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Zwischen Inklusion und Exklusion. Aufgaben und Funktion Sozialer Arbeit in der Moderne aus systemtheoretischer Sicht

Title: Zwischen Inklusion und Exklusion. Aufgaben und Funktion Sozialer Arbeit in der Moderne aus systemtheoretischer Sicht

Term Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Robert Njari (Author)

Social Work
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Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Soziale Arbeit mit abweichendem Verhalten und den Folgen von sozialen Problemen zu tun hat. Mit der Sozialen Arbeit verfügt die moderne Gesellschaft über ein Mittel, auf Problemlagen, die die gesellschaftlichen Systeme (auf welche Weise auch immer) hervorbringen, zu reagieren. Ich möchte in der vorliegenden Arbeit die Fragestellungen verfolgen, welche Aufgaben und Funktionen der „Sozialen Arbeit der Moderne“ aus einer systemtheoretischen Perspektive zukommt.

Niklas Luhmann (auch andere Vertreter folgen dieser Ansicht) beschreibt die moderne Gesellschaft als eine funktional differenzierte Gesellschaft, die sich in unterschiedliche, selbstreferentielle Systeme wie Wirtschaft, Politik, Recht, Wissenschaft, Religion etc. auszeichnet. Mit der Umstellung von einer stratifizierten zu einer funktional differenzierten Gesellschaft entstanden gleichzeitig auch gesellschaftsstrukturelle Problemlagen und Konflikte, die mit Ausschluss aus den Systemen und Teilhabebedingungen in die Systeme verbunden sind. Vor diesem Hintergrund kommt der Sozialen Arbeit die Funktion zu, sich um derart schwierige Inklusions- und Exklusionsverhältnisse zu „kümmern“. Jedoch, welches Verständnis liegt diesen Begriffen zugrunde? Unter welchen Bedingungen wird jemand inkludiert bzw. exkludiert? Was bedeutet es subsidiär der Inklusions- und Exklusionsproblematik zu begegnen?

In den vergangenen Jahren lässt sich eine breite fachliche Auseinandersetzung darüber beobachten, welche systemtheoretische Funktion der Sozialen Arbeit in der modernen Gesellschaft zukommt:

Während Dirk Baecker (vgl. Baecker 1994) die These verfolgt, dass sich die Soziale Arbeit als gesellschaftliches Funktionssystem ausweisen lässt, das Inklusionsprobleme betreut, bearbeitet und zu lösen versucht, sehen Michael Bommes und Albert Scherr (vgl. Bommes/Scherr 1996) die Soziale Arbeit lediglich auf einer Ebene von Organisationen (und nicht als Funktionssystem) angelegt, auf der es um Exklusionsvermeidung, Inklusionsvermittlung und/oder Exklusionsverwaltung im Sinne von Hilfeleistung geht. Peter Fuchs und Dietrich Schneider (vgl. Fuchs /Schneider 1995) hingegen beschreiben die Soziale Arbeit als sekundäres Funktionssystem, das sich der primären Funktionssysteme ausdifferenziert um so Exklusionen entgegen wirken zu können. Hier wird ersichtlich welche Divergenz die Theorien um die Soziale Arbeit aufzuweisen haben.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundzüge der Systemtheorie

2.1 Die Luhmann’sche Systemtheorie

2.1.1 Differenzierung zwischen System und Umwelt

2.1.2 Komplexität und Kontingenz

2.1.3 Funktionssysteme der Moderne

2.2 Verständnis von Inklusion und Exklusion

3. Die Soziale Arbeit der Moderne

3.1 Funktion der Sozialen Arbeit

3.1.1 Der Code der Sozialen Arbeit

3.2 Aufgaben der Sozialen Arbeit

3.2.1 Soziale Arbeit und Selbstorganisation

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aufgaben und Funktionen der Sozialen Arbeit in der modernen Gesellschaft aus einer systemtheoretischen Perspektive, insbesondere unter Berücksichtigung der Konzepte von Inklusion und Exklusion nach Niklas Luhmann.

  • Grundlagen der systemtheoretischen Betrachtungsweise nach Luhmann
  • Die Differenzierung zwischen System und Umwelt
  • Die Debatte um den Status der Sozialen Arbeit als Funktionssystem
  • Aufgaben der Sozialen Arbeit in der Exklusionsvermeidung und Inklusionsvermittlung
  • Die Rolle der Selbstorganisation innerhalb der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Der Code der Sozialen Arbeit

Ein System muss sich (kommunikativ) von seiner Umwelt abgrenzen können. Dies geschieht, indem systemintern ein Code entwickelt wird, der dazu befähigt entscheiden zu können, was für ein System als systemrelevant erscheint, und was nicht. Betrachtet man in der modernen Gesellschaft all das, was vom Mantel der Sozialen Arbeit etikettiert wird, öffnet sich ein wahrlich heterogenes Feld, das Zweifel aufwirft, ob sich das gesamte Feld in einen einheitlichen Rahmen bringen lässt.

Will sich die Soziale Arbeit als eigenständiges Funktionssystem ausweisen können, muss sie genau dazu fähig sein. Sie muss sich in all ihren Facetten und Erscheinungsformen als ein einheitliches, geschlossenes System von anderen Systemen abgrenzen können. Bezüglich der Sozialen Arbeit wurden bereits mehrere Versuche unternommen um einen Code zu bestimmen. So führte Peter Fuchs z. B. die Codierung „Fall / Nicht-Fall“ ein, Georg Weber und Frank Hillebrandt „bedürftig / nicht-bedürftig“ und von Dirk Baecker die Codierung „helfen / nicht-helfen“ (vgl. Merten in Merten 2000, 186ff.). Baecker geht mit seinen Ausarbeitungen von einem eigenständigen Funktionssystem der Sozialen Arbeit aus, das mit Hilfe des Codes „helfen / nicht-helfen“ Inklusionsprobleme der Bevölkerung in die Gesellschaft betreut, die von anderen Funktionssystemen nicht mehr aufgegriffen werden und auch wohlfahrtsstaatlich nicht mehr betreut werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die systemtheoretische Fragestellung ein, welche Funktionen der Sozialen Arbeit in einer funktional differenzierten Gesellschaft zukommen.

2. Grundzüge der Systemtheorie: Das Kapitel erläutert die Luhmann’sche Systemtheorie, den Begriff der autopoietischen Systeme sowie die Differenzierung von Inklusion und Exklusion.

3. Die Soziale Arbeit der Moderne: Hier wird der Gegenstand der Sozialen Arbeit als Unterstützungsinstrument bei Inklusions- und Exklusionsproblemen diskutiert sowie die Debatte um ihre Autonomie geführt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die verschiedenen systemtheoretischen Positionen zusammen und unterstreicht die Rolle der Sozialen Arbeit als ein ausdifferenziertes Teilsystem.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Inklusion, Exklusion, Funktionssystem, autopoietische Systeme, soziale Hilfe, Differenzierung, Selbstorganisation, Interdependenz, systemrelevante Aspekte, gesellschaftliche Teilhabe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Aufgaben und Funktionen der modernen Sozialen Arbeit unter Anwendung der Systemtheorie nach Niklas Luhmann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaft, die Begriffe Inklusion und Exklusion sowie die Frage, ob Soziale Arbeit als eigenständiges Funktionssystem gelten kann.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den systemtheoretischen Stellenwert der Sozialen Arbeit zu bestimmen und zu klären, wie sie auf Inklusions- und Exklusionsrisiken reagiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse, primär basierend auf der Luhmann’schen Systemtheorie und darauf aufbauenden Anschlusstheorien der Sozialarbeitswissenschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Grundzügen der Systemtheorie, dem Verständnis von Inklusion und Exklusion sowie der konkreten Funktion und den Aufgaben der Sozialen Arbeit, inklusive ihrer Selbstorganisation.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie System vs. Umwelt, Inklusion, Exklusion, systemrelevante Funktionen, Autopoiese und soziale Hilfe.

Was ist der „Code“ der Sozialen Arbeit laut Baecker?

Baecker schlägt den binären Code „helfen / nicht-helfen“ vor, um die Sozialarbeit als eigenständiges System kommunikativ abgrenzbar und funktionsfähig zu beschreiben.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Inklusion und Integration laut der Arbeit relevant?

Der Autor stützt sich auf Kleve, um zu verdeutlichen, dass soziale Teilhabe in modernen Systemen eher als Inklusion (Funktionsträgerschaft) und nicht als normative Integration (Werteakzeptanz) begriffen werden sollte.

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Details

Title
Zwischen Inklusion und Exklusion. Aufgaben und Funktion Sozialer Arbeit in der Moderne aus systemtheoretischer Sicht
College
University of Applied Sciences Esslingen
Course
Wissenschaft der Sozialen Arbeit
Grade
1,0
Author
Robert Njari (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V71185
ISBN (eBook)
9783638631136
ISBN (Book)
9783638769334
Language
German
Tags
Zwischen Inklusion Exklusion Aufgaben Funktion Sozialer Arbeit Moderne Sicht Wissenschaft Sozialen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Njari (Author), 2006, Zwischen Inklusion und Exklusion. Aufgaben und Funktion Sozialer Arbeit in der Moderne aus systemtheoretischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71185
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