In Deutschland leben schätzungsweise 120.000 bis 150.000 Opiatabhängige. Davon befinden sich knapp 60.000 in einer Substitutionsbehandlung. Weiterhin gelten rund 5 % aller Bundesbürger, inklusive Kinder und Jugendliche als suchtkrank. 250.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis ca. 25 Jahre sind stark suchtgefährdet. Berücksichtigt werden muss hier zusätzlich, die in den Angaben nicht enthaltende Dunkelziffer. Die oben erzählte Suchtgeschichte ist nur ein Beispiel für die Mannigfaltigkeit der Möglichkeiten suchtkrank zu werden. Die Gründe für Drogenkonsum und die bestehende Drogenaffinität unterliegt in den letzten 20 Jahren einer Trendwende: weg von dem Versuch aus der Gesellschaft auszusteigen, hin zu dem Wunsch an der Gesellschaft teilzuhaben, dem Leistungsdruck und den Anforderungen gerecht zu werden. „Keine macht den Drogen!“, dieser Slogan ist in aller Munde. Dahinter steckt die Absicht, eine Suchtprävention in Deutschland zu etablieren, die der fortschreitenden Entwicklung von Sucht und Abhängigkeit entgegenwirken will. Auf welchen Grundlagen dieses Vorhaben basiert, welche Gründe es für Drogenkonsum und Suchtmittelaffinität gibt, wo die Grenzen dieses Vorhabens liegen und was in Zukunft noch getan werden muss, ist Inhalt der vorliegenden Arbeit. Der in dieser Arbeit unternommene Versuch, Theorien und Strategien der Suchtprävention voneinander zu unterscheiden kann nur unzureichend gelingen, weil der Gegenstand „Sucht“ selbst eine Vielzahl von Perspektiven zulässt. Aus diesem Grund findet sich in dieser Arbeit lediglich eine Zusammenfassung der aussagekräftigsten oder verbreitetsten Modelle und Theorien in Bezug auf die Suchtentstehung und die Suchtprävention. Eingans wir die Frage nachdem was Sucht ist erläutert. Des weiteren werden bestehende Suchttheorien und Suchtursachen erläutert und nachfolgend die Konzepte zu den bekannten Suchtpräventionsschritten vorgestellt. Im Anschluss daran werden zwei Modellprojekte zur Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen vorgestellt und diskutiert.
Diese Arbeit befasst sich des weiteren mit den Untersuchungsergebnissen des durchgeführten Puppenspielprojekt zur Suchtprävention.
Dabei handelt es sich um ein Projekt, das von der Autorin der Arbeit konzipiert und mit insgesamt 523 Grundschülern aus Magdeburg und Umgebung durchgeführt worden ist.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. WAS IST SUCHT ?
2.1. GEBRAUCH – MISSBRAUCH – ABHÄNGIGKEIT
2.2. SUCHTURSACHEN
2.3. WER WIRD SÜCHTIG ?
2.3.1. Das 3 - M - Modell
3. SUCHTPRÄVENTION
3.1. WAS IST SUCHTPRÄVENTION ?
3.2. AUFGABEN UND ZIELE DER SUCHTPRÄVENTION
3.2.1. Präventionsschritte
3.3. MODELLE DER SUCHTPRÄVENTION IN DER JUGENDARBEIT
3.3.1. Modellprogramm „Mobile Drogenprävention“
3.3.2. „Kinder stark machen“
3.4. GRENZEN DER SUCHTPRÄVENTION
4. DAS PRÄVENTIONSPROJEKT „PUPPENSPIEL 2005“
5. FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN
6. QUALITÄTSKRITERIEN FÜR EIN SUCHTPRÄVENTIONSSTÜCK
6.1. PROJEKTSKIZZE
6.1.1. Allgemeine Daten zum Projekt
6.1.2. Inhaltlicher Bericht
6.1.3. Theoretischer Hintergrund
7. METHODE
7.1. AUSWAHL UND BESCHREIBUNG DER STICHPROBE
7.2. FRAGEBOGEN UND UNTERSUCHUNGSABLAUF
7.3. AUSWERTUNG DER DATEN
8. ERGEBNISSE
8.1. WIRKUNG AUF DEN WISSENSSTAND
8.1.1. Mittelwertvergleich der gesamten Stichprobe
8.1.2. Geschlechtervergleich in Bezug auf den Wissensstand
8.1.3. Altersvergleich in Bezug auf den Wissensstand
8.2. ANTWORTVERHALTEN IN BEZUG AUF AUSGEWÄHLTE DROGEN UND SUCHTMITTEL
8.2.1. Suchtmittel: Koffein (Kaffee)
8.2.2. Suchtmittel: Alkohol
8.2.3. Suchtmittel: Cannabis („Kiffen“)
8.2.4. Suchtmittel: Nikotin (Rauchen)
8.2.5. Suchtmittel: Koffein (Cola)
8.2.6. Suchtmittel: Süßigkeiten
8.3. UNTERSUCHUNG DER EINSTELLUNG DES SOZIALEN UMFELDES
8.3.1. Suchtmittel: Koffein (Kaffee)
8.3.2. Suchtmittel: Alkohol
8.3.3. Suchtmittel: Cannabis („Kiffen“)
8.3.4. Suchtmittel: Nikotin (Rauchen)
8.3.5. Suchtmittel: Koffein (Cola)
8.3.6. Suchtmittel: Süßigkeiten
9. DISKUSSION DER VORLIEGENDEN ERGEBNISSE
10. HINWEISE ZU WEITERFÜHRENDEN UNTERSUCHUNGEN
11. SCHLUSSWORT
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Wirksamkeit eines von der Autorin konzipierten Puppenspiels zur Suchtprävention bei Grundschulkindern. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob durch ein solches spielerisches Format der Wissensstand von Kindern über Drogen und Suchtmittel verbessert und ihre Einstellung durch die Reflexion über soziales Umfeld und Präventionsmöglichkeiten positiv beeinflusst werden kann.
- Suchtursachen und Entstehungsmodelle (u.a. 3-M-Modell)
- Präventionsstrategien und Interventionsformen bei Kindern
- Qualitätskriterien für suchtpräventive Projektarbeit
- Analyse von Einstellung und Wissen von Kindern zu legalen und illegalen Suchtmitteln
- Evaluation eines praktischen Puppenspielprojekts ("Auf der Suche nach dem Glück")
Auszug aus dem Buch
2.3.1.1. M1: das Suchtmittel
Spricht man von dem Suchtmittel, so gilt es, seine Faktoren wie seine spezielle Wirkung, sein Suchtpotential, seine Verfügbarkeit, sein Image, seine symbolischen Bedeutung und vieles anderes zu berücksichtigen.
Mit den verschiedenen Stoffen stehen im einzelnen auch verschiedene Erwartungen, Wirkungen und Ziele in Zusammenhang:
• Nikotin bietet Kontakt. Kaum ein anderer Stoff ist so gut geeignet um mit anderen Personen ins Gespräch zu kommen und sie kennen zu lernen (siehe das Beispiel von der kleinen Maria). Man kann nach einer Zigarette fragen oder um Feuer bitten. Man kann sich über das Für und Wider einzelner Marken unterhalten oder über die „coole“ Musik in den Werbespots. Außerdem sieht es schon „cool“ aus, wenn man ganz lässig in der Disco steht und einen „Glimmstängel“ in der Hand hat. Man weiß immer, wohin mit seinen Händen und kann gut die Nervosität überspielen, die sich breit macht, wenn man seinen Schwarm anspricht. Außerdem wirkt es erwachsener.
• Alkohol hebt die Stimmung. Alkohol wirkt enthemmend, er erhöht das Selbstbewusstsein, löscht Grenzen aus dem Bewusstsein (jedenfalls für den Augenblick). Er gehört zu einer guten Party und macht Mut, ein schönes Mädchen anzusprechen. Wer von den Jugendlichen hat denn nicht schon mal ein „tiefsinniges“ Gespräch im angetrunkenen Zustand geführt. Man versteht sich blendend und ist auf einem „Level“. Außerdem hilft er ja so gut beim Vergessen von Problemen und schenkt uns eine ganz besondere Art von Optimismus (nur leider ist der weg, wenn sich am nächsten morgen der Kater in den Köpfen breit macht)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Autorin führt in die Thematik ein und stellt anhand einer Fallbeschreibung und statistischer Daten die Relevanz der Suchtprävention im Kindesalter dar.
2. WAS IST SUCHT ?: Dieses Kapitel definiert Sucht, differenziert zwischen Sucht und Suchtmittelgebrauch und erläutert Ursachenmodelle sowie individuelle Faktoren für die Suchtentstehung.
3. SUCHTPRÄVENTION: Hier werden Definitionen, Ziele und Modelle der Suchtprävention, insbesondere für die Jugendarbeit, theoretisch und praktisch diskutiert.
4. DAS PRÄVENTIONSPROJEKT „PUPPENSPIEL 2005“: Das Kapitel präsentiert das von der Autorin entwickelte Puppenspiel zur Suchtprävention, welches als Medium für Kinder dient.
5. FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN: Die Autorin formuliert die Forschungsfragen und Hypothesen zur Wirksamkeit des Puppenspiels auf den Wissensstand und die Einstellungen der Kinder.
6. QUALITÄTSKRITERIEN FÜR EIN SUCHTPRÄVENTIONSSTÜCK: Es werden Anforderungen an die Qualität suchtpräventiver Arbeit, die Projektskizze und theoretische Hintergründe zum Einsatz von Handpuppen dargelegt.
7. METHODE: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Untersuchung, die Stichprobenauswahl sowie den Untersuchungsaufbau und die Datenauswertung.
8. ERGEBNISSE: Detaillierte Darstellung der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich des Wissensstandes und der Einstellungsveränderungen bei verschiedenen Suchtmitteln.
9. DISKUSSION DER VORLIEGENDEN ERGEBNISSE: Die Ergebnisse werden kritisch diskutiert, auf die Hypothesen bezogen und in einen größeren suchtpräventiven Kontext eingeordnet.
10. HINWEISE ZU WEITERFÜHRENDEN UNTERSUCHUNGEN: Die Autorin gibt Anregungen für zukünftige Forschungsbedarfe und vertiefende Längsschnittstudien.
11. SCHLUSSWORT: Fazit zur Suchtprävention als Gemeinschaftsaufgabe und Plädoyer für den weiteren Ausbau professioneller Suchthilfe- und Präventionsnetzwerke.
Schlüsselwörter
Suchtprävention, Kinder, Jugendliche, Puppenspiel, Lebenskompetenz, Drogen, Alkohol, Nikotin, Cannabis, Suchtursachen, Wirksamkeit, Sozialforschung, Erziehung, Gesundheitsförderung, Intervention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Evaluation eines suchtpräventiven Puppenspielprojekts für Kinder im Grundschulalter, um spielerisch Wissen über Suchtgefahren zu vermitteln und Lebenskompetenzen zu stärken.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben theoretischen Grundlagen zur Suchtentstehung und verschiedenen Modellen der Suchtprävention stehen die kindgerechte Vermittlung suchtpräventiver Inhalte, die Bedeutung von Lebenskompetenzen sowie die praktische Umsetzung eines theaterpädagogischen Ansatzes im Vordergrund.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob das konzipierte Puppenspiel den Wissensstand von Grundschulkindern über die Schädlichkeit von Suchtmitteln (wie Alkohol, Tabak, Cannabis) signifikant verbessert und inwiefern die Einstellung der Kinder durch die präventive Arbeit beeinflusst wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine Längsschnittstudie durchgeführt, bei der eine Kohorte von Kindern vor und vier Wochen nach der Intervention mittels Fragebogen zur Suchtmitteleinstellung befragt und statistisch ausgewertet wurde.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block (Suchtursachen, Präventionsmodelle) und einen praktischen Block, der die detaillierte Vorstellung und Evaluation des eigenen Suchtpräventionsprojekts umfasst.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Suchtprävention, Lebenskompetenz, Handpuppenspiel, Drogenaffinität, kindliche Entwicklung und Wirksamkeitsevaluation charakterisieren.
Warum wurde ausgerechnet das Medium „Puppenspiel“ gewählt?
Das Puppenspiel ermöglicht es, hochsensible Themen kindgerecht und mit der notwendigen Distanz zu behandeln, wobei die Tiercharaktere als Identifikations- oder Projektionsfiguren dienen, ohne direkt drohend zu wirken.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Rolle von Rehabilitationspsychologen?
Rehabilitationspsychologen werden als hochqualifizierte Fachkräfte identifiziert, die in der Lage sind, präventive Projekte in verantwortlicher Position zu gestalten und fundiertes Wissen über Sucht- und Präventionsebenen lebensweltbezogen zu vermitteln.
- Quote paper
- Dipl. Rehabilitationspsychologin Christine Link (Author), 2006, Auf der Suche nach dem Glück - oder wie die Tiere die Sucht besiegen; Suchtprävention durch Puppenspiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70929