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Die Holocaust-Komödien "Das Leben ist schön" und "Zug des Lebens" im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe

Titel: Die Holocaust-Komödien "Das Leben ist schön" und "Zug des Lebens" im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe

Bachelorarbeit , 2011 , 48 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Andre Engel (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Bachelorarbeit wird einen eher unkonventionellen Zugang zu den Themenkomplexen Nationalsozialismus und Holocaust im Geschichtsunterricht vorstellen. Entgegen der aufgezeigten direkten Konfrontation der Schüler durch den Besuch von Gedenkstätten, der Kommunikation mit Zeitzeugen oder dem Anschauen dramatischer Filme, thematisiert diese Arbeit die Möglichkeit der humorvollen Auseinandersetzung mit dem Holocaust im Geschichtsunterricht. Die Auswahl solcher Spielfilme fällt nicht einfach, und dennoch werden im Verlauf der Arbeit zwei Holocaust-Komödien näher präsentiert und untersucht. Es handelt sich um die Filme "Das Leben ist schön" von Roberto Benigni und "Zug des Lebens" von Radu Mihaileanu, die die Basis der vorliegenden Bachelorarbeit bilden. Dabei geht es in der Arbeit ausdrücklich nicht um die detaillierte Beschreibung, wie die Filme den Holocaust präsentieren, sondern was die Komödie als Zugang zur Thematik Holocaust besonders beachtenswert für den Geschichtsunterricht macht.

Die Themenkomplexe Nationalsozialismus und Holocaust sind feste Bestandteile der Rahmenlehrpläne in den Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland. Den Schülerinnen und Schülern wird ein reichhaltiges Angebot nationalsozialistischer Erinnerungskultur geboten. Der Besuch des Holocaust-Mahnmals Berlin, Ausflüge zu KZ-Gedenkstätten, Gespräche mit Zeitzeugen und vieles mehr erinnern an das Kapitel deutscher Geschichte. Die pädagogische Aufbereitung und Organisation scheint dem Aufsatz Erziehung nach Auschwitz von Theodor W. Adorno zu folgen. „Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung“, hält Adorno fest. Darstellungen wie Das Tagebuch der Anne Frank, Schindlers Liste oder Der Pianist sollen den Schülern bildliche Eindrücke von den Gegebenheiten im Dritten Reich liefern und letztlich die Motivation im Klassenverband fördern. Damit knüpft die Schule an die Medienwelt der Schüler an, denn zahlreiche Kino- und Fernsehfilme bedienen sich der Thematik Nationalsozialismus und Holocaust. Studien zeigen, dass Schüler trotz des Einsatzes „moderner“ Medien im Geschichtsunterricht der gegenwärtigen Vermittlungsformen zur Thematik Holocaust überdrüssig sind. Der Ausdruck Was gibt’s hier zu lachen? steht dabei sinnbildlich für die Art und Weise der Kommunikation im Klassenverband. Den Schülern wird vorgeführt, wie „schrecklich“, „unmenschlich“ und „unvorstellbar“ die Ausmaße des Nationalsozialismus waren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Holocaust im Film

2.1 Formen der Erinnerung: Holocaust-Film

2.2 Zur Darstellbarkeit und filmischen Umsetzung des Holocaust

2.3 Zur neuen Form der Holocaustdarstellung: die Filmkomödie

3 Holocaust-Komödien: Das Leben ist Schön und Zug des Lebens

3.1 Das Leben ist Schön

3.2 Zug des Lebens

4 Holocaust-Komödien als Gegenstand des Geschichtsunterrichts

4.1 Die Thematik Holocaust im gegenwärtigen Geschichtsunterricht

4.2 Geschichte im Film: didaktische, methodische und kritische Überlegungen

4.3 Lernen aus der Holocaust-Komödie: Schüler sensibilisieren

4.4 Komödie als neue Form der Erinnerungskultur – auch im Unterricht?

5 Ergebnisse und Perspektiven

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht, welchen Mehrwert der Einsatz von Holocaust-Komödien wie "Das Leben ist schön" und "Zug des Lebens" gegenüber herkömmlichen Unterrichtsmethoden in der gymnasialen Oberstufe bietet, um eine unkonventionelle, reflektierte Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen zu ermöglichen.

  • Humorvolle Auseinandersetzung mit dem Holocaust
  • Filmanalyse und didaktische Aufbereitung
  • Reflexion über die Darstellbarkeit historischer Traumata
  • Rolle des jüdischen Humors in der Erinnerungskultur
  • Förderung kritischer Analysekompetenzen bei Schülern

Auszug aus dem Buch

3.1.1 […] a simple story. But it’s not easy to tell (Roberto Benigni)

Roberto Benigni erzählt in das Leben ist schön die Geschichte von Guido  dargestellt von Benigni , der gemeinsam mit seinem Freund Ferruccio in der italienischen Stadt Arezzo Arbeit sucht. Guido verliebt sich in die junge Dora und versucht im ersten Teil des Films deren Gunst zu erlangen. Dabei blendet der Protagonist die politischen Umwälzungen im Jahr 1939 aus, denn die antisemitischen Hetzparolen scheint er zu ignorieren. Da er nur Augen für Dora hat, wirkt der erste Teil wie eine humorvolle Romanze. Im zweiten Teil des Films holt ihn die Realität umso drastischer ein. Guido, der mittlerweile mit Dora verheiratet ist und einen Sohn namens Giosué hat, wird mit seiner Familie in ein Konzentrationslager deportiert. Um seinen Sohn nicht zu beunruhigen, erfindet er ein Spiel. So denkt Giosué bis zum Ende von Das Leben ist schön, dass es sich um einen Wettkampf handelt, an dessen Ende man einen „echten“ Panzer gewinnen kann. Zum Sieg benötigt man die meisten Punkte, die man beispielsweise dafür bekommt, dass Giosué sich den ganzen Tag versteckt, nicht weint und nicht nach seiner Mama verlangt, die sich in einem anderen Teil des Konzentrationslagers befindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Mehrwert von Holocaust-Komödien im Geschichtsunterricht und erläutert die methodische Herangehensweise.

2 Der Holocaust im Film: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen der Holocaust-Darstellung, die Entwicklung des Holocaust-Films sowie das Genre der Filmkomödie.

3 Holocaust-Komödien: Das Leben ist Schön und Zug des Lebens: Hier werden die beiden Spielfilme inhaltlich analysiert, inklusive einer Betrachtung ihrer humortragenden Elemente und Rezeption.

4 Holocaust-Komödien als Gegenstand des Geschichtsunterrichts: Das Kapitel diskutiert didaktische Chancen und Probleme beim Einsatz dieser Filme im Unterricht und beleuchtet die Notwendigkeit von Medienkompetenz.

5 Ergebnisse und Perspektiven: Abschließend werden die Erkenntnisse zusammengefasst und der Wert des humorvollen Zugangs für die zukünftige Erinnerungskultur bewertet.

Schlüsselwörter

Holocaust, Holocaust-Komödie, Geschichtsunterricht, Erinnerungskultur, Das Leben ist schön, Zug des Lebens, Filmanalyse, jüdischer Humor, Holocaust Education, Reflexivität, Didaktik, Nationalsozialismus, Mediale Darstellung, Shoah, Geschichtsbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Holocaust-Komödien als unkonventionelle Medien im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe eingesetzt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die historische Darstellbarkeit des Holocaust, die Rolle des Humors in der jüdischen Tradition und die geschichtsdidaktische Vermittlung durch Spielfilme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob und welchen Mehrwert der humorvolle Zugang durch Holocaust-Komödien im Vergleich zu direkten, dramatischen Konfrontationen im Unterricht bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse der zwei Filme sowie eine didaktische Auswertung im Kontext aktueller Rahmenlehrpläne.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die zwei Filme "Das Leben ist schön" und "Zug des Lebens" hinsichtlich ihrer Darstellung, ihres Humors und ihrer Rezeption durch Zuschauer und Kritiker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Holocaust-Komödie, Erinnerungskultur, Reflexivität, Geschichtsdidaktik und mediale Darstellung.

Wie unterscheidet sich "Zug des Lebens" von "Das Leben ist schön"?

Während Benignis Film die Opferperspektive stark individualisiert, fokussiert "Zug des Lebens" auf eine kollektive jüdische Gemeinschaft, die ihr Schicksal durch eine "Selbstdeportation" aktiv gestaltet.

Warum fordern einige Pädagogen eine kritische Vorbereitung auf diese Filme?

Da Komödien den Holocaust trivialisieren oder banalisieren könnten, müssen Schüler durch historische Grundkenntnisse und medienkritische Kompetenz in die Lage versetzt werden, Fiktion von historischer Realität zu unterscheiden.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Holocaust-Komödien "Das Leben ist schön" und "Zug des Lebens" im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe
Hochschule
Universität Potsdam  (Historisches Institut)
Note
1,7
Autor
Andre Engel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
48
Katalognummer
V703278
ISBN (eBook)
9783346219183
ISBN (Buch)
9783346219190
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschichtsunterricht holocaust-komödien leben lebens oberstufe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andre Engel (Autor:in), 2011, Die Holocaust-Komödien "Das Leben ist schön" und "Zug des Lebens" im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/703278
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  48  Seiten
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