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R und R-Vokalisierung

Title: R und R-Vokalisierung

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 23 Pages , Grade: 1+

Autor:in: M.A. Friederike Kleinknecht (Author)

German Studies - Linguistics
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Das R ist im Deutschen eines der komplexesten Phoneme und verrät in seiner Artikulation mit am leichtesten einen regionalen oder ausländischen Akzent. Es kennt eine Reihe von Allophonen, von denen einige freie (bzw. regional bedingte), andere kontextabhängige Varianten sind; ihre richtige Anwendung ist zwar nicht von bedeutungsunterscheidender Relevanz (vgl. den Begriff „System“ bei Coseriu, s.u.), doch wird eine Abweichung sofort bemerkt („Norm“ bei Coseriu).
Seit Ende des 19. Jahrhunderts finden sich in der Literatur immer wieder Anmerkungen und erste Aufsätze über die R-Aussprache im Deutschen, auffälligerweise anfänglich zumeist unter dem Aspekt der Normgerechtheit. Im 20. Jahrhundert folgen weitere Publikationen, längere Aufsätze und Monographien allerdings erst in den 1960er und 1970er Jahren. Das Spektrum der Untersuchungsschwerpunkte erweitert sich und umfasst nun phonetische, auditive, artikulatorische, silbenstrukturbezogene, vergleichende, historische, einzeldialektale und literarische Gesichtspunkte; die Frage der Normgerechtheit rückt in den Hintergrund bzw. wird anhand von statistischen Erhebungen zu beantworten versucht. Die Hauptfragestellung jedoch bleibt bestimmt von zwei für das Deutsche charakteristischen Phänomenen: dem uvularen und dem vokalisierten R (die hier getrennt behandelt werden, mit gutem Recht aber auch unter dem Begriff „Reduktionsformen“ zusammengefasst werden können).
Die vorliegende Arbeit versucht, einen Überblick über die Problematik der R-Realisation im Deutschen zu geben. Notgedrungen bleiben dabei einige Aspekte auf der Strecke bzw. werden nur am Rande behandelt , doch sollte das durch die weiterführenden Literaturhinweise wettgemacht werden.
Als erstes wird mit einer Beschreibung der verschiedenen Allophone sozusagen das Arbeitswerkzeug gegeben, mit dem zunächst dann das uvulare und das vokalisierte R unter einem eher globalen Gesichtspunkt behandelt werden. Anschließend wird die tatsächliche Gebrauchsnorm im Deutschen mit ihren regionalen und positionsbedingten Realisierungsformen beleuchtet und schließlich mit der präskriptiven Normgebung in den Aussprachewörterbüchern verglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phonem /r/

2.1. R-Allophone

2.2. Zungen- vs. Zäpfchen-R

2.3. Vokalisiertes R

3. Die Norm im Deutschen

3.1. Regionale Unterschiede

3.2. R-Realisierung in verschiedenen Positionen

3.2.1. R im Anlaut prävokalisch

3.2.2. R intervokalisch

3.2.3. R postvokalisch nach Langvokal

3.2.4. R postvokalisch nach Kurzvokal

3.2.5. R nach /a/ und /a:/

3.2.6. R in den Präfixen ver-, er-, her-, zer- und im Suffix -er

3.3. Kompensationsstrategien

3.3.1. Dehnung

3.3.2. Schließung

3.3.3. Zentralisierung

3.3.4. Diphthongierung

3.3.5. Senkung

3.3.6. Rhotazierung

3.4. Die präskriptive Norm

4. Schlussbemerkung

5. Literatur

5.1. Verwendete Literatur

5.2. Weiterführende Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe Artikulation des Phonems /r/ im Deutschen unter Berücksichtigung synchroner und diachroner Aspekte, um den Wandel von den verschiedenen R-Allophonen hin zur vokalisierten Realisierung sowie deren Verhältnis zur präskriptiven Norm zu klären.

  • Phonetik und Artikulation des Phonems /r/
  • Regionale und kontextabhängige Realisierungsvarianten
  • Entwicklung des vokalisierten R und R-Schwund
  • Kompensationsstrategien bei R-Reduktion
  • Spannungsfeld zwischen Gebrauchsnorm und präskriptiver Norm

Auszug aus dem Buch

2. Das Phonem /r/

R-Phoneme sind in ca. 75% aller Sprachen vorhanden und zeichnen sich durch verschiedene Gemeinsamkeiten aus:5

- Sie nehmen im Konsonantensystem und in den Silbenstrukturen verschiedener Sprachen den gleichen Platz ein.

- Sie tendieren (in Sprachen, die Konsonantenhäufungen kennen) dazu, nahe am Silbenkern aufzutreten.

- Sie tendieren postvokalisch zu Vokalisierung bzw. Verschwinden.

- Sie haben ähnliche Effekte auf die Lautumgebung: Vokale vor R tendieren zur Dehnung; Vokale vor und nach R tendieren zur Senkung.

- Sie alternieren oft mit anderen rhotischen Lauten, d.h. es gibt häufig mehrere R-Allophone.

Diese Aufführung der Gemeinsamkeiten deutet bereits darauf hin, dass der gemeinsame Nenner nicht allzu groß ist: Schon allein in den Sprachen Westeuropas findet sich eine Vielzahl von artikulatorisch wie perzeptiv sehr unterschiedlichen R-Allophonen, darunter Vibranten, Frikative, Taps, Approximanten und Vokale. Nicht für alle von ihnen gibt es IPA-Zeichen, und nicht alle von ihnen sind für das Deutsche relevant, doch zumindest die wichtigsten sollen in der Folge kurz beschrieben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität des Phonems /r/ ein und legt den Fokus auf die Problematik der R-Realisation und Normgerechtigkeit im Deutschen.

2. Das Phonem /r/: Das Kapitel definiert R-Phoneme, listet deren allgemeine linguistische Gemeinsamkeiten auf und beschreibt detailliert die verschiedenen konsonantischen sowie vokalischen Allophone.

3. Die Norm im Deutschen: Hier werden regionale Unterschiede, positionsabhängige Realisierungsformen und die verschiedenen Kompensationsstrategien (wie Dehnung oder Vokalisierung) sowie das Verhältnis zur präskriptiven Norm analysiert.

4. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, sowohl synchron als auch diachron auf die Standardisierung von Reduktionsformen des /r/ zu blicken.

5. Literatur: Dieses Kapitel enthält eine umfassende Auflistung der für die Arbeit herangezogenen sowie weiterführenden wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Phonem /r/, R-Realisation, R-Allophone, Vokalisiertes R, R-Schwund, Artikulation, Gebrauchsnorm, Präskriptive Norm, Kompensationsstrategien, Dehnung, Diphthongierung, Lautwandel, Sprachökonomie, Standardaussprache, Phonetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Realisierung des Phonems /r/ im Deutschen, analysiert dessen verschiedene Aussprachevarianten und untersucht, wie sich diese im Laufe der Zeit in Richtung Vokalisierung verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Artikulation der R-Allophone, regionale Unterschiede in der Aussprache, der Prozess der R-Vokalisierung sowie die Diskrepanz zwischen der gelebten Gebrauchsnorm und der festgelegten präskriptiven Norm.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Problematik der R-Realisation zu geben und zu klären, warum und wie konsonantische und vokalische Reduktionsformen als neue Norm anerkannt werden sollten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung bestehender linguistischer Literatur und statistischer Erhebungen, um die synchronen und diachronen Aspekte der R-Aussprache zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Allophone, die Analyse der R-Realisierung in verschiedenen Wortpositionen, die Untersuchung von Kompensationsstrategien bei der R-Reduktion sowie die Gegenüberstellung von Gebrauchsnorm und präskriptiver Norm.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Phonem /r/, R-Allophone, Vokalisierung, R-Schwund, Gebrauchsnorm, präskriptive Norm, Dehnung, Diphthongierung und Artikulation.

Gibt es einen historischen Bezug zum Zäpfchen-R?

Ja, die Arbeit diskutiert verschiedene Thesen zum Ursprung des Zäpfchen-R im Deutschen, einschließlich der Hypothese zum französischen Einfluss und der Gegenposition eines nativen Ursprungs durch spontane regionale Entwicklung.

Wie unterscheidet sich die präskriptive von der deskriptiven Norm?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die präskriptive Norm (festgelegt in Wörterbüchern) oft von der tatsächlichen Gebrauchsnorm (der statistisch erfassten, gelebten Aussprache) abweicht, wobei sich diese Diskrepanz bei keinem anderen Phonem so deutlich zeigt wie beim R.

Warum wird R-Vokalisierung oft als R-Schwund bezeichnet?

Die Vokalisierung wird als eine Stufe des R-Schwunds angesehen, da das konsonantische R in "schwachen" Positionen, wie im Silbenauslaut, sukzessive reduziert wird, was oft zu einer völligen Elidierung führen kann.

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Details

Title
R und R-Vokalisierung
College
LMU Munich
Course
Probleme der Lautstruktur und der Orthographie der Gegenwartssprache
Grade
1+
Author
M.A. Friederike Kleinknecht (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V70667
ISBN (eBook)
9783638619240
ISBN (Book)
9783638674508
Language
German
Tags
R-Vokalisierung Probleme Lautstruktur Orthographie Gegenwartssprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Friederike Kleinknecht (Author), 2006, R und R-Vokalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70667
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