„[De Marle] besitzt das seltene Gelüste, daß er sich in Alles mischt, mag ihn die Sache angehen oder nicht.“88

„Eine Vermischung so verschiedener Begriffe wie ‚Johannes de Marle’ und ‚Geist’ ist rein unmöglich.“89 „unerträgliche Bevormundung“90 etc.

Zusammenfassend lässt sich also konstatieren, dass seitens des Organs und seiner Einsender dem Leipziger Börsenblatt fehlende Objektivität, Überheblichkeit und eine gewisse Willkür vorgeworfen werden. Es müsste somit zu erwarten sein, dass sich im Organ und anderen vom Leipziger Buchhandel unabhängigen Fachzeitschriften Arti-kel finden, die sich auf die dortigen Zustände beziehen. Dies ist unzweifelhaft so, da Kritik am Börsenblatt verständlicherweise eher selten in diesem selbst, dafür aber um-so häufiger in anderen Blättern geäußert wurde.

Einen Nachruf auf das Organ des Deutschen Buchhandels nach dessen Einstellung veröffentlichte das Börsenblatt in der Ausgabe Nr. 12 vom 11. Februar 1851 – nicht in einem eigenen Artikel, sondern in einem Nachdruck aus der Süddeutschen Buch-händler-Zeitung. Unter der Überschrift „Das Berliner ‚Organ des Deutschen Buch-handels’“ heißt es:

„Das Organ hat seit Neujahr zu erscheinen aufgehört oder vielmehr sich in einen ‚All-gemeinen Gesuchs- und Offerten-Anzeiger für den gesammten deutschen Buch- und Antiquarhandel und die mit ihm verwandten Geschäftszweige‘ verwandelt. Herr Heinr. Burchhardt, der Redacteur und Verleger des Organs, hat siebzehn Jahre lang den Kampf mit den oft sehr widrigen Verhältnissen männlich bestanden, und lange Jahre den Inhalt seines Blattes recht anziehend zu machen gewußt [...]. Ueberhaupt sehen wir dem Erlöschen dieses Blattes nur mit Wehmuth nach.“91

Was bleibt sind die siebzehn Jahrgänge des Organs des Deutschen Buchhandels – heute eine wichtige Quelle für die Erforschung der Buchhandelsgeschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus war die Notwendigkeit eines Konkurrenzblattes zum Börsenblatt unbestritten.

2.3.2 Organ des Deutschen Buchhandels und Süddeutsche Buchhändler-Zeitung

Weitaus weniger Kritik äußert sich im Organ gegenüber der Süddeutschen Buchhänd-ler-Zeitung. Zu deren Gründung äußert sich ein anonymer Autor (wohl Burchhardt) noch sehr kritisch92, ohne dass jedoch im Laufe der Zeit weitere ablehnende oder kritisierende Hinweise erscheinen: Der Aufstieg Stuttgarts habe zu einer verstärkten Teilung im deutschen Buchhandel in Norden (mit Zentrum Leipzig) und Süden (Stuttgart) geführt. Die Süddeutsche Buchhändler-Zeitung solle im deutschen Buch-handel helfen, die Interessen des Südens gegenüber denen des Nordens zu vertreten, dennoch aber vor allem das berücksichtigen, was ganz allgemein den gesamtdeut-schen Buchhandel betreffe, denn „wir dürfen nie das Allgemeine aus dem Auge verlieren. Das ist´s, worin die Süddeut-sche Zeitung fehlt! [...] Man stellt sich also feindlich gegenüber; wozu dies? Will man denn durchaus eine Trennung herbeiführen!? In Norddeutschland wird es niemandem einfallen, eine norddeutsche Buchhändler-Zeitung zu gründen93.“94

[...]


1 Vgl. Wendt 1934, S.103.

2 Diese entstanden ab dem 19. Jahrhundert unabhängig von den übrigen buchhändlerischen Fachblät-tern; vgl. den Aufsatz von Bernhard Wendt 1972.

3 Vgl. Schulz 1986.

4 Maßgeblich bis etwa zum Jahr 1840; für die folgenden Jahre, v.a. ab 1890, ist Wittmann 1999 he-ranzuziehen.

5 Lehrbuch des Deutschen Buchhandels von Max Paschke und Philipp RatH.7., neu bearb. Aufl. Leipzig 1935.

6 Aus Wissenschaft und Antiquariat. Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Buchhandlung Gustav Fock GmbH. Leipzig 1929.

7 U.a. die seit 1926 erscheinende Beilage zum Börsenblatt Mitteilungen aus dem Antiquariat; Phillip Rath.Das Antiquariat im Kriege. In: Jahrbuch deutscher Bibliophilen für 1918. Wien 1918. S.36; ders.Das Bücherantiquariat an der Wende der Jahre 1918 und 1919. In: Jahrbuch deutscher Bibli-ophilen für 1919–20. Wien 1919. S.47; für statistische Analysen auch die Ausgaben des Adreßbuchs der Antiquare Deutschlands und des gesamten AuslandS. 1926ff.

8 Frankfurt am Main 1970ff.

9 Einen grundlegenden Überblick über vorhandene Forschungsliteratur zum Antiquariatsbuchhandel bietet auch der Aufsatz von Volker Titel 2004.

10 Vgl. Wendt 1948, S.431.

11 Vgl. Wendt 1948, S.431.

12 Organ des Deutschen Buchhandels oder Allgemeines Buchhändler-Börsenblatt 1834 1850. Regis­ter. Im Auftrag der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. Bearbeitet von Herta Schwarz. Frankfurt am Main 1987.

13 Vgl. Schulz 1987, S.B150f.

14 Vgl. Organ 1850/Jg 17/Nr. 38, S.150f.

15 Vgl. Schulz 1984b, S.954.

16 Vgl. Schulz 1984b, S.954.

17 Vgl. Schulze F. 1925, S.74.

18 Vgl. ebd.

19 Vgl. Schulze F. 1925, S.75.

20 Vgl. Altenhein 2000, S.275f.

21 Vgl. Börsenverein 1983, S.34.

22 Vgl. Altenhein 2000, S.273.

23 Vgl. Altenhein 2000, S.275.

24 Schütz / Schulz 1984, S.990.

25 Genaue Daten: Otto August Schulz 01.01.1834–27.06.1834; Dr. Johann Adam Bergk 28.6.1834– 31.10.1834; Dr. August D. von Binzer 01.11.1834–30.09.1835; Carl Friedrich Dörffling 01.10.1835–31.12.1838; Gustav Wilhelm Wuttig 01.01.1839–9.8.1839; Johann Christoph Stadler 13.08.1839–31.05.1840; Georg Wigand 01.06.1840–30.06.1841; Johannes de Marle 01.07.1841– 17.05.1848; Gustav Remmelmann 18.05.1848–24.10.1855; Julius Krauß 26.10.1855–30.09.1883; Max Evers 01.10.1883–31.03.1911; Emil Thomas 01.04.1911–31.03.1921; Prof. Dr. Gerhard Menz 01.04.1921–14.6.1933; Richard Alberti 01.04.1921–31.12.1926 zweiter Redakteur; Franz Wagner 01.04.1927–13.06.1933 zweiter Redakteur; Dr. Hellmuth Langenbucher 15.06.1933– Kriegsende 1945; vgl. Schulz 1984c.

26 Vgl. Unruh 1984, S.911.

27 Vgl. ebd., S.912.

28 Vgl. ebd., S.921.

29 Vgl. ebd., S.914.

30 Vgl. BB 48 (1881), H.288, S.5738.

31 Dieses Kapitel vgl. v.a. Schulz 1984.

32 Vgl. Organ 1834/Jg 1/H.9, S.65.

33 Ebd.

34 Unruh 1987, S.A107.

35 Vgl. Unruh 1987, S.A107f.

36 Vgl. Schulz 1987, S.149.

37 BB 59 (1892), H.49, S.1230.

38 Ebd.

39 Vgl. Schulz 1987, S.B152.

40 Vgl. Organ 1837/Jg 4/H.10, S.73f.

41 Der Eremit. Blätter für öffentliches Leben und Wirken.

42 Das Krieger’sche Wochenblatt erschien in den Jahren 1820 bis 1836.

43 Um genau zu sein: erste Ausgabe des Börsenblattes 03.01.1834, des Organs 04.01.1838. Diese Gleichzeitigkeit war bereits zu Beginn ein oft diskutierter Streitpunkt – die Gründung des Organs war nämlich der des Börsenblattes vorausgegangen. Laut Ilse Unruh steht fest, „daß die Ankündi-gung der Berliner Gründung die Planungen in Leipzig ganz erheblich beschleunigte.“ (Unruh 1987, S.A107).

44 Vgl. Organ 1837/Jg 4/H.10, S.73.

45 Vgl. Organ 1850/Jg 17/H.100, S.397.

46 BB 18 (1851), H.10, S.114.

47 Vgl. ebd.

48 Vgl. SBZ 1848/Jg 11/H.21, S.120f.

49 Vgl. SBZ 1848/Jg 11/H.21, S.121.

50 Vgl. SBZ 1849/Jg 12/H.45, S.295f. [Hervorhebungen wie im Original].

51 Siemann 1984, S.878.

52 Vgl. ebd.

53 Vgl. BB 28 (1861), H.92, S.1508.

54 Vgl. Ebd., Fußnote.

55 Vgl. BB 17 (1850), H.11, S.141.

56 Vgl. BB 17 (1850), H.11, S.141.

57 Vgl. Siemann 1984, S.878.

58 Vgl. Peter 1984, S.970.

59 Vgl. Peter 1984, S.971.

60 Vgl. auch Schulz 1987, S.149.

61 Vgl. ebd.

62 Vgl. Fußnote 39.

63 Vgl. Schulz 1984b, S.949.

64 Vgl. Schulz 1984b, S.950.

65 Vgl. Organ 1835/Jg 2/H.24, S.185.

66 Ebd.

67 Vgl. Organ 1836/Jg 3/H.35, S.273f.

68 Ebd., S.273.

69 Ebd.

70 Ebd.

71 Vgl. BB 1836, H.51, Sp. 1675f.

72 Vgl. Organ 1838/Jg 5/H.20, S.154.

73 Vgl. BB 5 (1838), H.31, Sp. 731f.

74 Ebd., Sp. 731.

75 Vgl. Organ 1838/Jg 5/H.20, S.154.

76 Vgl. Organ 1838/Jg 5/H.46, S.361f.

77 Ebd.

78 Vgl. ebd.

79 Vgl. Organ 1841/Jg 8/H.15, S.113f. [Hervorhebungen wie im Original]

80 Vgl. Organ 1841/Jg 8/H.51, S.401f.

81 Z.B. Organ 1843/Jg 10/H.25, S.194.

82 Vgl. Organ 1844/Jg 11/H.18, S.138.

83 Vgl. BB 8 (1841), H.97, Sp. 2441f.

84 Vgl. BB 8 (1841), H.103, Sp. 2651.

85 Vgl. Organ 1845/Jg 12/H.47, S.369–371; Organ 1847/Jg 14/H.48, S.385f. u. H.50, S.401f.; Or­gan 1848/Jg 15/H.1, S.2f.; Organ 1842/Jg 9/H.28, S.218.

86 Vgl. Organ 1848/Jg 15/H.1, S.2f.

87 Vgl. Organ 1847/Jg 14/H.48, S.385f.

88 Vgl. Organ 1847/Jg 14/Nr. 50, S.401f.

89 Vgl. Organ 1848/Jg 15/H.1, S.2f.

90 Vgl. Ebd.

91 Schulz 1987, S.B152.

92 Vgl. Organ 1838/Jg 5/H.33, S.257–259.

93 Vgl. aber die Änderung des Untertitels des Organs 1848 in „oder Norddeutsche Buchhändler-Zeitung“.

94 Organ 1838/Jg 5/H.33, S.258.

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten

Details

Titel
Die Entstehung des Modernen Antiquariats
Untertitel
im Spiegel des Börsenblatts für den Deutschen Buchhandel (1834-1914), des Organs des Deutschen Buchhandels (1834-1850) und der Süddeutschen Buchhändler-Zeitung (1838-1876)
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Buchwissenschaft)
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
91
Katalognummer
V703160
ISBN (eBook)
9783346175489
ISBN (Buch)
9783346175496
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antiquariat, Buchhandel
Arbeit zitieren
M.A. Astrid Mueller (Autor), 2005, Die Entstehung des Modernen Antiquariats, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/703160

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Entstehung des Modernen Antiquariats



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden