In dieser Hausarbeit werden die Fundorte Karanovo, Asagı Pınar und Toptepe betrachtet und hinsichtlich ihrer Lage, Architektur und der materiellen Kultur beschrieben. Diese drei Fundorte liegen in Thrakien in relativer geographischer Nähe zueinander.1 Daher soll eine Einzelbetrachtung eines jeden dieser Plätze unternommen werden mit der Frage, wie sich diese zum Einen in sich selbst entwickeln, zum Anderen soll aber auch untersucht werden, ob sich diese Fundorte chronologisch zueinander fassen lassen. Interessant und zu erwähnen sei die Tatsache, dass die Grabungen in Karanovo und insbesondere Asagı Pınar zur Zeit noch nicht abgeschlossen sind; es kann also nur der gegenwärtige Stand der mir vorliegenden Publikationen betrachtet und verglichen werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Karanovo
I. Einleitung
II. Architektur
a. Karanovo I
b. Karanovo II
c. Karanovo II-III bis Karanovo IV
d. Haus- und Siedlungsarchitektur in Karanovo: Zusammenfassung
III. Keramik
a. Karanovo I
b. Karanovo II
c. Karanovo II-III
d. Karanovo III
e. Karanovo III-IV
f. Karanovo IV
g. Sonderform „Kulttischchen“
IV. weitere Artefakte der materiellen Kultur
Aşağı Pınar
I. Einleitung
II. Architektur
a. Periode AP6
b. Periode AP5
c. Periode AP4
d. Periode AP3
e. Periode AP2
f. Allgemeines und Zusammenfassung
III. Keramik
Toptepe
Schlussaussage
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit untersucht die archäologischen Fundorte Karanovo, Aşağı Pınar und Toptepe in Thrakien mit dem Ziel, deren bauliche Entwicklung sowie die materielle Kultur zu dokumentieren und die Plätze chronologisch zueinander in Beziehung zu setzen.
- Geographische Lage und archäologische Einordnung der drei Fundplätze.
- Analyse der neolithischen Siedlungsarchitektur und Bauweisen.
- Vergleichende Untersuchung der Keramikabfolgen und Artefaktgruppen.
- Chronologische Korrelation der Fundorte innerhalb des thrakischen Raums.
- Untersuchung von Sonderformen wie den „Kulttischchen“.
Auszug aus dem Buch
d. Haus- und Siedlungsarchitektur in Karanovo: Zusammenfassung
Die hier beschriebenen Gebäude entsprechen dem üblichen Schema der neolithischen Architektur im Balkanraum. Dabei handelte es sich um Bauten aus nach unten zugespitzten, in den Boden gerammten Holzpfählen. Diese wurden mit einem Rutengeflecht verbunden, welches wiederum von beiden Seiten mit Lehm verputzt war. Die Pfosten waren in der Regel zwischen zehn und fünfzehn Zentimeter stark und bis etwa 80cm in den Boden eingelassen. Der durchschnittliche Abstand zwischen den Pfosten wurde auf rund 20cm bemessen, die Mauerstärke lag im Schnitt bei 20-25cm.
Heute wird eine Grundlebensdauer für Häuser dieser Bauart von rund dreißig Jahren angenommen. Diese ließ sich aber durch Reparaturen und Veränderungen deutlich erhöhen.
Steine wurden als Material für Mauern und Fundamente so gut wie gar nicht verwendet, obwohl die Verwendung von Stein zeitgleich in anderen Regionen durchaus schon üblich war, wie etwa im ägäischen Raum oder Anatolien.
Die Gebäudegrundrisse waren meistens rechteckig bis annähernd quadratisch angelegt, wobei die durchschnittlichen Seitenlängen bei 5-6m mal 6-7m lagen. So entständen Grundflächen von 30-50qm. Die Grundflächen der Annexbauten waren immer geringer als 20qm.
Die Gebäude standen in der Regel isoliert und waren teilweise durch Wände in zwei Räume aufgeteilt. Die Teilung wird heute als eine Aufteilung in einen Vorratsraum und einem Haupt und Wohnraum mit Backofen gedeutet. Die Gebäude dienten wohl ausschließlich dem Wohnzwecke; Kultgebäude wurden nicht nachgewiesen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der drei ausgewählten Fundorte in Thrakien und deren Forschungsstand.
Karanovo: Detaillierte Betrachtung der Stratigraphie, Baugeschichte und materiellen Kultur des Tells Karanovo.
Aşağı Pınar: Analyse der Siedlungsstruktur und Keramiksequenzen des Fundortes Aşağı Pınar in Bezug zu Karanovo.
Toptepe: Untersuchung der Überreste des zerstörten Tells von Toptepe und dessen chronologische Einordnung.
Schlussaussage: Zusammenführende Betrachtung der chronologischen Korrelation der drei Fundorte anhand ihrer Architektur und Keramik.
Schlüsselwörter
Neolithikum, Karanovo, Aşağı Pınar, Toptepe, Thrakien, Siedlungsarchitektur, Keramik, Stratigraphie, Kulttischchen, Ausgrabung, Tell, Prähistorische Archäologie, Holzbauweise, Chronologie, Südosteuropa.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem archäologischen Vergleich dreier Fundorte in Thrakien: Karanovo, Aşağı Pınar und Toptepe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich primär auf die geographische Lage, die Siedlungsarchitektur und die materielle Kultur, insbesondere die Keramik, der drei Fundorte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine Einzelbetrachtung der Plätze hinsichtlich ihrer Entwicklung und eine Untersuchung, ob sich diese chronologisch zueinander in Bezug setzen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autor nutzt eine komparative stratigraphische Analyse und vergleicht die verfügbaren archäologischen Daten und Publikationsstände.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Architektur- und Keramikphasen von Karanovo und Aşağı Pınar sowie eine Analyse des Fundguts von Toptepe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Neolithikum, Thrakien, Stratigraphie und Keramiktypologie charakterisieren.
Was sind „Kulttischchen“ im Kontext dieser Arbeit?
Dabei handelt es sich um eine spezielle Keramikform, die in Karanovo und Aşağı Pınar gefunden wurde und möglicherweise als Kultgegenstand oder Lampe diente.
Warum ist die Korrelation mit Karanovo so bedeutend?
Karanovo bildet das chronologische Rückgrat für die neolithische Kulturfolge in Thrakien, weshalb andere Fundorte oft mit dessen Schichten verglichen werden.
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- Marco Chiriaco (Author), 2006, Karanovo, Asagi Pinar und Toptepe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70999