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Quo vadis, Schulkultur? Kritische Anmerkungen zur Situation und Förderung Hochbegabter am Gymnasium

Title: Quo vadis, Schulkultur? Kritische Anmerkungen zur Situation und Förderung Hochbegabter am Gymnasium

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 33 Pages

Autor:in: Philumena Reiser (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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Abstract
„Wir sollten uns davor hüten, den Intellekt
zu einem Gott zu machen;
Gewiss, er hat starke Muskeln, jedoch keine
Persönlichkeit.
Er darf nicht herrschen, sondern nur dienen!“
(Albert Einstein)

Treffend kennzeichnen die Worte Einsteins den Weg, den die Hochbegabtenförderung dringend wählen sollte, nämlich den Fokus der Förderung nicht nur auf rein kognitive Fähigkeiten mit dem Ziel Höchstleistungen zu erringen, sondern auch auf die Ausbildung und Entfaltung der ganzen Persönlichkeit des Hochbegabten zu richten.
In dieser wissenschaftlichen Arbeit werden im ersten Punkt schulpolitische Aspekte der Begabtenförderung vorgestellt, im zweiten Abschnitt wird der Versuch unternommen, den Begriff Hochbegabung innerhalb des wissenschaftlichen, breit aufgefächerten Diskurses nach modernster Ansicht neu zu definieren und einen innovativen Ansatz zur Erkennung von Merkmalen im Schulalltag vorzustellen. Der dritte Abschnitt widmet sich konkret der Situation und den Förderungsmaßnahmen im Schulalltag. Die Schlussreflexion legt eine thesenartige, plakative Schlussbilanz der Ausführungen mit konkreten Empfehlungen für direkt Erfolg versprechende Fördermaßnahmen vor. Die Arbeit schließt mit einem Schlussplädoyer, das die Hochbegabtenpädagogik als ein pädagogisch komponiertes Gesamtkunstwerk deklariert.
Es wird betont, dass die Bezeichnung Schüler stets auch Schülerinnen impliziert und nur ein bewusst gewählter Ausschnitt aus dem gesamten Förderprogramm präsentiert werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Die „Zwangsjacke“ der Schulpolitik

II. Der Begriff „Hochbegabung“: Versuch einer Etikettierung

II.1. Definition

II.2. Erkennungsmerkmale

III. Situation und Förderung Hochbegabter am Gymnasium

III.1. Allgemeine Ziele

III.2. Hochbegabtenklassen in Bayern

III.3. Staatliche Förderungen besonders begabter Schüler und Schülerinnen in Baden-Württemberg

III.4. Förderungsmaßnahmen im Schullalltag

III.4.1. Grundsätze der Unterrichtsgestaltung

III.4.2. Das Prinzip Differenzierung

III.4.3. Differenzierung- doch eine Chance?

III.4.4. Schulische Lernformen

III.4.5. Weitere schulische Maßnahmen

IV. Vernichtungsfaktor No 1 Mobbing

V. Schlussreflexion

V.1. Offene Fragen

V.2. Thesen zum Rechtsstatus und zur rechtlichen Absicherung diverser Förderungsmaßnahmen

V.3. Thesen zur kognitiven Horizonterweiterung

V.4. Thesen zur emotionalen Förderung

V.5. Schlussplädoyer: Begabungsförderung als pädagogisches Kunstwerk

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die schulpolitische Situation und aktuelle Möglichkeiten zur Förderung hochbegabter Schüler am Gymnasium, mit dem Ziel, innovative pädagogische Ansätze aufzuzeigen, die über rein kognitive Leistungsaspekte hinausgehen und die Persönlichkeitsentwicklung in den Fokus rücken.

  • Kritische Analyse der schulpolitischen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die Begabungsförderung.
  • Neudefinition von Hochbegabung unter Einbeziehung emotionaler und sozialer Komponenten.
  • Darstellung staatlicher Förderkonzepte im Vergleich (Bayern vs. Baden-Württemberg).
  • Evaluation unterrichtsmethodischer Ansätze wie Differenzierung, Freiarbeit und Wochenplanarbeit.
  • Thematisierung von Mobbing als destruktiver Faktor in der Bildungsbiografie Hochbegabter.

Auszug aus dem Buch

II.2. Erkennungsmerkmale

Zur Einschätzung und Erkennen von Hochbegabung stehen IQ-Tests und diverse Praktiken der Begabungsdiagnostiken zur Verfügung, doch setzen diese nur Signale für kognitive Momentaufnahmen und stellen primär den Rahmen für bewusste konkrete Förderung bereit. Dabrowski hat die „Theorie der positiven Desintegration“ entwickelt, die emotionale und kognitive Merkmale bei hochbegabten Kindern berücksichtigt und in den Alltag und die Praxis weist. Webb stellt diese in seinem Buch „Hochbegabte Kinder, ihre Eltern, ihre Lehrer...“ vor, die nun kurz erläutert wird.

Dabrowski wählt als Basis zur Erkennung der Hochbegabung die emotionale Entwicklung des Kindes, was sehr plausibel und nachvollziehbar ist, da sich das Kind von seiner frühen Kindheitsphase an bis zur Pubertät kontinuierlich im Alltag durch seine Emotionen ausdrückt. Folgende Aspekte werden als tragende Säule zur Identifikation einer Hochbegabung gewählt: Moral, Ethik, Ästhetik und Spiritualität. Grund für diese Bestimmung ist die Annahme, dass hochbegabte Kinder auf Verletzungen dieser Werte emotional intensiver reagieren und aufgrund dessen besondere Anforderungen an die pädagogische Kompetenz der Eltern, Erzieher und Lehrkräfte gestellt werden. Diese Intensität definiert der polnische Psychologe und Psychiater Dabrowski als „overexcitabilities“(OE) , die eine erweiterte Wahrnehmung und Reaktion auf Reize verschiedenster Intensität und Struktur darstellen. Ferner sind die OE genetisch motiviert und treten bereits in frühester Kindheit auf, die sich bis ins hohe Erwachsenenalter beobachten lassen. Interessant ist diese Theorie, weil sie sich nicht nur auf ausschließlich kognitive Fähigkeiten, Tests und Anlagen bezieht, sondern die Ausprägung der Hochbegabung mit dem ganzen Menschsein in Zusammenhang bringt, zu betonen ist vor allem nicht in pathologischer Ausrichtung!

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die „Zwangsjacke“ der Schulpolitik: Das Kapitel analysiert den einengenden Einfluss wirtschaftlicher und ideologischer Interessen auf die heutige Schulpraxis und kritisiert die Vernachlässigung einer ganzheitlichen Bildungsfunktion.

II. Der Begriff „Hochbegabung“: Versuch einer Etikettierung: Hier wird der Versuch unternommen, eine objektivere Definition von Hochbegabung zu finden, die über rein kognitive Aspekte hinausgeht und Dabrowskis Theorie der "Overexcitabilities" einführt.

III. Situation und Förderung Hochbegabter am Gymnasium: Dieser Abschnitt vergleicht staatliche Förderstrukturen in Bayern und Baden-Württemberg und diskutiert unterrichtspraktische Methoden wie Differenzierung und Freiarbeit.

IV. Vernichtungsfaktor No 1 Mobbing: Das Kapitel beleuchtet Mobbing als schwerwiegendes Hindernis für die schulische Entwicklung und schlägt Lösungsstrategien für den Unterricht vor.

V. Schlussreflexion: Die Arbeit schließt mit Thesen zur rechtlichen Absicherung, emotionalen Förderung und einem Plädoyer für eine Begabungsförderung als pädagogisches Gesamtkunstwerk.

Schlüsselwörter

Hochbegabung, Begabungsförderung, Gymnasium, Schulkultur, Differenzierung, Overexcitabilities, Dabrowski, Persönlichkeitsentwicklung, Mobbing, Schulpolitik, Lehrerrolle, Unterrichtsgestaltung, Inklusion, Potenzialentfaltung, Bildungsauftrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der aktuellen Schulsituation für Hochbegabte und zeigt Wege auf, wie individuelle Begabungen in staatlichen Regelschulen besser gefördert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die schulpolitischen Rahmenbedingungen, die Definition und Erkennung von Hochbegabung, praktische Unterrichtsmethoden zur Förderung und die Problematik von Mobbing im Schulalltag.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis von Begabungsförderung zu entwickeln, das nicht nur auf kognitive Höchstleistungen abzielt, sondern die gesamte Persönlichkeitsentwicklung des Schülers in den Vordergrund stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Begabungsmodellen sowie pädagogischen Didaktik-Konzepten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkrete Förderansätze wie das Prinzip der Differenzierung, verschiedene schulische Lernformen und staatliche Förderprogramme in Bayern und Baden-Württemberg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Hochbegabung, Differenzierung, Persönlichkeitsentwicklung, Bildungsauftrag und Schulkultur.

Was besagt die Theorie der „Overexcitabilities“ nach Dabrowski?

Sie beschreibt eine erhöhte Sensibilität und Wahrnehmungsreaktion in fünf Bereichen (psychomotorisch, sensorisch, intellektuell, imaginär, emotional), die bei Hochbegabten zu intensiveren Reaktionen auf Umweltreize führt.

Wie bewertet die Autorin die derzeitige „Schulpolitik“?

Sie kritisiert, dass durch ökonomischen Druck die Bildungsfunktion der Schule zugunsten einer eindimensionalen Ausbildungsfunktion vernachlässigt wird, was die freie Entfaltung der Persönlichkeit einschränkt.

Warum wird Mobbing als so gefährlich für Hochbegabte eingestuft?

Hochbegabte werden aufgrund ihrer oft als "fremd" wahrgenommenen Art häufig stigmatisiert und zur Zielscheibe, was jegliche pädagogische Förderbemühung zunichtemachen kann.

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Details

Title
Quo vadis, Schulkultur? Kritische Anmerkungen zur Situation und Förderung Hochbegabter am Gymnasium
College
University of Augsburg  (Institut für systematische Pädagogik )
Course
Hauptseminar
Author
Philumena Reiser (Author)
Publication Year
2007
Pages
33
Catalog Number
V71123
ISBN (eBook)
9783638630979
ISBN (Book)
9783638674959
Language
German
Tags
Schulkultur Kritische Anmerkungen Situation Förderung Hochbegabter Gymnasium Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philumena Reiser (Author), 2007, Quo vadis, Schulkultur? Kritische Anmerkungen zur Situation und Förderung Hochbegabter am Gymnasium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71123
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