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Die Interpretation von Goethes "Werther": Vergleich zweier methodischer Ansätze von Herbert Schöffler und Ernst Beutler

Title: Die Interpretation von Goethes "Werther": Vergleich zweier methodischer Ansätze von Herbert Schöffler und Ernst Beutler

Term Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martina Jansen (Author)

German Studies - Modern German Literature
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1. Einleitung

Johann Wolfgang Goethe schuf mit seinem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers, erstmals erschienen im Jahre 1774, ein Werk, das die Menschen seiner Zeit bewegte und zu vielerlei Interpretationen veranlasste. Noch heute wird es viel gelesen, im Schulunterricht behandelt und auf verschiedenste Weisen interpretiert, denn sein Stoff ist nach wie vor hochaktuell. Dies nicht zuletzt, weil der Roman nach seinem erscheinen ein regelrechtes Wertherfieber auslöste und auch zu kritischen Betrachtungen veranlasste.
Hier sollen zwei Interpretationsansätze genauer betrachtet werden, die im 20. Jahrhundert entstanden sind und die Vorgehensweise zweier methodischer Strömungen germanistischer Literaturwissenschaft veranschaulichen. Der zuerst betrachtete Ansatz von Ernst Beutler ist dem Positivismus zuzuschreiben, während die Interpretation Herbert Schöfflers Züge der geistesgeschichtlichen Methode aufweist. Wie im Folgenden zu erkennen sein wird, deuten die beiden Autoren das Werk Goethes auf unterschiedliche Weise, da sie Autor und Roman aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Ihre Vorgehensweisen und die Unterschiede ihrer Deutungen sollen nun verglichen und kritisch diskutiert werden, wobei das Augenmerk auf Geistesgeschichte und Positivismus, den beiden literaturwissenschaftlichen Methoden, die in kritischem Bezug zueinander standen, liegen soll.
Im ersten Teil meiner Hausarbeit werde ich mich mit dem Interpretationsansatz Ernst Beutlers beschäftigen, sowie mit der positivistischen Methode an sich. Nachdem dann Herbert Schöfflers Interpretation in Hinblick auf die Geistesgeschichte betrachtet wurde, sollen zum Schluss noch einmal die Unterschiede zwischen den beiden Ansätzen herausgearbeitet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ernst Beutlers Interpretation: Wertherfragen

2.1 Inhalt und Kernaussagen der Interpretation

2.2 Die positivistische Interpretationsmethode

3. Herbert Schöfflers Interpretation: Die Leiden des jungen Werther. Ihr geistesgeschichtlicher Hintergrund.

3.1 Inhalt und Kernaussagen der Interpretation

3.2 Die geistesgeschichtliche Interpretationsmethode

4. Unterschiede der Deutungen Beutlers und Schöfflers

4.1 Methodische Unterschiede

4.2 Inhaltliche Unterschiede

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die konträren Interpretationsansätze von Ernst Beutler und Herbert Schöffler zu Johann Wolfgang Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ vergleichend gegenüberzustellen und kritisch zu diskutieren, wobei der Fokus insbesondere auf der methodischen Anwendung des Positivismus und der Geistesgeschichte liegt.

  • Analyse der positivistischen Methode am Beispiel von Ernst Beutler
  • Untersuchung des geistesgeschichtlichen Ansatzes nach Herbert Schöffler
  • Vergleich der unterschiedlichen methodischen Zugänge und Vorgehensweisen
  • Kritische Diskussion der divergierenden inhaltlichen Deutungen von Werthers Gottesbild
  • Betrachtung der psychologischen Dimensionen im Kontext gesellschaftlicher Hintergründe

Auszug aus dem Buch

2.2 Die positivistische Interpretationsmethode

Der Positivismus ist eine literaturwissenschaftliche Theorie, die um 1850 aufkam und etwa von 1880 bis 1910 ihre Blütezeit erlebte. Er ist „der erste umfassende und als solcher selbstbewusste Ansatz einer germanistischen Literaturwissenschaft.“, besonders geprägt von der Verwissenschaftlichung, die in der Literaturwissenschaft zu seiner Zeit stattfand. Fakten spielen bei der positivistischen Analyse eine ebenso große Rolle wie Erfahrungen, welche unverzichtbar sind für eine letztendliche Erkenntnis, die wissenschaftlich begründet ist. „Ziel der positivistischen Wissenschaft ist die Formulierung von allgemeinen Gesetzmäßigkeiten, die die Gegenstände und Sachverhalte in kausale Beziehungen zueinander setzen.“ Es geht also primär um positives Faktenwissen. Das Metaphysische, sowie nicht Nachvollziehbares werden im Allgemeinen nicht berücksichtigt, denn betrachtet wird vor allem eine Gesamtheit, nämlich die von Autor, Werk und Publikum. So wird Literatur besonders unter Berücksichtigung der Biographie des Autos erklärt und ergründet. Wilhelm Scherer gibt dafür mit der Formel „Ererbtes, Erlebtes, Erlerntes“ eine gute Zusammenfassung, die zeigt, auf welche Faktoren dabei Rücksicht genommen wird.

Entscheidend für die Entstehung des Positivismus sind die Naturwissenschaften, die im 19. Jahrhundert aufblühten, sowie die Gesellschaftswissenschaften. Geschichtsphilosophie verlor an Anklang, aber wissenschaftliche Untersuchungen gewannen nun zunehmend an Bedeutung; das Gesetz, nicht die Tatsache stand nun im Mittelpunkt. So sagt Scherer: „Gewissenhafte Untersuchung des Thatsächlichen ist die erste und unerlässlichste Forderung. Aber die einzelne Thatsache als solche hat an Wert für uns verloren. Was uns interessirt ist vielmehr das Gesetz, welches daran zur Erscheinung kommt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk Goethes ein, thematisiert das anhaltende Interesse am „Werther“ und stellt die beiden zu vergleichenden methodischen Ansätze des Positivismus und der Geistesgeschichte vor.

2. Ernst Beutlers Interpretation: Wertherfragen: Dieses Kapitel erörtert Beutlers positivistischen Ansatz, der den Roman stark über autobiographische Fakten, das Gottesbild Goethes und biografische Parallelen zur Frankfurter Szenerie erschließt.

3. Herbert Schöfflers Interpretation: Die Leiden des jungen Werther. Ihr geistesgeschichtlicher Hintergrund.: Der Autor untersucht hier Schöfflers geistesgeschichtliche Methode, welche den Fokus auf gesellschaftliche Strömungen, die Psychologie der Figur und den Wandel der Gottesidee legt.

4. Unterschiede der Deutungen Beutlers und Schöfflers: Dieser Abschnitt nimmt eine vergleichende Analyse vor, indem er die methodischen Differenzen (Faktenorientierung vs. geistesgeschichtliche Kontextualisierung) sowie inhaltliche Abweichungen in der Interpretation der Religiosität Werthers gegenüberstellt.

Schlüsselwörter

Goethe, Die Leiden des jungen Werthers, Positivismus, Geistesgeschichte, Ernst Beutler, Herbert Schöffler, Literaturwissenschaft, Methode, Wertherfragen, Religiosität, Pantheismus, Theismus, Biographie, Literaturanalyse, interpretative Ansätze.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht zwei unterschiedliche literaturwissenschaftliche Methoden – den Positivismus und die Geistesgeschichte – anhand ihrer Anwendung auf Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die methodische Herangehensweise an literarische Texte, die Rolle von Autorenbiographien, die Bedeutung religiöser Motive sowie der historische Kontext des 18. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Interpretationen von Ernst Beutler und Herbert Schöffler kritisch gegenüberzustellen, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche wissenschaftliche Paradigmen zu abweichenden Deutungen eines Werkes führen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit analysiert die positivistische Methode (fokussiert auf Fakten, Biographie und Kausalität) und die geistesgeschichtliche Methode (fokussiert auf Ideen, Zeitgeist und psychologische Zusammenhänge).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung beider Interpretationsansätze, gefolgt von einem direkten Vergleich, bei dem methodische Unterschiede und die gegensätzliche Interpretation von Werthers Gottesbild diskutiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Positivismus, Geistesgeschichte, Literaturtheorie, Werther-Interpretation, Gottesbild, Pantheismus und methodische Analyse charakterisiert.

Wie unterscheidet Beutler das Werk von Schöffler?

Beutler arbeitet strikt positivistisch, indem er Fakten und biografische Belege sammelt, während Schöffler geistesgeschichtlich argumentiert und den Roman als Ausdruck gesellschaftlicher und religiöser Umbrüche seiner Zeit versteht.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin hinsichtlich der Plausibilität?

Die Autorin äußert eine persönliche Tendenz zur Interpretation Schöfflers, da dieser die psychologischen Aspekte des Protagonisten stärker einbezieht, räumt jedoch ein, dass beide Ansätze komplementär wertvolle Beiträge zum Verständnis des Romans leisten.

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Details

Title
Die Interpretation von Goethes "Werther": Vergleich zweier methodischer Ansätze von Herbert Schöffler und Ernst Beutler
College
RWTH Aachen University  (Neuere Deutsche Literatur)
Course
Literaturtheorien und Methoden der Literaturanalyse
Grade
1,3
Author
Martina Jansen (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V70870
ISBN (eBook)
9783638617338
ISBN (Book)
9783638754750
Language
German
Tags
Interpretation Goethes Werther Vergleich Ansätze Herbert Schöffler Ernst Beutler Literaturtheorien Methoden Literaturanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Jansen (Author), 2006, Die Interpretation von Goethes "Werther": Vergleich zweier methodischer Ansätze von Herbert Schöffler und Ernst Beutler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70870
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