Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - General and Theories of International Politics

Zum Ideal des öffentlichen Vernunftgebrauchs

Title: Zum Ideal des öffentlichen Vernunftgebrauchs

Seminar Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magister Artium Benjamin Kleemann (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„John Rawls gilt als einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Ihm wird das Verdienst zugeschrieben, an der aktuellen (Wieder-)Belebung politischer Philosophie maßgeblich beteiligt zu sein: Mit Rawls wird die Einheit und Stabilität der modernen, demokratischen Gesellschaft zum Hauptthema politischer Philosophie.“
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Frage, was unter dieser Idee des öffentlichen Vernunftgebrauchs, die neben der Idee eines übergreifenden Konsenses und dem Vorrang des Rechten und den Ideen des Guten eine der drei Hauptideen des Politischen Liberalismus darstellt, zu verstehen und wie diese zu bewerten ist. Als Grundlage der Darstellung sollen als erstes der Begriff der öffentlichen Vernunft und das Ideal des demokratischen Staatsbürgers erläutert werden. Des Weiteren wird im ersten Teil der Arbeit den Fragen nachgegangen, wodurch der Inhalt und die Grenzen des öffentlichen Vernunftgebrauchs bestimmt werden. Im zweiten Teil der Darstellung sollen ausgewählte Eigenschaften der Idee des öffentlichen Vernunftgebrauchs kritisch hinterfragt werden, um damit die Gültigkeit und die Anwendbarkeit der Rawlsschen Theorie zu überprüfen. Eine Erläuterung der Grundelemente der Theorie des politischen Liberalismus würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, weshalb nur einzelne, besonders bedeutsame Begriffe noch einmal erklärt werden können.
Als Grundlage für diese Darstellung dienten in erster Linie Politischer Liberalismus von John Rawls in der deutschen Ausgabe von 2003 sowie die kritischen Aufsätze von Peter de Marneffe und Ursula Wolf. Beide Aufsätze wurden bereits vor dem Erscheinen von Politischer Liberalismus auf der Basis von Rawls Idee des politischen Liberalismus verfasst. Sie wurden jedoch im Nachhinein überarbeitet und haben daher nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Zur dargebrachten Kritik nimmt Rawls teilweise in seiner Einleitung zu Politischer Liberalismus von 1995 Stellung. Ebenfalls sehr hilfreich insbesondere in Bezug auf die Einordnung und die Bedeutung von Rawls´ Werk waren die Darstellungen von Ingo Pies und Wolfgang Kersting.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Zu den Grundlagen und wesentlichen Punkten des Ideals des öffentlichen Vernunftgebrauchs

1.1. Zum Begriff der öffentlichen Vernunft

1.2. Zum Ideal des demokratischen Staatsbürgers

1.3. Zum Inhalt und dem Forum des öffentlichen Vernunftgebrauchs

1.4. Zu den Grenzen des öffentlichen Vernunftgebrauchs

2. Zur Kritik am Ideal des öffentlichen Vernunftgebrauchs

2.1. Zur Kritik an der Bestimmung des Inhalts der öffentlichen Vernunft

2.2. Ist die Idee des öffentliche Vernunftgebrauchs zu restriktiv?

2.3. Ist die Idee des öffentliche Vernunftgebrauchs zu wenig restriktiv?

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Idee des öffentlichen Vernunftgebrauchs von John Rawls im Kontext seines Werkes "Politischer Liberalismus" kritisch zu analysieren und zu bewerten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie dieses Ideal als konstitutives Element politischer Legitimität in einer demokratischen Gesellschaft zu verstehen ist und welche Grenzen es in der praktischen Anwendung aufweist.

  • Grundlagen des öffentlichen Vernunftgebrauchs und dessen Begriffsbestimmung
  • Das Ideal des demokratischen Staatsbürgers und das liberale Legitimitätsprinzip
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Bestimmung politischer Werte
  • Analyse der Restriktivität des Rawls’schen Modells anhand von Fallbeispielen
  • Untersuchung der ausschließenden und einschließenden Sichtweise auf den öffentlichen Vernunftgebrauch

Auszug aus dem Buch

1.4. Zu den Grenzen des öffentlichen Vernunftgebrauchs

In Hinblick auf die Grenzen des öffentlichen Vernunftgebrauchs unterscheidet Rawls die ausschließenden und die einschließenden Sichtweise.

Die ausschließende Sichtweise beinhaltet den Anspruch, dass in grundlegenden politischen Angelegenheiten zwar von umfassenden Lehren gestützte Argumente vorgetragen werden dürfen, nicht jedoch die umfassenden Lehren selbst.

Im Gegensatz dazu beinhaltet die einschließenden Sichtweise die Möglichkeit, dass sich Bürger in bestimmten Situationen auf die umfassende Lehre berufen dürfen, „die aus ihrer Sicht die Grundlage politischer Werte darstellt, vorausgesetzt jedoch, sie tun dies in einer Weise, die das Ideal des öffentlichen Vernunftgebrauchs stärkt.“

Grundsätzlich sieht Rawls beide Sichtweisen als gleichbedeutend an. Er ist der Meinung, dass jeweils diejenige gewählt werden sollte, die „geeigneter ist, Bürger darin zu bestärken, dem Ideal des öffentlichen Vernunftgebrauchs nachzustreben und dessen soziale Grundlagen längerfristig zu sichern.“ Rawls begründet diese Einstellung mit der Vielfalt an politischen und sozialen Bindungen mit unterschiedlichen Familien von Lehren und Lebensformen, wodurch es notwendig wird, das Ideal des öffentlichen Vernunftgebrauchs auf unterschiedliche Weise zu verfolgen. „Es hängt von den Bedingungen ab, wie das Ideal über kurz oder lang am besten zu verwirklichen ist.“

Obwohl es die ausschließende Sichtweise zu sein scheint, durch die der öffentliche Vernunftgebrauch erst realisiert wird, glaubt Rawls dennoch, dass die einschließende Sichtweise geeigneter ist, um das Ideal des öffentlichen Vernunftgebrauchs zu fördern, da sie mehr Raum für Variationen lässt.

Zur Verdeutlichung und als Beleg für seine Ansichten führt er drei Beispiele an:

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk "Politischer Liberalismus" von John Rawls ein und definiert den öffentlichen Vernunftgebrauch als eines der zentralen Konzepte für eine stabile demokratische Gesellschaft.

1. Zu den Grundlagen und wesentlichen Punkten des Ideals des öffentlichen Vernunftgebrauchs: Das Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente, darunter die Rolle des demokratischen Bürgers, das Legitimitätsprinzip sowie die inhaltliche Ausgestaltung und die Anwendungsbereiche dieses Ideals.

2. Zur Kritik am Ideal des öffentlichen Vernunftgebrauchs: Dieser Teil setzt sich kritisch mit Einwänden auseinander, insbesondere zur Identifikation politischer Werte und zur Frage, ob das Modell der öffentlichen Vernunft zu restriktiv oder zu wenig restriktiv für reale politische Diskurse ist.

3. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Rawls’ Konzeption ihren Ansprüchen prinzipiell gerecht wird, wenngleich methodische Nachbesserungen bei der Wertekategorisierung notwendig bleiben.

Schlüsselwörter

John Rawls, Politischer Liberalismus, öffentlicher Vernunftgebrauch, politische Legitimität, demokratischer Staatsbürger, Gerechtigkeit, Grundfreiheiten, öffentliche Vernunft, liberale Werte, politische Philosophie, Rechtfertigung, Rechtsstaatlichkeit, Staatsbürgerschaft, politische Gerechtigkeit, Vernünftigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretische Idee des öffentlichen Vernunftgebrauchs, wie John Rawls sie in seinem Werk „Politischer Liberalismus“ entwickelt hat, und untersucht ihre praktische Anwendbarkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Legitimität politischer Macht, die Rolle des demokratischen Staatsbürgers in öffentlichen Diskursen sowie das Spannungsfeld zwischen umfassenden religiös-philosophischen Weltanschauungen und rein politischen Werten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Rawls’sche Konzeption kritisch darzustellen, ihre Begrenzungen aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit sie als Richtlinie für öffentliche Entscheidungsprozesse in einer pluralistischen Gesellschaft taugt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophisch-politologische Textanalyse und kritische Darstellung, die sich auf die Primärliteratur von Rawls sowie auf weiterführende kritische Kommentare stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen des Modells (Staatsbürgerideal, Forum der Öffentlichkeit) und eine kritische Auseinandersetzung anhand konkreter Einwände hinsichtlich der inhaltlichen Bestimmung und der Restriktivität der öffentlichen Vernunft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind John Rawls, öffentlicher Vernunftgebrauch, Politischer Liberalismus, politische Legitimität und Grundfreiheiten.

Was unterscheidet die „ausschließende“ von der „einschließenden“ Sichtweise bei Rawls?

Die ausschließende Sichtweise erlaubt nur den Rückgriff auf rein öffentliche politische Argumente, während die einschließende Sichtweise unter bestimmten Bedingungen die Einbeziehung umfassenderer Lehren zulässt, sofern dies zur Stärkung des Ideals der öffentlichen Vernunft beiträgt.

Wie reagiert Rawls auf das Problem der Abtreibungsdiskussion?

Rawls und seine Kritiker diskutieren, ob das Rawls-Modell für liberale Positionen in Abtreibungsfragen genügend Spielraum bietet, ohne dabei zwangsläufig auf nicht-politische Werte zurückgreifen zu müssen, die nicht von jedem Bürger geteilt werden.

Wird das Ideal der öffentlichen Vernunft durch die Kritik entkräftet?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Rawls’ Konzeption den Ansprüchen an eine demokratische Diskussionskultur grundsätzlich gerecht wird, auch wenn methodische Unschärfen bei der Identifikation liberaler Werte bestehen bleiben.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Zum Ideal des öffentlichen Vernunftgebrauchs
College
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Politischer Liberalismus
Grade
1,3
Author
Magister Artium Benjamin Kleemann (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V70360
ISBN (eBook)
9783638625906
Language
German
Tags
Ideal Vernunftgebrauchs Politischer Liberalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Benjamin Kleemann (Author), 2004, Zum Ideal des öffentlichen Vernunftgebrauchs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70360
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint