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Arbeitslsoigkeit als Vorboten einer zukünftigen Gesellschaft ohne Vollerwerbsarbeit? Zur Problematik einer sich verändernden Erwerbsarbeitsgesellschaft.

Title: Arbeitslsoigkeit als Vorboten einer zukünftigen Gesellschaft ohne Vollerwerbsarbeit? Zur Problematik einer sich verändernden Erwerbsarbeitsgesellschaft.

Seminar Paper , 2002 , 33 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dörte Göhler (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Die letzte Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen schockten ein weiteres mal Arbeitnehmer und Politiker. Über vier Millionen Arbeitslose im bundesdeutschen Raum werden vor allem der verfehlten Arbeitspolitik der Regierung angelastet, eine Reaktion, die im Vorfeld des Wahlkampfes zwar normal, aber nicht ausreichend für eine Erklärung ist. Diese hohe Zahl an potentiellen, vom Arbeitsmarkt ausgeschlossenen Arbeitskräften ist nicht ausschließlich rückführbar auf eine Politik, die unzureichende Maßnahmen der Bekämpfung unternommen hätte, was keinen Freispruch der bundesdeutschen Regierung darstellen soll. Eine Wirtschaft, die seit Jahren in einer konjunkturellen Flaute vor sich hin kriselt - und das weltweit - ist die Ursache dieses massiven Anstiegs der Arbeitslosenzahlen, eine Ursache also, der mit Maßnahmen unserer heutigen Politik nicht beizukommen ist, die lediglich "Flickschusterei" betreiben kann, Löcher scheinbar verschließt, die wo anders neu entstehen.

Arbeit im Sinne einer Vollbeschäftigung scheint für immer weniger Menschen realisierbar zu sein. Vollarbeit - ein Grundphänomen unserer heutigen Gesellschaft - scheint mehr und mehr unbrauchbar und überflüssig zu werden. Dieses Phänomen ist nicht erst seit den 1970er Jahren bekannt - dem Jahrzehnt, in dem die Welt erstmals nach dem letzten großen Krieg und nach einer Periode unbegrenzt scheinendem wirtschaftlichen Aufschwungs von einer Wirtschaftskrise globalen Ausmaßes erschüttert wurde. Hannah Ahrendt prognostizierte bereits in den 1950er Jahren das Verschwinden der Arbeit aus der heutigen Arbeitsgesellschaft. Verschiedene Diskussionen in wissenschaftlichen Kreisen der Ökonomie, der Politik und den Sozialwissenschaften beschäftigen sich seither mit der Analyse dieses Problems und versuchen, Lösungsansätze für dieses Dilemma, was unser gesamtes Verständnis von Arbeit, aber auch der ganzen Gesellschaft in Frage stellt, zu finden. Die Zukunftsprognosen, die dabei abgegeben werden, sind sehr differenziert: "Wissenschaftler, Ingenieure und Unternehmer sehen uns am Beginn einer neuen Epoche der Weltgeschichte stehen, in der der Mensch endlich von mühseliger und stumpfsinniger Arbeit befreit sein wird. Skeptischere Leute malen dagegen das düstere Bild einer Zukunft, die geprägt ist von Massenarbeitslosigkeit, weltweiter Armut und sozialen Spannungen" (Rifkin: 24).
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arbeit als individueller Lebensinhalt – zum Begriff

2.1. Arbeitsmoral und Arbeitsethos – das Verständnis der Arbeit in unserer heutigen Gesellschaft

2.2. (Erwerbs-)Arbeit und individueller Lebenslauf – die Strukturen der Ordnung und Sicherheit

2.3. Wie viel Sicherheit garantiert das Erwerbsarbeitssystem in der postmodernen Gesellschaft?

3. Leben ohne Erwerbsarbeit

3.1. Zum Begriff

3.2. Die Betroffenen

3.3. Individuelle Folgen von Arbeitslosigkeit

3.4. Gesellschaftliche Konsequenzen von Arbeitslosigkeit

3.5. Die Hintergründe – einige Beispiele

3.6. Die Auflösung der Zeit-Raum-Struktur als Folge der Rationalisierung

4. Aussichten für eine Arbeitsgesellschaft ohne Vollbeschäftigung

4.1. Arbeitszeitverkürzung als Patentrezept?

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik einer sich wandelnden Erwerbsarbeitsgesellschaft. Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung der Arbeit für das Individuum und die Gesellschaft zu beleuchten sowie die Konsequenzen der zunehmenden strukturellen Arbeitslosigkeit aufzuzeigen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie eine Gesellschaftskonzeption aussehen kann, die ein Leben ohne Vollerwerbsarbeit ermöglicht und ethisch, sozial sowie wirtschaftlich vertretbar ist.

  • Die Auflösung der traditionellen Erwerbsarbeit als zentraler Lebensinhalt.
  • Strukturelle Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen auf das Individuum (z.B. psychische Folgen, Verlust von Lebensordnungen).
  • Die Rolle von Rationalisierung und technologischem Fortschritt als Motoren für den Arbeitsplatzabbau.
  • Konzepte zur Umverteilung von Arbeit, insbesondere durch Arbeitszeitverkürzung.

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Betroffenen

Wer ist nun konkret von Arbeitslosigkeit betroffen? Noch vor 30 Jahren konnte man klare Kriterien festlegen, die das Risiko einer eventuellen Arbeitslosigkeit erhöhten: geringe Schulbildung, abgebrochene oder gar keine Berufsausbildung, Frauen (besonders mit Kindern), Jugendliche, kurz vorm Ruhestand stehende Personen. Heute sind diese eindeutig umrissenen Kriterien aufgeweicht und damit irrelevant geworden. Es gibt keine „klassisch“ gefährdeten oder betroffenen Personen mehr. Ein Akademiker ist im gleichen Maß von Arbeitslosigkeit bedroht wie ein qualifizierter Facharbeiter; ein Abiturient hat dieselben Probleme, eine Ausbildungsmöglichkeit zu finden wie ein Realschüler. Sicherlich sind Nicht-Facharbeiter, nur geringfügig qualifizierte Personen überproportional stärker dem Risiko der Arbeitslosigkeit ausgesetzt als ein gut ausgebildeter Fachmann. Aber ein qualifizierter Abschluss und langjährige Berufserfahrung sind kein Garant mehr für einen sicheren Arbeitsplatz. Die Institutionen der Bildung und Ausbildung verlieren immer mehr ihre Funktion und ihr Garantieversprechen der Sicherheit.

Auch ein Arbeiter wird vielleicht seinen Job schneller verlieren als ein Angestellter, zumal wenn letzterer im staatlichen Dienst tätig ist. Aber auch dort können sichere Arbeitsplätze auf Lebenszeit langsam nicht mehr hundertprozentig garantiert werden. Der Staat (und nicht nur der bundesdeutsche) ist zu Sparmaßnahmen gezwungen. Personalabbau ist die erste Konsequenz daraus. Großunternehmen, die bisher als krisensicher galten, können mittlerweile ebenso wenig wie kleine und mittelständische Betriebe ihren Angestellten eine sichere Arbeitsstelle versprechen.

Die einst so sicher geglaubte (Erwerbs-) Arbeitsgesellschaft verliert ihren institutionalisierten Sicherheitsgaranten und büßt damit ihre Ordnungsfunktion ein – eine Tatsache, die sich auf das gesamte Zusammenleben der Individuen auswirkt, die Stabilität einer Gesellschaft gefährdet, die sich über die (Voll-) Erwerbsarbeit definiert. Welche Folgen hat die strukturelle Massenarbeitslosigkeit also nun konkret?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beschreibt den massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit als strukturelles Problem, das eine grundlegende Hinterfragung der Vollbeschäftigungsgesellschaft erzwingt.

2. Arbeit als individueller Lebensinhalt – zum Begriff: Hier wird der traditionelle Stellenwert von Arbeit als zentraler Anker für gesellschaftliche Ordnung, Sicherheit und die individuelle Identität analysiert.

3. Leben ohne Erwerbsarbeit: Dieses Kapitel untersucht die Folgen der strukturellen Arbeitslosigkeit für Individuen und Gesellschaft sowie die tieferliegenden Ursachen, wie Rationalisierung und technologischen Wandel.

4. Aussichten für eine Arbeitsgesellschaft ohne Vollbeschäftigung: Es wird die Umverteilung von Arbeit durch Arbeitszeitverkürzung als möglicher Lösungsansatz diskutiert, wobei sowohl Chancen als auch Barrieren beleuchtet werden.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Vollerwerbsarbeit zukünftig nicht mehr realisierbar sein wird und ein gesellschaftlicher Wandel hin zu neuen Lebensentwürfen unabdingbar ist.

Schlüsselwörter

Arbeitssoziologie, Erwerbsarbeit, Vollerwerbsarbeitsgesellschaft, strukturelle Arbeitslosigkeit, Massenarbeitslosigkeit, Rationalisierung, technologischer Fortschritt, Arbeitszeitverkürzung, Normalbiographie, soziale Sicherheit, Identität, Gesellschaftswandel, Beschäftigung, Lebenslauf, Flexibilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der schwindenden Vollbeschäftigung und die daraus resultierende Notwendigkeit, das Verständnis von Arbeit und die gesellschaftliche Organisation grundlegend zu hinterfragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel der Arbeitsgesellschaft, die Ursachen struktureller Arbeitslosigkeit, die Auswirkungen auf das Individuum sowie alternative Konzepte wie die Arbeitszeitverkürzung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Bedeutung der Arbeit für das Individuum zu erklären, die fatalen Folgen eines Wegfalls dieser Struktur aufzuzeigen und Ansätze für eine Gesellschaftskonzeption ohne Vollerwerbsarbeit zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Diskussion soziologischer und wirtschaftswissenschaftlicher Fachliteratur sowie der Auswertung aktueller gesellschaftlicher Tendenzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den Begriff der Arbeit als Lebensinhalt, die Entstehung der strukturellen Arbeitslosigkeit durch Rationalisierung und technologisches Outsourcing sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer Arbeitsumverteilung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Arbeitsgesellschaft, Vollerwerbsarbeit, strukturelle Arbeitslosigkeit, Rationalisierung, Arbeitszeitverkürzung und der Wandel der Normalbiographie.

Was bedeutet der Begriff „Hysteresis“ im Kontext der Arbeitslosigkeit?

Hysteresis beschreibt den Effekt, dass Langzeitarbeitslose aufgrund des Verlusts von Fähigkeiten und psychischer Belastung immer schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, was zu einem schwer zu durchbrechenden Kreislauf führt.

Warum ist die traditionelle „Normalbiographie“ gefährdet?

Die Normalbiographie basierte auf einer lebenslangen, kontinuierlichen Erwerbsarbeit. Da diese durch technischen Fortschritt und Rationalisierung wegbricht, verlieren die bisherigen Orientierungspunkte des Lebenslaufs an institutioneller Gültigkeit.

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Details

Title
Arbeitslsoigkeit als Vorboten einer zukünftigen Gesellschaft ohne Vollerwerbsarbeit? Zur Problematik einer sich verändernden Erwerbsarbeitsgesellschaft.
College
Dresden Technical University  (Insitut für Soziologie)
Grade
1,7
Author
Dörte Göhler (Author)
Publication Year
2002
Pages
33
Catalog Number
V7075
ISBN (eBook)
9783638144414
Language
German
Tags
Arbeitslsoigkeit Vorboten Gesellschaft Vollerwerbsarbeit Problematik Erwerbsarbeitsgesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dörte Göhler (Author), 2002, Arbeitslsoigkeit als Vorboten einer zukünftigen Gesellschaft ohne Vollerwerbsarbeit? Zur Problematik einer sich verändernden Erwerbsarbeitsgesellschaft., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7075
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