Die Gesundheitspolitik der Schweiz - Subjektive Lebensqualität im Spiegel der Schweizer Gesundheitspolitik


Seminararbeit, 2006

35 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 Eingrenzung des Phänomens
1.2 Entdeckungszusammenhang und Fragestellung

2 HYPOTHESEN
2.1 Graphische Darstellung
2.2 Hypothese 1
2.3 Hypothese 2
2.4 Hypothese 3

3 EINLEITEND ZUM GESUNDHEITSWESEN
3.1 Erfassung des Systems
3.2 Definition

4 DAS GESUNDHEITSWESEN DER SCHWEIZ
4.1 Struktur und Organisation

5 BESTEHENDE DATEN
5.1 Kosten
5.2 Inanspruchnahme
5.3 Gesundheitsbefinden
5.4 Zugang und Ausbau

6 EIGENE DATENERHEBUNG
6.1 Einführung
6.2 Datenerhebung und Berechnung (Kosten)
6.3 Datenerhebung und Berechnung (Gesundheitszustand)
6.4 Datenerhebung und Berechnung (Inanspruchnahme)
6.5 Datenerhebung und Berechnung (Zufriedenheit)

7 DER VERGLEICH
7.1 Hypothese 1
7.2 Hypothese 2
7.3 Hypothese 3

8 KONKLUSION

9 ANHANG
9.1 Grafiken
9.2 Gesundheitsbefinden
9.3 Inanspruchnahme
9.4 Systemzufriedenheit
9.5 Krankenkassenzufriedenheit
9.6 Kosten gegenüber Inanspruchnahme
9.7 Gesundheitsgefühl gegenüber Inanspruchnahme
9.8 Zufriedenheit mit dem System gegenüber Gesundheitsgefühl
9.9 Fragebogen
9.10 Verzeichnis Bilder
9.11 Quellenverzeichnis
9.12 Dank

1 Einleitung

1.1 Eingrenzung des Phänomens

Die Gesundheitspolitik der Schweiz führt in der ganzen Schweizer Bevölkerung immer wieder zu Gesprächstoff. Die einen meinen wir seien alle überversichert, die anderen denken, dass die Schweiz ein zu teures Gesundheitssystem hat.

Wie sieht es nun mit den Meinungen (subjektiv) über dieses System und das eigene Gesundheitsbefinden aus und wie ist dieses System ausgelastet?

Ich werde mich in meiner Untersuchung auf Statistiken der Schweizerischen Ämter, auf Angaben von Zuständigen, und Aussagen aus der Bevölkerung beschränken.

1.2 Entdeckungszusammenhang und Fragestellung

1.2.1 Persönlicher Bezug

In meiner ersten Arbeit, im Rahmen des Proseminar I, habe ich mich mit den Gesundheitssystemen Finnlands und der Schweiz befasst. Die dort gezogenen Schlussfolgerungen haben mich dazu angeregt, in unserem Land etwas tiefer und detaillierter in das Thema der Gesundheit zu blicken. Mir stellen sich täglich Fragen, die ich mir eventuell, mit dem Bearbeiten dieser kleinen Forschung, selber beantworten kann.

Als Bürger dieses Landes, in dem die Prämien der Versicherungsgesellschaften immer wieder zu Gesprächsstoff in der Bevölkerung führen, stelle ich mir die Frage, ob die Gesundheitspolitik unseres Landes verbesserungsbedürftig ist. Für mich persönlich gelten mehrere Faktoren, die dafür zuständig sind, ob es mir gut geht oder nicht. Ich interessiere mich dafür, welche Rolle der Faktor Gesundheit in der Schweiz hinsichtlich der Lebensqualität spielt und ob die Meinungen der Leute mit den Statistiken übereinstimmen.

1.2.2 Fragen

- Korrelieren die Ausgaben für das Schweizer Gesundheitssystem und die Inanspruchnahme mit dem Gesundheitsempfinden und der Meinung der Schweizer Bevölkerung?
- Sind die Prämien und damit die Gesamtkosten des Gesundheitswesens in den Augen der Menschen in der Schweiz gerechtfertigt?

2 Hypothesen

2.1 Graphische Darstellung

1 eigene Darstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Hypothese 1

Je weniger für Versicherungen und andere gesundheitliche Dienstleistungen bezahlt werden muss, desto weniger werden die Dienste1 des Gesundheitssystems in Anspruch genommen.

2.2.1 Variablen

2 eigene Darstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten23

- Messgrössen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Hypothese 2

Je gesünder sich die Menschen fühlen (subjektiv), desto weniger werden die Dienste des Gesundheitssystems in Anspruch genommen.

2.3.1 Variablen

3 eigene Darstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Messgrössen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.4 Hypothese 3

Je besser das Gesundheitssystem ausgebaut und je einfacher der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist, desto gesünder fühlt (subjektiv) sich die Schweizer Bevölkerung.

2.4.1 Variablen

4 eigene Darstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Messgrössen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Einleitend zum Gesundheitswesen

3.1 Erfassung des Systems

Die Finanzierung und Wirkung eines Gesundheitssystems sind immer wieder Themen in politischen Debatten und liefern auch stets teils angeheizten Gesprächsstoff in Diskussionen innerhalb der Bevölkerung. Um gut zu sein, sollte ein Gesundheitssystem die folgenden fünf Ziele erfüllen: Qualität, Wirtschaftlichkeit, Wirksamkeit, Zugang für alle, sowie Zufriedenheit der Patienten und des Personals. Diese Ziele und deren erfolgreiche oder weniger erfolgreiche Umsetzung werden von der WHO{ XE "WHO" } (Welt Gesundheitsorganisation) jährlich anhand von diversen Indikatoren wie das Gesundheitsniveau und dessen Verteilung einer Bevölkerung, die Fairness der Finanzierung und die Zugänglichkeit für alle, sowie die Patientensouveränität und - Zufriedenheit gemessen und in einer Rangliste der Länder zusammengestellt. Hinsichtlich der Zufriedenheit stützt sich die WHO auf die Gesundheitsbefragung, welche in unserem Land alle 5 Jahre durch das Bundesamt für StatistikA (folgend BfS genannt) durchgeführt wird.B

3.2 Definition

Die Definition des Begriffs „Gesundheitswesen{ XE "Gesundheitswesen" }“ lässt sich wie folgt beschreiben:

- Das Gesundheitswesen enthält die Ganzheit der Einrichtungen und Massnahmen zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit. Das Gesundheitswesen ermöglicht die Prävention, Diagnostik und Behandlung von Gesundheitsstörungen, Krankheiten und Unfällen sowie die Rehabilitation von kranken und verunfallten Menschen. C

4 Das Gesundheitswesen der Schweiz

4.1 Struktur und Organisation

Das schweizerische Gesundheitssystem ist besonders föderalistisch; es kann demnach von einem einheitlichen Gesundheitswesen gesprochen werden. Der ganze Bereich der Gesundheitsversorgung ist in 26 (20 Kantone und 6 Halbkantone) mehr oder weniger unterschiedliche Systeme gegliedert, deren Aufsicht die kantonalen Behörden tragen. Diese sind jedoch von den Gesetzgebungen - insbesondere des Krankenversicherungsgesetztes{ XE "Krankenversicherungsgesetztes" } (KVG) - auf Bundesebene her in ihren Kompetenzen eingeschränkt. Die Kompetenzen des Bundes begrenzen sich auf die Gebiete der Unfall-, Kranken- und Invalidenversicherung sowie des öffentlichen Gesundheitswesens (public health{ XE "public health" }). Diese werden durch das eidgenössische Departement des Innern wahrgenommen. Die Kantone und Gemeinden bekommen vom Bund normalerweise Rahmengesetze vorgelegt, Bestimmungen zur Ausführung und zum Vollzug legen sie allerdings selber fest. Die Aufsicht obliegt dem Bundesamt für Gesundheit, das dem Innenministerium unterstellt ist. D Einige hauptsächliche Aufgaben dieses Dienstes sind:

- Kontrolle übertragbarer Erkrankungen ♠ Nahrungsmittelsicherheit
- Betäubungsmittelgesetzgebung und -kontrolle
- Prävention von Abhängigkeit (Alkohol, illegale Drogen, Tabak, Arzneimittel)
- Prüfungswesen für medizinische Berufe (Humanmedizin, Apotheker, Zahnärzte)

5 Bestehende Daten

Die bestehenden Daten wurden durch das BfS erhoben. Die für diese Arbeit relevanten Zahlen stammen aus den Jahren zwischen 1993 und 2003. Diese Zahlen werden sich für das Jahr 2006 auf die berechneten Entwicklungen des BfS beruhen. Ausserdem benutze ich für diese Arbeit, von mir in der Proseminararbeit I berechnete Daten.

5.1 Kosten

Im Jahr 2003 betrugen die Gesamtausgaben für das Gesundheitswesen rund 50 Milliarden Schweizer Franken. Davon fielen 47,8% auf die stationäre Behandlung, 29,4% auf die ambulante Behandlung sowie 12,6% auf Medikamente und Apparate.

Die restlichen 10,2% wurden für Verwaltung, Prävention und andere Leistungen aufgewendet.E Nach Berechnungen über die Finanzierung des Staates und der Bevölkerung, fallen durchschnittlich rund 6939 Franken an Kosten pro Jahr auf jeden Schweizer Bürger, der versicherungspflichtig ist. Damit bezahlt ein Durchschnittsbürger etwa 23,5% seines Einkommens für die Gesundheit.4 Mit der Entwicklungsberechnung des BfS werden so durchschnittliche Ausgaben von rund 7550 Franken für das Jahr 2006 prognostiziert.5

5.2 Inanspruchnahme

Da für das Jahr 2005 oder später noch keine Daten über die Fallzahlen verfügbar sind stütze ich mich auf die Berechnungen des BfS und erweitere diese Zahlen um die jeweilige Anzahl Jahre.

5.2.1 Spitalaufenthalte

Im Jahr 2000 wurden in der Schweiz rund 105 600 Fälle mehr behandelt als im Jahr 1997, was einem jährlichen Zuwachs von 2,8% entspricht. Im 2004 waren es 1 128 003 Behandlungen.

5.2.2 Arztkonsultationen

Seit 1992 bleiben die ambulanten Konsultationen bei den Männern (rund 70% der Wohnbevölkerung), wie auch bei den Frauen (~82% der Wohnbevölkerung) in konstanten Zahlen. Dabei ist zu sehen, dass die Menschen zwischen 35 und 54 Jahren weniger zum Arzt gehen als jüngere oder ältere.6

5.2.3 Medikamenteneinnahme

In der Gesundheitsbefragung 1997 gaben 28,9% aller Befragten an, in den letzten 7 Tagen vor der Befragung irgendein ärztlich verordnetes Medikament eingenommen zu haben. 9,1% gaben zudem an, täglich ein Arzneimittel zu gebrauchen. 2002 waren diese Zahlen massiv höher. In dieser Umfrage gaben rund 42% der Probanden an, in den letzten 7 Tagen ein Medikament eingenommen zu haben.

5.3 Gesundheitsbefinden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Gesundheitsbefinden ist von der ersten Gesundheitsbefragung 1993 bis zur Befragung 1997 deutlich angestiegen. 1993 betrug der Anteil Frauen, die ihren Gesundheitszustand als mittelmässig bis sehr schlecht angaben bei 16,9%, 1997 waren es bereits 20,4%. Bei den Männern sieht es ähnlich aus. Beurteilten 1993 noch 13,7% ihr Gesundheitsgefühl als mittelmässig oder schlechter, waren es 1997 bereits 15,3% aller Befragten. Erfreulich ist es daher, dass sich dieses Bild seit 1997 und mit der jüngsten Gesundheitsbefragung von 2002 wieder verbessert hat. In dieser Studie sagten "nur" noch 16% aller Frauen und 12,2% der Männer, dass es ihnen nicht gut gehe.

5.4 Zugang und Ausbau

5.4.1 Krankenkasse

Seit dem Inkrafttreten des neuen KVG 1996, sind alle in der Schweiz wohnhaften Personen grundversicherungspflichtig. Die Versicherungsgesellschaften, welche im Bereich der Grundversicherung tätig sind, dürfen weder einen Gewinn erwirtschaften, noch jemandem den Abschluss einer solchen Grundversicherung verweigern. Ausserdem müssen sie dem Bundesamt für Sozialversicherungen jederzeit Rechenschaft über die Geschäftsführung ablegen können. Erwachsene Versicherte müssen einen gesetzlichen Selbstbehalt (Franchise{ XE "Franchise" }) an ambulanten Behandlungskosten und Medikamenten von 230 Franken pro Jahr selber bezahlen. Mit der Erhöhung dieser Franchise oder dem Abschluss einer anderen Versicherungsform (z.B. HMO{ XE "HMO" }, Bonussystem{ XE "Bonussystem" }) können die Versicherten eine Prämienreduktion erwirken.

Rund 95% der Schweizer Bevölkerung sind obligatorisch grundversichert, die restlichen 6% sind mit einer der erwähnten Versicherungsformen versorgt.

Knapp 40% der Menschen in der Schweiz haben eine freiwillige Zusatzversicherung{ XE "Zusatzversicherung" }, die es ihnen ermöglicht, einen gewissen Komfort im Spital zu haben. F

5.4.2 Unfallversicherung

Seit 1984 besteht für alle Arbeitnehmer eine obligatorische Unfallversicherung{ XE "Unfallversicherung" } gegen die Folgen von Berufsunfällen und -Krankheiten, sowie anderen, nicht während der Ausübung des Berufs entstandenen Unfälle. Ebenso besteht seit 1959 eine für die ganze Bevölkerung obligatorische Invalidenversicherung{ XE "Invalidenversicherung" } (IV), die für Erwerbsausfallrenten aufkommt. Beide Ver- sicherungen werden über Lohnprozente (arbeitgeber- und arbeitnehmerseitig) finanziert. G

[...]


1 Unter Dienste werden Arztbesuche, Kauf und Gebrauch von Arzneimittel, Ausgaben der Versicherungen verstanden

2 UV = Unabhängige Variable (ist gegeben)

3 AV = Abhängige Variable (hängt von der UV ab)

4 Berechnet mit den Gesamtkosten der Bürger, der Versicherungspflichtigen Bürger und des Durchschnittseinkommens

52004 = 191 Indexpunkte und ~6939 / 2006 = 208 Indexpunkte

6 Gefragt war mindestens eine Konsultation pro Jahr

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Die Gesundheitspolitik der Schweiz - Subjektive Lebensqualität im Spiegel der Schweizer Gesundheitspolitik
Hochschule
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
Autor
Jahr
2006
Seiten
35
Katalognummer
V71051
ISBN (eBook)
9783638629324
ISBN (Buch)
9783638674881
Dateigröße
858 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitspolitik, Schweiz, Subjektive, Lebensqualität, Spiegel, Schweizer
Arbeit zitieren
Daniel Stucki (Autor), 2006, Die Gesundheitspolitik der Schweiz - Subjektive Lebensqualität im Spiegel der Schweizer Gesundheitspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71051

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