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Egon Bahr und die Ostpolitik der sozialliberalen Koalition

Title: Egon Bahr und die Ostpolitik der sozialliberalen Koalition

Term Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Conrad Maul (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Die Ausrichtung der sozialliberalen Koalition wurde durch den Bundeskanzler Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 eindeutig festgelegt.
„20 Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR müssen wir ein weiteres Auseinanderleben der deutschen Nation verhindern, also versuchen, über ein geregeltes Nebeneinander zu einem Miteinander zu kommen“ . Der Startschuss zu einer „Neuen“ Ost- und Deutschlandpolitik war somit gegeben und parallel kristallisierten sich wesentliche Grundzüge der neuorientierten Ostpolitik heraus. Von der Geburtsstunde an begleitete der Staatssekretär des Bundeskanzleramtes Egon Bahr die Bonner Außenpolitik. Neben Brandt setzte der „spiritus rector“ Bahr die wichtigsten Akzente in der Ostpolitik. Das besondere Augenmerk dieser Darstellung richtet sich daher auf die Person Egon Bahr und die sozialliberale Ostpolitik. Die Inhalte der sozial-liberalen Ost- und Deutschlandpolitik und die Bedeutung Bahrs für die Außenpolitik bilden den hauptsächlichen Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit.
Grundsätzlich ist die Darstellung in zwei Unterpunkte aufgeteilt, zum einen werden die Konzeptionen der Deutschlandpolitik benannt und zum anderen wird die praktische Umsetzung in Form der Ostverträge dargelegt. Dabei werden seine Verdienste in den einzelnen Passagen verdeutlicht, um dann die Rolle Bahrs in der sozialliberalen Ostpolitik endgültig festzustellen. Denn die Kontroversen und tangierenden Ansichten in der Bedeutung Egon Bahrs für die Entspannungspolitik der Regierung Brandt bestehen bis heute. So wurde Bahr erst in den 90er Jahren in das Zentrum der sozialliberalen Außenpolitik gerückt, da die Informationslage über seine Person bis dahin sehr begrenzt war und er selbst seine Person größtenteils aus der politischen Debatte heraushielt . Das Buch „Egon Bahr und die deutsche Frage“ von Andreas Vogtmeier, welches im Jahre 1996 erschien, gestattete erst umfassendere Einblicke in das Leben und das Wirken des Egon Bahrs. Trotz der günstigeren Quellenlage bleibt die genaue Zuordnung der Rolle des Egon Bahrs abzuwarten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die „Neue“ Ost- und Deutschlandpolitik der sozialliberalen Koalition

1.1 Historische Hintergründe

1.2 Die Tutzinger Rede

1.3 Grundzüge der „Neuen“ Ost- und Deutschlandpolitik

2 Ostverträge

2.1 Der Moskauer Vertrag

2.2 Der deutsch-deutsche Grundlagen Vertrag

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle Egon Bahrs als zentralen Akteur und Vordenker der sozialliberalen Ost- und Deutschlandpolitik unter Bundeskanzler Willy Brandt. Dabei wird analysiert, wie Bahrs Konzeptionen, insbesondere die Formel „Wandel durch Annäherung“, die praktische Ausgestaltung der Ostverträge maßgeblich beeinflussten und den Weg zur Entspannungspolitik ebneten.

  • Historische Rahmenbedingungen der Ostpolitik im Kalten Krieg
  • Egon Bahrs strategische Bedeutung für die sozialliberale Außenpolitik
  • Analyse der Tutzinger Rede als Ausgangspunkt für neue politische Leitlinien
  • Praktische Umsetzung durch den Moskauer Vertrag und den Grundlagenvertrag
  • Kontroversen und Bedeutung der Ostpolitik für die deutsche Einheit

Auszug aus dem Buch

1.2 Die Tutzinger Rede

Die weltpolitische Lage hatte sich nun geändert und es wurden erste Grundsteine für den Weg der „Entspannung-Verständigung-Zusammenarbeit-Versöhnung“ gelegt. Die Bonner Ostpolitik jedoch verhielt sich anfänglich entgegengesetzt zu dem neuen Kurs der Westmächte. Gelähmt von der Spaltung Deutschlands und dem Mauerbau am 13. 08. 1961 äußerte sich das große Ziel der Wiedervereinigung außenpolitisch in der Hallstein Doktrin, dem Alleinvertretungsanspruch und die darausfolgende Nichtanerkennung der DDR. Die Folge war Isolierung und Erstarrung der Bonner Außenpolitikpolitik. Der Ausweg aus dieser Misere war die Suche nach neuen Lösungsansätzen, um den „Ruf des Entspannungsstörers“ endgültig abzulegen. Der Vortrag von Egon Bahr am 15. Juli 1963 in der Evangelischen Akademie Tutzing beinhalteten bereits derartig neue Richtlinien. Er legte offenkundig dar, dass die Nichtanerkennungspolitik das falsche politische Mittel sei, um die Wiedervereinigung herbeizuführen.

Der damalige Leiter des Presse- und Informationsamtes Berlin war der Ansicht, „daß die Wiedervereinigung nicht ein einmaliger Akt ist, der durch einen historischen Beschluß an einem historischen Tag auf einer historischen Konferenz ins Werk gesetzt wird, sonder ein Prozeß mit vielen Schritten und vielen Stationen“. Nach seiner Auffassung war die Wiedervereinigung ein außenpolitisches Problem und nur mit Hilfe der Sowjetunion realisierbar gewesen. Die damalige Außenpolitik hatte jedoch den Status quo nicht akzeptieren können, da dies zu gleich bedeutet hätte, die SBZ als eigenständigen Staat zu legitimieren. Bahr hingegen wollte den Status quo überwinden, indem er den Status quo zunächst unangetastet ließ. Die Formel lautete „Wandel durch Annäherung“ und stellte für Bahr die Grundessenz für den Erfolg dar, denn „der Osten werde sich nur so weit zum Westen öffnen, wie er sich nicht mehr bedroht fühle, sei es militärisch oder politisch“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf Egon Bahrs Rolle in der sozialliberalen Ostpolitik und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Untersuchungsschwerpunkte der Arbeit.

1. Die „Neue“ Ost- und Deutschlandpolitik der sozialliberalen Koalition: Dieses Kapitel beschreibt die weltpolitischen Hintergründe des Kalten Krieges und analysiert die konzeptionelle Neuausrichtung der Bonner Politik, insbesondere durch Egon Bahrs Tutzinger Rede.

2 Ostverträge: Dieser Abschnitt behandelt die konkrete diplomatische Umsetzung der Ostpolitik durch die Aushandlung des Moskauer Vertrags und des deutsch-deutschen Grundlagenvertrags unter der maßgeblichen Beteiligung Bahrs.

Fazit: Das Fazit resümiert die zentrale Bedeutung Egon Bahrs für den Erfolg der sozialliberalen Ostpolitik und ordnet seine Strategie als wichtigen Schritt in Richtung der deutschen Einheit ein.

Schlüsselwörter

Egon Bahr, Ostpolitik, Deutschlandpolitik, sozialliberale Koalition, Willy Brandt, Wandel durch Annäherung, Moskauer Vertrag, Grundlagenvertrag, Entspannungspolitik, Kalter Krieg, Hallstein-Doktrin, Wiedervereinigung, Bonner Außenpolitik, Status quo.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Egon Bahr als konzeptionellem Vordenker und praktischem Unterhändler der sozialliberalen Ost- und Deutschlandpolitik in der Ära Brandt.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?

Im Zentrum stehen die historische Einordnung der Ost-West-Beziehungen, die strategische Entwicklung neuer politischer Leitlinien zur Überwindung des Status quo und die konkrete Ausgestaltung der Ostverträge.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung von Egon Bahr für die Entspannungspolitik der Regierung Brandt zu analysieren und zu belegen, wie seine Initiativen den Erfolg der sozialliberalen Koalition ermöglichten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und die Auswertung zeitgenössischer Quellen, um Bahrs politisches Wirken und die Konzeption seiner Strategien nachzuvollziehen.

Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Er analysiert zunächst die theoretischen Konzeptionen der neuen Deutschlandpolitik und erläutert anschließend die praktische Umsetzung durch die diplomatischen Vertragsabschlüsse mit den östlichen Staaten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit am besten charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Egon Bahr, Wandel durch Annäherung, Ostverträge, sozialliberale Koalition, Entspannungspolitik und deutsche Einheit.

Welche Rolle spielte die Tutzinger Rede für die weitere politische Entwicklung?

Die Tutzinger Rede markierte den theoretischen Wendepunkt, da Bahr hier erstmals die Formel „Wandel durch Annäherung“ präsentierte und das Ende der starren Nichtanerkennungspolitik forderte.

Warum war Egon Bahr laut dem Autor unabkömmlich für die Regierung Brandt?

Bahr vereinte die Fähigkeiten eines konzeptionellen Vordenkers mit dem pragmatischen Geschick eines „Bonner Unterhändlers“, der komplizierte Verhandlungen abseits der klassischen diplomatischen Wege führen konnte.

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Details

Title
Egon Bahr und die Ostpolitik der sozialliberalen Koalition
College
University of Stuttgart  (Historisches Institut)
Course
Einführung in das Studium der Neueren Geschichte
Grade
2,0
Author
Conrad Maul (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V71021
ISBN (eBook)
9783638630641
ISBN (Book)
9783638754859
Language
German
Tags
Egon Bahr Ostpolitik Koalition Einführung Studium Neueren Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Conrad Maul (Author), 2005, Egon Bahr und die Ostpolitik der sozialliberalen Koalition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71021
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