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Der Umbau des Sozialstaats

Title: Der Umbau des Sozialstaats

Intermediate Diploma Thesis , 2006 , 34 Pages , Grade: gut (2,3)

Autor:in: Corinna Patrizia Franiek (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Bei genauer Betrachtung ist die Metapher vom Umbaus des Sozialstaats eigentlich eher unangebracht, denn umgebaut wurde unser Sozialstaat schon seit je her. Jedoch soll heute mit „Umbau des Sozialstaats“ wahrscheinlich eher ausgedrückt werden, dass es nicht um kleine Korrekturen des Systems geht, sondern vielmehr um einschneidende Maßnahmen. Einigen in der Reformdebatte scheint es sogar nicht nur um die Veränderungen im System zu gehen, sondern vielmehr um eine Änderung des Systems. Bei den lautstarken Rufen von Seiten der Arbeitgeber ist sogar anzunehmen, dass ihrerseits versucht wird, die ungünstige Situation am Arbeitsmarkt auszunutzen. Die Frage an dieser Stelle ist jedoch, ob dies nicht die gesellschaftliche Integration durcheinander bringt. Es müssen also Gründe gefunden werden, die einen Umbau des Sozialstaats offensichtlich werden lassen, weitab von den Interessen von Verbänden.
Solche Gründe wären z. B. die demographische Struktur der Gesellschaft, die den Generationenvertrag ins Wanken bringt, und im Grunde, neben der Arbeitslosigkeit, Ursprung vieler Probleme ist. Ohne die Reform der Sozialversicherung, welche die Basis unseres deutschen Sozialstaats darstellt und welche uns in der ganzen Welt hat berühmt werden lassen, da sie lange Zeit das Positivste war, was unser Land vorzuweisen hatte, wird es mit dem Sozialstaat Deutschland langsam aber sicher bergab gehen.
„Die Versorgung Hilfsbedürftiger, Kranker, Siecher und Alter war für die menschliche Gesellschaft stets eine besondere Herausforderung. Die Natur hat für deren Bewältigung keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen. Das gilt noch weit mehr für die Teilhabe der generell Schwächeren am großen Kuchen - der Langsameren, Schwerfälligeren, Ungeschickteren, Ideenloseren oder Beziehungsärmeren.“1
Aber letztlich sind dies doch Eigenschaften und Merkmale von Entwicklung und zeichnen eine funktionierende Demokratie und Gesellschaft aus. Im Folgenden soll geklärt werden, was Sozialstaaten kennzeichnet, insbesondere den deutschen und wie sie entstanden sind. Weiterhin, was zur Krise des deutschen Sozialstaats beigetragen hat und es sollen Lösungen aufgezeigt werden, welche Wege aus dieser Krise führen bis hin zur Sicherung der sozialen Systeme.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

I. Theoretische Grundlagen

I. 1. Definition Wohlfahrtsstaat und Sozialstaat

I. 2. Grundlagen, Strukturprinzipien und Funktionen des Sozialstaats

II. Geschichte des Sozialstaats

II. 1. Aufbau der Sozialversicherung im Wilhelminischen Kaiserreich

II. 2. Die Zeit der Weimarer Republik

II. 3. Die NS-Zeit

II. 4. Im Nachkriegsdeutschland

II. 5. Die Zeit der Großen Koalition

II. 6. Sozial-liberale Koalition

II. 7. Die Ära Kohl

II. 8. Die Agenda 2010

III. Typen des Sozialstaats

III. 1. Der deutsche Sozialstaat

IV. Krise und Kritik

IV. 1. Aushöhlung des Normalarbeitsverhältnisses

IV. 2. Auslösung der Normalfamilie

IV. 3. Globalisierung

V. Notwendige Reformen des Sozialstaats

V. 1. Reform der Allgemeinen Krankenversicherung

V. 2. Die Grundeinkommensversicherung

V. 2. 1. Renten

V. 2. 2. Arbeitslosengeld

V. 2. 3. Kindergeld

V. 2. 4. Erziehungsgeld

V. 2. 5. Krankengeld

V. 2. 6. Ausbildungsgeld

V. 2. 7. Grundsicherung

V. 3. Das Bürgergeld

V. 4. Subventionierung des Niedriglohnsektors

V. 4. 1. Lohnergänzende Zuschüsse

V. 4. 2. Subventionierung der Sozialversicherungsbeiträge

V. 4. 3. Reform der Sozialhilfe

V. 5. Senkung der Lohnnebenkosten

VI. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die aktuelle Krise sowie notwendige Reformansätze des deutschen Sozialstaats, um dessen Zukunftsfähigkeit angesichts demographischen Wandels, veränderter Arbeitsmarktstrukturen und Globalisierung zu analysieren.

  • Grundlagen, Funktionen und Typen von Sozialstaaten.
  • Historische Genese der sozialen Sicherung in Deutschland.
  • Analyse der Krise durch Arbeitsmarktveränderungen und demographischen Wandel.
  • Diskussion konkreter Reformkonzepte wie Grundeinkommensversicherung und Bürgergeld.
  • Finanzierungsfragen und die Rolle der Lohnnebenkosten.

Auszug aus dem Buch

IV. 1. Aushöhlung des Normalarbeitsverhältnisses

Konservative Wohlfahrtsstaaten schneiden im internationalen Vergleich, die Arbeitsmarktentwicklung betreffend, eher schlecht ab. Dies ist auf die Starrheit der Märkte zurückzuführen, was wiederum durch die staatliche Gewährleistung der sozialen Sicherheit bewirkt wird. Man kann also sagen, dass das konservative Sozialstaatsmodell eher hohe Arbeitslosigkeit zur Folge hat. Langandauernde (strukturelle) Arbeitslosigkeit schafft finanzielle Probleme, da der deutsche Sozialstaat so angelegt ist, dass es der Vollbeschäftigung bedarf, die es den Arbeitnehmern ermöglicht, in die Sozialkassen einzuzahlen. Ist dies nicht mehr der Fall, kommt es zu einer finanziellen Überlastung, denn der Sozialstaat ist für die Folgen, lang anhaltender Arbeitslosigkeit, nicht gerüstet.

Mit der Dritten Industriellen Revolution kam es zu Veränderungen in der Arbeitswelt, die Produktivität wurde einerseits gesteigert, aber andererseits wurde hiermit auch das System der sozialen Sicherung erschüttert. Wenn weniger Arbeitnehmer mehr Güter produzieren (jobless growth) und ebenfalls mehr Dienstleistungen erbringen, ohne Festanstellung, die sie (und ihre Familien) ernährt, dann wird dem Sozialstaat die ökonomische Basis entzogen. Es sind aber nicht nur die technischen Innovationen, sondern auch politische Gesetze, die dazu führen, dass das Normalarbeitsverhältnis immer mehr ausgehöhlt wird; es kann also den Lebensunterhalt nicht mehr garantieren. Wahrscheinlich wird es auch zukünftig zu immer stärkeren Veränderungen im Arbeitsleben der Menschen kommen, man kann, laut Georg Vobruba, sogar von dem Ende der Vollbeschäftigungsgesellschaft sprechen. Erwerbsbiographien werden anders verlaufen als bisher und eventuell mehrmals von Erwerbslosigkeit unterbrochen sein. Da aber, wie schon erwähnt, dem Sozialstaat das Normalarbeitsverhältnis zugrunde liegt, kann er bei der veränderten Lage der Arbeitsverhältnisse auch nicht mehr optimal funktionieren. Auf diese Belastungen muss die Gesellschaft vorbereitet werden und der Sozialstaat muss auf andere Weise stabilisiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung reflektiert die Metapher des "Umbaus" und stellt die Notwendigkeit von Reformen aufgrund demographischer Entwicklungen und Arbeitslosigkeit dar.

I. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Sozialstaat und Wohlfahrtsstaat und beleuchtet deren Funktionen in der modernen Gesellschaft.

II. Geschichte des Sozialstaats: Es wird die chronologische Entwicklung des Sozialstaats von Bismarck bis zur Agenda 2010 nachgezeichnet.

III. Typen des Sozialstaats: Die Einteilung in verschiedene Wohlfahrtsstaatsregime nach Esping-Anderson wird erläutert und der deutsche Sozialstaat eingeordnet.

IV. Krise und Kritik: Zentrale Herausforderungen wie die Aushöhlung des Normalarbeitsverhältnisses, der Wandel der Familienstrukturen und die Globalisierung werden analysiert.

V. Notwendige Reformen des Sozialstaats: Das umfangreiche Kapitel diskutiert konkrete Lösungswege, darunter die Grundeinkommensversicherung, das Bürgergeld und Subventionen für den Niedriglohnsektor.

VI. Fazit: Das Fazit fordert eine ehrliche politische Kommunikation über die notwendigen Einschnitte und eine stärkere Eigenverantwortung der Bürger.

Schlüsselwörter

Sozialstaat, Wohlfahrtsstaat, Sozialversicherung, Normalarbeitsverhältnis, Globalisierung, Agenda 2010, Grundeinkommensversicherung, Bürgergeld, demographischer Wandel, Generationenvertrag, Arbeitslosigkeit, Lohnnebenkosten, Reformpolitik, Subsidiarität, Solidaritätsprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gegenwärtigen Schwierigkeiten des deutschen Sozialstaats und diskutiert, wie dieser durch notwendige Reformen an veränderte wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen angepasst werden kann.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Themenfelder umfassen die theoretische Einordnung des deutschen Sozialstaats, dessen historische Entwicklung, die Krisenfaktoren wie Arbeitslosigkeit und Demographie sowie verschiedene Reformmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, was den Sozialstaat kennzeichnet, welche Faktoren zu seiner Krise beitragen und welche Wege aus dieser Krise bis hin zur Sicherung der sozialen Systeme führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die Untersuchung bestehender Reformdebatten und -konzepte (wie Grundeinkommensversicherung oder Bürgergeld) in der sozialwissenschaftlichen Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung, die systemtheoretische Typisierung des deutschen Sozialstaats, die Identifikation von Krisenursachen sowie die detaillierte Vorstellung und Bewertung verschiedener Reformkonzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Schlüsselwörter sind Sozialstaat, Normalarbeitsverhältnis, Grundeinkommensversicherung, Demographischer Wandel, Generationenvertrag und Reformpolitik.

Warum betrachtet der Autor den "Umbau" des Sozialstaats als unpräzisen Begriff?

Der Autor argumentiert, dass Sozialstaaten schon immer einem stetigen Wandel unterworfen waren, während der aktuelle Diskurs über den "Umbau" einschneidende systemische Veränderungen und Reformen meint, die über bloße Korrekturen hinausgehen.

Welche Rolle spielt die "Mackenroth-These" für die Reformdiskussion?

Die Mackenroth-These besagt, dass sämtlicher Sozialaufwand aus dem Volkseinkommen der laufenden Periode gedeckt werden muss. Dies unterstreicht die Begrenztheit von Kapitaldeckungssystemen und die Notwendigkeit, Lösungen innerhalb des aktuellen Umlagesystems oder durch grundlegende Finanzierungsreformen zu finden.

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Details

Title
Der Umbau des Sozialstaats
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
gut (2,3)
Author
Corinna Patrizia Franiek (Author)
Publication Year
2006
Pages
34
Catalog Number
V71015
ISBN (eBook)
9783638619639
Language
German
Tags
Umbau Sozialstaats
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Corinna Patrizia Franiek (Author), 2006, Der Umbau des Sozialstaats, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71015
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