Der Begriff „Diversity-Management“ erlangte in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. In dieser Arbeit soll untersucht werden, ob es sich hierbei um eine Managementmode handelt.
Zu Beginn werden hierzu die Begriffe „Diversity-Management“ und „Managementmode“ näher beleuchtet. Im Anschluss wird mit Hilfe einer Datenbankanalyse die Verwendungshäufigkeit des Begriffes in der wissenschaftlichen Literatur überprüft. Anschließend soll durch die Homepage-Analyse zweier ausgewählter Unternehmen in Deutschland überprüft werden, ob tatsächlich Diversity-Management betrieben wird oder Aktivitäten nur zum Schein mit diesem Begriff belegt werden. Es folgt eine Zusammenfassung der Erkenntnisse.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen von „Diversity-Management“
2.1 Begriffsbestimmung von „Diversity-Management“
2.2 Entstehung und Verbreitung von „Diversity-Management“
2.3 Wirkung und Bedeutung von „Diversity-Management“
3 Begriffsbestimmung „Managementmode“
4 Empirische Untersuchung zur Verwendung des Begriffes „Diversity-Management“
4.1 Datenbank-Analyse in Hinblick auf die Verwendungshäufigkeit des Begriffes „Diversity-Management“
4.1.1 Methodik der Datenbank-Analyse
4.1.2 Ergebnis der Datenbank-Analyse
4.2 Homepage-Analyse in Hinblick auf die Verwendung des Begriffes „Diversity-Management“
4.2.1 Methodik der Homepage-Analyse
4.2.2. Ergebnis der Homepage-Analyse
4.2.2.1 Deutsche Telekom AG
4.2.2.2 Bosch-Gruppe
4.3 Zusammenfassung und Auswertung der Ergebnisse der empirischen Untersuchung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Frage, ob es sich bei dem Konzept des Diversity-Managements lediglich um eine temporäre Managementmode handelt oder um einen dauerhaften Ansatz in der Unternehmensführung.
- Theoretische Fundierung der Begriffe „Diversity-Management“ und „Managementmode“.
- Quantitative Analyse der Verwendungshäufigkeit des Begriffs in der wissenschaftlichen Literatur.
- Qualitative Untersuchung der praktischen Umsetzung bei der Deutschen Telekom AG und der Bosch-Gruppe.
- Diskussion der strategischen Bedeutung von Vielfalt für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
3 Begriffsbestimmung „Managementmode“
Mode ist der „…schneller als der Stil einer Epoche sich wandelnde Geschmack in Kultur, Zivilisation und Lebensweise.“
Bei der Verbreitung von Organisations- und Managementkonzepten lassen sich einer Mode typische Muster feststellen, die durch eine Glockenkurve beschrieben werden können. Wird ein Konzept zuerst nur von wenigen Pionieren kommuniziert, tragen Nachahmer dann immer mehr zur Verbreitung des Konzepts bei, bis es wiederum „out“ ist und neue Konzepte auf den Plan treten.
Alfred Kieser beschreibt Organisationsmoden als Arenen, in denen verschiedene Akteure ihre individualistischen Ziele, wie Gewinnmaximierung oder die Erhöhung von Ansehen und Einfluss, erreichen wollen. Akteure sind dabei auf der einen Seite Autoren, Beratungsunternehmen, Seminarveranstalter und Verlage, aber auch Professoren, die ein Konzept Gegenstand öffentlicher Diskussion werden lassen und dafür Sorge tragen, dass das Konzept Verbreitung findet, da sie hiervon in verschiedener Weise profitieren. Auf der anderen Seite sind es die Führungskräfte von Unternehmen, die von Moden profitieren. Durch die Umsetzung eines neuen Konzeptes und der damit verbundenen Beauftragung von Beratungsunternehmen legitimieren die Führungskräfte in Unternehmen ihre Arbeit und geben gleichzeitig einen Teil ihrer Verantwortung ab.
Für den Niedergang einer Mode ist zum einen die Zeit verantwortlich, mit der Moden ihre Wirkung verlieren. Außerdem benötigt man „…neue Moden in immer kürzeren Abständen, um die Probleme schiefgelaufener Reorganisationsprogramme zudecken zu können.“
Konzepte verschwinden wieder aus der öffentlichen Diskussion, weil sie veraltet oder nicht mehr erfolgreich sind oder aber sie haben die Chance, sich zu festen Institutionen zu etablieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein und umreißt das methodische Vorgehen sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Grundlagen von „Diversity-Management“: Hier werden Definitionen sowie der geschichtliche Ursprung und die strategische Bedeutung von Diversity-Management erläutert.
3 Begriffsbestimmung „Managementmode“: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Managementmode und beschreibt den Lebenszyklus sowie die treibenden Akteure solcher Moden.
4 Empirische Untersuchung zur Verwendung des Begriffes „Diversity-Management“: In diesem Hauptteil wird mittels Datenbank- und Homepage-Analysen geprüft, wie und in welchem Umfang das Konzept in der Theorie und Praxis angewendet wird.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und schätzt die zukünftige Relevanz von Diversity-Management vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein.
Schlüsselwörter
Diversity-Management, Managementmode, Unternehmenskultur, Personelle Vielfalt, Chancengleichheit, Demografischer Wandel, Globalisierung, Datenbank-Analyse, Homepage-Analyse, Deutsche Telekom AG, Bosch-Gruppe, Wettbewerbsvorteil, Organisationskonzepte, Personalstruktur, Unternehmensleitbild
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretische Basis und die praktische Umsetzung von Diversity-Management, um zu klären, ob es sich dabei um eine kurzlebige Managementmode oder ein ernsthaftes strategisches Konzept handelt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Begriffe der Vielfalt in Organisationen, das Phänomen von Managementmoden sowie die empirische Erfassung von Diversity-Aktivitäten in deutschen Großunternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob Diversity-Management ein rein modisches Phänomen ist oder ob Unternehmen es substantiv zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit einsetzen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt eine quantitative Datenbank-Analyse (WISO-Net WIWI) zur Bestimmung der Literaturverbreitung sowie eine qualitative Homepage-Analyse zur Überprüfung der Umsetzung in der Unternehmenspraxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der beiden Grundbegriffe und die anschließende empirische Untersuchung, die sowohl Publikationshäufigkeiten als auch konkrete Konzepte bei der Deutschen Telekom AG und der Bosch-Gruppe beleuchtet.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Diversity-Management, Managementmode, Chancengleichheit, demografischer Wandel und Unternehmenskultur.
Wie unterscheidet sich die Diversity-Strategie der untersuchten Unternehmen?
Während die Deutsche Telekom AG den Begriff explizit in ihrem „Code of Conduct“ und Leitbild verwendet, integriert die Bosch-Gruppe den Ansatz der Chancengleichheit in ihre Leitlinien, ohne den spezifischen Begriff „Diversity-Management“ auf der Website prominent zu führen.
Zu welchem Ergebnis kommt die Autorin hinsichtlich der „Managementmode“?
Die Autorin stellt fest, dass sich anhand der Daten weder ein klarer Beweis für noch gegen eine reine Modeerscheinung erbringen lässt, betont jedoch die zukünftige Notwendigkeit des Konzepts angesichts demografischer Veränderungen.
- Quote paper
- Anett Broscheit (Author), 2006, Diversity-Management - Eine Managementmode?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71225