Demokratiepädagogik. Kann Schule einem demokratiepädagogischen Grundsatz gerecht werden?

Eine umfassende Analyse am Beispiel der Internatsschule Schloss Salem


Hausarbeit, 2016

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen
2.1 Demokratie
2.2. Demokratiep ädagogik

3. Grunds ätze der Demokratiepädagogik

4. Umsetzungsformen der Demokratiep ädagogik
4.1. Struktur einer demokratischen Schule (Just Community)
4.2 Projekte
4.3 Klassenrat

5. Schloss Salem als Beispiel der Umsetzung von Demokratiep ädagogik
5.1. Salem allgemein: Struktur, Leitbild
5.2. Elemente der Demokratiep ädagogik in Schloss Salem

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Gabriele Warminski-Leitheußer ehemaligeMinisterin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg äußert den Leitgedanken der Bildung im Bildungsplan 2012 für Realschulen mit den folgenden Worten: „Bildung ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit. Sie ist Voraussetzung für eine freie, selbstverantwortliche Lebensgestal-tung, für die Sicherung der materiellen Existenz aus eigener Kraft, für den Aufstieg durch Bildung und Leistung und für aktive gesellschaftliche Teilhabe.“ (Bildungsplan BW HP 16.08.2016) Die weiterführende Schule hat das Ziel ihren Schülerinnen und Schülern Werte, kulturelle Muster und Kompetenzen zu vermitteln, welche die Gesell-schaft für ihren Weiterbestand benötigt. Sie soll ebenso zur verantwortlichen Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben animieren sowie auf die berufliche Zukunft vorbereiten. Die Heranwachsenden lernen in diesem Sinne das politische Geschehen reflektiert zu hinterfragen und selbstbestimmt am politischen Prozess teilzunehmen. In diesem Zusammenhang erklärt sich auh der Begriff der Volkssouveränität, welcher zu verstehen gibt, dass die Staatsgewalt vom Volk ausgeht. Ein demokratisches System kann nur überdauern, wenn die Bürgerinnen und Bürger sich aktiv in der Gesellschaft und Politik beteiligen sowie das politische Geschehen mitverfolgen und gestalten. Zu-sammengefasst handelt es sich dabei um das Recht auf Partizipation in seinen unter-schiedlichsten Ausprägungen in der Gesellschaft. Der Nutzen dieser sollte jedoch be-wusst eingesetzt werden. Es gibt viele dieser Partizipationsmöglichkeiten in der Gesell-schaft, die man jedoch zu nutzen wissen muss. (Vgl. Beutel, 2010, S. 70) Im Seminar Reformschulen-Schulreform wurde das Konzept der Internatsschule Schloss Salem the-matisiert. Kurt Hahn, der als Mitbegründer dieser Institution gilt, vertritt ein ganzheitli-ches Bildungskonzept, welches über das akademische Wissen hinausgeht und somit ein Verständnis und die Umsetzung von demokratischen Strukturen miteinbezieht. Diese Leitlinien fasst er in seinen sieben Salemer Gesetzen zusammen. Daher eignet sich das Internat auch für eine genauere Betrachtung bestimmter Strukturen, da in den nationalen Regelschulen das Mehrebenenproblem ein solches Bildungskonzept häufig überlagert. Des Weiteren bietet eine Internatsschule eine umfassendere Möglichkeit Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen zu eigenständigen Persönlichkeiten reifen zu lassen. Dies kommt insbesondere auch den Lernenden zu Gute, die mehr Strukturen außerhalb des Unterrichts benötigen, sodass sie ihr Leistungsoptimum ausschöpfen können. Diese Auffassung deckt sich mit den Inhalten meines zweiten Seminars über Problemschüle-rinnen & Problemschüler- Respektvolle Kommunikation. Die vorherigen Ausführungen zeigen, dass es Berührungspunkte zwischen Demokratiepädagogik und dem Schloss Salem gibt. Im Vordergrund der Arbeit steht dementsprechend die zentrale Frage inwie-fern die Schule einen demokratiepädagogischen Ansatz gerecht werden kann. Dabein-soll die konkrete Umsetzung am Beispiel von Schloss Salem untersucht werden. Dieser Themenstellung wird in den folgenden Kapiteln nachgegangen. Beginnend mit grundle-genden Begrifflichkeiten, die näher erklärt werden. Die beiden zentralen Termini sind dabei der Ausdruck der Demokratie und der Begriff der Demokratiepädagogik. Die Grundsätze jenes Ansatzes werden im dritten Kapitel näher erläutert, wobei der Fokus auf den Zielen dieser Pädagogikform liegt. Die Grundsätze werden im darauffolgenden Kapitel anhand einer Auswahl von Umsetzungsformen konkretisiert. Laut der Shell Studie bezeichnen sich 41% der Jugendlichen als politisch interessiert, jedoch mangelt es an jungen Persönlichkeiten, die für ihre Überzeugungen einstehen (Vgl. Zeit für die Schule 2015, S.1). Der Just Community Gedanke, die Projektmethode sowie der Klas-senrat, sind Chancen, die im schulischen Kontext daher vermehrt genutzt werden soll-ten. Sie werden in diesem Unterkapitel daher genauer in Augenschein genommen. Im fünften Kapitel wird daraufhin der Zusammenhang zur Internatsschule Schloss Salem hergestellt. Hierfür wird zunächst ein Überblick über die Struktur und das Leitbild der Internatsschule gegeben, bevor die Elemente der Demokratiepädagogik, die an der Schule zu finden sind, beschrieben werden. In dem abschließenden Fazit werden die Ausführungen zusammengefasst und reflektiert inwieweit Schloss Salem seinem demo-kratiepädagogischen Ansatz gerecht wird.

2. Begriffserkl ärungen

2.1 Demokratie

„Ein gebildeter Geist ist der Hüter der Demokratie[...]”. (Moehlmann, 1978, S.34), sagte einst der US-Amerikanische Politiker Mirabeau Buonaparte Lamar. Er ist der Meinung, dass zu einer Ausgestaltung der Demokratie eine politische Meinungsbildung und eine aktive Teilnahme am politischen Geschehen von Nöten sind. Dazu gehört, dass jedes Individuum von seiner individuellen Persönlichkeit geprägt ist und sich in den demo-kratischen Strukturen einer Gesellschaft einzubringen weiß, um somit als aktives Mit-glied angesehen zu werden. Das Wort Demokratie stammt aus dem Griechischen, das wörtlich übersetzt Herrschaft des Volkes heißt. Es gilt als ein Sammelbegriff von politi­schen Ordnungen und modernen Lebensformen (Vgl. Bundeszentrale für politische Bil-dung). Die Demokratie ist ein Garant für die individuelle Freiheit in privaten- und öf-fentlichen Bereichen des Lebens und bietet den Bürgerinnen und Bürgern die Möglich-keit, an der eigenen Regierung teilzuhaben und die eigene Meinung, z.B. in Form von Demonstrationen oder Petitionen, frei zu äußern. In diesem Fall bezeichnet man sie als Regierungsform. Eine Demokratie kann nur fortwährend bestehen, wenn ihre Mitglieder dem System vertrauen und sich verpflichtet fühlen dieses mitzugestalten und zu schüt-zen. Dazu gehört insbesondere das Wahlrecht, durch das die Bürgerinnen und Bürger ihre Vertreter bestimmen können. „Demokratie impliziert die Bereitschaft, für das Ge-meinwesen Verantwortung zu übernehmen, und diese setzt Beteiligungschancen voraus. Beteiligung will gelernt sein, und Motivation zum Lernen hat nur, wer Vertrauen in das System aufbringt, an dem er sich beteiligt [...].“ (Edelstein, 2015 S. 53). Mit diesem Satz gibt Edelstein zu erkennen, dass eine Beteiligung an der Demokratie einem nicht in die Wiege gelegt wird, sondern extern gelehrt werden soll. Die Leitlinien eines demo-kratischen Zusammenlebens müssen selbst erst erlernt werden, was hauptsächlich im unmittelbaren Umgang und im persönlichen Umfeld geschieht. „Deshalb ist Demokratie als Lebensform von besonderer Bedeutsamkeit als Aufgabe der Schule, und zwar der konkreten Schule vor Ort. Denn alle Mitglieder der zivilen Gesellschaft durchleben ei-nen wesentlichen Teil ihres Bildungsprozesses in der Schule.“ (Edelstein, 2009, S.8)

2.2. Demokratiep ädagogik

„Seit der Antike wird Bildung immer schon unter dem Gesichtspunkt von Nachhaltig-keit bestimmt: non scholae sed vitae: nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ (Edelstein, 2015, S.12) Unter dieser Prämisse gilt es, bei der Ausgestaltung von Schulkonzepten immer die Frage zu formulieren, welche Fähigkeiten den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden sollen. (Vgl. Edelstein, 2015) „Die Voraussetzungen für Teilhabe an der gesellschaftlichen Praxis sind im Begriff, sich gegenüber früheren Zei-ten zu ändern. Dabei ändert sich mit den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen das Anforderungsprofil der Individuen.“ (Edelstein, 2015, S.49) Diese Kompetenzen müssen absichtsvoll ausgebildet werden und verlangen durch die Wandlungen in der Gesellschaft, wie etwa die digitale Revolution, auch nach neuen Methoden und Lern-wegen für den Erwerbsprozess. (Vgl. Edelstein, 2015) Durch die zunehmende Komple-xität der Umwelt und den Rückgang von traditionellen Familienstrukturen müssen die Schulen vermehrt in die Verantwortung genommen werden die Schülerinnen und Schü-ler auf die Teilhabe in der Gesellschaft vorzubereiten. Dabei muss beachtet werden, dass sich das Lernen in nachhaltiger Kompetenzausbildung manifestiert. (Vgl. Edel­stein, 2015) Dieses Ziel verfolgt die Demokratiepädagogik.

3. Grunds ätze der Demokratiepädagogik

„Anerkennung, Überzeugung eigener Wirksamkeit und Verantwortungsbereitschaft sind grundlegende Tugenden des zivilgesellschaftlichen Engagements, das der Demokratie als Lebensform ihre Kraft sichert.“ (Edelstein2, 2007, S. 3) Die Demokratiepädagogik umfasst auf Grundlage dessen auch hauptsächlich pädagogische, schulische und unter-richtsbezogene Bedingungen und Ansätze, die zur Förderung dieses zivilgesellschaftli­chen Engagements notwendig sind. Um an Demokratie als Lebensform teilzuhaben, gehört ein aktiver und zielführender Austausch mit der Umwelt und den Mitmenschen ebenso dazu. Eine demokratische Gesellschaftsform bedeutet weiterhin, dass sie von der Bereitschaft zur Partizipation in lokalen und globalen Belangen abhängig ist. Nicht zu-letzt ist die Demokratie als Regierungsform auf ein fundiertes Demokratiebildungsver- ständnis angewiesen, welches durch die Demokratiepädagogik bereichert werden kann. Diesen Zielen eifert die Demokratiepädagogik nach. Dabei „handelt [es] sich also um ein Repertoire von Lerngelegenheiten und Kontexten, die zum Erwerb demokratischer Kompetenzen und zur Entwicklung demokratischer Schulqualität beitragen.“ (Vgl. Edelstein2, 2007, S. 3) Es geht dabei um den Erwerb von Kenntnissen, Kompetenzen und die Lernprozesse durch die Demokratie, erfahrbar, gelebt und verstanden werden kann. (Vgl. Edelstein2, 2007, S. 3) Der Anknüpfungspunkt und die Bedeutsamkeit der Demokratiepädagogik liegen in den Problemen und vielen Verunsicherungen, die in der Mitte der Gesellschaft zu spüren sind. Die Jugend und die Mitte der Gesellschaft zeich-nen sich durch Politikverdrossenheit aus, welche die demokratischen Strukturen und ihre positiven Auswirkungen ins negative zu lenken drohen (Vgl. Zeit für die Schule 2015, S.1) Die Demokratiepädagogik bietet nicht nur eine Antwort und Verständnis für die Problematik der Verunsicherungen in der Gesellschaft und Orientierungskrisen, sondern ist als ein Angebot zur kritischen Auseinandersetzung mit der Demokratie zu verstehen, die auf Verbesserung und Weiterentwicklung dieser Form angelegt ist. (Vgl. Diemer; Eikel, 2007, S. 26) „Dabei sind Kritikfähigkeit und Streitkultur ein großer Be-standteil und Ziel von der Demokratiekompetenz.“ (Diemer; Eikel, 2007, S. 26) „Die Demokratiepädagogik [...] trägt dazu bei, die Demokratie als Regierungsform durch aufgeklärte Urteilsbildung und Entscheidungsfindung zu erhalten und weiter zu entwi-ckeln.” (Edelstein, 2007, S. 6) Das Primärziel dieser Form von Pädagogik konzentriert sich darauf, dass die Lernenden eine demokratische Handlungskompetenz erwerben. Diese Form der Pädagogik ermöglicht eine Teilhabe an demokratischen Gesellschafts-und Lebensformen und auf diese Weise, die Gemeinschaft aktiv mitzugestalten. „Sie bietet den Lernenden, dass sie ein [...] Orientierungs- und Deutungswissen aufbauen, Urteils- und Entscheidungsfähigkeit entwickeln und ihre schulische und außerschuli-sche Lebenswelt in Übereinstimmung mit demokratischen Werten aktiv und verantwor-tungsvoll mitgestalten.” (Edelstein, 2007, S. 6) Die Demokratiepädagogik umfasst pä-dagogische und schulische Aktivitäten um Kompetenzen zu fördern, die Menschen brauchen um an einer Demokratie teilnehmen zu können und diese Demokratie mit ih-rer Umwelt gemeinsam gestalten zu können. Einen wichtigen Beitrag zur Demokratie als Gesellschaftsform leistet der Grundsatz der Demokratiepädagogik, dass Schülerin-nen und Schüler Praxiserfahrungen im Umgang mit demokratischen Strukturen sam-meln sollen. Alle Personen, die am Unterricht und Schulleben beteiligt sind, haben die Aufgabe außerschulische Erfahrungs- und Handlungsfelder demokratieförderlich zu gestalten. (Vgl. Edelstein3, 2007, S. 203ff.)

Des Weiteren sollen Kinder und Jugendliche durch den Unterricht und das Schulleben demokratische Werte und Einstellungen vermittelt bekommen, um soziale Kompeten-zen, Orientierungen und persönliche Einstellungen selbst zu entwickeln und somit in der Gemeinschaft demokratische Werte verstehen zu können. Es geht außerdem darum in schwierigen Situationen, in denen Entscheidungen getroffen werden müssen, kritisch zu reflektieren und sich informiert eine eigene Meinung bilden zu können. (Vgl. Edel-stein3, 2007, S. 204) Wenn Schülerinnen und Schüler lernen sich mit alltäglichen Prob-lemen auseinanderzusetzen, wird dadurch ihre Urteilsbildung stark gefördert, womit ein nächster zentraler Grundsatz aufgeführt wird, der besagt, dass die Alltagsrelevanz in der Demokratiepädagogik eine wichtige Rolle spielt. So können sich die Schülerinnen und Schüler durch alltagsnahe Probleme, die sie selbst betreffen weitaus mehr in den Ernst der Lage hineinversetzen und dadurch lernen lebhafte Diskussionen zu führen. Die pä-dagogische Idee der Demokratiepädagogik bezieht, sich aber noch auf weitaus mehr, als nur auf den Einbezug der Kinder in die Gestaltung des Schullebens. Diese Form von Pädagogik stützt sich auf die alte reformpädagogische Idee, die das Kind in den Fokus stellt und von dessen Perspektive aus Lehren und Lernen anzuregen versucht. Man kann nur von einem wirkungsvollen Lernen sprechen, wenn eigene Erfahrungen durch Ler-nen an einem konkreten Gegenstand gesammelt werden.(Vgl. Althof, Stadelmann, 2009, S. 28) Das soziale Verstehen wird nur gefördert, wenn Anlässe und Möglichkei-ten zum Erleben der Perspektive anderer gegeben werden. Verantwortliches Handeln entsteht nur, wenn Verantwortungsübernahme ermöglicht wird. Moralisches Verhalten basiert ebenso auf der Auseinandersetzung mit Problemen, die moralisches Urteilsver-mögen verlangen und lebensechte Ereignisse betreffen. Weiterhin gilt als wichtiger Grundsatz, dass die Demokratiepädagogik es sich zum Ziel gemacht hat möglichst vie-le, wenn nicht sogar alle Schülerinnen und Schüler erreichen zu können, sodass jeder Demokratie erlenen und begreifen kann. (Vgl. Althof, Stadelmann, 2009, S. 29) Mit der Bereitschaft und Fähigkeit Demokratie anzuwenden geht auch ein individueller Prozess einher, der die Selbstwirksamkeit eines Einzelnen fördert und ausbildet. Diese macht es den Schülerinnen und Schülern möglich an Missständen und Problemen mitzuarbeiten und Lösungswege zu erschließen. Durch diese Mitgestaltung entsteht das Gefühl, dass Einfluss auf die Geschicke der Schule genommen werden kann und daraus wiederum erwächst ein Verantwortungsgefühl. Gesteigertes Selbstbewusstsein der einzelnen Schulmitglieder und ein besseres Schulklima für alle, gehen hier Hand in Hand. Demo­kratiepädagogik hat das Ziel wissenschaftlich und pädagogisch fundiert Praxiserfahrun-gen von demokratischen Abläufen zu ermöglichen. Der Versuch, Förderprogramme und Forschungen anzuregen und zu begleiten, die internationale Zusammenarbeit voranzu-bringen und sich an der Bildung von Partnerschaften zivilgesellschaftlicher und staatli-cher Akteure für diese Aufgabe zu beteiligen, fällt ebenso darunter. (Vgl. Edelstein3, 2007 S. 203) Die Umsetzung der Demokratiepädagogik birgt eine grundlegende Gefahr. Sie wird oftmals nur als ein kleiner Teilaspekt von einem Fach angesehen. Damit wer-den die Möglichkeiten der Demokratiepädagogik eingeschränkt und ihre Bedeutung fällt auf eine eher unbedeutende Mitwirkung in Gremien ab. Ebenso kann die Demokra­tiepädagogik aber auch nur als ein allgemeines und übergeordnetes Ziel verfolgt wer-den, bei dem dann jedoch aber die Gefahr besteht, dass die Lernerfolge und Lernmög-lichkeiten nicht gewinnbringend genutzt werden und die Bemühungen somit folgenlos bleiben. (Vgl. Edelstein3, 2007 S. 203)

4. Umsetzungsformen der Demokratiep ädagogik

Um Demokratie bestmöglich in der Schule umzusetzen, benötigt man ein angenehmes Klassenklima, das von offenen, wertschätzenden und anerkennenden Schülerinnen und Schülern initiiert wird. Dabei ist ein konstruktiver Umgang mit Problemen und Unter-schieden wichtig. Dies gilt ebenso für den Umgang mit fremden Kulturen, Sprachen und Religionen. Somit ist eine interkulturelle Kompetenz als Anker der Umsetzung ei-ner demokratischen Kultur anzusehen. Demokratiepädagogische Umsetzung kon-zentriert sich auf demokratieförderliche Zusammenarbeit in dem schulischen Umfeld: „Zur Entwicklung demokratischer Kompetenz trägt es in besonderem Maße bei, wenn Schülerinnen und Schüler demokratierelevante Erfahrungen nicht nur mit Schulen, Lehrkräften und Eltern, sondern auch mit [weiteren] Akteuren [...]” machen können. (Vgl. Edelstein2, 2007, S. 7)

Hierzu werden im Folgenden zwei Umsetzungsformen näher beschrieben. Dabei han-delt es sich um Projektarbeit und die Institution des Klassenrats. Diesen beiden steht übergeordnet der Leitgedanke der demokratischen Schulen, der mit dem Begriff Just Community bezeichnet wird.

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Details

Titel
Demokratiepädagogik. Kann Schule einem demokratiepädagogischen Grundsatz gerecht werden?
Untertitel
Eine umfassende Analyse am Beispiel der Internatsschule Schloss Salem
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
25
Katalognummer
V704485
ISBN (eBook)
9783346201898
ISBN (Buch)
9783346201904
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratiepädagogik Reformschule, Salem, Internat, Reformschule, Schulreform, Demokratie, Demokratiepädagogik, Kurt Hahn, Schule, Klassenrat
Arbeit zitieren
Annika Meessen (Autor), 2016, Demokratiepädagogik. Kann Schule einem demokratiepädagogischen Grundsatz gerecht werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/704485

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