Im Laufe eines einzigen Tages nimmt der Mensch für gewöhnlich mehrere Mahlzeiten zu sich. Sowohl die Uhrzeit in der die jeweilige Mahlzeit zu sich genommen wird, als auch die einzelnen Nahrungsmittel aus denen sie sich zusammensetzt, werden von den unterschiedlichen Kulturen, und folglich auch von der geografischen Lage beeinflusst. Da es in Spanien sehr viele kulturelle Unterschiede gibt, liegt es nahe anzunehmen, dass sich die verschiedenen spanischen Regionen auch in ihren Esstraditionen unterscheiden. Diese regionalen Unterschiede spiegeln sich zweifelsohne in den verschiedenen Bezeichnungen der täglichen Mahlzeiten wieder.
Ziel dieser Arbeit ist es, die unterschiedlichen Bezeichnungen für die täglichen Mahlzeiten in Spanien herauszuarbeiten und diese näher zu beleuchten. Zu diesem Zweck werde ich mich auf die folgenden drei mir zur Verfügung stehenden Sprachatlanten beziehen:
1. ALEANR (Atlas linguísticio y etnográfico de Aragón, Navarra y La Rioja) 2. ALEA (Atlas linguístico y etnográfico de Andalucía) 3. ALC (Atlas lingüístic de Catalunya)
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Hauptteil
I Desayuno
ALEANR
ALEA
ALC
II Almuerzo
ALEANR
ALEA
ALC
III Comida (principal)
ALEANR
ALEA
IV Merienda
ALEANR
ALEA
ALC
V Cena
ALEANR
ALEA
ALC
VI Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die regionalen sprachlichen Unterschiede bei den Bezeichnungen täglicher Mahlzeiten in Spanien. Ziel ist es, die variierende Nomenklatur systematisch herauszuarbeiten und auf Grundlage dreier spezifischer Sprachatlanten zu beleuchten.
- Regionale Varietäten des Spanischen und Katalanischen
- Semantische Entwicklung von Essensbezeichnungen
- Einfluss kultureller Traditionen auf den Sprachgebrauch
- Auswertung linguistischer und ethnographischer Sprachatlanten
- Etymologische Herleitung der Mahlzeitenbegriffe
Auszug aus dem Buch
matar el gusano
Die Herkunft des Wortes gusano wurde nie vollständig geklärt, doch alles deutet darauf hin dass es sich hier um ein vorrömisches Wort handelt. Matar el gusanillo, matar el gusaníco: gusanillo und gusaníco sind Diminutivformen von gusano. Der Ausdruck matar el gusanillo/gusaníco bedeutet sowohl „Alkohol auf leeren Magen trinken“ als auch „seinen Hunger augenblicklich stillen“. Matar el cuco: cuco ist eine Art gusano. Matar el micobrio: die Stellung des „r“ wurde vertauscht, was hier als regionales Charakteristikum gelten kann. Matar el sapillo: sapillo als Diminutivform von sapo.
Ich habe keine belegte Erklärung für die vorhergehenden Redewendungen gefunden, doch meiner Meinung nach wurden sie von der Tatsache beeinflusst, dass man früher versucht hat, zahlreiche Krankheiten und kleinere Wehwehchen mit Alkohol zu kurieren, da dieser ja bekanntlich eine desinfizierende Wirkung besitzt.
Zusammenfassung der Kapitel
I Desayuno: Dieses Kapitel analysiert die regionalen Begriffe für die erste Mahlzeit des Tages unter Einbeziehung verschiedener Sprachatlanten.
II Almuerzo: Untersuchung der Bezeichnungen für die Zwischenmahlzeit am Vormittag und deren kulturelle sowie zeitliche Einordnung.
III Comida (principal): Analyse der verschiedenen regionalen Ausdrücke für die Hauptmahlzeit und der damit verbundenen traditionellen Gerichte.
IV Merienda: Betrachtung der nachmittäglichen Zwischenmahlzeiten und ihrer diversen Bezeichnungen in den verschiedenen Sprachräumen.
V Cena: Zusammenfassung der Begriffe für das Abendessen und Darstellung regionaler Abweichungen.
VI Schluss: Fazit über die Gliederungsmöglichkeiten der Mahlzeiten und den starken Einfluss regionaler Traditionen auf die sprachliche Vielfalt.
Schlüsselwörter
Spanien, Sprachgeographie, Mahlzeiten, ALEANR, ALEA, ALC, Linguistik, Ethnographie, Regionalsprachen, Etymologie, Esstraditionen, Dialektologie, Katalanisch, Kastilisch, Kulturwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der sprachgeographischen Untersuchung der Bezeichnungen täglicher Mahlzeiten in verschiedenen Regionen Spaniens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die regionalen Unterschiede, die Etymologie der Begriffe sowie der kulturelle Einfluss auf die Essgewohnheiten und deren Benennung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die variierende Nomenklatur für tägliche Mahlzeiten systematisch zu erfassen und zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden drei spezifische Sprachatlanten (ALEANR, ALEA, ALC) ausgewertet und die gefundenen Begriffe etymologisch sowie regional eingeordnet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist chronologisch nach den Mahlzeiten (Desayuno, Almuerzo, Comida, Merienda, Cena) strukturiert und analysiert die Bezeichnungen in den jeweiligen Sprachatlanten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachgeographie, Mahlzeitenbezeichnungen, regionale Varietäten und ethnographische Sprachatlanten.
Warum spielt Alkohol bei den Bezeichnungen eine Rolle?
Wie das Beispiel "matar el gusano" zeigt, haben lokale Bräuche – wie das Trinken kleiner Mengen Alkohol am Morgen – spezifische idiomatische Wendungen geprägt.
Welche Rolle spielt das Katalanische in der Arbeit?
Das Katalanische stellt neben dem Kastilischen einen wesentlichen Vergleichspunkt dar, insbesondere durch die Auswertung des Sprachatlas ALC.
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- Sylvie Langehegermann (Author), 2006, Mahlzeiten in Spanien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71195