Nach einer kurzen Vorstellung des Projektes werden in dieser Arbeit Erfahrungen einer nunmehr dreijährigen Tätigkeit als externer Sicherheitsberater, vornehmlich im Bereich von social- profit- Organisationen, aber auch in mittelständischen Gewerbebetrieben, dargelegt. Ich beleuchte die Intention, warum ich mich für dieses Thema entschieden habe und den prognostizierten Nutzen für Beteiligte in Organisationen und Unternehmen.
Anschließend werden mittels systemischer Kontextanalyse die grundlegenden personellen, funktionalen und organisationalen Rahmenbedingungen im Sicherheits- und Gesundheitsschutzmanagement aus meiner Sicht dargestellt.
Nach einer Auseinandersetzung mit den Lerntheorien werden die Inhalte der Theorieinputs vorgestellt und die Auswahl in Verbindung zum Lernziel beschrieben.
Im letzten Schritt wird ein Modell eines Seminars aufgezeichnet, welches zur Kompetenzerweiterung für strukturiertes und lösungsorientiertes Arbeiten in Gesprächs- und Entscheidungsplattformen des Sicherheits- und Gesundheitsschutzmanagements dienen soll.
Inhaltsverzeichnis
1 Projektbeschreibung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Weiterbildung
1.3 Zielgruppe
1.4 Methodik und Rahmen
2 persönlicher Hintergrund
2.1 Geschichte meines Berufes
2.2 Erfahrungen als externer Sicherheits- Berater
2.3 Intention
3 Systemische Analyse
3.1 Definition und Beschreibung der Beteiligten
3.1.1 MitarbeiterInnen
3.1.2 Sicherheitsvertrauenspersonen
3.1.3 Sicherheitsfachkräfte und ArbeitsmedizinerInnen
3.1.4 BetriebsrätInnen
3.1.5 Geschäftsführung, ArbeitgeberIn, Unternehmensleitung
3.1.6 Operative Führungsebene
3.1.7 Zusammenfassung
3.2 Konfliktanalyse
3.2.1 Rollenkonflikte
3.2.2 Ausgangssituation
3.2.3 Sachkonflikte
3.2.4 Konfliktpotenzialbeschreibung
3.2.5 Resümee
3.3 Neutralitätsfallen
3.4 Hilfssystem
4 Lerntheoretische Ansätze
4.1 Grundsätzliches
4.2 Klassische Lerntheorien
4.3 personzentrierter Ansatz in der Lerntheorie
4.4 Zusammenfassung der Lerntheorien bezüglich der Anwendung
5 Ausgewählte Theorie und Gruppenarbeiten
5.1 Position/ Funktion – Rolle
5.1.1 Theorie dazu
5.1.2 Übung Position/ Funktion- Rolle, Visualisierung und Reflexion
5.2 Konflikttheorie
5.2.1 Theorie dazu
5.2.2 Konfliktübung- Einzelarbeit und Reflexion
5.2.3 Funktion- Konflikt- Übung und Reflexion
5.3 Rangdynamikmodell nach Raoul Schindler
5.3.1 Theorie dazu
5.3.2 Übung zu Rangdynamikmodell und Reflexion
6 Seminarablauf
6.1 Struktureller Ablauf
6.2 Hauptintervention Planspiel
6.3 Sonstige Interventionen und die Intention dahinter
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Kompetenzerweiterung für Führungskräfte und Entscheidungsträger im betrieblichen Sicherheits- und Gesundheitsschutzmanagement, um Entscheidungsprozesse in multifunktionalen Teams durch systemisches Verständnis und lösungsorientierte Methoden effizienter und konfliktfreier zu gestalten.
- Systemische Analyse der Beteiligten und ihrer Rollenkonflikte
- Grundlagen und Anwendung lerntheoretischer Ansätze
- Methodik des lösungsorientierten Arbeitens in Gesprächs- und Entscheidungsplattformen
- Planspiel als zentrale Interventionsmethode für Praxisnähe
- Umgang mit Neutralitätsfallen und systemische Prozessbegleitung
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Sicherheitsvertrauenspersonen
Diese Personen werden von der Geschäftsführung ausgewählt und der Betriebsrat stimmt zu. Die Bestellung erfolgt für 4 Jahre. Die Ausbildung, welche zu absolvieren ist, umfasst 24 Unterrichtseinheiten, also relativ wenig. In der Praxis haben diese Personen Angst Verantwortung zu übernehmen, wobei die Verantwortung per Gesetz nicht vom Arbeitgeber auf die Sicherheitsvertrauenspersonen übertragen werden kann. Von der Qualifikation her kommen diese Personen oft aus dem technisch fachlichen Bereich. Sie stehen den MitarbeiterInnen funktional nahe. Man bezeichnet sie auch manchmal als Sicherheits- und Gesundheits- BetriebsrätInnen. Interessant ist der Umstand, dass diesen Personen ein Kündigungsschutz eingeräumt wurde. Sicherheitsvertrauenspersonen haben in der Regel weder vor noch nach ihrer Bestellung zusätzliche diese Tätigkeit unterstützende Weiterbildungen und Seminare genossen. In der Praxis klagen sie manchmal nicht ernst genommen zu werden (von KollegInnen). Es ist funktionsspezifisch erforderlich, dass SVPs auch mit hierarchisch höhergestellten MitarbeiterInnen in mittleren Führungsebenen kommunizieren müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Projektbeschreibung: Definiert die Problemstellung im Bereich Sicherheits- und Gesundheitsschutzmanagement und skizziert das Ziel der Kompetenzerweiterung in multifunktionalen Teams.
2 persönlicher Hintergrund: Der Autor erläutert seine Motivation und Erfahrungen als externer Sicherheitsberater und betont die Notwendigkeit einer bewussten Kommunikation.
3 Systemische Analyse: Analysiert die Rollen und Konfliktpotenziale der verschiedenen Akteure im ArbeitnehmerInnenschutz und bietet Hilfsinstrumente zur Neutralität.
4 Lerntheoretische Ansätze: Diskutiert kognitive und personzentrierte Lerntheorien als Basis für die Gestaltung von Seminaren und Weiterbildungen.
5 Ausgewählte Theorie und Gruppenarbeiten: Stellt konkrete Theorieinputs und Übungen zu Rollen, Konflikten und Rangdynamik für den Seminarkontext vor.
6 Seminarablauf: Präsentiert ein konkretes 3-Tages-Modell inkl. Hauptintervention durch ein Planspiel und sonstiger methodischer Interventionen.
Schlüsselwörter
Sicherheits- und Gesundheitsschutzmanagement, Gesprächsführung, Systemische Analyse, Rollenkonflikte, Planspiel, Kompetenzerweiterung, Prozessberatung, Betrieblicher Arbeitsschutz, Konfliktmanagement, Rangdynamik, Sicherheitsvertrauensperson, Präventivfachkräfte, Unternehmenskultur, Moderation, Lerntheorien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Abschlussarbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verbesserung der Gesprächsführung und Entscheidungsfindung in multifunktionalen Teams innerhalb des betrieblichen Sicherheits- und Gesundheitsschutzmanagements.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Zu den Kernbereichen gehören die systemische Rollenanalyse, die Konfliktanalyse im Betrieb, die Anwendung moderner Lerntheorien und die methodische Gestaltung von Führungskräftetrainings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines praxisnahen Seminar-Modells zur Kompetenzerweiterung, das Beteiligten hilft, sachlich, lösungsorientiert und effizient zu arbeiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es wird eine systemische Kontextanalyse sowie ein lerntheoretischer Ansatz (personzentriert) verfolgt, kombiniert mit handlungsorientierten Methoden wie Planspielen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systemische Analyse der Akteure, eine fundierte Konfliktanalyse (Sach- vs. Sozialkonflikte) sowie die Ausarbeitung eines dreitägigen Seminarablaufs.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Sicherheit & Gesundheit, Prozessberatung, Rollenverständnis, Konfliktpotenzial, Planspiel und Perspektivenwechsel.
Warum ist das Planspiel ein zentraler Bestandteil des Seminars?
Das Planspiel dient als "Doppeldecker", in dem reale betriebliche Probleme in einer spielerischen Umgebung durch Rollentausch behandelt werden, um festgefahrene Muster zu lösen.
Welche Rolle nehmen Sicherheitsvertrauenspersonen in dem Modell ein?
Sie werden als interne Akteure analysiert, die oft zwischen den technischen Anforderungen und den Ängsten der Belegschaft stehen und gezielte Kommunikation benötigen.
Wie geht der Autor mit der Gefahr der Neutralitätsfalle um?
Der Autor nutzt spezifische Hilfsinstrumente und Reflexionsfragen nach Gester, um die eigene Trainerrolle von der Rolle des Expertenberaters klar abzugrenzen.
Was ist die Bedeutung des "Omegas" im Rangdynamikmodell?
Das Modell nach Raoul Schindler wird genutzt, um die Rolle des Außenseiters (Omega) zu beleuchten und deren Integration für eine leistungsfähige Gruppe als essenziell zu erklären.
- Quote paper
- MAS MSc Bernhard Gura (Author), 2002, Gesprächsführung in multifunktionalen Teams im Sicherheits- und Gesundheitsmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70534