Die Highlands - unberührter Naturraum und/oder touristisches Potential


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

Schottlands peripherer Nordwesten

Kulturlandschaftsveränderung

Naturraum Highlands

Tourismus in den Highlands

Fazit

Literaturverzeichnis

Schottlands peripherer Nordwesten

Der Begriff Highlands ist geographisch nicht genau bestimmt. In der britischen Landeskunde versteht man darunter den gebirgigen Norden Schottlands, nördlich und westlich der Linie Firth of Clyde – Crieff – Blairgowrie – und entlang des Gebirgsrandes der Grampian Mountains bis Inverness. Das Gebiet der Highlands lässt sich entlang der Bruchlinie des Kaledonischen Grabens (von Fort William bis Inverness) in die nordwestlichen Highlands und die Grampian Mountains unterteilen. Seit der 1996 durchgeführten administrativen Gliederung Schottlands besteht die Region Highlands, die den nordwestlichen Teil des schottischen Festlandes sowie die Insel Skye umfasst. Die 1991 gegründete „Highlands and Islands Enterprise“ (HIE), der die Aufgabe der regionalen Wirtschaftsförderung und Umweltverbesserung zukommt, ist neben der Region Highlands auch für die Inselgebiete der Orkneys, der Shetlands, der äußeren und inneren Hebriden sowie für die Region Argyll and Bute zuständig.

Diese Planungsregion der HIE umfasst zwar 43,7 % der Fläche Schottlands, weist mit 366.000 Einwohnern jedoch nur einen Anteil von 7,14 % an der schottischen Bevölkerung auf, was einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von 8 Einwohnern pro km² entspricht (vgl. The Stationery Office 2001, S. 24). Dass die Highlands, insbesondere der Westen und Norden, „als ein von Bevölkerungsabwanderung bedrohter und durch Strukturverkümmerung gekennzeichneter Peripherraum“ (Wehling 1982, S. 16) gelten, liegt u. a. an der naturräumlichen Ausstattung, einer mangelnden wirtschaftsräumlichen Erschließung, einer in den vergangenen Jahrhunderten verfehlten Wirtschaftsentwicklung und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von anderen Räumen Großbritanniens. Wirtschaftsräumliche Probleme ergeben sich in den Highlands v. a. aus dem schlecht ausgebauten Verkehrsnetz und der unausgeglichenen Verteilung städtischer Zentren.

Kulturlandschaftsveränderung

Das Gesellschaftssystem der Highlands basierte ursprünglich auf dem Clansystem, das das Land als Gemeinbesitz ansah. Das Oberhaupt, der „clanchief“, war mit jedem Clanmitglied durch Abgaben- und Schutzpflichten verbunden. Nach der im Jahre 1746 gegen die Engländer verlorenen Schlacht bei Culloden wurde das Clansystem zerschlagen. Im Jahr 1780 wurden die ehemaligen „clanchiefs“ als Feudalherren mit grundherrlichen Rechten durch die Invasoren eingesetzt. Das Hauptanliegen der Clananführer lag von diesem Zeitpunkt an darin, die Wirtschaftskraft der im Land produzierten Landgüter zu steigern. Im Zuge der sich entwickelnden Textilindustrie seit Beginn des 19. Jahrhunderts sahen die „clanchiefs“ in der Umstellung der Agrarstruktur auf eine extensive Schafhaltung die größte Profitmöglichkeit. In der Folge setzten die sog. „Highland Clearances“ ein , die Vertreibung der Bauern des zentralen Hochlandes in die Küstenräume, da das bisher angewandte „mixed farming“ der Verwirklichung einer großflächigen Schafhaltung entgegenstand. An den Küsten wurden den aus dem Landesinneren abgewanderten Bauern von den Grundherren durchschnittlich 0,8 ha große Parzellen, die „crofts“, zugewiesen, wobei „die als „crofting“ bezeichnete landwirtschaftliche Nutzung [...] sowohl ackerbauliche [...], als auch die anteilsmäßige weidewirtschaftliche Nutzung der Allmende, des „common“ [umfasste]“ (Wehling 1985, S. 140). Die Pachtparzellen wurden bewusst so klein gehalten, damit die Bauern nicht ausschließlich vom Ackerbau leben konnten, sondern sich zusätzlich in den Profit versprechenden neuen Erwerbszweigen wie kelp-Wirtschaft (= Tanggewinnung für die chemische Industrie) und Küstenfischerei betätigen mussten. Auf Grund der starken konjunkturellen Abhängigkeit dieser Erwerbszweige, wanderten zwischen 1841 und 1861 aus dem Norden und Nordwesten Schottlands - letztlich als Folge der Clearances - etwa 100.000 Menschen v. a. nach Übersee sowie in die neu entstandenen englischen und schottischen Industriezentern ab.

Resultat dieser Kulturlandschaftsveränderung war schließlich eine Zerstörung der Sozialstruktur und eine Schmälerung des „physiogeographischen Entwicklungspotentials“ (Wehling 1985, S. 143), was einen kontinuierlichen Bevölkerungsverlust bis in die 1960er Jahre nach sich zog.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Highlands - unberührter Naturraum und/oder touristisches Potential
Hochschule
Universität Augsburg  (Institut für Geographie - Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeographie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
16
Katalognummer
V70900
ISBN (eBook)
9783638626767
ISBN (Buch)
9783638674744
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Highlands, Naturraum, Potential
Arbeit zitieren
Steffen Kruppa (Autor), 2004, Die Highlands - unberührter Naturraum und/oder touristisches Potential, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70900

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