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Der westafrikanische Islam am Beispiel der Wolof

Title: Der westafrikanische Islam am Beispiel der Wolof

Term Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Summary Excerpt Details

Das Volk der Wolof, das zu großen Teilen in den westafrikanischen Staaten Senegal und Gambia beheimatet ist, hat eine faszinierende Entwicklung durchlebt: Unter den verschiedensten Einflüssen hat sich eine besondere Form des Islam durchgesetzt, die sich in vielen Punkten vom arabischen Islam unterscheidet. Viele alte Stammesriten und -bräuche scheinen sich nicht aus den Köpfen der Wolof löschen zu lassen und werden stetig von Generation zu Generation weitergegeben. Zusammen mit dem Islam, der eine vergleichsweise junge Errungenschaft der Wolof darstellt, ergibt sich eine Mischung aus Volkstradition und Treue zum Koran, die weltweit einzigartig ist.
Um dieses Phänomen möglichst übersichtlich darzustellen, wird sich die Arbeit zunächst mit den geographischen, politischen und alltäglichen Hintergründen beschäftigen, die das Leben der Wolof bestimmen. Anschließend soll das Augenmerk auf die tatsächliche Entwicklung des islamischen Glaubens bei den Wolof gerichtet werden. Hier wird die Fragestellung „Islam oder heidnische Tradition?“ dominieren und beide Seiten beleuchten. Welche Bräuche sind seit Jahrhunderten charakteristisch für die Wolof? Wie können diese mit den strikten Regeln des Islam harmonieren?
Schlussendlich soll auch das typische Leben der muslimischen Wolof betrachtet werden. In diesem letzten Teil der Arbeit sollen die Menschen und ihr Alltag im Vordergrund stehen. Hier wird sowohl auf religiöse Lebensstationen eingegangen, als auch auf Traditionen, die aus dem gewöhnlichen Leben der Wolof nicht mehr wegzudenken sind. Auch das Thema der Bruderschaften, welche in den westafrikanischen Ländern mittlerweile fester Bestandteil der Kultur sind, sowie ihre religiösen Führer, die Marabuts, werden an dieser Stelle Erwähnung finden und ihr Einfluss auf die Gesellschaft dargelegt werden.
Generell soll es in dieser Arbeit jedoch darum gehen, den Zusammenhang zwischen Land, Religion bzw. Religionsgemeinschaft und dem einzelnen Wolof zu erörtern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HINTERGRÜNDE – ZAHLEN UND FAKTEN

2.1. Geographische Gegebenheiten

2.2. Staatsorganisation und Politik

2.3. Die Wolof heute

3. RELIGION – ISLAM ODER HEIDNISCHE TRADITION?

3.1. Islamische Missionierung

3.2. Heidnische Glaubensvorstellungen und –praktiken

3.3. Status Quo

4. DAS LEBEN DER WOLOF

4.1. Lebensstationen

4.2. Bruderschaften

4.2.1. Marabuts

4.3. Riten und Traditionen

4.4. Alltag

5. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung und Forschungsfragen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifische Ausprägung des Islams bei den Wolof in Senegal und Gambia. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Spannungsfeld zwischen der Treue zum Koran und dem Fortbestehen tief verwurzelter afrikanischer Volkstraditionen und animistischer Bräuche in der täglichen Lebenswirklichkeit der Wolof harmonisieren lässt.

  • Geographische, politische und sozioökonomische Rahmenbedingungen der Wolof.
  • Die historische Genese und der Status quo der Islamisierung in der Region.
  • Die Rolle der Sufi-Bruderschaften und deren religiöse Führer, die Marabuts.
  • Das Spannungsfeld zwischen islamischer Religionsausübung und heidnischen Traditionen.
  • Alltagsleben, soziale Strukturen und das Kastensystem bei den Wolof.

Auszug aus dem Buch

3.2. Heidnische Glaubensvorstellungen und -praktiken

Die Wolof haben große Angst vor Hexen. Man glaubt, sie würden die Seelen der Menschen essen und ihr Blut trinken, was wiederum zum Tode führt. Hexen können nach den Vorstellungen der Wolof die Gestalt von Eulen oder Hyänen annehmen oder einfach als „böser Wind“ auftreten. Nachts ist es untersagt, Menschen mit ihrem Namen anzureden, da gefürchtet wird, Hexen könnten es hören und demjenigen Schaden zufügen (Gamble 1967: 71).

Weiterhin glauben die Wolof an eine Vielzahl übernatürlicher Wesen, wie beispielsweise die Geister ihrer Vorfahren oder den Teufel (Gamble 1967: 71). Generell kann man die Wolof als abergläubisch bezeichnen: So glauben viele daran, dass man dienstags nicht reisen und am Wochenende keine Wäsche waschen sollte; kleine Kinder dürfen keine Eier essen, da man befürchtet, sie würden sonst viel zu spät sprechen lernen (Artikel Superstitions unter http://www.wolof.org/ way_of_life/religion/pages_religion/superstitions.htm vom 6.6.06).

Amulette werden sowohl von Frauen als auch von Männern in großer Vielzahl getragen, sowohl zum Schutz gegen böse Mächte als auch in der Hoffnung, sich damit Wünsche zu erfüllen. Außerdem wird Wahrsagerei praktiziert: Traum- und Zeichendeutung, wie zum Beispiel den Flug der Vögel zu interpretieren, sind nur zwei der gängigen Arten (Gamble 1967: 71).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die kulturelle Einzigartigkeit der Wolof und führt in die Fragestellung ein, wie sich der Islam mit lokalen Stammesriten verbindet.

2. HINTERGRÜNDE – ZAHLEN UND FAKTEN: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die geographische Lage, die politischen Systeme in Senegal und Gambia sowie die sozioökonomische Situation der Wolof.

3. RELIGION – ISLAM ODER HEIDNISCHE TRADITION?: Hier wird die historische Missionierung beleuchtet und das Spannungsfeld zwischen der Ausübung der fünf Säulen des Islams und weiterhin existierenden animistischen Glaubenspraktiken analysiert.

4. DAS LEBEN DER WOLOF: Dieser Abschnitt beschreibt den Lebenszyklus, die Bedeutung der Sufi-Bruderschaften, die Funktion der Marabuts sowie soziale Riten und den Alltag der Bevölkerung.

5. ZUSAMMENFASSUNG: Das abschließende Kapitel resümiert, dass die Wolof erfolgreich eine Synthese aus islamischem Glauben und traditioneller afrikanischer Identität gefunden haben.

Schlüsselwörter

Wolof, Westafrika, Islam, Senegal, Gambia, Marabuts, Sufi-Bruderschaften, Animismus, Tradition, Kolonialgeschichte, Religionswissenschaft, Muridiyya, Sozialstruktur, Alltagskultur, Synkretismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der besonderen Ausprägung des Islams bei den Wolof, einer Volksgruppe in der senegambischen Region, und der Koexistenz von islamischen Regeln und traditionellen afrikanischen Bräuchen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die Arbeit behandelt die historischen Hintergründe der Islamisierung, die soziale Organisation der Gesellschaft, die Rolle der Sufi-Bruderschaften sowie den Alltag der Menschen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, wie die Wolof den Islam mit ihren überlieferten, teils animistischen Traditionen verbinden und wie diese Mischung im Alltag funktioniert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, bei der essentielle Informationen aus verschiedenen historischen und zeitgenössischen Quellen zusammengeführt wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die geographischen und politischen Hintergründe, das religiöse Leben inklusive der Missionierung sowie die Bedeutung der Bruderschaften und den Alltag, wie etwa Riten und Kastenstrukturen.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind Wolof, Islam, Sufi-Bruderschaften, Marabuts, Senegal, Gambia und das Spannungsfeld zwischen Religion und lokaler Tradition.

Welche Rolle spielen die Marabuts in der Gesellschaft?

Marabuts fungieren als religiöse Vermittler, die den Koran interpretieren, Lebensregeln aufstellen, Amulette weihen und oft als Mediatoren in Konflikten sowie als wirtschaftliche Autoritäten agieren.

Warum ist das Kastensystem bei den Wolof trotz des Islams noch relevant?

Obwohl die Unterteilung in Kasten an Bedeutung verliert, prägt sie weiterhin ungeschriebene soziale Gesetze, wie etwa Heiratsverbote, und bildet ein festes Fundament im gesellschaftlichen Miteinander.

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Details

Title
Der westafrikanische Islam am Beispiel der Wolof
College
University of Hannover
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V71273
ISBN (eBook)
9783638631525
Language
German
Tags
Islam Beispiel Wolof Westafrika Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2005, Der westafrikanische Islam am Beispiel der Wolof, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71273
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