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Eine Vierte Gewalt? Der Einfluß der bundesdeutschen Medien auf die Bevölkerung am Beispiel des Rassismus in der Presse

Title: Eine Vierte Gewalt? Der Einfluß der bundesdeutschen Medien auf die Bevölkerung am Beispiel des Rassismus in der Presse

Term Paper , 2001 , 14 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Anna Fehmel (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Welche Macht, insbesondere welche politische, üben die Medien in der Bundesrepublik Deutschland auf den Bürger aus? Angesichts der "Rolle der Medien bei der Information, der Kommunikation, der Urteils- und der politischen Bewußtseinsbildung in der Massendemokratie" , erscheint es immer wieder erstaunlich, wie vehement Medienmacher ihren "Einfluß auf das gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Geschehen" leugnen bzw. als überaus gering einschätzen . Auch der Vergleich mit einer so genannten "vierten Gewalt" wird von den Medienverantwortlichen selbst durchweg gescheut.
Im Folgenden soll es nun darum gehen, nach den Funktionen und der Wirkung der Medienberichterstattung zu fragen und dabei insbesondere auf die Rolle der Medien bei der Entstehung und Verfestigung rassistischer Haltungen bis hin zur Aufstachelung zu rassistisch motivierten Handlungen einzugehen. Natürlich kann angesichts der Fülle an Informationen und der Eingeschränktheit des Platzes jeder dieser Punkte nur angerissen und ausschnittsweise betrachtet werden. So soll diese Arbeit keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern einen (groben) Überblick über das Gebiet des medialen Einflusses auf den Bundesbürger geben
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Aufgaben und Wirkung der Medien

2.1. Politische Funktionen

2.2. Wirklichkeitsvermittlung

2.3. Wirkung und Verantwortung

3. Medien - die vierte Gewalt im Staat?

4. Rassismus in den und durch die Medien

4.1. Sprache und Begriffe

4.2. Ein Beispiel chauvinistischer Berichterstattung in SPIEGEL

4.3. Rechtsextremismus in der Presse

4.4. MigrantInnen in der Presse

5. Schlußbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Medien in der Bundesrepublik Deutschland auf die öffentliche Meinungsbildung am Beispiel der Berichterstattung über Rassismus. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie massenmediale Diskurse rassistische Klischees reproduzieren und zur Stigmatisierung von Minderheiten beitragen können.

  • Medien als politische Kontrollinstanz und vierte Gewalt
  • Die konstruierte Wirklichkeitsvermittlung durch die Presse
  • Sprachliche Mechanismen der Abwertung und Ausgrenzung
  • Die Rolle der Medien bei der Verfestigung rechtsextremer Haltungen

Auszug aus dem Buch

4.1. Sprache und Begriffe

Als beispielhafteste Verwendungen abwertender und sogar rassistischer Begriffe im alltäglichen Sprachgebrauch der Medienlandschaft stehen die Bezeichnungen „Asylant“ und „Zigeuner“. Während sich die bürgerliche Presse mit diesen Begriffen vorläufig noch zurückhält, haben sie in die Schreibgewohnheiten der Boulevardpresse bereits vor Jahren Einzug gehalten und werden samt der ihnen anhängnden Klischees breit gestreut. Der Asylbewerber wird in den Köpfen der Leser zum Asylanten abgewertet, was fast automatisch mit „Scheinasylant“ und „Asylbetrugs“ in Verbindunggebracht wird. Die abwertende Bezeichnung „Zigeuner“ für Sinti und vor allem Roma (besonders aus Osteuropa) suggeriert ebenfalls eindeutige rassistische Klischeevorstellungen, ganz abgesehen davon, daß diese Klischees auch ganz bewußt bedient werden.

Ähnlicher Beliebtheit, allerdings auch bei bürgerlicheren Medien, erfreuen sich so apokalyptische Begriffe wie „Flüchtlingswelle“, „Asylantenstrom“ oder Phrasen wie „Flüchtlingsstrom in drei Wochen in Deutschland“ oder „das Boot ist voll“. Sie suggerieren dem Leser, sein Land würde von unzähligen Flüchtlingen und AsylbewerberInnen im wahrsten Sinne des Wortes überflutet, bauen mit den (Natur-) Katastrophenszenarien bewußt ein Angstgefühl auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Macht der Medien in der Massendemokratie und skizziert das Ziel, den medialen Einfluss auf den rassistischen Diskurs kritisch zu hinterfragen.

2. Aufgaben und Wirkung der Medien: Dieses Kapitel erläutert die Grundfunktionen der Medien – Information, Meinungsbildung und Kontrolle – sowie die Grenzen ihrer Wirkung.

3. Medien - die vierte Gewalt im Staat?: Der Autor hinterfragt den Begriff der „vierten Gewalt“ und zeigt anhand von Hetzkampagnen auf, wie Medien die Politik beeinflussen.

4. Rassismus in den und durch die Medien: Dieses zentrale Kapitel analysiert, wie Medien rassistische Haltungen durch Sprache und tendenziöse Berichterstattung (z.B. im SPIEGEL) festigen.

5. Schlußbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Medien zwar einen wesentlichen Faktor im rassistischen Diskurs darstellen, jedoch im Kontext weiterer gesellschaftlicher Prozesse zu betrachten sind.

Schlüsselwörter

Medien, Rassismus, Asylpolitik, öffentliche Meinung, Printmedien, Boulevardpresse, vierte Gewalt, Stigmatisierung, Diskursanalyse, Fremdenfeindlichkeit, Wirklichkeitsvermittlung, Rechtsextremismus, Migranten, Sprachgebrauch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem politischen und gesellschaftlichen Einfluss der Massenmedien in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf deren Rolle bei der Verbreitung und Verfestigung rassistischer Vorurteile.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Funktionen von Printmedien, die Konstruktion von Feindbildern, die Rolle der Sprache bei der Stigmatisierung von Asylsuchenden sowie die mediale Berichterstattung über Rechtsextremismus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es, den „medialen Einfluss auf den Bundesbürger“ zu untersuchen und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Wortwahl und Berichterstattung gesellschaftliche Stimmungen gegenüber Minderheiten beeinflusst werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine diskursanalytische Betrachtung und vergleicht verschiedene Medienberichte, um Muster in der Darstellung rassistischer Themen offenzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Medienmacht, die Untersuchung der Wirkung von Kampagnen und eine detaillierte Analyse sprachlicher Mechanismen in der Berichterstattung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Medienmacht, Rassismus, diskursive Stigmatisierung, Asylpolitik und die Rolle der „vierten Gewalt“.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung zwischen Boulevard- und bürgerlicher Presse?

Der Autor zeigt auf, dass die Boulevardpresse offener mit abwertenden Begriffen agiert, während bürgerliche Medien diese Prozesse teilweise subtiler oder zeitversetzt spiegeln.

Welche Rolle spielt die Berichterstattung über den G8-Gipfel als Beispiel?

Das Beispiel verdeutlicht, wie gegensätzliche Medien (z.B. Berliner Kurier vs. junge Welt) die Wirklichkeit durch völlig unterschiedliche Wortwahl und Framing vollkommen anders konstruieren.

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Details

Title
Eine Vierte Gewalt? Der Einfluß der bundesdeutschen Medien auf die Bevölkerung am Beispiel des Rassismus in der Presse
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften)
Course
Stellung der Medien im politischen System der BRD
Grade
2+
Author
Anna Fehmel (Author)
Publication Year
2001
Pages
14
Catalog Number
V7069
ISBN (eBook)
9783638144384
Language
German
Tags
vierte Gewalt Medien Rassismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Fehmel (Author), 2001, Eine Vierte Gewalt? Der Einfluß der bundesdeutschen Medien auf die Bevölkerung am Beispiel des Rassismus in der Presse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7069
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