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Die literarische Verarbeitung einer Technikkatastrophe bei Theodor Fontane ("Die Brück am Tay") und Max Eyth ("Die Ennobrücke")

Title: Die literarische Verarbeitung einer Technikkatastrophe bei Theodor Fontane ("Die Brück am Tay") und Max Eyth ("Die Ennobrücke")

Term Paper , 2006 , 29 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Ricarda Paas (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ist in Europa geprägt von einer rasanten technischen Weiterentwicklung mit tief greifenden sozialen Auswirkungen, an deren Ende der Übergang vom traditionellen Bürgertum zur modernen Gesellschaft steht. Beim Einsturz der Taybrücke am 28.12.1879 ist die gesellschaftliche Schockwirkung besonders groß und schlägt sich erstmals auch auf die zeitgenössische Literaturproduktion nieder. Noch unter dem Eindruck der Katastrophe verfasst Theodor Fontane seine berühmt gewordene Ballade >>Die Brück´ am Tay<<. Etwa zehn Jahre später erscheint die Novelle >>Die Brücke über die Ennobucht<< von Max Eyth, den das Ereignis zur Erzählung einer tragischen Brückenbauge-schichte anregt. Ausgangspunkt der Arbeit bildet die Frage nach der jeweiligen literarischen Verarbeitung des Unglücks. Beide Werke werden in dieser Arbeit entsprechend analysiert und in der Schlussbetrachtung vergleichend gegenüber gestellt. Auf diesem Wege komme ich zu folgendem Fazit: Die Zusammenschau beider Werke ermöglicht einen Blick auf die beiden Extreme der damaligen gesellschaftlichen Stimmungslage. Diese reichte einerseits von rückwärtsgewandter Skepsis gegenüber technischen Neuerungen, die durch den grund-sätzlichen Pessimismus der Ballade artikuliert wird, bis hin zu einem fatalistischen Fort-schrittsoptimismus andererseits, wie ihn der Dichter – Ingenieur Max Eyth in seiner Erzählung vertritt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1) Einsturz der Taybrücke: Ursache und Auswirkungen einer Katastrophe

2) >>Die Brück´ am Tay<<: Fortschritt als aussichtsloser Kampf des Menschen

2.1) Entstehungsgeschichte der Ballade

2.2) Funktion des Paratextes

2.3) Opposition von Rahmen- und Binnenstrophen

2.4) Die Binnenstrophen: Zug und Lokführer Johni als Personifikationen hybrider Fortschrittsgläubigkeit

2.5) Die Rahmenstrophen: Hexenwesen als Rächer menschlicher Hybris

3) Fazit aus Kapitel 2)

4) >>Die Brücke über die Ennobucht<<

4.1) Die wahrheitsgetreue Beschreibung eines Brückenbauprojektes

4.2) Hauptfigur Harold Stoß: Die Stilisierung einer Katastrophe zur modernen Heldengeschichte

4.2.1) Die >>Berufstragik<< des Ingenieurs

4.2.2) Der Held als Opfer äußerer Zwänge, die seinen tragischen Werdegang determinieren

4.2.3) Der Held im Kampf gegen eine dämonisierte Natu

4.3) Das Schlusskapitel: Abmilderung der tragischen Erzählung

5) Fazit aus Kapitel 4)

Vergleichende Schlussbetrachtung

Anhang

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Verarbeitung der Taybrückenkatastrophe von 1879 in Theodor Fontanes Ballade „Die Brück' am Tay“ und Max Eyths Novelle „Die Brücke über die Ennobucht“. Ziel ist es, zu verifizieren, inwiefern die Zusammenschau beider Werke die Extreme der gesellschaftlichen Stimmungslage des ausgehenden 19. Jahrhunderts – von rückwärtsgewandter Skepsis gegenüber der Technik bis hin zu fatalistischem Fortschrittsoptimismus – abbildet.

  • Literarische Aufarbeitung von Technikkatastrophen im 19. Jahrhundert
  • Gegenüberstellung von pessimistischer Technik-Skepsis und idealisierendem Fortschrittsglauben
  • Analyse der narrativen Strategien und Heldenstilisierung in Fontanes Lyrik und Eyths Prosa
  • Rolle des Ingenieurs als tragische Figur zwischen technischem Anspruch und ökonomischem Druck

Auszug aus dem Buch

4.2.1) Die >>Berufstragik<< des Ingenieurs

Im zweiten Kapitel, das zwölf Jahre nach der gemeinsamen Zeit der Arbeitssuche in Manchester einsetzt, werden erstmals Hinweise auf eine Negativentwicklung der Hauptfigur gegeben. Der Ich – Erzähler berichtet von einem zufälligen Zusammentreffen mit Harold Stoß und dessen Frau in Wien, bei dem ihm sofort die Veränderung seines äußeren Erscheinungsbildes auffällt:

„Dieser war seit zwölf Jahren sehr viel männlicher, manchmal schien mir´s, mit einem solchen Sonnenkind an der Seite allzu ernst geworden.“

Im Laufe ihrer Unterhaltung stellt sich heraus, dass quälende Sorgen um den Brückenbau die Ursache für seine physische Veränderung darstellen. Bohrende Fragen über ungelöste physikalische Gesetzmäßigkeiten, die nach dem damaligen Stand der Wissenschaft nicht beantwortet werden können, bereiten Stoß schlaflose Nächte:

„Weißt du, was Kohäsion ist, Eyth? Weißt du jemand, der es weiß? (…) Das ist auch etwas, von dem wir blutwenig wissen: vom Luftdruck eines Windstoßes. (…) Mich läßt das Problem nicht ruhen.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die historisch-technische Situation des späten 19. Jahrhunderts und Darstellung der zentralen Hypothese zur literarischen Verarbeitung der Katastrophe.

1) Einsturz der Taybrücke: Ursache und Auswirkungen einer Katastrophe: Sachliche Rekonstruktion der Baugeschichte, des Katastrophenereignisses und der nachfolgenden Untersuchungsergebnisse.

2) >>Die Brück´ am Tay<<: Fortschritt als aussichtsloser Kampf des Menschen: Interpretation der Ballade unter besonderer Berücksichtigung der Rahmen-Binnen-Struktur und der Leitmotive.

3) Fazit aus Kapitel 2): Zusammenfassende Bewertung der Ballade als Artikulation der Schockwirkung und Warnung vor menschlicher Hybris.

4) >>Die Brücke über die Ennobucht<<: Analyse der Novelle Eyths mit Fokus auf Authentizitätsstreben und die Stilisierung des Ingenieurs.

5) Fazit aus Kapitel 4): Resümee zur Einbettung der Novelle in den Kontext der zeitgenössischen Literatur und deren Erfolg.

Vergleichende Schlussbetrachtung: Synthese der Analyseergebnisse und Gegenüberstellung der unterschiedlichen literarischen Herangehensweisen an das Thema Technikfortschritt.

Schlüsselwörter

Taybrücke, Max Eyth, Theodor Fontane, Technikkatastrophe, Industriegesellschaft, Ingenieurskunst, Fortschrittsoptimismus, Hybris, Literaturgeschichte, Ballade, Novelle, Naturkräfte, Schicksal, Brückenbau, Technikskepsis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die literarische Auseinandersetzung mit der Taybrückenkatastrophe von 1879 in zwei verschiedenen literarischen Gattungen und Epochen-Perspektiven.

Welche Autoren und Werke stehen im Mittelpunkt?

Untersucht werden die Ballade „Die Brück' am Tay“ von Theodor Fontane und die Novelle „Die Brücke über die Ennobucht“ von Max Eyth.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Verifizierung der Hypothese, dass beide Werke die gesellschaftliche Zerrissenheit des 19. Jahrhunderts zwischen technischem Stolz und der Angst vor der unberechenbaren Natur widerspiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die Elemente der Struktur- und Motivanalyse sowie historische Kontextualisierungen kombiniert.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil gesetzt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gedichtinterpretation bei Fontane sowie eine Untersuchung der erzählerischen Stilisierung des Ingenieurs bei Eyth.

Was charakterisiert die in der Arbeit verwendeten Schlüsselwörter?

Die Begriffe fokussieren auf die Schnittstelle zwischen technischer Moderne, menschlichem Versagen und der mythologischen Überhöhung technischer Katastrophen.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Ingenieurs in den beiden Werken?

Während der Lokführer bei Fontane als Hybris-Symbol auftritt, wird Harold Stoß bei Eyth als tragische Figur zwischen Pflichtgefühl, ökonomischem Druck und dem Kampf gegen die Natur dargestellt.

Warum spielt das Shakespeare-Zitat bei Fontane eine so große Rolle?

Das Zitat aus „Macbeth“ dient der Einbettung des technischen Ereignisses in einen dämonischen Kontext, wodurch die Katastrophe als unausweichliches Schicksal gerahmt wird.

Was bedeutet der „innere Bruch“ in Max Eyths Novelle?

Der Begriff beschreibt den Widerspruch zwischen einer technisch-rationalen Schilderung des Bauprojekts und der späteren, eher irrationalen, gottgewollten Deutung des Einsturzes.

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Details

Title
Die literarische Verarbeitung einer Technikkatastrophe bei Theodor Fontane ("Die Brück am Tay") und Max Eyth ("Die Ennobrücke")
College
University of Cologne  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur)
Course
Hauptseminar
Grade
2.0
Author
Ricarda Paas (Author)
Publication Year
2006
Pages
29
Catalog Number
V71149
ISBN (eBook)
9783638628006
ISBN (Book)
9783638793988
Language
German
Tags
Verarbeitung Technikkatastrophe Theodor Fontane Brück Eyth Ennobrücke Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ricarda Paas (Author), 2006, Die literarische Verarbeitung einer Technikkatastrophe bei Theodor Fontane ("Die Brück am Tay") und Max Eyth ("Die Ennobrücke"), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71149
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