Konzepte des Micropayment im Internet


Seminararbeit, 2001
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Micropayment?
2.1. Was heißt das?
2.2. Was bedeutet es?

3. Sicherheitsaspekte

4. Konzepte
4.1. Systeme der ersten Generation
4.1.1. eCash
4.1.2. MilliCent
4.2. Systeme der zweiten Generation
4.2.1. click&buy
4.2.2. Kontopass Net900
4.2.3. mobilePayment / Paybox

5. Fazit und Ausblick

1. Einleitung

Die Goldgräberstimmung ist vorbei! Noch vor zwei Jahren prophezeite man dem Internet ein fast grenzenloses Wachstum. Die Marktkapitalisierung von Unternehmen wie „Yahoo!“ überstieg die von Unternehmen der „Old Economy“ und so mancher Analyst hielt das für gerechtfertigt.

Das diese „New Economy“ damit beschäftigt war mehr Geld zu verbrennen als Gewinne zu erwirtschaften störte dabei niemanden. Die Prognosen ließen darauf hoffen das die Umsätze steigen und damit die getätigten Investitionen gerechtfertigt sein würden.

Es schien alles so einfach: man plaziert Werbebanner auf einer Webseite der Besucher klickt darauf und landet auf der Seite des Werbetreibenden. Nebenbei fallen pro Click ein paar Pfennig für den Plazierenden ab. Das diese Umsätze im Jahr 2000 in Deutschland gerade einmal 150 Millionen Mark[1]betrugen sei hier nur am Rande erwähnt.

Der Wechsel in das neue Millenium brachte allerdings das große Sterben und damit das schmerzliche Erwachen. Portale, Suchmaschinen und Anbieter von hochwertigem Web­Content oder Dienstleistungen mussten ihre Dienste aus kostengründen einstellen oder zumindest auf ein Minimum reduzieren. Mancher Investor fühlte sich wahrscheinlich an die Weltuntergangsvisionen eines Nostradamus erinnert. Nur kam dieser Weltuntergang nicht zum Jahrtausendwechsel, sondern unverhofft und riß Milliarden an Kapital mit sich.

Heute läßt sich kein Venture-Kapitalgeber mehr durch ein „Dot Com“ dazu bewegen sein schwer erwirtschaftetes Geld verbrennen zu lassen. Die Welt scheint nach neuen Konzepten zu suchen um Geld aus dem Betrieb eines Webservices zu erwirtschaften.

Neue Konzepte?

Nein! Es sind die alten Konzepte in neuem Gewand, die zur Refinanzierung von

Webservices dienen können. Besser gesagt: sie sind endlich technisch soweit ausgereift, dass sie praktikabel sind, sie benötigen nicht zwingend eigene, zu installierende Software, aber trotzdem sichere Transaktionen ermöglichen. Des weiteren dürfen sie nur geringe Kosten verursachen, welche verläßliche Kalkulationen zulassen.

Die Rede ist von Micropayment, Mirkozahlungen oder auch dem Abrechnen von Kleinstbeträgen.

Bereits 1998 wurde darauf hingewiesen das Micropayment eine Grundvoraussetzung der Informationsgesellschaft des 21 Jh. sein wird, da das Handeln mit Informationen grundsätzliche Unterschiede zum Handeln mit Gütern aufweist[2].

Bezogen war diese Aussage auf die Möglichkeit Software online zu nutzen und keine Lizenzen mehr zu erwerben. D.h. man erwirbt nur noch die Grundversion einer Applikation und bezahlt je nachdem welche weiteren Fähigkeiten einer Software benötigt wird. Würde z.B. bei der Grundversion von Word die Fähigkeit fehlen Serienbriefe zu nutzen, könnte man dieses Online nachrüsten.

Im Folgenden werde ich auf die verschiedensten Konzepte des Micropayment, angefangen bei den Zahlungssystemen der ersten Generation, wie eCash oder MilliCent, bis zu den heute verwendeten Lösungen der zweiten Generation, die über Telefonrechnung, Einzugsverfahren oder, nach Kumulation von Umsätzen, auch über die Kreditkarte abgerechnet werden können, eingehen.

2. Micropayment?

2.1. Was heißt das ?

Um was handelt es sich bei Micropayment?

Micropayment ist „...ein Konzept dessen Ziel es ist Gewinn durch das Anbieten von pay- per-view Webseiten, Weblinks oder Webdienste für kleine Geldsummen zu generieren...“, wobei unter kleinen Geldsummen Beträge bis zu 10$ gemeint sind[3]. Hierzulande fallen Beträge bis zu 10 DM in den Bereich des Micropayment.

Die ersten Definitionen von Micropayment gingen noch davon aus das es zur Einführung einer eigenen Währung im Internet kommen würde, so dass sogar Beträge die einen Bruchteil eines Cents ausmachen in diesen Bereich hineinfliessen.

Das Micropayment steht in diametralem Gegensatz zum Makropayment da es sich dabei, wie die Vorsilbe Makro verrät, um größere bis Großbeträge dreht.

Mit Makropayment wird im allgemeinen die Abrechnung und damit verbundene Bezahlung eines Einkaufs bezeichnet.

2.2. Was bedeutet es?

Jeder Anbieter, von qualitativ hochwertigem Inhalt oder Dienstleistungen, kann und muss von der Einführung von Micropayment-Systemen angesprochen sein, denn diese bieten ihm die Möglichkeit seine Investitionen zu refinanzieren. So kann aus defizitären Internetabteilungen ein Profitcenter werden.

Zu den Anbietern hochwertigen Inhalts können Tageszeitungen zählen die ihre Artikel Online anbieten. Die Einführung eines Micropaymentsystems würde es ihnen ermöglichen für jeden online gestellten Artikel 10 Pfennig zu verlangen.

Eine weitere Variante wäre, Artikel kostenfrei zum lesen anzubieten, aber für die Recherche im Archiv ein Entgelt zu verlangen. Vorstellbar wäre diese Lösung auch für z.B. Wirtschaftsportale die hochwertige und damit hochaktuelle Nachrichten anbieten.

Ein Anbieter hochwertiger Dienstleistungen ist zum Beispiel ein Portal wie GMX in dem mehrere Kommunikationskanäle zusammenlaufen. Zum einen besteht die Möglichkeit Emails zu verschicken, zum anderen können SMS gesendet werden. Dieser SMS-Dienst könnte ebenfalls für 10 Pfennig realisiert werden. Dieser muss nicht mehr auf eine bestimmte Anzahl beschränkt werden und wäre kostengünstiger als der Versand einer SMS vom eigenen Handy aus.

Für die Nutzer des Internet stellt die Einführung solcher Systeme eine fundamentale Umstellung ihrer Gewohnheiten dar. Es muss ein Lernprozess in Gang gesetzt werden der die vorhandene „Kostenlosmentalität“ umstellt. Es muss in das Bewußtsein des Surfenden gebracht werden das hochwertige Informationen oder Dienstleistungen nicht immer kostenlos angeboten werden können.

Ein Hauptproblem für die Anbieter besteht in der Tatsache, dass zwar einzelnen Portale ihre Dienste umgestellt haben, diese aber nicht „flächendeckend“ erfolgt ist. Im Klartext bedeutet dieser Umstand, dass die Internetuser von den kostenpflichtigen Angeboten auf die kostenfreien umsteigen.

3. Sicherheitsaspekte

In zahllosen Studien werden die online einkaufenden oder einkaufsbereiten User nach ihrer Motivation gefragt, für den Einkauf das Medium Internet zu nutzen. Bei der Angabe von Gründen warum nicht eingekauft wurde rangiert mit weitem Abstand an erster Stelle das Thema Sicherheit.

Dabei spielen vor allen Dingen zwei Punkte eine herausragende Rolle. Zum einen die Transaktions-Sicherheit, d.h. wie sicher ist eine einmal ausgeführte Transaktion, kommt sie wirklich beim Anbieter an, und zum anderen der Punkt Privacy.

Damit ist die Sicherheit der persönlichen Daten gemeint. Bei allen Umfragen liegt der Anteil der Skeptiker hier bei um die 80 Prozent. Noch größer ist die Zahl der "Netizen", sogenannten Personen die auf jeden Fall die Kontrolle über die Verwendung ihrer Daten im Netz behalten wollen.

Diese Zahlen sind auch über die Jahre erstaunlich konstant geblieben. Sie korrespondieren auffällig mit der Zahl der E-Commerce-Nutzer, die unmittelbar vor dem eigentlichen Kaufakt die Segel streichen und doch zum Offline-Kauf zurückkehren. Für den Erfolg einer E-Commerce-Site ist es also ausschlaggebend, ob es dem Betreiber gelingt Sicherheitsmaßnahmen im ausreichenden Maße in die Site einzubauen, die potentiellen Kunden von diesen Maßnahmen und dem eigenen guten Willen (explizites Privacy-Statement) zu überzeugen, und das Vertrauen in die Produkte und in die Verläßlichkeit der Transaktion zu stärken (Garantien etc.).

Das Thema spezieller Sicherheitsmechanismen, wie Kryptographie und Verschlüsselung von Daten, ist derart umfangreich und komplex, dass auf eine detaillierte Betrachtung an dieser Stelle verzichtet wird.

[...]


[1]ntv - Bericht über eine Tagung der Werbewirtschaft

[2]Kristoferitsch, Digital Money - Electronic Cash - Smart Cards

[3]Definition laut www.searchEBusiss.com

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Konzepte des Micropayment im Internet
Hochschule
Hochschule Fulda
Veranstaltung
Seminar e-Marketing
Note
1,7
Autor
Jahr
2001
Seiten
21
Katalognummer
V707
ISBN (eBook)
9783638104654
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Micropayment Zahlungssysteme Internet paybox FIRSTGATE net900 millicent ecash Zahlungssysteme
Arbeit zitieren
Marcus Hartmann (Autor), 2001, Konzepte des Micropayment im Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/707

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