Das Risiko im begrifflichen Kontext. Risikostrategien


Seminararbeit, 2018

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Risiko

3. Prozess der Risikoentscheidung
3.1. Risikowahrscheinlichkeit
3.2. Risikoberechnung
3.3. Risikokompetenz
3.4. Risikoparadox
3.5. Risikoentscheidung

4. Risikostrategien
4.1. Risikovermeidung
4.2. Risikovorsorge
4.3. Risikonachsorge
4.4. Risikoausschluss

5. Persönliche Erfahrungen mit Risiken

6. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Ob wir wollen oder nicht, bewusst oder unbewusst, zu jeder Zeit und an jedem Ort treffen wir Risikoentscheidungen. Ob wir auf dem Weg ins Kino sind oder darauf verzichten, am Arbeitsplatz oder beim Schlafen – immer kann etwas mehr oder weniger Unvorhergesehenes passieren, was mit (negativen) Folgen für jeden von uns oder sogar für Dritte behaftet sein kann.

Aber: Risiken sind nicht unbeherrschbar. Um den Umgang bzw. das Verhalten mit den allgegenwärtigen Risiken zu meistern, ist es wichtig, die Möglichkeiten der Risikobegegnung – und begrenzung zu kennen und diese effizient und situationsgerecht einzusetzen. Ziel dieser Arbeit ist es daher, allgemeine Strategien im Umgang mit Risiken zu erläutern sowie deren praktische Einsatzgebiete beispielhaft aufzuzeigen.

Auf die Einleitung folgt im zweiten Kapitel zunächst die Erläuterung des Risikobegriffs. Im Anschluss wird im Kapitel drei dargestellt, wie mit Hilfe von Risikowahrscheinlichkeiten das Risiko berechnet werden kann und hieraus auf Basis der vorhandenen oder zu entwickelnden Risikokompetenz das Risikoparadox überwunden werden kann, um eine situationsgerechte Risikoentscheidung treffen zu können. Kapitel vier befasst sich schließlich mit den Strategien im Umgang mit den eingegangenen Risiken inklusive einer Zuordnung aktueller Praxisbeispiele. Die persönlichen Erfahrungen mit dem Eintreten von Risiken, sowie den Umgang während und nach Ende des Risikos werden im fünften Kapitel kurz vorgestellt. Kapitel sechs fasst die Ergebnisse kurz zusammen.

2. Risiko

„Risiko ist weniger als Gefahr und mehr als Zufall.“1

Definition

In der Literatur existiert aufgrund der Vielschichtigkeit keine einheitliche Definition des Risikobegriffes. Risiko leitet sich vom frühitalienischen Wort „riscare“ ab, was Wagen als eine Möglichkeit des Umgangs / In-Kauf-Nehmens mit einer als unsicher und gefahrenvoll wahrgenommenen Zukunft bedeutet, aber gleichzeitig auch als „Abwägung“ von negativen und positiven Konsequenzen einer Entscheidung verstanden werden kann.2

Weit verbreitet versteht man unter Risiko das Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Konsequenzen eines Ereignisses/einer Gefahr3 bzw. Risiko also Komplementärbegriff zur Sicherheit.4 Oder kurz:

Risiko = Unsicherheit * Schaden5

Eine aktuell relativ häufig benutzte enge Definition von Risiko stellt dabei auf einen möglichen Schaden bzw. den potentiellen Verlust einer Vermögensposition ab, ohne dabei mögliche Gewinne gegenüber zu stellen.6 Es handelt sich hier um Entscheidungssituationen, in denen mit negativ bewerteten Konsequenzen zu rechnen ist (=Risiken/Chancen-Abgleich).7 Bei dieser engen Eingrenzung wird jedoch der Akteursbezug nicht berücksichtigt, dessen rationale Risikoentscheidung das Ergebnis einer individuellen Abwägung und Beurteilung von unsicheren Schaden und Nutzen ist. Denn die Beurteilung, ob eine Konsequenz erwünscht oder unerwünscht ist, hängt vom Betrachter und seiner Wahrnehmung ab und kann zudem im Zeitablauf variieren.8

Eine weitere enge Definition versteht unter Risiko unsichere Entscheidungssituationen, in denen sämtliche mögliche Konsequenzen mit ihrer exakten Wahrscheinlichkeit präzise zu benennen sind (=wahrscheinlichkeitstheoretische Problematik).9 Hier würde eine Vielzahl praktische erlebbarer Situationen/Risiken keine Berücksichtigung finden, da es unmöglich ist, für alltägliche Situation wie z.B. Baden im Schwimmbad, alle möglichen Konsequenzen mit ihrer entsprechenden Wahrscheinlichkeit präzise zu benennen, es handelt sich um Reduktionen auf Spezialfälle, wie sie bspw. in der Versicherungsmathematik vorkommen.10

Als umfassender Begriff kennzeichnet Risiko deshalb unsichere Entscheidungssituationen, in denen Handlungen ex ante zu mindestens zwei Konsequenzen mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten11 führen können, ex post aber nur eine dieser möglichen Konsequenzen tatsächlich eintreten kann. Dabei muss das situationsbezogene Entscheiden oder Handeln für die Realisierung oder aber die Art und das Ausmaß einer der Konsequenzen relevant sein.12 Nach LUHMANN gibt es kein risikofreies Verhalten, da jede Entscheidung mit Risiken verbunden ist.13

Im Unterschied zur „Gefahr“ spielt beim Risiko der Akteursbezug, also die eigene oder fremde Steuerbarkeit – bzw. Zurechen- und Verantwortbarkeit - eine wesentliche Rolle14, denn das „Risiko erwächst aus Entscheidungssituationen, nicht aus der […] Möglichkeit des Eintretens ungewisser zufälliger Ereignisse.“15 So ist beispielsweise eine Naturkatastrophe oder das Meer eine Gefahr; ein zufällig eintretendes Ereignis oder eine natürliche Gegebenheit. Das Risiko ergibt sich erst mit dem möglichen Hineinwirken des Akteurs in dieses Ereignis, beispielsweise als Entscheidung, in ein erdbebengefährdetes Gebiet zu ziehen bzw. das Meer mit einem Ruderboot zu befahren.16

Die konstitutiven Merkmale des Risikos sind daher:

- Die erwarteten negativen (=enger Risikobegriff), oder positiven und negativen (=weiterer Risikobegriff) Konsequenzen17 einer Handlung/eines Ereignisses, die wiederum aus der
- Komplexität der Kausalzusammenhänge erwachsen, da zwischen Ursache(n) und Wirkung(en) viele intervenierende Größen wirksam sind sowie
- deren unterschiedliche Bewertung/Interpretation als Risiko oder Chance=Ambiguität (=Variabilität von Risikointerpretationen);
- Die Unsicherheit über das Eintreffen dieser Konsequenzen = Risikowahrscheinlichkeit und dessen Ausmaß (hier bspw. Messfehler bzw. Nichtwissen um mgl. Konsequenzen);
- Mindestmaß an Beeinflussbarkeit der Handlung/des Ereignisses =Akteursbezug bzw. Handlungs- und Entscheidungsbezogenheit,18
- Zurechenbar- und Verantwortbarkeit, wobei man hinsichtlich des Bezug unterscheidet in:

- individuelle Risiken: diese geht das Individuum selbst ein, ohne das Externalitäten entstehen: z.B. ein Einzelner entscheidet sich für eine Schönheitsoperation – das Risiko besteht dabei in der Wahrscheinlichkeit, dass bei der Operation „etwas“ schiefgeht (bzw. der Chance, daß die gewünschte optische Verbesserung eintritt),
- übertragene Risiken: weisen Externalitäten auf; Betroffene sind Individuen, Kollektive oder Institutionen, ohne dass diese Urheber der Risiken sind: z.B. ein Pilot geht das Risiko einer Notlandung ein - hier sind von der Wahrscheinlichkeit einer Verletzung/bzw. des Todes auch alle anderen Passagiere betroffen.19

Bedeutung: Risiken sind allgegenwärtig und in allen Bereichen zu finden, in der Physik (z.B. Lärm), Chemie (z.B. Umweltschadstoffe), Biologie (z.B. Viren), Naturkatastrophen (z.B. Erdbeben), sozial-kommunikative Gefahren (z.B. Terrorismus) und multiple Gefahren (d.h. wenn mehrere Gefahren gleichzeitig auf den gleichen Empfänger einwirken). Aber auch in finanziellen, ökonomischen, kulturellen, psychologischen oder anderen nicht-physikalischen Bereichen gibt es eine unendliche Vielzahl von Risiken, weshalb der Umgang mit Risiken interdisziplinär erforscht und analysiert wird.20

3. Prozess der Risikoentscheidung

Es gibt (mindestens) zwei verschiedene Möglichkeiten, eine Risikoentscheidung zu treffen: Aus dem Bauch heraus oder auf der Grundlage von Risikoberechnungen, die wiederum auf Eintrittswahrscheinlichkeiten beruhen. Für beide dieser Varianten ist eine gewisse Risikokompetenz notwendig, um das Risikoparadox (trügerische Risikowahrnehmung) zu überwinden und eine sachgerechte Risikoentscheidung treffen zu können. Im Folgenden werden die Begriffe bzw. der Prozess zur Risikoentscheidung auf Grundlage einer Risikoberechnung näher erläutert.

3.1. Risikowahrscheinlichkeit

Definition

Die Risikowahrscheinlichkeit stellt eine mehr oder weniger genaue Abschätzung der Vorhersehbarkeit (aufgrund von bekannten Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen) des möglichen Eintritts von Konsequenzen (sowie deren Schadenausmaß) dar. Sie fußt auf:

- der relativen Häufigkeit (Abzählen und ins Verhältnis setzen),
- dem Design (durch Konstruktion (z.B. beim Würfel) verursachte Wahrscheinlichkeit),
- dem Überzeugungsgrad (aus den gesammelten Erfahrungen bzw. Überzeugungen).21

Neben dem Wissen um Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge und Trends muss für die Berechnung der Risikowahrscheinlichkeit auch kalkulatorisches Wissen über Zufallseinflüsse einbezogen werden. Niemand kann in die Zukunft blicken, daher ist eine empirische Messung/Prüfung nicht möglich, sondern nur eine Abschätzung (mit Hilfe von Modellierungen bzw. Simulationen), mit welcher Wahrscheinlichkeit die Folge(n) eintreten werden und welches Ausmaß diese jeweils haben, ohne dabei den konkreten Zeitpunkt des Ereignisses vorhersagen zu können.22

Dabei lassen sich die Risikowahrscheinlichkeiten durch:

- Extrapolation von statistischen Erfahrungswerten aus der Vergangenheit in die Zukunft,
- Modellierung von hypothetischen Schadenswahrscheinlichkeit und Ausmaß durch Experimente und demoskopische Erhebungen oder Einschätzung von Experten oder,
- Synthetisierung von Wahrscheinlichkeiten durch systematische Verknüpfung der Ausfallwahrscheinlichkeiten von Einzelkomponenten ableiten. Dennoch bleiben diese Wahrscheinlichkeiten immer mit Ungewissheit verbunden, da die wahren Umweltzustände, die zu unterschiedlichen Konsequenzen führen, nie vollständig und nicht für die Zukunft bekannt sind.23,24

Bedeutung

Die Abschätzung von Risikowahrscheinlichkeiten zielt auf eine weitgehend objektive, unabhängige Bewertung25 jeder einzelnen Risikoquelle ab, um die Handlungsoption auszuwählen, die den geringsten Schaden / den größten Nutzen unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Schadens/Nutzens mit sich bringt; er dient der Schaden-Nutzen-Optimierung.26

Praxisbeispiele aus dem Bereich

Medizin / Gynäkologie : Im s.g. Nackentransparenztest wird über die Auswertungen des mütterlichen Bluts/Urins sowie der im Ultraschall festgestellten Nackenbreite des ungeborenen Babys eine Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Trisonomie-Erkrankung ermittelt –der Test liefert ein Ergebnis mit dem Aussagegehalt der Wahrscheinlichkeit einer Trisonomie-Erkrankung von 1:xxx, d.h. 1 von xxx Frauen mit den gleichen „Parametern“ hat ein Baby mit Trisonomie, die Unsicherheit bleibt bestehen.27

Wirtschaft: Mit Hilfe von alters- und geschlechtsabhängigen Sterbetafeln bilden Aktuare die Überlebens- bzw. Sterbe- oder Invalidisierungswahrscheinlichkeiten (u.a.) von Mitarbeitern mit Pensionszusagen ab, um das Todesfall/Langlebigkeitsrisiko korrekt in den Pensionsrückstellungen kalkulieren zu können.28

3.2. Risikoberechnung

Definition

Die Risikoberechnung zur Quantifizierung des objektiven Risikos ergibt sich für bekannte Risiken aus der Kombination von beobachteten Wahrscheinlichkeiten und dem Ausmaß bezogen auf die Abweichung von Zielen in Einheit der Zielgröße, wobei für eine objektive Einschätzung eine hinreichend große Anzahl an Messungen notwendig ist. Daneben gibt es auch sog. synthetische Einschätzungen - aus objektiven Einschätzungen sich ähnlich verhaltender Wirksysteme werden extrapolierte Einschätzungen für ähnliche Risiken getroffen.29

Weit gebräuchlicher und in Anlehnung an die Versicherungswirtschaft ergibt sich das Risiko als Produkt von Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses und Höhe dessen Schadens.30

Unabhängig von der Definition fordert die Risikoberechnung zwei Bestimmungen: In welchem Zeitraum mit einem Schaden gerechnet werden muss (Eintrittswahrscheinlichkeit siehe 3.1.) und welches Ausmaß der Schaden annehmen kann. Diese Berechnung ist jedoch nur dann sinnvoll anwendbar, wenn beide Komponenten zuverlässig, objektiv bestimmbar sind.31

Für die Berechnung des Schadenausmaßes sind beispielsweise folgende Kriterien denkbar,

- Verluste in Geldgrößen/Anteil am System,
- Anzahl befürchtete Tote/Betroffene,
- Ubiquität (geographische Reichweite potenzieller Schadenausmaße),
- Persistenz (zeitliche Ausdehung potentieller Schäden),
- Reversibilität (Wiederherstellbarkeit der Ausgangssituation vor Schadeneintritt),
- Verzögerungswirkung (Dauer zwischen Risikoverwirklichung und spürbaren Konsequenzen (beispielsweise physikalische, biologische…Mechanismen).32

Dabei erfolgt die Berechnung bei häufig vorkommenden Risiken durch die Auswertung von Schadenstatistiken (Extrapolation, Gesetz der großen Zahlen), während für seltenere Risiken oder noch nie eingetretene Risiken wissenschaftliche Methoden der Risikoanalyse entwickelt werden (analytische und simulative Verfahren), die hypothetische Wahrscheinlichkeiten widergeben.33,34

Eine genaue Risikoberechnung scheitert oft an folgenden risikoimmanenten Problematiken:

- Komplexität (viele intervenierende Größen zwischen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen, schwer identifizierbare Kausalzusammenhänge),
- Unsicherheit (betreffend Messfehler, individuelle Variation/Wahrnehmung, Unbestimmtheit und Nichtwissen um mögliche Konsequenzen),
- Ambiguität (unterschiedliche Bewertung möglicher Konsequenzen eines Risikos - Variabilität der Risikointerpretation).35

Bedeutung

Durch die Risikokalkulation werden zwei Dinge gleichzeitig versucht: den Vorteil zu nutzen, den die Zukunft anbietet, und den Schaden zu begrenzen, der womöglich durch diese Handlung entsteht (Schaden-Nutzung-Optimierung). Außerdem will man in gewisser Weise die Zukunft „berechenbar“ machen.36 Mithilfe einer Entscheidungsmatrix aus Schadenausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit als Ergebnis der Risikoberechnung gelingt eine Klassifizierung des Risikos als Voraussetzung für die Risikoentscheidung und die Entwicklung von Risikostrategien.37

Praxisbeispiele aus dem Bereich

Technik: Beispielsweise kann für ein Unternehmen das Risiko eines Stromausfalls aufgrund der Wahrscheinlichkeit und des Schadenausmaßes ermittelt werden.

Medizin: Auf den „Packungsbeilagen“ der Medikamente kann man das Risiko (1 von 100=Wahrscheinlichkeit) einer Nebenwirkung (=Umfang) ablesen.

3.3. Risikokompetenz

Definition

Unter Risikokompetenz ist neben der Risikointelligenz auch die Fähigkeit zu verstehen, sachkundig, versiert, klug und gewissermaßen mutig mit Situationen umzugehen, in denen nicht alle Risiken bekannt sind und berechnet werden können.38 Vereinfacht kann man darunter die Fähigkeiten und Fertigkeiten zur adäquaten Beurteilung /Abschätzung von Risiken auf Basis der eigenen Werte und Präferenzen verstehen. Ziel ist es dabei, Risiken selbst zu verarbeiten (Bewusstwerdung über eigene Mechanismen der Urteilsbildung) und Rückschlüsse aus den gegebenen Risikoinformationen zu ziehen (ausgewogene und kritisch hinterfragende Informationsaufnahme), um daraus Strategien zum angemessenen und effektiven Umgang mit dem Risiko abzuleiten. Insbesondere sollen Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schwere des Ausmaßes treffend beurteilt werden können, wofür ein risikologisches und statistisches Denken unerlässlich ist.39 Denn das Risikospektrum umfasst sowohl seltene und schwerwiegende, als auch häufige, folgenarme Ereignisse. Insbesondere für erstere existieren keine verlässlichen Vergangenheitsdaten/Erfahrungswerte, was insbesondere durch Risikovermeidungsstrategien verstärkt wird.40

Risikokompetenz schließt daher u.a. folgende Fertigkeiten und Fähigkeiten ein:

- Risikobewusstsein und -erkenntnis: Identifizierung, Wahrnehmung und Verarbeitung von potenziellen Risiken (multidisziplinäre Einstellung),
- Risikowissen: Fachkenntnisse in den jeweiligen Wissensbereichen (bspw. technische Anlagen) und ihre Wirkungsreichweite/Nutzung sowie praktische Erfahrungen mit den davon ausgehenden Risiken,
- Risikokognition: Risikoanalyse und -abschätzung,
- Methodenkenntnis zur Risikovermeidung, -minimierung (multidisziplinär) sowie des rechtlichen Rahmens,
- Risikoverständnis: Praktische Erfahrung und Fertigkeiten zur Risikosteuerung und zum Risikomanagement bei kritischen Situationen,
- Effektive Risikokommunikation/Informationsvermittlung an die Betroffenen41,
- Statistisches Denken,
- Faustregeln/Intuition,
- Risikopsychologie – emotionale und soziale Kräfte, die die Risikoentscheidung beeinflussen.42

Daneben versteht man unter Risikokompetenz jedoch auch den adäquaten Umgang bzw. das Verhalten bei Eintritt eines Risikos.43

Bedeutung

Risikokompetenz ist sowohl für den einzelnen Bürger, als auch für Fachspezialisten und Sicherheitsexperten notwendig, um sich in subjektiv angemessener Weise mit Gefahren und Risiken auseinander zu setzen und eine adäquate Risikostrategie zu entwickeln. Sie ist Grundlage für präferenzengerechte und ausgewogene Risikoentscheidungen.44

[...]


1 vgl. Ladeur,1993, S. 209

2 vgl. Bechmann, 1993, S. 241, Giersch, 2009, S. 20-22

3 vgl. Festag, 2015, S. 59, Brenig, 2015, S. 139

4 vgl. Bechmann, 1993, S. 242

5 vgl. Kaplan, Garrick, 1993, S. 92

6 vgl. Wolke, 2008, S. 1

7 vgl. Hiller, 1991

8 vgl. Festag, 2015, S. 59, Gigerenzer, 2013, S. 59, Klein, 2013, S. 14

9 vgl. Nida-Rümelin et.al., 2012, S. 5-8, Jungermann, Slovic, 1993, S. 169

10 vgl. Festag, 2015, S. 59, Gigerenzer, 2013, S. 59, Klein, 2013, S. 14

11 Die Summe der Wahrscheinlichkeiten aller Konsequenzen ist 1.

12 vgl. Nida-Rümelin et.al., 2012, S. 7, Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, 2007, S. 20, Renn, 1989, S.169

13 vgl. Klein, 2013, S. 107 (zitiert: Luhmann, 2003, S. 37)

14 vgl. Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, 2007, S. 14, Banse, Bechmann, 1998, S. 17, Bechmann, 1990, S. 124, Bechmann, 1993, S. 243, Luhmann, 1993, S. 327

15 vgl. Nida-Rümelin et.al., 2012, S. 7, Japp, 1990, S. 37, 39

16 vgl. Nida-Rümelin et.al., 2012, S. 5-8, Kaplan, Garrick, 1993, S. 93

17 Auch als Schaden und Nutzen bezeichnet (vgl. Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, 2007, S. 38)

18 vgl. Nida-Rümelin et.al., 2012, S. 5-8, Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, 2007, S. 20, 164-165, Conrad, 1990, S. 165

19 vgl. Nida-Rümelin et.al., 2012, S. 7-8

20 vgl. Kaplan, Garrick, 1993, S. 92 ff.

21 vgl. Gigerenzer, 2013, S. 40

22 vgl. Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, S. 23, 27, 69

23 vgl. Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, S. 27, Bechmann, 1993, S. X

24 vgl. Giersch, 2009, S. 66

25 Eine hundertprozentige Objektivität lässt sich durch die Berücksichtigung kollektiver Werturteile, die wiederum durch wissenschaftliche Konventionen geprägt sind, nicht erreichen. (vgl. Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, 2007, S. 32)

26 vgl. Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, 2007, S. 30

27 vgl. Nast, o.J.

28 vgl. o.V., 2018, Biometrische Rechnungsgrundlagen

29 vgl. Nowitzki, 1993, S. 130

30 vgl. Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, 2007, S. 167, Wilken, 2015, S. 32, Gigerenzer, 2013, S. 39, Klein, 2013, S. 15, Bechmann, 1993, S. IX

31 vgl. Banse, Bechmann, 1998, S. 24

32 vgl. Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, 2007, S. 143

33 vgl. Renn, Schweizer, Dreyer, Klinke, 2007, S. 88, Banse, Bechmann, 1998, S. 25

34 vgl. Franck, 1989, S. 43, Banse, Bechmann, 1998, S. 15, 16, Banse, Bechmann, 1998, S. 25

35 vgl. Renn, Dreyer, 2010, S. 74, 75

36 vgl. Bechmann, 1991, S. 218-219

37 vgl. Marzi, 2015, S. 95-97

38 vgl. Gigerenzer, 2013, S. 12, 28

39 vgl. Barth, 2015, S. 48, Festag, 2015, S. 64, Barth, Festag, 2015, S. 297, Renn, 2014, S. 28, 143, 320-322

40 vgl. Festag, 2015, S. 61

41 vgl. Sinay, 2015, S. 288

42 vgl. Gigerenzer, 2013, S. 315

43 vgl. Festag, 2015, Menschliches Verhalten und Risikokompetenz – Fallanalysen, S. 250

44 vgl. Festag, 2015, S. 65

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Das Risiko im begrifflichen Kontext. Risikostrategien
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
28
Katalognummer
V704360
ISBN (eBook)
9783346187932
ISBN (Buch)
9783346187949
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Risiko Risikostrategie
Arbeit zitieren
Martin Strietzel (Autor), 2018, Das Risiko im begrifflichen Kontext. Risikostrategien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/704360

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