Der deutsche Anbietermarkt für Alternativtourismus


Seminararbeit, 2002
22 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

Literaturliste

Websites

1 Einleitung

2 Die Entwicklung zum Alternativtourismus

3 Anbieter für alternativen Tourismus
3.1 Anbieter von alternativen Reisen
3.1.1 schulz aktiv reisen
3.1.2 Wikinger Reisen
3.1.3 Unger Outdoor Team GmbH
3.1.4 AugustusTours
3.2 Alternative Angebote in Deutschland
3.2.1 Hostels
3.2.1.1 Die Boofe
3.2.1.2 Mezcalero
3.2.2 Ausrüsterläden
3.2.2.1 Globetrotter Ausrüstung GmbH
3.2.3 Literatur und Medien für Individualreisende
3.2.3.1 Lonely Planet / Stefan Loose / Reise-Know-How
3.2.4 Netzwerke in Deutschland
3.2.5 Individualreisen in Deutschland

Fazit

Anhang

Literaturliste

1. Freyer – Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 7. Auflage

2. Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, 1997, S. 29

3. Heidi Sinning – Marktorientiertes Konzept für einen sanften Tourismus, 1996

4. Bieger, Management von Destinationen und Tourismusorganisationen

5. Katalog schulz aktiv reisen 2003

6. Unger Outdoor Team – Katalog 2003

7. Firmeninformation zu AugustusTours

8. Der Tagesspiegel, 02.06.2002

9. Werbebroschüre des Ausrüsterladens „Die Hütte“ in Dresden

10. Verschiedene Lonely Planet Reiseführer

Websites

1. http://home.snafu.de/uli.voigt/alternativtourismus.htm

2. http://www.evchen.de/journalismus/gesellen.htm

3. http://www.schulz-aktiv-reisen.de/

4. http://www.wikinger-reisen.de

5. http://www.outdoorteam.de/

6. http://www.augustustours.de/

7. http://www.backpacker-network.de

8. http://www.boofe.de/

9. http://www.mezcalero.de

10. http://www.globetrotter.de

11. http://www.globetrotter.de/de/wir/presse/intern_web.pdf

12. http://www.bandb-ring.de

13. http://www.lonelyplanet.com/

1 Einleitung

Mit zunehmender Bedeutung des Tourismus hat sich auch ein weites Spektrum der Kritik entwickelt. Dieses umfasst unterschiedliche Bereiche, die im Ergebnis zum Teil eigene Reiseformen und Ansätze entwickelt haben. Mit dem Alternativtourismus als Sonderform der Tourismuskritik identifiziert man meist junge Leute, deren auffälligste Erscheinungsform der „Turnschuh-Rucksacktourismus“ darstellt. Er hat seine eigene Art der Kritik („Gegen den Massentourismus“) und eine alternativ-touristische Infrastruktur im Heimatland (Globetrotterläden, Billigflugbüros, alternative Reiseläden und -veranstalter, Alternative Reiseführer) und im Gastland (Müsli-Kneipen, Billighotels, …) hervorgerufen.[1]

„’Alternativ’ ist heutzutage ein so schillerndes und weit verbreitetes Wort geworden, dass man sich zu Beginn einer Diskussion um Alternativtouristen und –tourismus erst etwas mehr Klarheit um den Inhalt des verwendeten Begriffes verschaffen muss. Überwiegend wird Alternativreisen verbunden mit neuen Reiseformen der Globetrotter- und Tramperszene, weitgehend synonym mit Rucksack- oder Freak- Tourismus.“[2]

Alternativtourismus stellt demzufolge jegliche Form von Reiseart dar, die äußerlich nicht dem Massentourismus entspricht. Alternativtouristen nennen sich Abenteurer, Globetrotter, Reisende, Traveller,... nur als Touristen wollen sie nicht bezeichnet werden. Sie versuchen sich vom Tourismus abzugrenzen.

Diese Art von Touristen steht für das Bemühen um Umweltverträglichkeit und besseres Verständnis für Land und Leute im Zielgebiet. Alternativtourismus wird häufig mit „sanftem Tourismus“ gleichgesetzt und ist heute weitgehend ideologiefrei.[3]

Ist aber diese Art zu Reisen wirklich umweltverträglicher als die traditionellen Möglichkeiten? Erhöht der Alternativtourismus die Einnahmen der Einheimischen, oder nur den Wohlstand und den Profit von Reiseanbietern in der westlichen Welt? Fördert das „Andere Reisen“ wirklich die Entwicklung der Infrastruktur in den verschiedenen Destinationen? Bei der Vorstellung der verschiedenen Angebote werde ich versuchen, die hier aufgestellten Fragen in die Betrachtung einzubeziehen und einen Überblick über eine Auswahl der verschieden Anbieter für Alternativtourismus in Deutschland zu geben.

2 Die Entwicklung zum Alternativtourismus

Das arbeitsorientierte "Tramping" junger Männer der Arbeiterklasse, kann als Vorstufe des Alternativtourismus, zumindest in der Art zu reisen, betrachtet werden, die bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein, etwa in den USA, gesellschaftlich etabliert und positiv assoziiert wurde.[4]

Die Entwicklung des „Anderen Reisens“ in Deutschland lässt sich gut am Beispiel der Rolandsbrüder erläutern: Schon im späten Mittelalter gingen die Gesellen auf Wanderschaft, da nur derjenige Meister werden konnte, der auf Wanderschaft gegangen war. Die Gesellen mussten damals ledig sein, durften keine Kinder haben und es war nicht erlaubt, sich über einen Zeitraum von drei Jahren weniger als 60 km an den Heimatort zu nähern. Traditionen, die heutzutage, nachdem sie schon als abgeschrieben galten, wieder an Bedeutung gewinnen. So nimmt die Zahl der Gesellen, die wieder auf Wanderschaft, die sogenannte Walz, gehen langsam aber stetig wieder zu. Junge Männer in ihren schwarzen Manchesteranzügen ziehen zu Fuß von Ort zu Ort, wer ihnen auf der Straße begegnet, fühlt sich in eine fremde Zeit versetzt.[5]

In den sechziger Jahren beschränkten sich die "Blumenkinder" nicht länger auf (passive) landesinterne Protestkundgebungen und Demonstrationen gegen das Establishment, sondern setzten aktive Zeichen auf ihrer Suche nach einer besseren Welt. Überlandfahrten nach Indien werden nicht nur zu den ersten Alternativreisen per se, sondern entwickeln sich indirekt zum Wegbereiter für (massenhaften) Alternativtourismus der nächsten Jahrzehnte.[6]

Alternatives Reisen in den siebziger Jahren ist durch die Gründung erster "Aussteigerzentren" gekennzeichnet. Zunächst waren diese auf Gegenden beschränkt, die sich dem Hippie-Lebensstil gegenüber als tolerant erwiesen hatten. Die ersten "Freakzentren" in Asien waren Goa (Indien), Kathmandu (Nepal), Kabul (Afghanistan) und Kuta (Bali/Indonesien). Aber auch in Mittelamerika bildeten sich einige dieser Zentren heraus, unter anderem am Atitlán See Guatemalas, hauptsächlich in Panajachel, in kleinerem Maßstab aber auch in San Pedro.[7]

In den achtziger und neunziger Jahren wurden Ziele einer umwelt- und sozialverträglichen Fremdenverkehrsentwicklung, einer optimalen Erholung der Fremdenverkehrsgäste sowie einer langfristorientierten, regionalwirtschaftlichen Entwicklung verfolgt.

Im Jahre 1980 eröffnete Robert Jungk die Diskussion um die Schattenseiten „der schönsten Wochen des Jahres“ und stellte die Forderung nach einem „Sanften Reisen“ gegen das „Harte Reisen“ (vgl. Abb.1 bzw. Abb.2 nach Krippendorf).[8]

„Das Konzept des ‚Sanften Tourismus’ ist im Gegensatz zum Alternativtourismus kein neuer Reisestil, sondern ein eigenständiger Teil der Ökologiebewegung und durch einen ganzheitlichen Anspruch zu charakterisieren: Ziel ist das optimale Zusammenwirken von Mensch, Technik, Natur und Kultur (Krippendorf 1984: 177).“

„Sanfter Tourismus wird heute als Vorläufer eines umweltorientierten oder qualitativen Tourismus beschrieben. Obwohl es nie zu einer Realisation dieses Konzepts in großem Stil in der Praxis kam, kommt der Idee des sanften Tourismus doch eine große Bedeutung als erste Leitvorstellung für eine alternative touristische Entwicklung zu.“[9]

Sanfter Tourismus war im engeren Sinne jedoch nur auf Naturverträglichkeit und einem rücksichtsvollen und schonenden Umgang mit knappen Ressourcen ausgerichtet bzw. im weiteren Sinne wurde eine soziale Komponente berücksichtigt. Ein wirtschaftlicher Ansatz wurde kaum oder gar nicht in das theoretische Konzept einbezogen.

Obwohl es für diese Idee nur wenige Umsetzungsbeispiele gibt und die Forderungen wenig praktikabel waren, wurde diese Leitvorstellung oft in Marketingstrategien verwandt. Nach partiellen Erfolgen sind die großen Problemfelder Ressourcenverbrauch und Verkehr aus Sicht der Umweltvorsorge praktisch noch ungelöst.

Das Prinzip der „Nachhaltigen Tourismusentwicklung“ als Nachfolger des Ansatzes zum „Sanften Tourismus“ impliziert heute drei gleichrangige Komponenten, die nicht voneinander abspaltbar oder gegeneinander ausspielbar sind (Abb. 2). Bei der ökologischen Verträglichkeit steht vor allem die Erhaltung, sowie der Schutz und die Wiederherstellung der Ökosysteme im Vordergrund. Die soziokulturelle Komponente berücksichtigt unter anderem die Verständigung zwischen den Menschen, ungeachtet von Herkunft, Sprache und Religion sowie den Erhalt der einheimischen Soziokultur und eine gerechte Einkommensverteilung. Im wirtschaftlichen System des Nachhaltigkeitsdreiecks wird vor allem auf ein qualitatives Wachstum und eine Unterstützung der Klein- und Mittelständischen Unternehmen Wert gelegt.

[...]


[1] Vgl. Freyer - Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 7. Auflage, S. 378, 385, 386

[2] Freyer - Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 7. Auflage, S. 386

[3] Vgl. Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, 1997, S. 29

[4] Vgl. http://home.snafu.de/uli.voigt/alternativtourismus.htm

[5] Vgl. http://www.evchen.de/journalismus/gesellen.htm

[6] Vgl. http://home.snafu.de/uli.voigt/alternativtourismus.htm

[7] Vgl. http://home.snafu.de/uli.voigt/alternativtourismus.htm

[8] Vgl. Heidi Sinning – Marktorientiertes Konzept für einen sanften Tourismus, 1996, S. 4 und 5

[9] Bieger, Management von Destinationen und Tourismusorganisationen, S.63

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Der deutsche Anbietermarkt für Alternativtourismus
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Lehstuhl für Tourismuswirtschaft)
Veranstaltung
Seminar Tourismuswirtschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
22
Katalognummer
V70980
ISBN (eBook)
9783638629270
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit dem deutschen Anbietermarkt für Alternativtourismus.
Schlagworte
Anbietermarkt, Alternativtourismus, Seminar, Tourismuswirtschaft
Arbeit zitieren
Dipl.-Kaufmann Andreas Bünnig (Autor), 2002, Der deutsche Anbietermarkt für Alternativtourismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70980

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