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Die anschauliche Zentrierung in der musikalischen Entwicklung

Title: Die anschauliche Zentrierung in der musikalischen Entwicklung

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Heiko Klaiber (Author)

Pedagogy - General
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Seit den 1960er Jahren orientiert sich die musikalische Entwicklungsforschung überwiegend an der weitverbreiteten und einflussreichen Entwicklungstheorie Jean Piagets.
Diese Entwicklungstheorie unterteilt die geistige Entwicklung eines Kindes in verschiedene Entwicklungsstufen. Man setzte voraus, dass die Prinzipien und Stadien der allgemeinen geistigen Entwicklung auf die musikalische Entwicklung übertragbar sind. So kann man die von Piaget genannten Entwicklungsstufen in der musikalischen Entwicklung des Individuums feststellen2. Hierbei möchte ich gleich darauf hinweisen, dass unter dem Begriffmusikalische Entwicklungdurchaus nicht nur die Fähigkeit des Erlernens eines Instrumentes zu verstehen ist, sondern andere zum Teil auch vernachlässigte Aspekte eine große Rolle spielen. Neben der Fähigkeit ein Musikinstrument zu erlernen, sollten in der frühkindlichen Entwicklung eines Kindes ebenfalls noch weitere „musikalische Fähigkeiten“ beobachtet werden. Diesen Aspekten in der musikalischen Entwicklung, wie zum Beispiel die Entwicklung der Wahrnehmungen, das emotionale Erleben, sei es kognitiv oder beim Praktizieren von Musik, das frei erfundene Singen, Nachsingen, Wiedererkennen usw., werde ich im Laufe meiner Arbeit anhand von Versuchen, sowie Überlegungen Wichtigkeit schenken und im gleichen Zuge die damit entstehenden Probleme aufzeigen. Oftmals entstehen „Probleme“ zwischenmenschlicher Art, wenn sich Menschen nicht verstehen. Dies kann durchaus auf die musikalische Entwicklung übertragen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Grundgedanken zur musikalischen Entwicklungsforschung

2. Die Theorie des Entwicklungsforschers Jean Piaget

2.1 Die Entwicklungsphase des anschaulichen Denkens

2.1.1 Die musikalische Entwicklung in der Entwicklungsphase des anschaulichen Denkens

2.2 Die Entwicklungsphase des konkret-operatorischen Denkens

2.2.1 Die musikalische Entwicklung in der Entwicklungsphase des konkret-operatorischen Denkens

2.3 Schemata

3. Kritik an der Theorie Jean Piagets

4. Das Problem der Begrifflichkeit

5. Die Notation

6. Die Theorie Gordons

7. Verbesserte musikalische Entwicklung und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit der kognitiven Entwicklungstheorie von Jean Piaget, insbesondere das Konzept der "anschaulichen Zentrierung", auf den Prozess der musikalischen Entwicklung bei Kindern und bewertet dies kritisch unter Einbeziehung weiterer Ansätze.

  • Grundlagen der musikalischen Entwicklungsforschung im Kontext der Piagetschen Stufenlehre
  • Die Rolle der anschaulichen Zentrierung und der Konservation bei der musikalischen Wahrnehmung
  • Methodische Problematiken bei der Erforschung kindlicher musikalischer Ausdrucksformen
  • Die Entwicklung der Notationsfähigkeit und symbolischen Repräsentation
  • Der Einfluss von musikalischer Förderung auf das angeborene Potential nach Gordon

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Entwicklungsphase des anschaulichen Denkens

Ein Kind wird im Laufe seiner Entwicklung überhäuft von Eindrücken und Wahrnehmungen. Doch nicht immer ist es einem Kind möglich, diese kognitiven oder durch Intervention erfahrenen Eindrücke zu ordnen und zu verstehen. Vor allem nicht, wenn es sich noch in der Phase des anschaulichen Denkens befindet welche sich über die Lebensjahre 4 bis 7 erstreckt. Zu Beginn dieser Entwicklungsphase kann das Kind seine Aufmerksamkeit nur auf einen Aspekt der Wahrnehmung lenken. Dies bezeichnet Piaget als die anschauliche Zentrierung. Ich werde dies anhand eines Versuches Piagets näher verdeutlichen:

Einem fünfjährigen Kind wird vorgeführt, wie die Wassermenge aus einem hohen und somit schmaleren Glas in ein niedrigeres, breiteres Glas umgeschüttet wird. Das Kind wird antworten, dass die Wassermenge weniger ist als vorher. Es beurteilt die Wassermenge des Glases nach der Höhe oder Breite des Glases. Das Kind, welches sich noch in der Phase des anschaulichen Denkens befindet, vermag noch nicht beide Aspekte zu berücksichtigen und zu koordinieren, um das Volumen festzustellen. Es lässt sich ebenfalls folgern, dass in dieser Entwicklungsphase räumliche Dimensionen, wie hoch, tief usw. noch nicht entwickelt sind. Das Kind kann diese Begriffe noch nicht einordnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundgedanken zur musikalischen Entwicklungsforschung: Einführung in die Orientierung der Forschung an Piaget und Darlegung der Notwendigkeit, musikalische Fähigkeiten jenseits reiner Instrumentalkompetenz zu betrachten.

2. Die Theorie des Entwicklungsforschers Jean Piaget: Detaillierte Erläuterung der Phasen des anschaulichen sowie des konkret-operatorischen Denkens und deren Entsprechung in der musikalischen Entwicklung des Kindes.

3. Kritik an der Theorie Jean Piagets: Auseinandersetzung mit den methodischen Defiziten der Piagetschen Forschung, insbesondere bezüglich der Vernachlässigung ästhetischer Bereiche und des Erwachsenenalters.

4. Das Problem der Begrifflichkeit: Analyse der Schwierigkeiten, kindliche musikalische Erfahrungen und Artikulationen korrekt zu interpretieren, wenn Kinder über begrenzte sprachliche Mittel verfügen.

5. Die Notation: Untersuchung der symbolischen Repräsentation von Musik durch Kinder, unterteilt in figurale und metrische Notationsformen bei fehlender Konservationsfähigkeit.

6. Die Theorie Gordons: Vorstellung des Konzepts des angeborenen musikalischen Potentials und der stabilisierten Begabung, die eine frühe Förderung unabdingbar macht.

7. Verbesserte musikalische Entwicklung und Schlussfolgerung: Synthese der Forschungsergebnisse mit Überlegungen zur praktischen Förderung kindlicher Musikalität und der Bedeutung einer ungezwungenen Herangehensweise.

Schlüsselwörter

Musikalische Entwicklung, Piaget, anschauliche Zentrierung, Konservation, Schemata, Assimilation, Akkommodation, Notation, Gordon, Audition, Begabungsniveau, musikalische Wahrnehmung, Kleinkindforschung, Musikdidaktik, kognitive Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die musikalische Entwicklung von Kindern basierend auf entwicklungspsychologischen Theorien, insbesondere der Stufentheorie von Jean Piaget.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der anschaulichen Zentrierung, der Konservation, der Notation sowie Theorien zur musikalischen Begabung und deren Förderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Anwendbarkeit klassischer kognitiver Entwicklungsmodelle auf musikalische Lernprozesse kritisch zu prüfen und Wege für eine verbesserte musikalische Förderung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, vergleicht verschiedene entwicklungspsychologische Theorien und ordnet diese anhand von Beobachtungen und Forschungsbeispielen in den musikalischen Kontext ein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Piagetschen Phasen, kritisiert methodische Schwachstellen, untersucht Probleme der kindlichen Begrifflichkeit, die Entwicklung der Notation und ergänzt den theoretischen Rahmen um Gordons Begabungstheorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Musikalische Entwicklung, Piaget, Konservation, Notation, Audition und Begabungsförderung.

Wie unterscheidet sich die "figurale" von der "metrischen" Notation bei Kindern?

Die figurale Notation bildet rhythmische Bewegungen oder Konturen ab, während die metrische Notation sich an der genauen Anzahl der Klatschimpulse orientiert.

Was besagt die Theorie der "stabilisierten musikalischen Begabung" nach Gordon?

Gordon postuliert, dass das musikalische Potential nach dem 9. Lebensjahr zwar gefördert werden kann, das grundlegende Niveau jedoch durch die frühkindliche Prägung bis zu diesem Alter festgelegt ist.

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Details

Title
Die anschauliche Zentrierung in der musikalischen Entwicklung
College
State University of Music Trossingen
Grade
1,5
Author
Heiko Klaiber (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V71253
ISBN (eBook)
9783638631402
Language
German
Tags
Zentrierung Entwicklung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heiko Klaiber (Author), 2002, Die anschauliche Zentrierung in der musikalischen Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71253
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