Die Politik des "New Deal" - ein erfolgreiches Modell?


Referat (Ausarbeitung), 2005
15 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Franklin D. Roosevelt

3. Der „New Deal“
3.1. Gesetze und Maßnahmen des New Deal
3.2. Gegner des „New Deal“

4. Vergleich des New Deal mit dem nationalsozialistischen System Hitlers

5. Vergleich des „New Deal“ mit der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik Keynes

6. Bewertung des New Deal

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ende Oktober 1929 brach an der New Yorker Wall Street der Börsenhandel zusammen; eine von den USA ausgehende weltweite Wirtschaftskrise folgte.[1] Im Herbst 1930 waren bereits vier Millionen Amerikaner arbeitslos, im Jahr 1932 waren es etwa ein Viertel aller Amerikaner und 1933 sogar ungefähr ein Drittel. Im selben Jahr betrug der Wert der in New York gehandelten Aktien nur noch ein Fünftel des Wertes von 1929. Geschäfte und Fabriken schlossen, Banken waren zahlungsunfähig, das Einkommen der Farmer, die besonders hart von der Krise getroffen wurden, sank auf die Hälfte.[2] Das Grundproblem resultierte aus der immensen Disparität zwischen der Produktionskapazität und der Möglichkeit der Amerikaner zu konsumieren. Spekulationen an der Börse und große Erfindungen in der Produktionstechnik während und nach dem Ersten Weltkrieg hoben die Produktion über die Kaufkraft von amerikanischen Bauern und Lohnempfängern hinaus und brachten das Verhältnis von Waren zu Kaufkraft vollständig aus dem Gleichgewicht.[3]

Vor diesem Hintergrund war der Präsidentschaftswahlkampf von 1932 vorrangig eine Debatte über die Ursachen der Wirtschaftskrise sowie über mögliche Lösungsansätze. Der amtierende republikanische Präsident Herbert Hoover hoffte hauptsächlich auf den natürlichen Erholungseffekt der Wirtschaft und trotz einiger bereits in seiner Amtszeit erlassenen Gesetze zur Unterstützung der Wirtschaft war er der Ansicht, dass nicht primär die Regierung, sondern die Privatwirtschaft die Verantwortung für die Bewältigung der Weltwirtschaftskrise tragen müsse. Sein Gegenkandidat, der Demokrat Franklin D. Roosevelt war hingegen bereit, die Autorität der Zentralregierung für experimentelle Lösungsansätze einzusetzen. Roosevelt wurde mit seinem Konzept für mehr soziale Gerechtigkeit unter Berücksichtigung des „kleinen Mannes“, dem sog. "New Deal" 1932 in 42 von 48 Bundesstaaten mit klarem Vorsprung gewählt.[4]

Das in seiner Inaugurationsrede verwendete Schlagwort vom „New Deal“ wurde prägend für eine ganze Epoche und ist untrennbar mit dem Namen Franklin D. Roosevelts verbunden.

2. Franklin D. Roosevelt

Aufgrund der Tatsache, dass der „New Deal“ untrennbar mit der Person Franklin D. Roosevelts verbunden ist und „die Persönlichkeit des Amtsinhabers (…) vielen Zeitzeugen zufolge den Regierungsstil (prägte)…“[5] soll an dieser Stelle eine kurze Darstellung der Biographie und der Person Franklin D. Roosevelts erfolgen.

Franklin Delano Roosevelt, 32. Präsident der USA, wurde 1882 in New York geboren und starb 1945 in Warm Springs. Als Kind reicher Eltern studierte er in Harvard und an der Columbia Law School von 1900 bis 1907 Jura. Nach seiner Heirat mit Anna Eleneor Roosevelt im Jahr 1905, mit der er zusammen sechs Kinder hatte, wurde er 1911 State Senator und 1913 Unterstaatssekretär im Marineministerium. Bei den Wahlen 1920 kandidierte er als Repräsentant der Demokratischen Partei für das Amt des Vizepräsidenten. Infolge einer Polioerkrankung (Kinderlähmung) war er ab 1921 von der Hüfte abwärts gelähmt. Trotz des Schicksalsschlages schöpfte er nach einer Zeit der Resignation neuen Mut und kandidierte, nachdem er 1928 bis 1930 Gouverneur des Staates New York war, 1932 gegen den amtierenden Präsidenten Herbert Hoover für das Amt des Präsidenten und wurde mit deutlichem Vorsprung gewählt.[6] Roosevelt war der einzige Präsident der USA, welcher insgesamt viermal zum Präsidenten gewählt wurde. Während des Zweiten Weltkriegs war er beteiligt an Nachkriegsplänen für Europa und der Errichtung der Vereinten Nationen.

Die Persönlichkeit des Präsidenten, die geprägt war von einem eisernen Willen, Selbstbewusstsein und Zuversicht auf einen baldigen Konjunkturaufschwung wird in seinem vermutlich bekanntesten Ausspruch während seiner Inaugurationsrede 1932 deutlich: “The only thing we have to fear is fear itself.“[7] Roosevelt verfügte über ein besonderes Charisma und ein kommunikatives Talent, welches er für häufige Pressekonferenzen und Radioansprachen nutzte und dadurch die Verbundenheit zu seinem Land betonte.[8] Seine Popularität beim Volk resultierte neben seinem offenen Charakter aus Roosevelts Mitgefühl und Sympathie für den „vergessenen kleinen Mann“ sowie aus seinen pragmatischen Regierungsstil, der die „can-do- Mentalität“ des Amerikaners verkörperte.

3. Der „New Deal“

Der „New Deal“ war das amerikanische Gesetzgebungs- und Reformprogramm des Präsidenten Franklin D. Roosevelt, das die aus der Weltwirtschaftskrise resultierende Massenarbeitslosigkeit und -armut lindern und durch massive staatliche Investitionen die Binnenkonjunktur ankurbeln sollte. Der „New Deal“ wurde zugleich der Begriff für die Epoche in der amerikanischen Geschichte, die mit dem Amtsantritt des Präsidenten Franklin D. Roosevelt 1932 begann und nach dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg im Jahr 1941 endete.

Geprägt wurde der Begriff des „New Deal“ durch Franklin D. Roosevelt auf seiner Antrittsrede im Jahr 1932, indem er sagte: „I pledge you, I pledge myself to a new deal for the American people“.[9] Das aus dem Kartenspiel übernommene Schlagwort „New Deal“ bedeutet übersetzt "Neuverteilung der Karten" und sollte auf eine gerechtere Neuverteilung der gesellschaftlichen Chancen, insbesondere unter Berücksichtigung des „kleinen Mannes“ anspielen.[10]

Roosevelt „propagierte keinen festen Rettungsplan“[11], sein Programm orientierte sich auch an keiner theoretisch- wissenschaftlichen Grundlage, sondern war eher pragmatisch angelegt. Der „New Deal“ sah vor, den Verantwortungsbereich der Regierung auszuweiten und mit Hilfe des Kongresses diverse Gesetze zu erlassen, die das Ziel haben sollten, die Folgen der Weltwirtschaftkrise zu lindern und einen Aufschwung der Wirtschaft zu erzielen.[12]

[...]


[1] vgl. Bludau, 1964, 9 ff.

[2] vgl. Guggisberg, 1975, 199

[3] vgl. Guggisberg, 1975, 198 f.

[4] vgl. Adams, 2000, 61

[5] Adams, 2000, 61

[6] vgl. Bludau, 1964, 14

[7] vgl. Heideking, 1999, 303

[8] vgl. Adams, 2000, 61

[9].Wecter, 1948, 53

[10] vgl .Heideking, 1999, 302

[11] Heideking, 1999, 302

[12] vgl. Adams, 2000, 63; vgl. Guggisberg, 1975, 200

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Politik des "New Deal" - ein erfolgreiches Modell?
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Geschichte)
Veranstaltung
Amerika-Seminar
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V70715
ISBN (eBook)
9783638619516
ISBN (Buch)
9783638922616
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politik, Deal, Modell, Amerika-Seminar
Arbeit zitieren
Claudia Brunsch (Autor), 2005, Die Politik des "New Deal" - ein erfolgreiches Modell?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70715

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