Das Plattdeutsche wird am häufigsten im so genannten ,,Platten Land’’, also in Norddeutschland gesprochen. Es ist seit mindestens einem Jahrhundert als Streitthema in der Diskussion der Sprachforscher vorhanden, da dieser Dialekt zunächst als Hindernis im schulischen Vorankommen der Schüler angesehen wurde. Heute sind die Forscher zu einem großen Teil der Meinung, dass es nicht nur hilfreich für das Erlernen von Sprache sei, dem Plattdeutschen mächtig zu sein, sondern dass auch der Fortbestand dieses Dialekts gesichert werden müsse. Derselben Meinung sind auch die Mitgliedstaaten des Europarates, die eine Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprache erlassen haben. Darin versichern sie den Schutz der geschichtlich gewachsenen Regional- oder Minderheitensprachen Europas, weil einige von ihnen allmählich zu verschwinden drohen. Die Charta soll bei der Erhaltung und Entwicklung der Traditionen und des kulturellen Reichtums Europas beitragen. Im Bereich der Bildung bedeutet dies für das Plattdeutsche, dass sich die Parteien unter anderem dazu verpflichten, eine vorschulische Erziehung oder den Grundschulunterricht in Niederdeutsch anzubieten. Dennoch sind bei plattdeutschsprechenden Schülern Fehler im Deutschunterricht erkennbar, die auf den Gebrauch des Dialekts zurückzuführen sind.
Daher möchte diese Hausarbeit der Frage auf den Grund gehen, inwiefern es sinnvoll ist, die Schüler unserer Zeit mit dem Plattdeutschen vertraut zu machen oder nicht. Dabei wird zunächst der Dialekt an sich betrachtet, wobei ein Abriss über die Besonderheiten des Plattdeutschen herausgearbeitet wird. Diese werden mit dem Hochdeutschen verglichen, um eventuelle Fehler im Deutschunterricht kenntlich zu machen, die auf den Dialekt zurückzuführen sind. Diese Vorgehensweise trägt dazu bei eventuelle Fehlerquellen aufzudecken und eine Lösung zur Vermeidung oder Korrektur dieser Fehler zu erarbeiten.
Weiterhin wird der Gebrauch von Dialekt im Allgemeinen mit besonderem Augenmerk auf die Schule betrachtet. Vorgestellt werden dabei sowohl Probleme als auch Vorteile eines Dialektsprechers und der Umgang des Lehrers mit dem Dialekt.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
2.0 Allgemeines zum Plattdeutschen
2.1 Verbreitung des Plattdeutschen
2.2 Ein Abriss der Geschichte des Plattdeutschen
2.3 Soziale Gesichtspunkte des Plattdeutschen
3.0 Ein Abriss über die sprachlichen Besonderheiten des Plattdeutschen
3.1. Die Konsonanten
3.2 Die Vokale
3.3 Die Verben
3.3.1 Die Verbbildung
3.3.1.1 Präfigierte Verben
3.3.1.2 Suffigierte Verben
3.3.1.3 Komposita
3.3.2 Tempus
3.3.2.1 Präsens
3.3.2.2 Präteritum
3.3.2.3 Übrige Tempora
3.3.3 Modi
3.4 Substantive
3.4.1. Bildung von Substantiven
3.4.1.1 Die Substantivierung
3.4.1.2 Zusammengesetzte Substantive
3.4.1.3 Abgeleitete Substantive
3.4.2. Kasus
3.5. Syntax
3.5.1. Die Satzarten
3.5.1.1 Der Aussagesatz
3.5.1.2 Der Ausrufesatz
3.5.1.3 Der Fragesatz
3.5.1.4 Der Aufforderungssatz
3.5.2 Satzglieder
4.0 Die Fehlerbereiche
4.1 Phonetisch-phonologische Sprachebene
4.1.1 Nasalverhärtung
4.1.2 Spirantisierung eines Verschlusslautes am Wortende
4.2 Morphologische Sprachebene
4.2.1 Substantivische Pluralbildung
4.2.2 Fehler in der Imperativbildung
4.3 Syntaktische Sprachebene: Vergleichskonjunktionen
4.4 Lexikalische Sprachebene: Bedeutungsverschiebungen
5.0 Plattdeutsch in der Schule
6.0 Dialekt in der Schule
6.1 Vorteile von Dialektsprechern
6.2 Nachteile von Dialektsprechern
7.0 Fazit
8.0 Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Plattdeutschen auf den Deutschunterricht und analysiert, inwiefern es sinnvoll ist, Schüler mit dem Dialekt vertraut zu machen. Dabei steht die Gegenüberstellung sprachlicher Besonderheiten sowie die Rolle des Lehrers im Umgang mit Dialektsprechern im Fokus.
- Sprachliche Analyse des Plattdeutschen (Phonologie, Morphologie, Syntax)
- Fehlerquellen im Hochdeutschen durch Dialekteinfluss
- Pädagogische Relevanz von Dialekt in der Schule
- Vor- und Nachteile von Dialektsprechern in der Lehrerrolle
- Bedeutung des Dialekts für die regionale Identität
Auszug aus dem Buch
2.1 Verbreitung des Plattdeutschen
Plattdeutsch wird bisweilen auch als Niederdeutsch bezeichnet. Dies stellt eine verallgemeinernde Sprachbezeichnung aller deutschen Mundarten dar, die nicht an der zweiten Lautverschiebung teilgenommen haben.3 Für den niederdeutschen Sprachgebrauch kann eine exakte Grenzlinie jedoch nicht festgestellt werden. Daher wird von einem Grenzbereich ausgegangen, an dem nur an den äußerten Polen eine Gegensätzlichkeit erkennbar ist.
Das Niederdeutsche umfasst ein Gebiet von fast einem Drittel des deutschen Sprachgebietes. In den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie in Teilen von Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg wird dieser Dialekt4 bis heute von einer Mehrheit der Bevölkerung gesprochen.5 Das Niederdeutsche Sprachgebiet erstreckt sich in Deutschland von der niederländischen Staatsgrenze im Westen bis zur polnischen Staatsgrenze im Osten, von der dänischen Staatsgrenze und der Nord- und Ostseeküste im Norden bis zu einer binnendeutschen Linie im Süden, etwa zwischen dem Rothaargebirge und Frankfurt an der Oder.6
Innerhalb dieses Grenzgebietes handelt es sich um ,,ein Kontinuum ineinander übergehender Dialekte’’,7 wodurch vom Niederdeutschen von einer Dialektgruppe gesprochen wird. Kennzeichnend hierfür sind verschiedene Dialektareale bei einer West-Ost-Gliederung wie ,,Westfälisch, Ostfälisch, Nordniedersächsisch (Westniederdeutsch) sowie Mecklenburg-Vorpommersch, Mittelpommersch und Märkisch-Brandenburgisch (Ostniederdeutsch)’’.8 Diese Dialektareale kann man mithilfe verschiedener Kriterien in weitere Dialektarten unterteilen. Ein Beispiel stellt das Nordniedersächsische dar, das in das Ostfriesische, Emsländische, Bremisch-Oldenburgische, Hamburgische, Holsteinische und Schleswigsche untergliedert werden kann.9 Des Weiteren existieren einige niederdeutsche Sprachinseln, die im Zuge von Auswanderungen im 18. und 19. Jahrhundert entstanden sind, so auch bis fast zu den Toren Leipzigs hin.10 Weiterhin breitete es sich bis ins Baltikum aus und wurde noch bis ins späte 17. Jahrhundert als Kaufmannssprache im nördlichen Russland verwendet.11 Insgesamt blickt diese Mundart auf eine mehr als eintausendjährige Geschichte zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die historische und aktuelle Bedeutung des Plattdeutschen im schulischen Kontext sowie die Relevanz der Untersuchung für die Fehleranalyse im Deutschunterricht.
2.0 Allgemeines zum Plattdeutschen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die geographische Verbreitung, die historische Entwicklung und die soziale Einordnung des Plattdeutschen.
3.0 Ein Abriss über die sprachlichen Besonderheiten des Plattdeutschen: Hier werden die wesentlichen Merkmale des Dialekts in den Bereichen Phonetik, Morphologie und Syntax detailliert dargelegt.
4.0 Die Fehlerbereiche: Das Kapitel analysiert spezifische Interferenzfehler von Dialektsprechern im Hochdeutschen und schlägt didaktische Korrekturmöglichkeiten vor.
5.0 Plattdeutsch in der Schule: Es wird die problematische Stellung des Dialekts im Bildungssystem sowie dessen Potenzial als kulturelle Bereicherung diskutiert.
6.0 Dialekt in der Schule: Hier wird die Lehrerrolle beleuchtet und die Vor- sowie Nachteile für Dialektsprecher im schulischen Umfeld abgewogen.
7.0 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für den Erhalt der Dialektvielfalt sowie ein Umdenken im schulischen Umgang mit Plattdeutsch.
8.0 Bibliographie: Dies ist das Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Plattdeutsch, Niederdeutsch, Dialektforschung, Schule, Spracherwerb, Sprachinterferenzen, Deutschunterricht, Zweisprachigkeit, Lehrerrolle, Regionale Identität, Sprachgeschichte, Syntax, Phonologie, Morphologie, Sprachdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Stellenwert des Plattdeutschen im heutigen Schulunterricht und analysiert, wie der Dialekt die Sprachleistung von Schülern im Fach Deutsch beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der linguistischen Analyse niederdeutscher Besonderheiten, der Identifikation dialektbedingter Fehlerquellen sowie der pädagogischen Bewertung von Dialekt in der Lehrer-Schüler-Interaktion.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob es sinnvoll ist, Schüler mit dem Plattdeutschen vertraut zu machen, und wie Lehrkräfte durch dialektales Wissen zur besseren Fehlerkorrektur beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit sprachwissenschaftlicher Literatur sowie auf empirische Erkenntnisse zur Sprachverbreitung und sozialen Bewertung von Dialektsprechern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung sprachlicher Charakteristika des Niederdeutschen und eine darauf aufbauende Fehleranalyse in den Bereichen Phonetik, Morphologie und Syntax.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Plattdeutsch, Sprachinterferenzen, Dialekt in der Schule, Lehrerrolle und regionale Identität.
Wie unterscheidet sich die Imperativbildung im Niederdeutschen?
Im Gegensatz zum Standarddeutschen existiert im Niederdeutschen nur eine einzige Imperativbildung, da das Anhängen von e-Flexiven aufgrund der allgemeinen e-Apokopierung nicht möglich ist.
Welche Rolle spielt die Einstellung des Lehrers?
Die Einstellung des Lehrers ist entscheidend, da sie maßgeblich in die Bewertung der Schüler einfließt und über den Erfolg oder Misserfolg des Kindes in sprachbezogenen Fächern mitentscheiden kann.
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- Maria-Carina Holz (Author), 2007, Plattdeutsch in der Schule: Die wesentlichen Merkmale des Plattdeutschen, deren Einflüsse auf die Schüler sowie Bedeutung von Dialekt für die Lehrerrolle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71074