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Sexueller Mißbrauch von Jungen

Title: Sexueller Mißbrauch von Jungen

Seminar Paper , 1999 , 18 Pages , Grade: 2,6

Autor:in: Joerg Krause (Author)

Social Work
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Die Problematik des sexuellen Mißbrauchs von Jungen ist in der Psychologie noch sehr unterrepräsentiert. Ähnlich dem Bereich über Sexualität von Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen. Es liegen zwar umfangreiche Unterlagen zum Thema sexueller Mißbrauch vor, doch kaum wirklich psychologisches Material über Themen wie Bewußtsein, Identität, Wahrnehmung oder Verarbeitung eines Traumas durch Mißbrauch. Das vorliegende Material beschränkt sich größtenteils auf Berichte von mißbrauchten Jungen und Männern und mehrere Studien der verschiedensten Institutionen, bei welchen die Ergebnisse so unterschiedlich sind wie die Anzahl der Studien. Nicht einmal die Reichweite des Problems ist genau bekannt. So liegt der Anteil der Jungen als Opfer von sexuellem Mißbrauch bei 2 bis 50 %. Wobei die niedrigen Prozentsätze aus feministischen Studien stammen und die hohen Prozentsätze in meist sehr kleinen Studien (N 100), mit ausgesuchten Personen liegen.

Die psychologischen Auswirkungen sind hingegen bisher kaum betrachtet. In diesen Bereich spielt neben der Sexualität von Kindern und Jugendlichen auch die Täterforschung eine große Rolle. Da dieser Bereich bis heute auch nicht sehr intensiv bearbeitet wurde, können auch daraus kaum Schlüsse gezogen werden. Aber gerade der Sachverhalt, daß viele männliche Täter früher selbst mißbraucht wurden, zeigt den engen Zusammenhang zwischen den Bereichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Mißbrauch

3. Die Opfer des sexuellen Mißbrauchs

4. Die Täter

4.1 Dominanz des Mannes

4.2 Klassifikation der Täter

5. Feststellen des Mißbrauchs

6. Auswirkung des Mißbrauchs

6.1 Körperliche Folgen

6.2 Psychische Folgen

6.3 Folgen auf das soziale Verhalten

6.4 Bewältigungsstrategien und Abwehrmechanismen

7. Hilfe bei Mißbrauch

8. Literaturverzeichnis

8.1 Bücher

8.2 Artikel

8.3 Sammelbände

8.4 Internet

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Problematik des sexuellen Missbrauchs von Jungen. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen dieser Opfergruppe aufzuzeigen, da das Thema in der psychologischen Forschung bislang stark unterrepräsentiert ist und durch gesellschaftliche Rollenklischees zusätzlich tabuisiert wird.

  • Die Definition von sexuellem Missbrauch unter Berücksichtigung von Macht- und Kompetenzgefällen.
  • Analyse der spezifischen Situation und der Bewältigungsmechanismen männlicher Opfer.
  • Untersuchung der Täterstruktur, insbesondere die Dominanz des männlichen Täters.
  • Darstellung körperlicher und psychischer Langzeitfolgen des Missbrauchs.
  • Diskussion notwendiger Hilfsangebote und präventiver Ansätze im sozialen Umfeld.

Auszug aus dem Buch

Die Täter

Beim Täter allein sind die Ursachen für einen Mißbrauch zu suchen. Nicht das Opfer, sondern die Persönlichkeit des Täters und seine spezifischen Erfahrungen, lassen den Mißbrauch Realität werden.

Meist sind die Täter männlichen Geschlechts. Der Frauenanteil bewegt sich zwischen 2 und 20%. Warum der Täteranteil so von Männern dominiert wird, ist noch nicht ausreichend geklärt. Eine Rolle dürfte das schon oben genannte Phänomen spielen, daß Jungen, die durch fremde Frauen mißbraucht werden, sich nicht als Mißbrauchsopfer sehen und damit auch keinen Grund haben an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch spielt die größere Abhängigkeit des Jungen von der Mutter eine Rolle und das die Jungen meist gezwungen sind aktiver zu sein, als wenn sie von einem männlichen Täter mißbraucht werden. Frauen wenden außerdem viel weniger Gewalt als Männer an.

Auch andere Erklärungsansätze, für die Dominanz des Mannes als Täter sind noch nicht hinreichend geklärt. So könnte die Ausnutzung von Machtpositionen oder der Aspekt, daß früher selbst Mißbrauchte nun zu Tätern werden, hilfreich sein. Bei Lercher (1994, S.46) finden sich drei Erklärungsansätze. Die Zyklustheorie orientiert sich an der Wiederholung eigener erlebter Mißbrauchserfahrung und der Mißbrauch dient der „Wiederherstellung der männlichen Dominanz“ (Lercher, 1994, S.46). Die psychodynamischen Erklärungsansätze sehen den männliche Täter mit dessen Unvermögen eine Beziehung zu einer erwachsenen Frau zu gestalten und seiner Fixierung durch das Unvermögen auf Kinder. Das Suchtmodell sieht den Täter als Wiederholungstäter und dient eher der Therapie von Tätern, da diese ähnliche Strukturen wie Alkoholabhängige haben. Eine Erklärung warum die Männer öfters zu Tätern werden, liefert es hingegen nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentation des Themas in der psychologischen Literatur und die Schwierigkeiten bei der Erfassung von Fallzahlen.

2. Was ist Mißbrauch: Dieses Kapitel definiert sexuellen Missbrauch als Ausnutzung eines Macht- und Kompetenzgefälles.

3. Die Opfer des sexuellen Mißbrauchs: Hier wird die spezifische Situation männlicher Opfer und die Problematik der gesellschaftlichen Rollenerwartungen analysiert.

4. Die Täter: Dieses Kapitel befasst sich mit den Ursachen und der Struktur der Täterschaft, insbesondere der Dominanz des männlichen Täters.

5. Feststellen des Mißbrauchs: Es werden Methoden zur Erkennung von Missbrauchssituationen diskutiert und kritisch hinterfragt.

6. Auswirkung des Mißbrauchs: Das Kapitel detailliert körperliche, psychische und soziale Folgen sowie verschiedene Bewältigungsstrategien.

7. Hilfe bei Mißbrauch: Hier werden Defizite bei Hilfsangeboten aufgezeigt und präventive Maßnahmen diskutiert.

8. Literaturverzeichnis: Umfassende Zusammenstellung der für die Arbeit herangezogenen Quellen.

Schlüsselwörter

Sexueller Missbrauch, Jungen, Täterforschung, Machtgefälle, psychische Folgen, Körperliche Folgen, Rollenklischees, Traumatisierung, Prävention, Opferstatus, Identitätsverlust, Gewalt, Abwehrmechanismen, Dissoziation, Somatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Problematik des sexuellen Missbrauchs von Jungen, einem Thema, das lange Zeit in der Fachwelt vernachlässigt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition von Missbrauch, die psychologische Situation der Opfer, die Ursachenforschung bei Tätern sowie die langfristigen Auswirkungen und mögliche Hilfsstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Tabuisierung aufzubrechen und aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Erwartungen und Rollenklischees die Situation männlicher Missbrauchsopfer erschweren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene Studien und theoretische Ansätze der Psychologie und Kriminologie zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum Täterprofil, zur Symptomatik bei Opfern sowie in die Darstellung von Bewältigungsmechanismen wie Dissoziation oder Identifikation mit dem Täter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind sexueller Missbrauch, Täterforschung, psychische Folgen, Machtgefälle und die geschlechtsspezifische Sozialisation von Jungen.

Warum ist die Definition von Missbrauch für Jungen so problematisch?

Weil das Machtgefälle oft durch gesellschaftliche Vorstellungen von Männlichkeit und die vermeintliche aktive Rolle des Jungen verdeckt wird, was eine Einordnung als Missbrauch erschwert.

Welche Rolle spielt die Familiensituation bei der Entstehung von Missbrauch?

Eine gestörte Eltern-Kind-Interaktion und soziale Isolation erhöhen empirisch nachweisbar das Risiko für sexuelle Übergriffe innerhalb des familiären Umfelds.

Was bedeutet "sekundärer Inzest" nach Rutschky?

Es beschreibt die seelische Abhängigkeit zwischen Mutter und Sohn, die eine eigenständige Persönlichkeitsentwicklung des Kindes verhindert, auch ohne direkten sexuellen Kontakt.

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Details

Title
Sexueller Mißbrauch von Jungen
College
Leipzig University of Applied Sciences  (Sozialpädagogik)
Course
Seminar Entwicklungspsychologie
Grade
2,6
Author
Joerg Krause (Author)
Publication Year
1999
Pages
18
Catalog Number
V7079
ISBN (eBook)
9783638144445
Language
German
Tags
Sexueler Mißbrach Jungen Sozialarbeit Psychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joerg Krause (Author), 1999, Sexueller Mißbrauch von Jungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7079
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