Sozialisation und Identitätsbildung durch Medien bei Heranwachsenden


Hausarbeit, 2017

16 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen
2.1 Jugend
2.2 Sozialisation
2.3 Individualisierung
2.4 Identität
2.5 Peer-Group
2.6 Medien

3. Bedeutung der Medien für Sozialisation und Identitätsbildung
3.1 Mediennutzung von Jugendlicher am Medium Smartphone
3.2 Nutzungsmuster
3.3 Nutzungsmotive
3.4 Identitätsformation durch Medien
3.5 Sozialisation durch Medien

4. Medien als Risiko

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1. Einleitung

Heutzutage ist das Medienangebot für Jugendliche und Heranwachsende größer als bei keiner anderen Generation zuvor. Damals gab es nur die Klassiker, wie Zeitung, Radio und Fernsehen. Heute wurde das Angebot durch das Internet, den Social Media und dem Smartphone erweitert und verändert. All diese Medien sind in unserem heutigen Leben nicht mehr weg zu denken. Wir leben in einer Konsum- und Mediengesellschaft. Die Medien nehmen einen enormen Einfluss auf alle erdenklichen Lebensbereiche. Persönliche Organisation, Kommunikation, Freizeitbeschäftigung, Informations- und Wissensbeschaffung sind Gründe für die Nutzung von Medien.

Sozialisations- und Identitätsbildungsprozess von Heranwachsenden ausüben können.

Identität und Sozialisation beschreiben die beiden wichtigste Begriffe, wenn es um die Persönlichkeitsbildung geht. Hierbei ist festzustellen, dass sich ein Widersprich auftut, einerseits leben wir in einer individualisierten Gesellschaft, anderseits beziehen wir unsere Informationen von Massenmedien, ob digital oder nicht, die an ein Massenpublikum, also der gesamten Menschheit gerichtet ist. Daraus entsteht die folgende Struktur der vorliegenden Arbeit.

Die Bedeutung der Medien für Sozialisation und Identitätsbildung ist nur über das Nutzungsverhalten der verschiedenen Medien darzustellen. Im Verlauf der Arbeit soll analysiert werden, welchen Einfluss die Medien, am exemplarischen Beispiel vom Smartphone, auf den Zu Beginn der Arbeit werden die wichtigsten Begriffe definiert, um eine einheitliche theoretische Grundlage zu schaffen. Danach wird die Bedeutung der Medien für Sozialisation und Identitätsbildung erörtern, indem die Mediennutzung der Jugendlichen exemplarisch am Beispiel des Smartphones verdeutlicht wird. Drauf folgend wird auf das Nutzungsmuster und die Nutzungsmotive eingegangen. Im Anschluss werden die Sozialisation und Identitätsformation durch Medien erklärt. Die aus den Medien resultierenden Risiken werden ebenfalls dargestellt. Den Abschluss der Arbeit bildet das Fazit.

2. Begriffsbestimmungen

Der folgende Abschnitt der vorliegenden Arbeit gilt als theoretische Begriffsgrundlage zur weiteren Aufarbeitung der Thematik.

2.1 Jugend

Grundsätzlich wird ein Leben eines Menschen in vier verschiedene Lebensabschnitte gegliedert und können wie folgt benannt werden: Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter und Ruhestandsalter. Die Redewendung „die Jugend von heute“ hört man im Alltag häufig. Wie kann man die „Jugendphase“ abgrenzen und definieren? Hierzu findet eine Betrachtung auf gesellschaftlicher und individueller Ebene statt.

„Soziologisch betrachtet meint Jugend, wiederum die Lebensphase, in der ein Mensch nicht mehr die stark in familiäre Zusammenhänge eingebundene Rolle des Kindes spielt, zugleich aber auch noch nicht die Rolle des Erwachsenen einnimmt, die zur vollgültigen Wahrnehmung gesellschaftlicher Aufgaben - etwa zur Gründung einer Familie - berechtigt.“ (Ecarius, Jutta et al., 2011, S. 14)

Unter soziologischer und psychologischer Betrachtung wird die Jugend als Lebensphase gesehen, die das Bindeglied oder der Übergang zwischen Kind- und Erwachsensein ist. Sie sorgt für die gesellschaftliche Handlungsfähigkeit. Der Übergang bei einem Jugendlichen wird durch die klassische Ablösung von der Familie und das Orientieren an die Gleichaltrigen-Gruppe bzw. Peergroup beschrieben.

„In allen Ansätzen wird Jugend als Moratorium verstanden, in welchem Jugendliche eine Identität herausbilden, in mehrfacher Weise mit Entwicklungsaufgaben konfrontiert sind und zwischen Integration und Individuation auszubalancieren haben, wobei Medien- und Konsummarkt, Familie, Schule und Peers zentrale Sozialisationskontexte sind.“ (Ecarius, Jutta et al., 2011, S. 41)

In Erweiterung zu diesem Zitat ist ebenfalls Klaus Hurrelmann heranzuführen, der die „Jugendphase“ als ein Lebensabschnitt definiert, in dem sich die Jugendlichen im Schwerpunkt mit dem eigenen Selbst beschäftigen (vgl. Hurrelmann, 1999, S. 39ff). Das lässt sich anhand verschiedener Faktoren wie Familienablösung, politische Partizipation, partnerschaftliche bzw. sexuelle Rolle und die berufliche Rolle verdeutlichen (ebd.).

2.2 Sozialisation

Sozialisation ist ein lebenslanger Prozess, der sich mit natürlichen Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen, die für den Menschen die innere Realität bilden, entwickelt. Die soziale und physische Umwelt bilden für den Menschen die äußere Realität. Die äußeren Einflüsse tragen maßgeblich dazu bei, dass der einzelne Mensch sich in einem gewählten Personenkreis sozial verhält. Das bedeutet, dass das Handeln und Denken durch die Menschen in dem Lebensraum als richtig und nachvollziehbar angesehen werden.

2.3 Individualisierung

Der Begriff „Individualisierung“ ist in der Soziologie nicht einfach zu definieren. Für das Verständnis der vorliegenden Arbeit wird die breitgefasste Definition von Markus Schroer genutzt, die wie folgt lautet: „Die Herauslösung des Einzelnen aus traditionalen Sozialbeziehungen. An ihre Stelle treten selbst gewählte soziale Bindungen, die auch wieder abgewählt werden können“ (Schroer, 2000, S.15). Das bedeutet, dass sich Menschen auf neue Gegebenheiten und Situationen einlassen. Sie versuchen daraus einen eigenen Vorteil zu ziehen. Weiterführend sorgt Individualisierung dafür, dass die klassischen Lebensläufe verschwinden. Jeder Mensch hat somit seinen eigenen individuellen Lebensstil und Lebenslauf.

2.4 Identität

Identität ist ein langfristiger und nie endender Prozess, sondern ein Prozess der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Die Bildung von Identität kann als eine subjektive Verarbeitung von Erfahrungen und Lebensprozessen gesehen werden, die jeder einzelne Mensch mit sich selbst vollziehen muss.

„Identitätssuche erfolgt in Auseinandersetzung mit sozialen Vorgaben, Normen und Erwartungen und darauf bezogen als mehr oder weniger geradlinige Übernahme oder aber als Distanzierung und Kritik gegenüber Identifikationsangeboten. Solche Auseinandersetzungen, etwa mit realen oder medialen Vorbildern, können als gezieltes Nachdenken über das eigene Selbstverständnis erfolgen.“ (Scherr, 2009, S.126)

Im Jugendalter orientieren sich die Jugendlichen an Vorbildern und Gleichaltrigen. Sie formen anhand „spielerisches Verhalten“ viele mögliche Varianten der späteren angenommenen Identität. Eine bewusste Identitätssuche im Jugendalter ist somit nicht festzustellen. Selbst im Erwachsenenalter kann sich die Identität noch ändern.

2.5 Peer-Group

Der Begriff „Peer-Group“ findet eine hohe Bedeutung in der Soziologie. 1958 definierte David Riesmann Peer-Group wie folgt : „Diese ‚Gleichaltrigen-Gruppe‘ (peer group) spielt heute mindestens die Rolle der Geschworenen, wenn man den Eltern noch die der Richter zugestehen will“. Das bedeutet, dass die Gleichaltrigen einen größeren Einfluss im Vergleich zu der Familie haben ab dem gesetzlichen Jugendeintrittsalter mit 14 Jahren. Klaus Hurrelmann unterstützt dies, indem er behauptet, dass das neue soziale Umfeld der Gruppe eine deutliche Veränderung der individuellen Möglichkeit der Entwicklung herbeiführt (vgl. Hurrelmann, 1999, S.40). Peer-Groups bilden maßgeblich die jeweiligen individuellen Werte und Normen eines Jugendlichen.

2.6 Medien

Medien sind Kommunikationsmittel. Medien lassen sich untergliedern in Massen- und Kommunikationsmedien und digitale Medien. Zu den Massen- und Kommunikationsmedien gehören zum Beispiel: Fernsehen, Printmedien und Hörfunk / Radio. Bei den digitalen Medien sind das Internet, das Laptop und das Smartphone zu nennen. Medien gelten somit in der Gesellschaft als Massenkommunikationsmittel. Die Menschen nutzen die Medien um an der Gesellschaft teilzunehmen. Sie informieren sich über das Fernsehen oder dem Internet. Die Inhalte in den Medien dienen der Gesellschaft als Themen zur persönlichen Kommunikation. Die Medien gelten heutzutage als ein wichtiger Faktor zur Identitätsbildung, bestes Beispiel ist das Smartphone.

3. Bedeutung der Medien für Sozialisation und Identitätsbildung

Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit und befasst sich mit der Mediennutzung und dessen Auswirkungen auf die Sozialisation und Identitätsbildung. Das Smartphone wird als exemplarisches Bespiel genutzt, da um die medialen Einflüsse in der heutigen Gesellschaft zu veranschaulichen.

3.1 Mediennutzung von Jugendlicher am Medium Smartphone

Im folgenden Abschnitt wird die Mediennutzung der Jugendliche am Smartphones gezeigt. Das Smartphone ist bei den heranwachsenden Jugendlichen das wichtigste und bedeutsamste Medium (vgl. Heike vom Orde et. al., 2018, S. 5). Laut der Studie von Heike vom Orde und Dr. Alexandra Durner besitzen 97% der Jugendlichen, unabhängig von Geschlecht, ein eigenes Smartphone. Einhergehend mit dem Smartphone ist ebenfalls die Nutzung des Internets besonders zu erwähnen, da es eine wichtige Rolle im Leben der Jugendlichen bzw. Heranwachsenden einnimmt. Dies lässt sich zum einen an der mobilen Internetnutzung der Jugendlichen bzw. Heranwachsenden festmachen. Die Studie von Heike vom Orde und Dr. Alexandra Durner hat ergeben, dass 63% der 14 – 29-jährigen Jugendlichen das Internet über das Smartphone nutzen (ebd., S. 60). Das Smartphone vereint alle Medien, was auf den technologischen Fortschritt zurückzuführen ist.

3.2 Nutzungsmuster

Die Gesellschaft befindet sich im Internetzeitalter. Das bedeutet, dass alle wichtigen und existenziellen Aktivitäten oder Lebensschritte im Internet möglich sind. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte „Online Banking“. Das Verwalten der persönlichen Konten im Internet über ein internetfähiges Gerät erspart den Menschen den Gang zur nahliegenden Bankfiliale. Stattdessen werden die Applikationen, auch „Apps“ genannt, oder die Internetseiten der Banken aufgerufen, um die Transaktionen zu tätigen. Das handschriftliche Ausfüllen von Überweisungsträger findet weitestgehend gar nicht mehr statt. Die Jugendlichen bzw. Heranwachsenden sehen das „Online Banking“ schon als selbstverständlich an, da sie damit aufgewachsen sind.

Neben dem Nutzen von verschiedenen Apps wird das Smartphone zum Telefonieren genutzt. Dies bewies die Studie von Heike vom Orde und Dr. Alexandra Durner, da 88% der Jugendlichen über das Smartphone telefonieren (ebd., S. 58). Aus diesem Ergebnis ist zu schließen, dass die Heranwachsenden bzw. Jugendlichen das Medium Smartphone nutzen, um die Kommunikation zu ihrer Peer-Group jederzeit und überall aufrecht zu erhalten. Die Studie ergab zusätzlich, dass 82% der Befragten sogenannte „Kurznachrichtendienste“, wie zum Beispiel „WhatsApp“, „Threema“, „Telegram“ oder „Line“ nutzen (ebd.). All diese Kurznachrichtendienste haben zwei Gemeinsamkeiten. Die erste Gemeinsamkeit ist, dass eine Internetverbindung besteht, ansonsten würde der kommunikative Austausch nicht funktionieren. Die zweite Gemeinsamkeit ist, dass all diese Kurznachrichtendienste nur in Form von Applikationen bzw. Apps auf den jeweiligen Smartphones genutzt werden können. Laut der Studie sind „WhatsApp“, „Instagram“, „Snapchat“, „YouTube“ und „Facebook“ die meist genutzten Apps der Jugendlichen bzw. Heranwachsenden auf dem Smartphone (ebd., S. 44;61).

Das Nutzungsmuster der Jugendlichen bzw. Heranwachsenden weist eine geschlechtertypische Ausprägung auf, die nur an der Nutzung der Apps auf den Smartphones festzumachen ist. Mädchen nutzen die Apps „WhatsApp“, „Instagram“ und „Snapchat“ deutlich intensiver und häufiger als die Jungen. Daran lässt sich erkennen, dass Mädchen das Smartphone hauptsächlich für die Kommunikation nutzen, um durch den Austausch von Sprach-, Bild- oder Textnachrichten stets und ständig auf dem aktuellsten Stand zu sein. Im Vergleich dazu nutzen die Jungen diese Apps weniger. Das bedeutet nicht, dass die Jungen kein Interesse haben in Kommunikation zu ihrer Peer-Group zu stehen. Die Jungen nutzen das Smartphone auch als Unterhaltungsmedium, was durch die Nutzung der App „YouTube“ sehr gut verdeutlicht wird (ebd.).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es Überscheidungen in den Nutzungsmustern von Jungen und Mädchen gibt, die da wären: Kommunikation via Kurznachrichtendienste, Socialmedia-Plattformen, die Unterhaltung über Streaming-Seiten und das Telefonieren.

3.3 Nutzungsmotive

Die Nutzungsmotive erscheinen auf den ersten Blick recht unterschiedlich. Bei einer näheren Betrachtung ist auffallend, dass unter allen Jugendlichen ein gemeinsames Motiv zu erkennen ist, nämlich die Nutzung des Smartphones zur Kommunikation. Dieses Nutzungsmotiv ist als wichtigstes und essenziellste Motiv anzuführen (ebd.).

Das Smartphone dient in vielen Situationen zur Ablenkung bzw. zum Zeitvertreib (ebd. S.10). Es scheint, als würden sich die Jugendlichen bzw. Heranwachsenden eher mit ihrem Smartphone beschäftigen, als sich mit einer Situation in ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Wenn sich Jugendliche in einer ruhigen und tatenlosen Situation befinden, suchen sie Anreize durch das Smartphone. Es wirkt, als gäbe es kaum Situationen, in denen junge Menschen mit ihren Gedanken auseinandersetzen müssen. Bevor solche Situationen eintreffen, wird durch die Verwendung des Smartphones Ablenkung in verschiedenster Form gesucht und geschaffen. Einem Warten oder Nichtstun wird innerhalb kürzester Zeit mithilfe des Smartphones entgegengewirkt. Es wird der Eindruck erweckt, dass es den Jugendlichen auch unangenehm ist „nichts zu tun“. Das Smartphone dient gleichzeitig zur Entspannung und Erholung zu sein.

Neben dem Nutzungsmotiv „Ablenkung und Zeitvertreib“, nimmt das Smartphone aufgrund seiner Multifunktionalität eine sehr wichtige Rolle im Leben junger Menschen ein. (ebd. S.10). Das Smartphone ist ein Gebrauchsgegenstand, welches im Alltag eines Jugendlichen bzw. Heranwachsenden nicht mehr wegzudenken ist (ebd. S.10). Die Jugendlichen fühlen sich ohne das Smartphone leer, weil sie es stets bei sich haben. Ist das Smartphone nicht in der gewohnten Tasche, wie der Hosentasche oder der Handtasche, überkommt den Jugendlichen ein panikerfülltes Gefühl. Das panische Gefühl, dass etwas nicht stimmt oder etwas Wichtiges vergessen wurde, wird durch motorische, unterbewusste Griffe zum Smartphone verstärkt. Das sofortige aufkommende Gefühl, dass etwas nicht stimmt oder etwas Wichtiges vergessen wurde, sowie die motorischen, unterbewussten Griffe zum Smartphone, was beispielsweise nicht in der Hosentasche ist. Des Weiteren wird das Smartphone von einigen Jugendlichen als Mittel zur Informationsbeschaffung herangezogen. Besonders hier spielt die Verwendung des Internets eine besonders große Rolle. Die Möglichkeit, die Suchmaschine „Google“ verwenden zu können, ist dabei essentiell. Bei jeder kleinsten Frage wird das Smartphone gezückt und „gegoogelt“. Weiterführend werden aber auch unterschiedliche Apps zur Informationsbeschaffung genutzt, wie zum Beispiel Zeitungs-Apps und Sport-Apps (ebd., S. 11ff.).

Abschließend ist den aufgezeigten Nutzungsmotiven zu entnehmen, dass die Jugendlichen den medialen Raum über das Smartphone nutzen, um sich von der fremden Außenwelt zuentfernen und damit in den medialen Raum flüchten. Sie nutzen das Internet, Apps oder die Telefonie, um sich in der Gegenwart von fremden Menschen weiterhin mit ihren Bezugspersonen auszutauschen.

3.4 Identitätsformation durch Medien

Es besteht ein wichtiger Zusammenhang zwischen Medienkonsum und der Identitätsformation bei Jugendlichen bzw. Heranwachsenden. Durch den hohen Konsum von der Vielfalt an medialer Unterhaltung, den tagtäglichen Einflüssen und Handlungen in der realen Welt entsteht bei den jungen Menschen eine Unstimmigkeit. Diese Unstimmigkeit ist letztendlich die Identität. Die Medien sind eine Plattform zur Identifikation und Identitätsbildung. Des Weiteren bieten Medien eine Form von Träumen und Lebensformen, die jedoch nicht realisierbar sind, aber angestrebt werden. „Im Zusammenhang mit Identitätsentwicklungen werden Identifikationen notwendig und wichtig. Diese suchen sich Menschen in ihrem unmittelbaren sozialen, aber auch medialen Umfeld.“ (Hoffmann, D., 2010, S. 23). Vielfältige Identifikationsmöglichen in realen und medialen Lebenssituationen legen den Grundstein für eine Gestaltung des Selbstbildes. Jeder Mensch versucht für sich selbst eine Anleitung zur Persönlichkeitsbildung zu entdecken. Hierbei hilft oft die Orientierung an Vorbildern oder Identitätsbildern.

„Wer die Entwicklung Heranwachsender in eine bestimmte Richtung gelenkt sehen möchte, Werte und Ideale fordert, die nicht nur durch klassische Bildungsinstanzen zu vermitteln sind, sondern insbesondere auch im Rahmen alltäglicher Handlungsprozesse gebildet und ausformuliert werden, verlangt nach Vorbildern, die die Jugend prägen.“ (Wegener, C., 2008, S. 17)

Durch das Rezipieren von verschiedenen Medieninhalten entsteht bei den Heranwachsenden die Möglichkeit, sich eigenständig Identifikationsbilder auszuwählen und sich mit denen kritisch auseinander zu setzen (vgl. Spanhel, D., 2010, S.78). Durch eine Art Rollenspiel können die jungen Menschen diese Rolle erproben und daraus ihre Schlüsse ziehen. Die jugendliche Persönlichkeitsentwicklung ist hauptsächlich durch die Suche nach Vorbildern geprägt. Besonders bei der Suche nach Vorbilder helfen die Medien. Medienpersonen bieten den Heranwachsenden facettenreiche Identifikationsfiguren, welche mögliche Identitätsentwürfe aufzeigen können. Die Ablösung von der Familie und die damit einhergehende Ablösung von den familiären Autoritätspersonen unterstützt die Identitätssuche durch den Medienkonsum und durch die Peer-Groups. Laut der Studie von Heike vom Orde und Dr. Alexandra Durner, sowie der JIM Studie 2017 werden Medienakteure als bedeutsamer eingestuft, als die Akteure aus der Realität. Das verdeutlicht ein Konkurrenzverhalten zwischen Familie, Peer-Groups und Medienakteuren.

„Sie sind gewissermaßen eine Orientierungsgröße z.B. im Hinblick auf Ausstrahlung, Ruhm, musikalisches und sportliches Können, Habitus und Lebensstil, Wertevermittlung, vielleicht auch in Bezug auf politische ‚Correctness‘, auf prosoziale und gesellschaftskritische sowie mitunter sozialdestruktive Einstellungen.“ (Hoffmann, D.,2010, S.23)

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Sozialisation und Identitätsbildung durch Medien bei Heranwachsenden
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,0
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V704503
ISBN (eBook)
9783346185891
ISBN (Buch)
9783346185907
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialisation, Identitätsbildung, Jugendlichen, Medien
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Sozialisation und Identitätsbildung durch Medien bei Heranwachsenden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/704503

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