Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Linguistics

Genuszuweisung im Deutschen

Title: Genuszuweisung im Deutschen

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kerstin Hartwich (Author)

German Studies - Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die direkte Genusentlehnung aus der Stammsprache der Lehn- und Fremdworte betrifft nur einen Teil derer, nämlich diejenigen, die einer Genussprache entstammen.
Sprachen, die ohne ein grammatisches Geschlecht auskommen, hier seien als Beispiele das Englische, das Finnische, sowie das Türkische genannt, können auch kein grammatisches Geschlecht für das entsprechende Wort im neu vererbten, deutschen Zusammenhang motivieren. Folglich kann eine Genuszuweisung nur für die Entlehnung von Worten, die aus Genussprachen, wie beispielsweise dem Spanischen, dem Französischen, oder dem Lateinischen stammen, gelten.
Da nun aber nur bilinguale Sprecher das ursprüngliche Genus eines Wortes in der Stammsprache wissen können, ist diese Art der Genuszuweisung auch nur unter ihnen besonders frequent, oder wird von jenen besonders stark etabliert. Auch sei die direkte Genusentlehnung, so Marion Schulte-Beckhausen in ihrem Aufsatz2, vor allem ein Phänomen der Grenzgebiete und der direkten Kommunikation zwischen bilingualen und monolingualen Sprechern, wo es zu einer Übernahme und/oder Nachahmung der Sprechweise und damit des Genusgebrauchs des bilingualen Sprechers durch den monolingualen Sprecher kommt. Oft kommt es so aber auch zu gegenläufigen Entwicklungen. Benutzt nämlich der bilinguale Sprecher aus irgendeinem Grund, z.B. der Unterstellung eines anderen Kriteriums (dazu später mehr), ein nicht-originales Genus, wächst auch die Wahrscheinlichkeit, dass der bilinguale Sprecher dieses übernimmt, wenn er das entsprechende Lehnwort im deutschen Sprachzusammenhang verwendet. Oft hält der bilinguale Sprecher dann aber am ursprünglichen Genus fest um als besonders gebildet oder sprachgewandt zu gelten.
Offenbar spielt hierbei der Etablierungszeitraum eine besondere Rolle.
[...]
2 Schulte-Beckhausen, Marion (2002): Genusschwankungen bei Anglizismen, französischen, italienischen und spanischen Lehnwörtern im Deutschen: Eine Untersuchung auf den Grundlagen deutscher Wörterbücher seit 1945. Frankfurt/Main: Lang.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Kriterien der Genusübernahme

1.1. Die Genunsentlehnung

1.2. Das natürliche Geschlecht

2 Formale Kriterien

2.1. Die Genuszuweisung entsprechend dem Wortausgang

2.2. Genuszuweisung nach der Lautgestalt

2.3. Genuszuweisung nach dem Schriftbild

3 Semantische Kriterien

3.1. Der übergeordnete Gattungsbegriff

3.2. Die latente semantische Analogie

3.3. Das abstrakte Neutrum

4. Soziolinguistische Kriterien

5. Persönliches Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die verschiedenen Kriterien und Mechanismen, die bei der Genuszuweisung von Fremd- und Lehnwörtern im Deutschen Anwendung finden. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Genuswahl bei Entlehnungen vorhersehbar ist und ob sich die identifizierten Faktoren hierarchisieren lassen.

  • Methoden der Genuszuweisung bei Sprachlehnwörtern
  • Bedeutung formaler Kriterien (Wortausgang, Lautgestalt, Schriftbild)
  • Rolle semantischer Einordnungen und Gattungsbegriffe
  • Einfluss soziolinguistischer Faktoren auf die Genuswahl
  • Kritische Analyse didaktischer Hierarchisierungsmodelle

Auszug aus dem Buch

2.2 Genuszuweisung nach der Lautgestalt

Wie im vorausgegangenen Kapitel bereits anhand von Wortausgängen erläutert, können Genuszuweisungen von Lehn- und Fremdwörtern auch über lautliche Analogien motiviert werden. In manchen Fällen beschränkt sich diese Analogie jedoch nicht nur auf die Wortausgänge, sondern auf das Gesamtwort, bzw. große Teile davon. Das entlehnte Wort wird mit einem lautähnlichen Deutschen Wort assoziiert (Haugen spricht in diesem Zusammenhang von einem „homogenen Diamorph“), und dem gleichen Genus wie dieses zugeordnet. Die semantische Übereinstimmung oder Ähnlichkeit der beiden Wörter spielt dabei so gut wie keine Rolle.

Beispiele hierfür:

Engl.: die Party „Feier“ nach die Partie „Abschnitt, Teil“

der Track „Lied“ nach der Dreck „Unrat“

Frz.: die Fasson „Art, Weise“ nach die Fassung „Befestigung, Form“

Etymologische Verwandtschaften zwischen den lautähnlichen Wörtern, sind jedoch nicht immer von der Hand zu weisen, das könnte auch erklären, dass aus bestimmten Quellsprachen, wie beispielsweise dem Englischen weit mehr lautähnliche Wörter, die den Genus ihrer morphologischen/phonologischen (Teil-) Entsprechungen übernehmen, als beispielsweise aus romanische Sprachen entlehnt werden. Das gilt vor allem für Entlehnungen wie:

Engl.: der Chatroom nach der Raum

die Show nach die Schau

das Topmodel nach das Modell

Ähnlich verhält es ich bei Lehn- und Fremdwörtern, die sich auf bereits bekannte, deutsche Wörter reimen. Auch sie erhalten vom Sprecher häufig das Genus des Bekannten, wie zum Beispiel bei

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Relevanz von Fremdwörtern im Deutschen aufgezeigt und die Forschungsfrage zur Systematik der Genuszuweisung bei Lehnwörtern formuliert.

1 Kriterien der Genusübernahme: Dieses Kapitel erläutert die direkte Genusentlehnung sowie die Zuweisung basierend auf dem natürlichen Geschlecht von Personen.

2 Formale Kriterien: Hier werden phonologische und graphemische Faktoren wie Wortausgänge und lautliche Ähnlichkeiten zu bestehenden deutschen Wörtern analysiert.

3 Semantische Kriterien: Es wird untersucht, wie die semantische Zuordnung zu Gattungsbegriffen oder lexikalischen Äquivalenten die Genuswahl beeinflusst.

4. Soziolinguistische Kriterien: Dieses Kapitel beleuchtet externe Faktoren wie Bildungsgrad und Sprachkompetenz der Sprecher bei der Wahl des Genus.

5. Persönliches Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und die wissenschaftliche Einordnung der deskriptiven Kriterien kritisch hinterfragt.

Schlüsselwörter

Genuszuweisung, Fremdwörter, Lehnwörter, Sprachentlehnung, Sprachwandel, Linguistik, Genusübernahme, morphologische Kriterien, semantische Analogie, Deutsch als Fremdsprache, Genusschwankungen, Soziolinguistik, Fremdwörterduden, Wortausgang, Grammatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Regeln und Tendenzen, nach denen das grammatische Geschlecht (Genus) bei in die deutsche Sprache aufgenommenen Fremd- und Lehnwörtern bestimmt wird.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die Untersuchung deckt formale, semantische und soziolinguistische Kriterien ab, die den Prozess der Genuszuweisung beeinflussen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Kriterien der Genuszuweisung zu sammeln, ihr Beziehungsgefüge zu untersuchen und deren Zuverlässigkeit und Vorhersehbarkeit kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine deskriptive Analyse linguistischer Fachliteratur sowie auf ergänzende Beispiele und eine eigene kleine Erhebung zur Veranschaulichung der Genuszuweisung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Genuszuweisung durch das natürliche Geschlecht, formale Aspekte wie Lautgestalt und Schriftbild sowie semantische Strategien wie Gattungsbegriffe detailliert erläutert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Genuszuweisung, Sprachlehnwörter, morphologische sowie semantische Kriterien und der didaktische Ansatz der Hierarchisierung von Regeln.

Was ist mit dem "abstrakten Neutrum" gemeint?

Damit ist die Tendenz von Sprechern beschrieben, bei Unsicherheit über das korrekte Genus eines Lehnworts intuitiv auf das neutrale Geschlecht zurückzugreifen, um potenzielle Fehler zu minimieren.

Warum spielt der Etablierungszeitraum eine Rolle?

Der Zeitraum, den ein Fremdwort bereits in der Zielsprache existiert, korreliert mit der Festigung seines Genus; kurz nach der Entlehnung sind Genusschwankungen deutlich häufiger als bei etablierten Wörtern.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Genuszuweisung im Deutschen
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Deutsches Institut)
Course
Oberseminar Fremdwörter
Grade
1,3
Author
Kerstin Hartwich (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V71147
ISBN (eBook)
9783638627993
ISBN (Book)
9783640563913
Language
German
Tags
Genuszuweisung Deutschen Oberseminar Fremdwörter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Hartwich (Author), 2007, Genuszuweisung im Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71147
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint