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Werbung und Gesellschaft im Mittelalter. Wolfgang Mohrs "Minnesang als Gesellschaftskunst" und Walter von der Vogelweides "Das Preislied"

Eine Analyse

Title: Werbung und Gesellschaft im Mittelalter.  Wolfgang Mohrs "Minnesang als Gesellschaftskunst" und  Walter von der Vogelweides "Das Preislied"

Term Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.A. Baghira Karlos (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Der Minnesang des Mittelalters bot eine Möglichkeit der Kommunikation, die die geltenden Normen und Konventionen umgehen konnten. Im heutigen Europa ist es kaum noch vorstellbar, welchen Regeln Liebende im Umgang miteinander unterworfen waren. Gegenstand dieser Arbeit ist einen Einblick in mittelalterliche Gesellschaftsformen zu bieten. Der Schwerpunkt soll darauf ausgerichtet sein, welche Rolle der Minnesänger in diesen gespielt hat. Diesem Punkt wird sich von zwei Seiten genähert. Einmal von der des Minnesängers selbst, unter anderem wie ein Mann überhaupt zum Minnesänger wird, welche Möglichkeiten ihm geboten werden diese „Berufung“ zu leben, zum anderen, welche Rolle er für seine Zuhörerschaft spielt, inwiefern er als Werkzeug der Gesellschaft fungiert. Verschiedene Aufsätze sollen eine Grundlage bilden, der Schwerpunkt ist auf Wolfgang Mohr „Minnesang als Gesellschaftskunst“ gelegt. Walther von der Vogelweide war ein Minnesänger, der einen relativ freien Umgang mit der Gesellschaft gelebt hat, an seinem Beispiel und explizit am Beispiel eines seiner Lieder: „Das Preislied“, werden die damaligen Verhältnisse aufgezeigt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle des Minnesängers in der mittelalterlichen Gesellschaft auf der Grundlage Wolfgang Mohrs „Minnesang als Gesellschaftskunst“

2.1 Entstehungsgeschichte des Minnesang

2.2 Ergänzende Thesen Günther Schweikles

2.3 Ergänzende Thesen Katharina Wallmanns

2.4 Rezeptions- und Gattungsproblematik des Minnesangs

3. Das Preislied als Beleg der vorangegangenen Thesen

3.1 Das Preislied (56,14) und eine Übersetzung

3.2 Interpretation des Preisliedes

4. Fortführung der Analyse Wolfgang Mohrs „Minnesang als Gesellschaftskunst“

5. Schlussbemerkung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Minnesängers in der mittelalterlichen Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der Thesen von Wolfgang Mohr. Ziel ist es, durch eine tiefgehende Analyse aufzuzeigen, wie Minnesänger als Werkzeuge der Gesellschaft fungierten und wie Walther von der Vogelweide diese gesellschaftlichen Konventionen in seinem „Preislied“ strategisch für seine eigene Positionierung nutzte.

  • Die gesellschaftliche Funktion und Rolle des Minnesängers im Mittelalter
  • Differenzierung zwischen höfischen Idealen und individueller Lebensrealität
  • Methodische Anwendung der Analyse von Wolfgang Mohr auf konkrete literarische Texte
  • Die strategische Bedeutung von Walther von der Vogelweides „Preislied“ für den Wiener Hof
  • Intertextualität und Pragmatik in der mittelalterlichen Vortragsdichtung

Auszug aus dem Buch

3.2 Interpretation des Preisliedes

Walther versteckt seine Position als Fahrender in der ersten Strophe nicht. Indem er „miete“ für die versprochenen Neuigkeiten verlangt stellt er sich in der Rolle des Boten in Form des Fahrenden vor. Der „miete“ weicht in der zweiten Strophe nun der „grouz“ als angemessene Entlohnung eines Minnesängers. Brunner nennt diesen Rollenwechsel ein „Meisterwerk literarischer Strategie“. Diese Bezeichnung steht dafür, dass Walther den Erwartungen des Publikums entgegenkommt, um im Endeffekt auf sich, Walther den Minnesänger, aufmerksam zu machen. Indem er um „grouz“ bittet, bittet er gleichzeitig in seine alte Position am Wiener Hof, mit all seinen gesellschaftlichen Pflichten, zurückkehren zu dürfen.

Denn der „grouz“ ist der Lohn des Minnesängers und was es aus gesellschaftlicher Sicht bedeutet diesen Beruf auszuüben, wurde schon aufgezeigt. Walther verspricht Neuigkeiten zu bringen, „maere bringet“. Dieser Anpreisung wird er gerecht, indem er nicht einer, oder den Frauen preist, sondern letztlich den „gesellschaftlich ethischen Zustand aller“. Als Fahrender hat er andere Sitten kennen gelernt und scheint sich nun besonnen zu haben, dass die ritterliche Gesittung diejenige ist, die er ehrt, an der er teilhaben möchte. „tiusche zuht gat vor in allen.“; „lange müeze ich leben darinne!“, dieser Offenbarung am Ende des fünften Strophe geht die seiner selbst einher. Walther gibt sich, unabhängig der auferlegten Rollen, seine individuellen Wünsche Preis.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der mittelalterlichen Minnesang-Kultur und die Zielsetzung der Arbeit, die Rolle des Minnesängers als gesellschaftliches Phänomen zu untersuchen.

2. Die Rolle des Minnesängers in der mittelalterlichen Gesellschaft auf der Grundlage Wolfgang Mohrs „Minnesang als Gesellschaftskunst“: Theoretische Grundlegung durch die Analyse der ritterlichen Dichtung und der Minnesänger-Rolle als gesellschaftliches Konstrukt.

2.1 Entstehungsgeschichte des Minnesang: Untersuchung der sozio-kulturellen Ursprünge und Bedingungen für das Aufblühen des Minnesangs im 12. Jahrhundert.

2.2 Ergänzende Thesen Günther Schweikles: Betrachtung der beruflichen Varianten des Minnesängers und der Symbolik in der Kommunikation zwischen Individuum und Gesellschaft.

2.3 Ergänzende Thesen Katharina Wallmanns: Analyse der Spannung zwischen Individuum und Gesellschaft und der Funktion des Minneliedes als Nische für soziale Kommunikation.

2.4 Rezeptions- und Gattungsproblematik des Minnesangs: Erläuterung der Notwendigkeit, Minnesang als Liebeslyrik unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen Kontextes und des Publikums zu objektivieren.

3. Das Preislied als Beleg der vorangegangenen Thesen: Anwendung der erarbeiteten Theorien auf das konkrete Beispiel von Walther von der Vogelweides Preislied.

3.1 Das Preislied (56,14) und eine Übersetzung: Darstellung des Originaltextes und einer Interpretation der Übersetzung zur Vorbereitung der inhaltlichen Analyse.

3.2 Interpretation des Preisliedes: Untersuchung der literarischen Strategie Walthers, sich durch das Preislied um eine Rückkehr an den Wiener Hof zu bewerben.

4. Fortführung der Analyse Wolfgang Mohrs „Minnesang als Gesellschaftskunst“: Vertiefende Auseinandersetzung mit der Rollenvielfalt und dem „Erfahrungsstil“ in der mittelhochdeutschen Lyrik.

5. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Reflexion über die Verbindung von Kunstform und gesellschaftlicher Einbindung im Minnesang.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Minnesang, Walther von der Vogelweide, Wolfgang Mohr, Gesellschaftskunst, Preislied, Mittelalter, Minnedienst, ritterliche Dichtung, Liebeslyrik, Literaturwissenschaft, Wiener Hof, soziale Normen, Gattungsproblematik, Mittelalterliche Gesellschaft, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Rolle des Minnesängers im Mittelalter, wobei sie sich primär auf die Thesen von Wolfgang Mohr stützt und diese am Beispiel von Walther von der Vogelweides „Preislied“ illustriert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die soziokulturellen Bedingungen des Minnesangs, die Funktion des Minnesängers zwischen individuellem Ausdruck und öffentlichem Auftrag sowie die Strategien literarischer Selbstdarstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Minnesang nicht als rein subjektive Liebeslyrik zu betrachten, sondern als „Gesellschaftskunst“, die eng in die Normen und Strukturen der mittelalterlichen Zeit eingebettet war.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse von Primär- und Sekundärquellen (insb. Wolfgang Mohr), um ein theoretisches Modell zu konstruieren, das anschließend auf den Einzelfall des Preisliedes angewandt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Rolle des Minnesängers und eine detaillierte textimmanente Analyse von Walthers Preislied, ergänzt durch Überlegungen zur Rollenvielfalt in der mittelalterlichen Dichtung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Minnesang, Gesellschaftskunst, Walther von der Vogelweide, Preislied, ritterliche Gesittung und die Funktion von literarischen Rollen.

Warum wird das „Preislied“ als „Meisterwerk literarischer Strategie“ bezeichnet?

Weil es Walther gelingt, durch einen geschickten Rollenwechsel – vom Fahrenden hin zum Minnesänger – den Erwartungen des Publikums am Wiener Hof zu entsprechen und sich so für eine Wiederaufnahme zu empfehlen.

Inwiefern beeinflusste die gesellschaftliche Situation Walthers Dichtung?

Als Fahrender ohne festen Mäzen war Walther gezwungen, seine Dichtung gezielt als Sprachrohr und Werbemittel einzusetzen, um seine soziale Position zu festigen, was die pragmatische Ausrichtung seiner Lieder erklärt.

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Details

Title
Werbung und Gesellschaft im Mittelalter. Wolfgang Mohrs "Minnesang als Gesellschaftskunst" und Walter von der Vogelweides "Das Preislied"
Subtitle
Eine Analyse
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Germanistisches Institut)
Course
Minnesang: Die lyrische Sprache der Werbung
Grade
2,0
Author
M.A. Baghira Karlos (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V70322
ISBN (eBook)
9783638625845
Language
German
Tags
Werbung Gesellschaft Mittelalter Analyse Wolfgang Mohrs Minnesang Gesellschaftskunst Anwendung Thesen Interpretation Walter Vogelweides Preislied Minnesang Sprache Werbung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Baghira Karlos (Author), 2003, Werbung und Gesellschaft im Mittelalter. Wolfgang Mohrs "Minnesang als Gesellschaftskunst" und Walter von der Vogelweides "Das Preislied", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70322
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