[...] China gehört zu den ältesten Zivilisationen und Hochkulturen der Menschheit. Als Träger dieser Kultur und dominierende Volksgruppe haben sich in der Geschichte Chinas die Han-Chinesen etabliert. Schriftliche Aufzeichnungen über die chinesische Zivilisation reichen über 3.500 Jahre zurück. Im Mythos geht sie ursprünglich auf die drei Urkaiser zurück: Shen-Nong, Fu-Xi und schließlich der „gelbe Kaiser“ Huang-Di, als eigentlicher Kulturschöpfer. Den 3 Kaiseren voran gingen 16 irdische und eine Reihe himmlischer Kaiser. Historische Belege für die Existenz dieser Persönlichkeiten gibt es allerdings keine, sie sollen laut Überlieferung vor 5.000 bis 6.000 Jahren gelebt haben. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Geschichte
1.1 Antike Geschichte
1.2 Kaiserzeit
2. Einleitung
3. China am Vorabend des Boxeraufstandes
3.1 Das Deutsche Kaiserreich in China
3.2 Ursachen für die Entstehung der Yihequan
3.3 Hintergründe der Boxerbewegung
4. Der „Boxerkrieg“ und das Deutsche Kaiserreich
4.1 Die Ereignisse in China
4.2 Kaiser Wilhelm II. und die ostasiatischen Wirren
4.3 Der „Weltmarschall“ Waldersee
5. Der Friedensschluß
6. Bilanz
7. Literaturnachweis
7.1 Quellen
7.2 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Semesterfacharbeit untersucht den historischen Zusammenhang zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem Boxeraufstand in China im Jahr 1900. Dabei wird analysiert, inwieweit deutsche Interessen und die Kolonialpolitik, insbesondere in der „Musterkolonie“ Kiautschou, zur Zuspitzung der Lage beitrugen und welche innen- sowie außenpolitischen Folgen die Ereignisse für Deutschland und China hatten.
- Analyse der chinesischen Situation am Ende des 19. Jahrhunderts
- Einfluss der deutschen Kolonialpolitik auf die Entstehung der Yihequan
- Die Rolle der „Hunnenrede“ und die Reaktion von Kaiser Wilhelm II.
- Das Wirken des Oberbefehlshabers Graf von Waldersee
- Die Auswirkungen der Sühnemission und des Boxerprotokolls auf die bilateralen Beziehungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Deutsche Kaiserreich in China - „scramble for concessions“
„Wir wollen niemanden in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne“, stellte der Reichskanzler Fürst Bülow 1897 im Reichstag fest. Mit der Okkupation der Bucht von Jiaozhou am 14. November desselben Jahres stand das Deutsche Reich am Beginn der "Weltpolitik" der Wilhelminischen Ära. Unter dem Vorwand der Ermordung zweier deutscher Missionare landete die kaiserliche Marine am 14. November 1897 in der Bucht am Gelben Meer. Knappe fünf Monate später, am 6. März 1898, mußte das Mandschuregime den so genannten Kiautschou - Vertrag unterschreiben, in dem China die Bucht und das umliegende Gebiet von 515 Quadratkilometern (nicht die Stadt selbst) für 99 Jahre an das Deutsche Reich verpachtete. Zusätzlich wurde die Provinz Schantung in eine deutsche Einflusszone umgewandelt, in der die Deutschen eine Vorzugsbehandlung gegenüber den anderen europäischen Mächten genossen.
Der 50 km breite Streifen entlang der Grenze des Pachtgebietes wurde als neutrale Zone angesehen. Deutschland erhielt das Recht, Truppen nach Belieben durch die Zone marschieren zu lassen, alle Maßnahmen Chinas mußten mit der deutschen Regierung abgestimmt werden. Eine weitere wichtige Festlegung des Vertrages beinhaltete die Genehmigung zum Bau zweier Eisenbahnlinien, die beide zur Provinzhauptstadt Jinan führen sollten. Der Zweck des überseeischen Stützpunktes war die kommerzielle Erschließung des Hinterlandes und/oder ein Beitrag zur Logistik maritimer Machtentfaltung. Um Jiaozhou längerfristig zu legitimieren, mußte der wirtschaftliche Ausbau vorangetrieben werden. Unter Beteiligung verschiedener deutscher Unternehmen, dominiert von der Deutsch-Asiatischen Bank, wurde das gemeinsame kapitalkräftige Schantung - Syndikat gebildet. Dem vom Syndikat gebildeten Unternehmen der „Schantung – Eisenbahngesellschaft“ wurde die Konzession zum Bau und Betrieb der Bahnstrecke nach Jinan übertragen – ein Fehlschlag wie sich später herausstellte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Geschichte: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die chinesische Zivilisationsgeschichte von den Anfängen der Xia-Dynastie bis zum Ende der Kaiserzeit.
2. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Anlass der Arbeit und die historische Aufregung in Europa infolge der Berichte über den Boxeraufstand.
3. China am Vorabend des Boxeraufstandes: Hier werden die politische Schwäche Chinas und die zunehmenden Forderungen westlicher Mächte analysiert.
3.1 Das Deutsche Kaiserreich in China: Dieses Kapitel behandelt die deutsche Okkupation von Jiaozhou und die Errichtung der Einflusszone in Schantung.
3.2 Ursachen für die Entstehung der Yihequan: Es werden die sozio-ökonomischen und religiösen Gründe für die Abneigung der Bevölkerung gegenüber Ausländern und Missionaren erläutert.
3.3 Hintergründe der Boxerbewegung: Der Text beschreibt die Ursprünge der Geheimgesellschaften und ihre Radikalisierung nach der deutschen Kolonialpräsenz.
4. Der „Boxerkrieg“ und das Deutsche Kaiserreich: Dieses Hauptkapitel analysiert den Ausbruch des Krieges, die Belagerung Pekings und die militärische Intervention.
4.1 Die Ereignisse in China: Eine Darstellung des militärischen Vordringens und der internationalen Reaktion auf die Belagerung des Gesandtschaftsviertels.
4.2 Kaiser Wilhelm II. und die ostasiatischen Wirren: Untersuchung der sogenannten „Hunnenrede“ und ihrer propagandistischen sowie politischen Auswirkungen.
4.3 Der „Weltmarschall“ Waldersee: Eine Betrachtung der Ernennung und des Wirkens von Alfred Graf von Waldersee als Oberbefehlshaber.
5. Der Friedensschluß: Zusammenfassung der Sühneverhandlungen, des Boxerprotokolls und des deutsch-englischen Abkommens.
6. Bilanz: Eine kritische Betrachtung der Ereignisse und deren langfristige Bedeutung für das moderne China und die deutsche Außenpolitik.
7. Literaturnachweis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur zur Arbeit.
7.1 Quellen: Verzeichnis der Primärdokumente wie Verträge und Reden.
7.2 Literatur: Auswahl an wissenschaftlichen Werken zur chinesischen Kolonialgeschichte.
Schlüsselwörter
Boxeraufstand, Deutsches Kaiserreich, Kiautschou, Kaiser Wilhelm II., Yihetuan, Hunnenrede, Graf von Waldersee, Schantung, Kolonialpolitik, Boxerprotokoll, Sühnemission, China, Kaiserinwitwe Cixi, Weltpolitik, Missionare.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Verwicklung des Deutschen Kaiserreiches in den chinesischen Boxeraufstand und die daraus resultierenden diplomatischen sowie militärischen Konsequenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die deutsche Kolonialpolitik in China, die Entstehung der Boxerbewegung, die Rolle von Kaiser Wilhelm II. und die internationalen Friedensverhandlungen nach 1900.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der deutschen „Weltpolitik“ und dem Ausbruch des gewaltsamen Boxeraufstandes aufzuzeigen und die Rolle Deutschlands in diesem globalen Konflikt zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode unter Auswertung von Quellen, zeitgenössischen Dokumenten und einschlägiger Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Ereignisse in China, die Eskalation durch die „Hunnenrede“, die militärische Führung unter Waldersee und die Sühnehandlungen nach dem Krieg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Boxeraufstand, Kiautschou, Kaiser Wilhelm II., koloniale Intervention und bilaterale Beziehungen zwischen Deutschland und China.
Welche Bedeutung hatte die „Hunnenrede“ für das Ansehen Deutschlands?
Die Rede sorgte international für Aufsehen und lieferte Gegnern des Deutschen Reiches während des Ersten Weltkrieges Propagandamaterial, da der Ausdruck „Hunnen“ negativ assoziiert wurde.
Wie wurde die „Sühnemission“ des Prinzen Chun in Deutschland bewertet?
Die Sühnemission war ein diplomatischer Akt zur Beilegung des Konflikts, bei dem Prinz Chun persönlich um Verzeihung für die Ermordung des deutschen Gesandten bat, wofür er in Deutschland ritterlich empfangen wurde.
- Citation du texte
- Gordon Niegisch (Auteur), 2005, Das Deutsche Kaiserreich und der Boxeraufstand in China 1900, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70546