Die Arbeit geht auf Adornos Bestimmung der Kunst im Allgemeinen und vor dem Hintergrund seiner neo-marxistischen Ästhetik ein und in dem Zusammenhang auf seine Definition der Kunstwerke und deren notwendiger Rezeption.
Daher wird im ersten Kapitel zum einen gezeigt, wie Adorno das Kunstwerk definiert und zum anderen wird Adornos Sicht vom Sinn eines Kunstwerks dargeboten. Weiter werden die für ihn notwendigen Rezeptionsgrundlagen und das von ihm als notwendig erachtete Vorgehen vorgestellt.
Die Geschichtlichkeit der Kunstwerke ist für Adorno mit der Rezeption verknüpft. Da die Rezeption jedoch bereits ein wichtiger Bestandteil der Kunstwerke selbst ist, wird sie eigenständig im letzten Abschnitt des ersten Kapitels behandelt.
Das zweite Kapitel behandelt die Begriffe Ideologie und Ideologiekritik. Hierzu wird Adornos Deutung der Rolle der Kunst in der modernen Gesellschaft, sowie seine Einstellung zu den Massenmedien untersucht.
Das dritte Kapitel besteht aus einer kurzen Analyse von Adornos Deutung der Kunst im Vergleich zu Walter Benjamins Deutung der Kunst.
Inhaltsverzeichnis
1 ADORNOS BESTIMMUNG DER KUNST
1.1 Zum Wesen des Kunstwerks
1.2 Sinn eines Kunstwerks und notwendige Rezeption
1.3 Geschichtlichkeit
2 IDEOLOGIE UND IDEOLOGIEKRITIK. ZU TH. W. ADORNOS DEUTUNG DER ROLLE DER KUNST IN DER MODERNEN GESELLSCHAFT
2.1 Die Rolle der Kunst in der modernen Gesellschaft
2.2 Massenmedien
3 ADORNOS DEUTUNG DER KUNST IM VERGLEICH ZU BENJAMINS DEUTUNG DER KUNST
4 SCHLUSS
5 LITERATURANGABEN
5.1 Primärliteratur
5.2 Sekundärliteratur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Kunstverständnis von Theodor W. Adorno vor dem Hintergrund seiner neo-marxistischen Ästhetik. Ziel ist es, Adornos Definition des Kunstwerks, seine Sicht auf dessen Sinn sowie die Rolle der Kunst als gesellschaftskritisches Instrument in der Moderne zu erläutern und diese Position kritisch mit Walter Benjamins Auffassungen zur technischen Reproduzierbarkeit von Kunst gegenüberzustellen.
- Die ontologische Bestimmung des Kunstwerks als Prozess und Entelechie.
- Adornos Gesellschaftskritik und die Rolle der Kunst als Gegenposition zur entfremdeten Realität.
- Die kritische Haltung Adornos gegenüber Massenmedien und Kulturindustrie am Beispiel des Jazz.
- Der komparative Vergleich von Adornos Ästhetik mit Walter Benjamins Thesen zur technischen Reproduzierbarkeit.
Auszug aus dem Buch
1.1 Zum Wesen des Kunstwerks
„Wer weiß, dass ein Kunstwerk etwas Gemachtes ist, weiß keineswegs, dass es ein Kunstwerk ist.“ (GS 7, S. 267) Ein allgemeiner Begriff reicht für Adorno nicht aus, um die Kunst und Kunstwerke zu beschreiben. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist Adorno der Meinung, dass die Kunst nicht nur in den Kunstwerken aufgeht, da Künstler immer auch an der Kunst arbeiten und nicht nur an den Werken, zum anderen betrachtet er Kunstwerke als dynamische Prozesse, die ebenso wenig durch ein festgelegtes Schema analysiert wie allgemeingültig definiert werden können.
Den Begriff „Artefakt“, der „Kunstwerk“ übersetzt, hält er für völlig unzureichend, um das Wesen eines Kunstwerks treffend zu beschreiben, da dieser nur auf das Gemachtwerden durch Menschenhand deute, das umfassende Wesen eines Kunstwerks aber nicht repräsentieren kann. Ein Kunstwerk ist für Adorno mehr als etwas nur „Gemachtes“. Durch die Verwendung des Begriffs „Artefakt“ würde das Wirken der Menschen, der Künstler, zu stark fokussiert und die eigentlichen Ursachen für das Kunstwerk, sein Sinn und seine Funktion, nicht deutlich gemacht.
Kunstwerke sind nach Adorno nicht als Sein, sondern als Werden zu betrachten, denn er versteht sie nicht als statische Gebilde, die aus mehreren ebenfalls statischen Teilen bestehen, sondern als eine Einheit aus Kraftzentren und Ding, deren Einzelmomente jedes für sich den Wahrheitsgehalt des gesamten Werks in sich trägt und doch nicht für sich allein als Kunstwerk bestehen kann: „Es ist, [...] Monade: Kraftzentrum und Ding in eins“. (GS 7, S. 268)
Zusammenfassung der Kapitel
1 ADORNOS BESTIMMUNG DER KUNST: Dieses Kapitel definiert Kunst als dynamischen Prozess und untersucht die notwendigen Bedingungen der Rezeption sowie den Aspekt der Geschichtlichkeit im Kunstwerk.
2 IDEOLOGIE UND IDEOLOGIEKRITIK. ZU TH. W. ADORNOS DEUTUNG DER ROLLE DER KUNST IN DER MODERNEN GESELLSCHAFT: Hier wird analysiert, wie Adorno die Kunst als kritisches Werkzeug gegen gesellschaftliche Entfremdung einsetzt und warum er Massenmedien sowie den Jazz als Teil der Kulturindustrie ablehnt.
3 ADORNOS DEUTUNG DER KUNST IM VERGLEICH ZU BENJAMINS DEUTUNG DER KUNST: Das Kapitel stellt Adornos Konzept der autonomen Kunst Benjamins positiver Einschätzung der technischen Reproduzierbarkeit und der damit verbundenen Demokratisierung der Kunst gegenüber.
4 SCHLUSS: Ein Fazit, das die Auseinandersetzung der Autorin mit den verschiedenen Standpunkten zusammenfasst und Adornos teils als elitär empfundene Kritik hinterfragt.
5 LITERATURANGABEN: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Ästhetik, Kunstwerk, Ideologiekritik, Kulturindustrie, Jazz, technische Reproduzierbarkeit, Moderne Gesellschaft, Entfremdung, Wahrheitsgehalt, Rezeption, Kunstautonomie, Monade, Entelechie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt Adornos philosophische Bestimmung der Kunst und seine Kritik an der Rolle der Kunst in der modernen Gesellschaft, insbesondere im Kontext der Kulturindustrie.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?
Zentrale Schwerpunkte sind der prozessuale Charakter von Kunstwerken, die Ablehnung von Massenmedien durch Adorno sowie der theoretische Vergleich mit Walter Benjamins Ansätzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Gegenüberstellung von Adornos Theorie der autonomen Kunst und Benjamins Sicht auf die technische Reproduzierbarkeit, um zu klären, wie Kunst gesellschaftliche Missverhältnisse reflektieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine textbasierte philosophische Untersuchung, die Adornos ästhetische Theorie (GS 7) und seine Schriften zum Jazz (GS 17) in den Kontext gesellschaftstheoretischer Reflexion stellt.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert das Wesen des Kunstwerks als „Entelechie“, den Zusammenhang von Kunst und Ideologiekritik sowie die unterschiedlichen Bewertungen von Film und Massenmedien bei Adorno und Benjamin.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind Autonomie, Kulturindustrie, Entfremdung, Wahrheitsgehalt, technische Reproduzierbarkeit und Ideologiekritik.
Warum lehnt Adorno laut der Arbeit den Jazz als Kunstform ab?
Adorno betrachtet den Jazz in der damaligen Kulturindustrie nicht als freie Kunst, sondern als „Ware“ und „Kunstgewerbe“, das durch den Profitzwang und standardisierte Strukturen der Unterhaltungsindustrie seine Autonomie verliert.
Wie unterscheidet sich Adornos Sicht auf die Aura des Kunstwerks von der Walter Benjamins?
Während Benjamin die Auflösung der „Aura“ durch technische Reproduzierbarkeit als Chance für eine Demokratisierung der Kunst sieht, beharrt Adorno auf der Notwendigkeit der Autonomie des Kunstwerks als Gegenposition zur entfremdeten Realität.
Welche Rolle spielt der Begriff der „Entelechie“ bei Adorno?
Adorno nutzt den Begriff in Anlehnung an Goethe, um das Kunstwerk als ein „in sich geschlossenes Ziel“ zu beschreiben, das einen vergegenständlichten Wahrheitsgehalt in sich trägt.
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- Eva Siegmund (Author), 2005, Ideologie und Ideologiekritik. Zu Th. W. Adornos Bestimmung der Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70897