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Kontext und Bedeutung - offene und versteckte Dimension von Kultur

Title: Kontext und Bedeutung - offene und versteckte Dimension von Kultur

Seminar Paper , 2003 , 78 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Schmidle (Author)

Communications - Intercultural Communication
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Summary Excerpt Details

Jede Studie, die Kommunikation in einer Region untersucht, muss grundsätzlich auch die physikalischen, die demographischen und die politischen Charaktere in der Region erforschen und beachten. Die arabische Welt ist von einer Grundeinheit, einer Homogenität geprägt. Sie verfügt über eine gemeinsame Kultur und Sprache. Alle sprachlichen Versionen der anderen arabischen Länder sind als Art Dialekt zu verstehen. Meist Vereinfachungen der original arabischen Sprache. Jedoch gibt es auch Unterschiede innerhalb der arabischen Regionen. Unterschiedliche Landschaftsausstattungen, Bevölkerungen, Lifestyles, unterschiedliche Wirtschaftsbedingungen und natürliche Ressourcen, welche nicht selten auch mit verschiedentlich geschehenen Geschichtsverläufen, wie z.B. dem Imperialismus zu tun haben. Doch die gemeinsame Kultur und Sprache führten zu einer erleichterten kulturellen und sozialen Konvergenz, was den Untersuchungen im Bereich der interkulturellen Kommunikation dieser Region besondere Reize verleiht. Innerhalb der arabischen Welt gibt es keinerlei kommunikative Grenzen. Die Botschaften in den Medien verbreiten sich unabhängig von nationalstaatlichen Grenzen innerhalb der gesamtarabischen Grenzen. Filme, Zeitungen, Magazine, Fernsehen aber auch Radio und Musik übertreten völlig frei alle arabischen Grenzlinien. Regionale Medienanstalten unterscheiden sich lediglich bei der Berichterstattung über politische Konflikte oder religiöse Festivitäten von anderen Regionen des arabischen Raumes. Daher muss bei der Produktion von Medieninhalten auf Rezipienten aus einem überregionalen Raum geachtet werden, ebenso wie bei der personellen Besetzung. Die Kommunikationsproduktion im arabischen Raum ist also keine nationalstaatliche Aufgabe. Politische Beschlüsse vereinten die medialen Gegebenheiten dort weniger als die Tatsache, dass alledem eine einzige gemeinsame Kultur, eine gemeinsame Weltregion und eine gemeinsame Lebensweise zu Grunde liegen. Ob diese Grundvoraussetzungen für Kommunikation die Bevölkerungsgruppen innerhalb der arabischen Welt besonders zusammenschweißen und inwiefern aufgrund dessen die ständigen Konflikte mit den westlich orientierten Nachbarn immer wieder aufflammen und auch welchen Einfluss die Religion auf die Situation und das kulturelle und kommunikative Verhalten der Araber ausübt, soll nach einigen theoretischen Überlegungen im Folgenden geklärt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HOFSTEDES VIER DIMENSIONEN DER KULTURELLEN VERSCHIEDENHEIT

2.1. ABSTAND ZUR MACHT

2.1.1. Machtdistanzindexwerte (MDI) von 53 Ländern und 3 Länderregionen

2.2. INDIVIDUALISTISCHE UND KOLLEKTIVISTISCHE KULTUREN

2.2.1. Individualismusindex-(IDV-)Werte von 53 Ländern und 3 Länderregionen

2.3. MASKULINE UND FEMININE KULTUREN

2.3.1. Maskulinitätsindexwerte (MAS) von 53 Ländern und 3 Länderregionen

2.4. REDUKTION VON UNSICHERHEIT

2.4.1. Unsicherheitsvermeidungsindex (UVI-)Werte von 53 Ländern und 3 Länderregionen

3. DER ENCODING/DECODING PROZESS NACH STUART HALL

4. THEORIE DER KULTURELLEN VERSCHIEDENHEIT NACH HALL

4.1. HIGH AND LOW CONTEXT

4.2. DAS RAUMVERSTÄNDNIS NACH HALL

4.3. DAS ZEITVERSTÄNDNIS NACH HALL

5. DIE VERSTECKTE DIMENSION VON KULTUR

5.1. ZEICHEN UND SYMBOLE

5.2. PROXEMICS

5.3. KINESICS

5.4. CHRONEMICS

5.5. HAPTICS

5.6. APPEARANCE

5.7. OLFACTICS

5.8. OCULESICS

6. DIE OFFENE DIMENSION VON KULTUR

6.1. VERBALE KOMMUNIKATION

6.2. FORSCHUNGSANSÄTZE FÜR VERBALE INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION

6.2.1. Objektive Sprachforschung

6.2.2. Verschiedenen Ebenen einer Sprache

6.2.2.1. Phonetik

6.2.2.2. Semantik

6.2.2.3. Syntaktik

6.2.2.4. Pragmatik

6.2.3. Sprachforschung in Gemeinschaften

6.3. VERBALE KOMMUNIKATIONSSTILE

6.3.1. Direkter bzw. indirekter Kommunikationsstil

6.3.2. Elaborierter bis kurzer Kommunikationsstil

6.3.3. Personenbezogener bzw. situativer Kommunikationsstil

6.3.4. Instrumenteller und prozessorientierter Stil

6.4. DIE SAPIR-WHORF HYPOTHESE – KULTURELLES DENKEN UND SPRACHE

7. DIE ARABISCHE WELT

7.1. CHARAKTERISTIKA DER ARABISCHEN WELT

7.1.1. Der Einfluss des Westens

7.1.2. Kommunikation und Information in der arabischen Welt

7.1.3. Der Fundamentalismus

7.2. WERTE UND EINSTELLUNGEN

7.3. FRAUEN IM ISLAM

7.4. NONVERBALE KOMMUNIKATION IN DER ARABISCHEN KULTUR

7.5. FALLBEISPIEL TÜRKISCHES KAFFEEHAUS

8. KULTURMERKMAL „ZEIT“

8.1. ZEITBEGRIFF

8.2. DER TAKT DES LEBENS

8.3. FÜNF GRUNDFAKTOREN, DIE DAS TEMPO DER KULTUREN IN DER GANZEN WELT BESTIMMEN

8.3.1. Wohlstand – Je gesünder die Wirtschaft eines Ortes, desto höher sein Tempo

8.3.2. Grad der Industrialisierung – Je entwickelter ein Land ist, desto weniger freie Zeit bleibt pro Tag

8.3.3. Einwohnerzahl – Größere Städte haben ein schnelleres Tempo

8.3.4. Klima – Heißere Orte haben ein langsameres Tempo

8.3.5. Grad der Individualisierung – In individualistischen Kulturen bewegt man sich schneller als in vom Kollektivismus geprägten

8.4. VERGLEICH – UHRZEITKULTUR UND EREIGNISZEITKULTUR

8.5. DIE EINSTELLUNG DER ARABER ZUR ZEIT

8.6. SEELISCHES WOHLBEFINDEN: WO SIND DIE MENSCHEN GLÜCKLICHER?

9. RÄUMLICHES VERHALTEN ALS SIGNAL

9.1. NÄHE UND DISTANZ

9.2. ABSTAND UND ORIENTIERUNG BEIM GESPRÄCH

10. DER EINFLUSS DER RELIGION AUF DAS KULTURELLE VERHALTEN

10.1. RELIGION UND KULTUR – EIN UNZERTRENNLICHES BAND

10.2. DER ISLAM – EINE RELIGION MIT GROßER WIRKUNG AUF DAS KOMMUNIKATIONSVERHALTEN

10.3. KORAN ALS QUELLE ARABISCHER WERTSCHÄTZUNG

10.4. DIE ROLLE DER SPRACHE IM ISLAM

10.5. EXKURS: “GRIPING” – EIN SPRACHLICHES RITUAL IM NAHEN OSTEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturellen und kommunikativen Spezifika der arabischen Welt im interkulturellen Kontext. Ziel ist es, die Hypothese zu belegen, dass wiederkehrende Auseinandersetzungen zwischen westlichen und arabischen Kulturen auf grundlegend unterschiedliche Auffassungen von offener und versteckter Kommunikation zurückzuführen sind.

  • Analyse kultureller Dimensionen nach Hofstede und Hall.
  • Untersuchung nonverbaler und verbaler Kommunikationsmuster in arabischen Gesellschaften.
  • Betrachtung des Einflusses von Religion und Werten auf das Sozialverhalten.
  • Analyse des "Griping"-Rituals als Ausdruck interkultureller Interaktionsformen.
  • Erforschung der Zeit- und Raumwahrnehmung im arabischen Raum.

Auszug aus dem Buch

4.2. Das Raumverständnis nach Hall

Hall zeigt klar auf, dass auch das Raumverständnis kulturell beeinflusst ist. Aber nicht nur, wie sich Menschen in Räumen bewegen oder sich gegenüberstehen, sondern auch die Besitzform von Räumlichkeiten ist kulturell verschieden. Besonders in Kulturen, in denen Raumbesitz dem Machtstatus entspricht, wird sehr schnell von „meinem Zimmer“ oder „meiner Küche“ gesprochen, auch wenn dies nicht immer der Wahrheit entspricht. Weiter gibt es Kulturen, bei denen verschiedene Räumlichkeiten beinahe personifiziert werden. So wird im Deutschen nicht der Wagen abgeschleppt, sondern der Besitzer selbst.

Unterschiedliche Raumaussichten sind auch innerhalb der westlichen Länder zu konstatieren, z.B. in der Organisationsarchitektur. Während in den USA Büros so geplant sind, dass die Chefetage grundsätzlich ganz oben ist, befinden sich die Chefbüros in Frankreich grundsätzlich in der Mitte, um die Mitarbeiter besser im Blick zu haben. Sie bevorzugen sozusagen eine Zentrallage im Infonetz. Am Beispiel der Nachbarschaft sind verschiedene Gefühle für Raum deutlich zu erkennen. Während in den USA großer Wert auf das Eigene gelegt wird, Grenzen gesetzt und Besitzrechte verteidigt werden, aber Nachbarschafts-Pflichten trotzdem hoch gehalten werden, können sich Deutsche ein Haus sogar teilen, ohne dass es zu intensiver Interaktion der Nachbarn kommen muss. Besitz wirkt sich also auf das kulturelle Verhalten aus. Daher zeigen sich beim Raumverständnis große interkulturelle Unterschiede. Hall spricht von der persönlichen Raumblase, die jeden Menschen umgibt. Diese Raumblase ist in manchen Kulturen größer, in anderen sehr eng. In die Raumblase dürfen nur sehr wenige gut vertraute Menschen eintreten und dies für nur kurze Zeit. Kommt es zu einem unerwünschten Eintreten, führt dies zu Unwohlsein und möglicherweise zu Aggressivität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein für die Untersuchung der arabischen Welt, indem sie den Fokus auf die kulturelle Homogenität trotz regionaler Unterschiede legt und die Forschungsfragen sowie die zentrale Hypothese einführt.

2. Hofstedes vier Dimensionen der kulturellen Verschiedenheit: In diesem Kapitel werden Hofstedes empirische Dimensionen wie Machtdistanz, Individualismus vs. Kollektivismus, Maskulinität vs. Femininität und Unsicherheitsvermeidung vorgestellt, um soziale Phänomene pointiert zu beschreiben.

3. Der Encoding/Decoding Prozess nach Stuart Hall: Dieses Kapitel erläutert das Konzept von Stuart Hall zur Verschlüsselung und Entschlüsselung von Zeichen und Symbolen in der Kommunikation und führt drei Formen der Decodierung ein.

4. Theorie der kulturellen Verschiedenheit nach Hall: Hall analysiert hier kulturelle Unterschiede im Kommunikationsverhalten, insbesondere in Bezug auf High- und Low-Context, Zeit- und Raumverständnis sowie Informationsflüsse.

5. Die versteckte Dimension von Kultur: Das Kapitel widmet sich der nonverbalen Kommunikation und kategorisiert Aspekte wie Proxemics, Kinesics, Haptics und Oculesics als Ausdrucksmöglichkeiten jenseits der Sprache.

6. Die offene Dimension von Kultur: Hier wird die verbale Kommunikation untersucht, wobei Forschungsansätze, sprachliche Ebenen wie Phonetik und Semantik sowie verschiedene Kommunikationsstile detailliert vorgestellt werden.

7. Die arabische Welt: Das Hauptkapitel charakterisiert die arabische Welt, den Einfluss des Westens, das gesellschaftliche Spannungsfeld zwischen Moderne und Fundamentalismus sowie die Rolle der Frauen und die Bedeutung der Kommunikation.

8. Kulturmerkmal „Zeit“: Dieses Kapitel vergleicht Uhrzeit- und Ereigniszeitkulturen und untersucht die psychologischen und soziologischen Faktoren, die das Zeitempfinden in verschiedenen Gesellschaften bestimmen.

9. Räumliches Verhalten als Signal: Das räumliche Verhalten wird hier als kulturelles Signal für Nähe, Distanz und sozialen Status analysiert, wobei die unterschiedliche Raumwahrnehmung zwischen westlichen und orientalischen Kulturen verdeutlicht wird.

10. Der Einfluss der Religion auf das kulturelle Verhalten: Dieses Kapitel beleuchtet die untrennbare Verbindung von Religion und Kultur im Islam und deren weitreichende Konsequenzen für das kommunikative Verhalten und die gesellschaftliche Struktur.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kommunikation, Arabische Welt, Hofstede, Hall, Nonverbale Kommunikation, High-Context, Low-Context, Zeitverständnis, Raumverständnis, Islam, Fundamentalismus, Sapir-Whorf-Hypothese, Sprachstile, Kulturvergleich, soziale Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kulturellen Grundlagen und kommunikativen Merkmale der arabischen Welt sowie deren Interaktion mit westlich geprägten Kulturen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Theorie der kulturellen Verschiedenheit, nonverbale und verbale Kommunikationsstile, Zeit- und Raumwahrnehmung sowie der Einfluss religiöser Normen auf das soziale Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Hypothesen über die Ursachen kultureller Missverständnisse und Konflikte durch die Anwendung wissenschaftlicher Modelle zur interkulturellen Kommunikation zu prüfen und zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um existierende theoretische Konzepte (wie jene von Hofstede und Hall) auf den arabischen Raum anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der kulturellen Dimensionen auch spezifische Themen wie die Rolle der Frau im Islam, das Zeitkonzept, die nonverbale Kommunikation und der Einfluss des Islam auf das Kommunikationsverhalten detailliert ausgeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen interkulturelle Kommunikation, High-Context, Kollektivismus, Zeitverständnis, Raumverständnis, Fundamentalismus und den spezifischen Sprachgebrauch im Nahen Osten.

Welche besondere Bedeutung hat das "Griping"-Ritual?

Das "Griping"-Ritual dient in Israel als informeller, aber integrativer Prozess, der die Zusammengehörigkeit einer Gruppe stärkt, anstatt konkrete Lösungen für die diskutierten Probleme zu finden.

Warum ist das "Türkische Kaffeehaus" ein wichtiges Fallbeispiel?

Es dient als Ort, an dem sich gesellschaftliche, religiöse und politische Spannungsfelder spiegeln, und verdeutlicht den Wandel zwischen traditioneller Lebensweise und Modernisierung in der Türkei.

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Details

Title
Kontext und Bedeutung - offene und versteckte Dimension von Kultur
College
University of Salzburg  (Institut Kommunikationswissenschaft)
Course
Interkulturelle Kommunikation
Grade
1,0
Author
Thomas Schmidle (Author)
Publication Year
2003
Pages
78
Catalog Number
V70760
ISBN (eBook)
9783638618335
Language
German
Tags
Kontext Bedeutung Dimension Kultur Interkulturelle Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Schmidle (Author), 2003, Kontext und Bedeutung - offene und versteckte Dimension von Kultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70760
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