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Tiergestützte Therapie in der Sozialen Arbeit

Der heilsame Prozess in der Mensch-Tier-Interaktion

Title: Tiergestützte Therapie in der Sozialen Arbeit

Diploma Thesis , 2007 , 96 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sonja Doepke (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Tiere werden schon seit einigen Jahren in der Sozialen Arbeit eingesetzt. Anfangs waren es vor allem die Reit- und die Delphintherapie. Mittlerweile entstehen laufend neue Formen der tiergestützten Therapie. Dabei können therapeutische oder pädagogische Zielsetzungen im Vordergrund stehen.

Immer wieder habe ich in der Literatur und in den unterschiedlichen Studien zum Thema tiergestützte Therapie, von einem oder dem „heilsamen Prozess“ in der Mensch-Tier-Interaktion gelesen. Meistens wird dieser heilsame Prozess jedoch nicht näher erläutert. Darum möchte ich mich in meiner Diplomarbeit genauer damit auseinandersetzen.

Die übergeordnete Frage lautet also: Was genau macht den heilsamen Prozess in der Mensch-Tier-Interaktion aus? Was wirkt warum? Und wie? Der Anspruch dieser Arbeit soll außerdem sein, einen umfassenden Überblick über die tiergestützte Therapie in der Sozialen Arbeit zu geben. Dabei berücksichtige ich auch aktuelle Tendenzen.

Der Aufbau der Arbeit unterteilt sich in sieben Kapitel. Kapitel zwei stellt nach der Einleitung eine detaillierte Einführung in das Thema dar. Es beginnt mit einigen wichtigen Definitionen und berichtet über die Entstehungsgeschichte und die Einsatzbereiche von tiergestützter Therapie.

Kapitel drei befasst sich mit der Mensch-Tier-Beziehung. Es beleuchtet die historische Entwicklung dieser Beziehung und benennt die positiven Wirkungen, die sich für den Menschen ergeben können. Es werden außerdem erste mögliche Erklärungsmodelle für den heilsamen Prozess aufgestellt.

Kapitel vier hat die Mensch-Tier-Kommunikation und –Interaktion zum Thema. Dazu werden jeweils Aspekte der menschlichen und tierischen Kommunikation benannt, um dann darzustellen, auf welcher gemeinsamen (Sprach)Ebene eine artübergreifende Kommunikation stattfinden kann. Es werden außerdem weitere Theorien für den heilsamen Prozess aufgestellt.

Kapitel fünf beschäftigt sich mit der praktischen Durchführung von tiergestützter Therapie. Es gibt Aufschluss darüber, für welche Klientel tiergestützte Therapie sich besonders empfiehlt und für welche nicht. Es werden außerdem Überlegungen zum Tierschutz angestellt und Hygienefragen im Umgang mit Tieren beantwortet. Das Kapitel schließt mit der exemplarischen Vorstellung einiger tiergestützter Projekte aus der Praxis.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tiergestützte Therapie

2.1. Therapie

2.2. Tiergestützte Therapie (TT)

2.2.1. Animal-Assisted-Activities (AAA)

2.2.2. Animal-Assisted-Therapie (AAT)

2.2.3. Tiergestützte Pädagogik

2.3. Entstehungsgeschichte der TT

2.4. Einsatzbereiche von TA und TT

3. Die Mensch-Tier-Beziehung

3.1 Die Mensch-Tier-Beziehung – historischer Abriss

3.2. Positive Wirkung der Mensch-Tier-Beziehung

3.2.1. Physische/physiologische Wirkung

3.2.2. Mentale und psychologische Wirkungen

3.2.3. Soziale Wirkungen

3.3. Biophilie

3.4. Du-Evidenz

3.5. Bindungstheorie

3.6. Schichtenlehre der Person nach Rothacker

3.7. Zusammenfassung

4. Kommunikation und Interaktion

4.1. Die menschliche Kommunikation

4.2. Tierische Kommunikation

4.3. Mensch-Tier-Kommunikation

4.4. Mensch-Tier-Interaktion

4.5. Taktile Reize in der Mensch-Tier-Interaktion

4.6. Zusammenfassung

5. Praktische Mensch-Tier-Interaktion

5.1. Für welche Klientel ist TT besonders geeignet?

5.2. Für welche Klientel ist TT nicht geeignet?

5.3. Welche Tiere sind besonders geeignet?

5.4. Gedanken zum Tierschutz

5.5. Hygiene-Aspekt

5.6. Beispiele für angewandte Mensch-Tier-Interaktionen

5.6.1 Freie Mensch-Tier-Begegnung

5.6.2 Tierbesuchsdienst

5.6.3 Entwicklungsfördernde Therapie

5.6.4 Kurzzeittherapie in einer Schäferei

6. Theoretische und konzeptionelle Einbindung in die Soziale Arbeit

6.1. TT im Handlungsfeld der Sozialen Arbeit

6.2. Kritik an TT

6.3. Einheitliche Ausbildungsstandards für TT

7. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den „heilsamen Prozess“ innerhalb der Mensch-Tier-Interaktion im Kontext der Sozialen Arbeit. Sie geht der zentralen Forschungsfrage nach, was diesen Prozess ausmacht, welche Faktoren dabei wirken und wie Tiere als therapeutische Begleiter systematisch und ethisch vertretbar eingesetzt werden können, um individuelle Entwicklung und Wohlbefinden zu fördern.

  • Grundlagen der tiergestützten Therapie und Abgrenzung zu anderen Formen
  • Die theoretische Fundierung der Mensch-Tier-Beziehung (Bindungstheorie, Biophilie)
  • Kommunikationsformen zwischen Mensch und Tier sowie deren therapeutische Nutzung
  • Ethische Aspekte und Tierschutz im therapeutischen Kontext
  • Qualitätsstandards und konzeptionelle Einbindung in die Soziale Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Mensch-Tierbeziehung – historischer Abriss

Menschen und Tiere waren zu allen Zeiten miteinander verbunden. Schon die frühen Hochkulturen glaubten an Götter in Tiergestalten, bzw. lebten mit der Vorstellung, dass Tiere Mittler zwischen Menschen und Göttern seien. Für viele heute noch lebenden Naturvölker und religiösen Gruppen bildet diese Vorstellung die Basis ihrer ethisch-religiösen Sozialordnung. Im Hinduismus und im Buddhismus wurden Normen entwickelt, die die Nichtverletzung von Tieren achten. Im Janismus wird das Töten oder die Schädigung lebender Wesen strikt verboten.

Bei vielen anderen Naturvölkern ist die Mensch-Tier-Beziehung vom mythischen Denken und einer Ordnungsstruktur beeinflusst. So finden nach einem Fehlverhalten – etwa einer Tiertötung – anschließend Beschwörungs- oder Entschuldigungsriten statt. „Naturvölker haben Tiere immer mit großem Interesse und Bewunderung betrachtet und sie als Mitgeschöpfe gesehen, welche uns Lehren erteilen, an denen wir wachsen sollen.“

Nach Otterstedt „...ist es aber vor allem die menschliche Vorstellung vom Wesen des Tieres, welche die emotionale Grundlage der Mensch-Tier-Beziehung innerhalb einer geschichtlichen Entwicklung sichtbar werden lässt. Die Mensch-Tier-Beziehung kann somit nicht losgelöst von dem Gesamtkontext menschlicher Kultur und Gesellschaft gesehen werden.“

Die Mensch-Tier-Beziehung hat also im Laufe der menschlichen Entwicklungsgeschichte unterschiedliche Ausprägungen und Gewichtungen erfahren. Diese Einschätzung wird von Lehne geteilt: „Kulturgeschichtlich gesehen war das Verhältnis von Mensch und Tier schon immer von religiösen, kulturellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und psychologischen Rahmenbedingungen mitbestimmt.“ Nach Lehne sind den Tieren im Laufe der Jahrhunderte jeweils unterschiedliche Rollen zugeschrieben worden: „Tiere sind zunächst in gleicher Weise nützlich wie heilig. Sie waren Tauschgegenstände ebenso wie Objekte der Selbstdarstellung, Sündenböcke und Verdammte ebenso wie geliebte Freunde.“ Nach Rheinz sei an der jeweils aktuell zugeschriebenen Tierrolle der psychische Entwicklungsstand des Menschen abzulesen: „Die Rolle, die der Mensch auf den verschiedenen Stufen seiner Kulturentwicklung dem Tier zuwies, gibt Aufschluss über seine eigene seelische Entwicklung. Die Geschichte des Tieres ist ein Schlüssel der Psychohistorie.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Einsatz von Tieren in der Sozialen Arbeit und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach den Wirkmechanismen des heilsamen Prozesses in der Mensch-Tier-Interaktion.

2. Tiergestützte Therapie: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie AAA, AAT und tiergestützte Pädagogik und gibt einen Überblick über die Entstehungsgeschichte und Einsatzbereiche.

3. Die Mensch-Tier-Beziehung: Es werden die historische Entwicklung, die positive Wirkung auf den Menschen sowie theoretische Erklärungsmodelle wie die Biophilie-Hypothese und Bindungstheorie beleuchtet.

4. Kommunikation und Interaktion: Hier steht die nonverbale/analoge Kommunikation zwischen Mensch und Tier im Mittelpunkt, inklusive taktiler Reize und deren Bedeutung für den heilenden Prozess.

5. Praktische Mensch-Tier-Interaktion: Dieses Kapitel behandelt die Eignung für bestimmte Klientengruppen, Tierschutzaspekte, Hygienefragen und stellt beispielhafte Praxisprojekte vor.

6. Theoretische und konzeptionelle Einbindung in die Soziale Arbeit: Das Kapitel diskutiert die Relevanz der tiergestützten Therapie für die Soziale Arbeit, reflektiert kritisch die aktuelle Diskussionslage und thematisiert notwendige Ausbildungsstandards.

7. Schlussbetrachtung und Ausblick: Eine kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse und Überlegungen zur zukünftigen Etablierung der tiergestützten Therapie als eigenständige Behandlungsmethode.

Schlüsselwörter

Tiergestützte Therapie, Mensch-Tier-Beziehung, Soziale Arbeit, Bindungstheorie, Biophilie, Nonverbale Kommunikation, Tierschutz, Therapiebegleithunde, Heilender Prozess, Co-Therapeuten, Psychoanalyse, Entwicklungsförderung, Psychohygiene, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit der tiergestützten Therapie im Kontext der Sozialen Arbeit, insbesondere den sogenannten heilsamen Prozess in der Mensch-Tier-Interaktion.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Mensch-Tier-Bindung, Kommunikationsmodelle, praktische Einsatzgebiete in der Sozialen Arbeit, ethische Tierschutzaspekte sowie Qualitätsstandards in der Ausbildung ab.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: Was genau macht den heilsamen Prozess in der Mensch-Tier-Interaktion aus, was wirkt warum und wie kann dies therapeutisch genutzt werden?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die Konzepte aus Biologie, Psychologie und Sozialwissenschaften integriert, um die Wirkung der tiergestützten Therapie zu theoretisieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen (Bindungstheorie, Schichtenlehre, Biophilie) und die Darstellung praktischer Anwendungsbeispiele sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Studienlage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tiergestützte Therapie, Bindungstheorie, Mensch-Tier-Beziehung, Kommunikation und Soziale Arbeit geprägt.

Welche Rolle spielen Lamas in dieser Arbeit?

Lamas werden als Beispiel für eine effektive tiergestützte Arbeit angeführt, insbesondere aufgrund ihres freundlichen Wesens und ihrer Fähigkeit zur Anpassung in der freien Begegnung.

Wie wichtig ist der Tierschutz bei diesem Therapieansatz?

Der Tierschutz ist von zentraler Bedeutung, da die Arbeit betont, dass Tiere keine bloßen „Werkzeuge“ sind. Es müssen hohe Standards in Haltung, Einsatzdauer und Wohlbefinden eingehalten werden.

Warum wird Kritik an der derzeitigen Forschung geübt?

Die Autorin weist darauf hin, dass es an einem kritischen Diskurs mangelt und viele Studien methodische Schwächen aufweisen, da sie oft eher deskriptiv als wissenschaftlich fundiert sind.

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Details

Title
Tiergestützte Therapie in der Sozialen Arbeit
Subtitle
Der heilsame Prozess in der Mensch-Tier-Interaktion
College
niversity of Applied Sciences Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Oldenburg
Grade
1,3
Author
Sonja Doepke (Author)
Publication Year
2007
Pages
96
Catalog Number
V71054
ISBN (eBook)
9783638617550
ISBN (Book)
9783638689144
Language
German
Tags
Tiergestützte Therapie Kontext Sozialer Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Doepke (Author), 2007, Tiergestützte Therapie in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71054
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