Die Gesundheitspolitik der Schweiz führt in der ganzen Schweizer Bevölkerung immer wieder zu Gesprächstoff. Die einen meinen wir seien alle überversichert, die anderen denken, dass die Schweiz ein zu teures Gesundheitssystem hat. Wie steht es nun im internationalen Vergleich um die finanzielle Stellung der Gesundheitspolitik der Schweiz. Ich werde mich in meiner Untersuchung auf die Länder Schweiz und Finnland beschränken. Auch werde ich mich in dieser Arbeit nur auf die Variabeln Gesundheitspolitik, als unabhängige, und das abhängige Gesundheitsbefinden, in Form von Arzt- oder Spitalbesuchen, der jeweiligen Bevölkerung beschränken. Die Frage, welche in dieser Arbeit beantwortet werden soll lautet wie folgt: "Welche Unterschiede bestehen bei der Gesundheitspolitik der Schweiz mit anderen europäischen Ländern und wie wirken sich diese auf das allgemeine Gesundheitsbefinden der jeweiligen Bevölkerung aus?" Die Hypothese dazu heisst: "In Ländern, in denen der einzelne Bürger prozentual zu seinem Einkommen weniger Kosten für die Gesundheit hat, sind statistisch gesehen mehr Krankheitsfälle zu verzeichnen als in Ländern in denen die Gesundheitskosten höher sind."
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 EINGRENZUNG DES PHÄNOMENS
1.2 FRAGESTELLUNG
2 EINLEITENDE ÜBERLEGUNGEN ZUR GESUNDHEITSPOLITIK
2.1 ERFASSUNG DER SYSTEME
2.2 DEFINITION
2.3 FINANZIERUNG
3 DAS GESUNDHEITSWESEN DER SCHWEIZ
3.1 STRUKTUR UND ORGANISATION
3.2 PRIMÄRE VERSORGUNG
3.3 ZAHNÄRZTLICHE VERSORGUNG
3.4 HÄUSLICHE KRANKENPFLEGE
3.5 KRANKENHAUSVERSORGUNG
3.6 FINANZIERUNG
4 DAS GESUNDHEITSWESEN IN FINNLAND
4.1 STRUKTUR UND ORGANISATION
4.2 RESSOURCEN
4.3 LEISTUNGEN
4.4 PFLEGEBEDÜRFTIGKEIT
4.5 FINANZIERUNG DER GESUNDHEITSLEISTUNGEN
5 DER VERGLEICH
5.1 DER FAKTOR RESSOURCEN
5.2 DER FAKTOR FINANZIERUNG
5.3 PRO KOPF EINKOMMEN
6 SCHLUSSFOLGERUNG / FAZIT
6.1 GELTUNGSBEREICH
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede in der Gesundheitspolitik zwischen der Schweiz und Finnland und analysiert deren Auswirkungen auf das allgemeine Gesundheitsbefinden der jeweiligen Bevölkerung, wobei insbesondere der finanzielle Aspekt im Vordergrund steht.
- Strukturvergleich der Gesundheitssysteme Schweiz und Finnland
- Analyse der finanziellen Belastung für den Einzelnen
- Ressourcenvergleich (Arzt- und Spitaldichte, Apotheken)
- Korrelation zwischen Gesundheitskosten und Krankheitsfällen
- Evaluierung der Leistungsfähigkeit der Systeme anhand statistischer Daten
Auszug aus dem Buch
Der Faktor Ressourcen
2002 gab es in der Schweiz 354 Krankenhäuser mit total rund 42'742 Betten. In Finnland hatte es zu dieser Zeit rund 270 Gesundheitszentren, was bedeutet, das pro 1252km2 und pro 19248 Personen ein solches Zentrum existiert. In der Schweiz sind es flächenmässig 10-mal mehr (116km2 pro Krankenhaus) aber verglichen mit den Personen, mit rund 20257 pro Krankenhaus, ähnlich gleich viel wie in Finnland.
In Finnland kommen auf 1000 Einwohner rund 0,115 Apotheken, wogegen es in der Schweiz mit 0,23 annähernd doppelt so viele sind.
Ein Arzt in der Schweiz müsste rechnerisch ca. 497 Personen betreuen. In Finnland kämen dagegen nur 320 Leute zum selben Arzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Definiert das Thema, grenzt die Untersuchung auf die Länder Schweiz und Finnland ein und stellt die forschungsleitende Hypothese zum Zusammenhang zwischen Gesundheitskosten und Krankheitsfällen auf.
2 EINLEITENDE ÜBERLEGUNGEN ZUR GESUNDHEITSPOLITIK: Erläutert allgemeine Zielsetzungen von Gesundheitssystemen und grundlegende Finanzierungsmodelle im internationalen Kontext.
3 DAS GESUNDHEITSWESEN DER SCHWEIZ: Beschreibt das föderalistische System der Schweiz, die Struktur der Grundversicherung und die verschiedenen Versorgungsbereiche vom ambulanten bis zum stationären Sektor.
4 DAS GESUNDHEITSWESEN IN FINNLAND: Detailliert die staatlich organisierte Gesundheitsversorgung in Finnland, die zentrale Rolle der Gemeinden und die Finanzierungsprinzipien über Steuern.
5 DER VERGLEICH: Stellt die gesammelten Daten beider Länder gegenüber und analysiert kritisch die Faktoren Ressourcen, Finanzierung und Pro-Kopf-Einkommen.
6 SCHLUSSFOLGERUNG / FAZIT: Fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Finnland bei der Versorgung pro Kopf besser abschneidet, während die Schweiz bei der Medikamentenverfügbarkeit punktet und bestätigt die Hypothese hinsichtlich der Arztbesuchsfrequenz.
Schlüsselwörter
Gesundheitspolitik, Schweiz, Finnland, Gesundheitssystem, Finanzierung, Gesundheitskosten, Gesundheitsbefinden, Prämien, Spitaldaten, Arztdaten, Ressourcen, internationale Vergleiche, Grundversicherung, Krankheitsfälle, WHO-Rangliste
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Gesundheitssysteme der Schweiz und Finnlands hinsichtlich ihrer Struktur, Finanzierung und Wirkung auf die Bevölkerung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Ressourcenverteilung (Ärzte, Spitäler, Apotheken), die Finanzierungsmodelle und das daraus resultierende Gesundheitsbefinden der Einwohner.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Unterschiede zwischen beiden Systemen aufzuzeigen und zu prüfen, wie sich diese auf die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Analyse auf Basis statistischer Daten (aus den Jahren 2002/2003) durchgeführt, um Indikatoren wie Ressourcen und Kosten direkt gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Systeme in der Schweiz und Finnland sowie den anschließenden direkten Vergleich dieser Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Gesundheitspolitik, Systemvergleich, Finanzierung, Gesundheitskosten und Ressourcenverteilung.
Wie unterscheidet sich die Finanzierung in Finnland von der Schweiz?
Während in der Schweiz die Finanzierung stark über individuelle Krankenkassenprämien und Selbstbehalte erfolgt, wird das finnische System primär über Steuern finanziert.
Wurde die aufgestellte Hypothese durch die Analyse bestätigt?
Ja, der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Hypothese, wonach in Ländern mit geringeren relativen Kosten für die Gesundheit eine höhere Frequenz an Arztbesuchen vorliegt, durch die Daten gestützt wird.
- Quote paper
- Daniel Stucki (Author), 2006, Gesundheitspolitik im Vergleich: Schweiz - Finnland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71055