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Freizeit bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung. Bedeutung und Möglichkeiten

Unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Integration

Title: Freizeit bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung. Bedeutung und Möglichkeiten

Diploma Thesis , 2005 , 137 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Martina Lübbers (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Gegenstand dieser Arbeit ist die Freizeitsituation von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Fragestellungen, inwieweit der Freizeitbereich zur sozialen Integration dieser Menschen beitragen kann, wie die pädagogische Leitidee der Normalisierung umgesetzt wird und ob die Forderung nach Selbstbestimmung im Freizeitbereich erfüllt wird.

Mein besonderes Interesse an der Freizeitsituation von Menschen mit geistiger Behinderung entwickelte sich zum einen durch meine praktische Tätigkeit beim Familienunterstützenden Dienst (FuD) der Lebenshilfe Gießen, zum anderen durch die vielfältigen Anregungen die ich in dem Seminar „Freizeitförderung bei Menschen mit geistiger Behinderung“ von Herrn Ulrich Niehoff-Dittmann am Institut für Heil- und Sonderpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen im Wintersemester 2004/05 erhalten habe. Schon während meiner praktischen Tätigkeit für den FuD fiel mir immer wieder auf, dass die Freizeit von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung von anderen Personen verplant wird und ihre Sozialkontakte, abgesehen von denen zu ihrer Familie und zu professionellen Begleitern, fast ausschließlich aus Kontakten zu anderen Menschen mit geistiger Behinderung bestehen. In dem erwähnten Seminar wurden dann die theoretischen Bezüge zu Leitgedanken der Behindertenpädagogik hergestellt. Augenfällig wurde dabei, dass die Freizeit, im Gegensatz zu den Bereichen Wohnen und Arbeit, ein bislang stark vernachlässigter Lebensbereich in der Behindertenpädagogik ist.

Vor diesem Hintergrund werde ich untersuchen, welche Möglichkeiten zur Verbesserung der Freizeitsituation von Menschen mit geistiger Behinderung bestehen und wie dabei die bereits oben genannten Ziele der Integration, Normalisierung und Selbstbestimmmung erreicht werden können.

Da der Bereich Selbstbestimmung ein zentraler Aspekt dieser Arbeit ist, werde ich mich thematisch auf die Freizeitsituation von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung beschränken. Ich gehe davon aus, dass das Konzept der Selbstbestimmung auch bei Menschen ohne Behinderung erst im Erwachsenenalter voll zur Anwendung kommt. Ferner unterscheiden sich die Freizeitsituationen von Kindern und Erwachsenen grundlegend. Eine Darstellung beider Situationen würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung

2.1 Definitionsproblematik des Begriffs »geistige Behinderung«

2.2 Behindertenpolitische und -rechtliche Rahmenbedingungen

2.3 Einstellungen gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung und Möglichkeiten zu ihrer Veränderung

2.4 Historische Entwicklungen der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung in Westdeutschland seit 1945

2.5 Zusammenfassung

3. Soziale Integration, Teilhabe und Inklusion: Leitideen und Konzepte zu ihrer praktischen Umsetzung

3.1 Soziale Integration, Teilhabe und Inklusion

3.2 Wurzeln des inklusiven Gedankens

3.2.1 Normalisierungsprinzip

3.2.2 Selbstbestimmung

3.3 Konzepte zur Umsetzung der Leitideen

3.3.1 Empowerment

3.3.2 Assistenz

3.3.3 Community Care

3.4 Zusammenfassung

4. Freizeit

4.1. Freizeit - Die Schwierigkeiten einer Begriffbestimmung

4.2 Der positive Freizeitbegriff

4.3 Freizeitbedürfnisse

4.4 Voraussetzungen an den Lebensbereich Freizeit

4.5 Freizeit in Deutschland

4.5.1 Beliebte Freizeittätigkeiten

4.5.2 Trends in der Freizeit

4.5.3 Einkommen und Bildung = Determinanten des Freizeitverhaltens?

4.6 Zusammenfassung

5. Freizeit im Leben von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung

5.1 Sonderpädagogische Auseinandersetzung mit dem Handlungsfeld Freizeit im Wandel der Zeit

5.1.1 Freizeit ohne besondere Hilfen

5.1.2 Freizeit als Aufgabengebiet der Rehabilitation

5.1.3 Freizeit und soziale Integration

5.1.4 Selbstbestimmte Freizeit

5.2 Freizeit als soziales und gesellschaftliches Integrationsfeld

5.3 Aktuelle Freizeitsituation von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung

5.3.1 Empirische Studien zur Freizeitsituation von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung

5.3.1.1 Freizeitsituation in Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe

5.3.1.2 Freizeitsituation in Familien

5.3.1.3 Freizeitsituation in Einrichtungen der Lebenshilfe

5.3.2 Freizeitbedürfnisse

5.3.3.1 Erschwernisse aufgrund der Lebenssituation in der Familie

5.3.3.2 Erschwernisse aufgrund der Lebenssituation in Wohneinrichtungen

5.4 Ausblick und Forderungen

5.5 Zusammenfassung

6. Praxisbeispiele: Sozialintegrative Freizeitangebote

6.1 PFiFF

6.2 Orientalische Bauchtanzgruppe

6.3 Inklusionsbeauftragte für den Bereich Sport

7. Interpretation und Reflektion der Ergebnisse

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Freizeitsituation von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung und analysiert, inwieweit der Freizeitbereich als soziales Integrationsfeld fungieren kann. Dabei wird überprüft, wie die Leitideen der Normalisierung und Selbstbestimmung in der Praxis umgesetzt werden und welche Barrieren einer gleichberechtigten Teilhabe entgegenstehen.

  • Soziale Integration und Inklusion als pädagogische Leitideen
  • Die historische Entwicklung der Behindertenarbeit und Freizeitkonzepte
  • Aktuelle empirische Freizeitsituation von Menschen mit geistiger Behinderung
  • Methoden und Konzepte zur Umsetzung (Empowerment, Assistenz, Community Care)
  • Praxisbeispiele für sozialintegrative Freizeitangebote

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Empowerment

Der Begriff Empowerment stammt ursprünglich aus den US-amerikanischen Bürgerrechts- und Emanzipationsbewegungen der 70er Jahre. Er bedeutet soviel wie Selbst-Bemächtigung, Selbst-Ermächtigung und Selbst-Befähigung von gesellschaftlichen Randgruppen.

„Empowerment steht für einen Prozeß, in dem Betroffene ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen, sich dabei ihrer eigenen Fähigkeiten bewußt werden, eigene Kräfte entwickeln und soziale Ressourcen nutzen [...]. Leitperspektive ist die selbstbestimmte Bewältigung und Gestaltung des eigenen Lebens."

In Deutschland wird dieser Empowerment-Gedanke seit Mitte der 80er Jahre innerhalb der sozialen Arbeit thematisiert und diskutiert und wurde von der Behindertenhilfe dann erst in den 90er Jahren aufgegriffen. Der Grundgedanke des Empowerment-Konzepts, die Stärkung und Bemächtigung von Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen in einer eher machtlosen Situation befinden, bezieht sich auf die Annahme, „dass Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen eigene Kräfte, Fähigkeiten und Ressourcen zur Verfügung haben oder verfügbar machen können, die durch erlebte Hilflosigkeit oft zugedeckt sind.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der Freizeitsituation bei Erwachsenen mit geistiger Behinderung unter dem Aspekt der Integration und Selbstbestimmung.

2. Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung: Analyse der Begrifflichkeit, rechtlicher Rahmenbedingungen sowie der historischen Entwicklung der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung seit 1945.

3. Soziale Integration, Teilhabe und Inklusion: Leitideen und Konzepte zu ihrer praktischen Umsetzung: Darstellung theoretischer Grundlagen wie Normalisierungsprinzip, Empowerment, Assistenz und Community Care.

4. Freizeit: Begriffsbestimmung von Freizeit, Definition von Freizeitbedürfnissen sowie ein Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland.

5. Freizeit im Leben von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung: Detaillierte Untersuchung der aktuellen Freizeitsituation und Identifikation von Erschwernissen, differenziert nach Wohnformen.

6. Praxisbeispiele: Sozialintegrative Freizeitangebote: Vorstellung konkreter Ansätze zur Förderung der Teilhabe, wie das Projekt PFiFF, eine Tanzgruppe und Inklusionsbeauftragte im Sport.

7. Interpretation und Reflektion der Ergebnisse: Kritische Auseinandersetzung mit den gewonnenen Erkenntnissen aus den Praxisbeispielen vor dem Hintergrund der theoretischen Leitideen.

8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf zukünftige notwendige Entwicklungen in der Behindertenhilfe.

Schlüsselwörter

Geistige Behinderung, Freizeit, Soziale Integration, Inklusion, Selbstbestimmung, Normalisierungsprinzip, Empowerment, Assistenz, Community Care, Teilhabe, Behindertenhilfe, Lebensqualität, Freizeitbedürfnisse, Fremdbestimmung, Behindertenpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Diplomarbeit widmet sich der Freizeitsituation erwachsener Menschen mit geistiger Behinderung und untersucht, welche Möglichkeiten existieren, diese zur sozialen Integration zu nutzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Kernfelder sind die theoretische Fundierung von Integration und Inklusion, die Analyse der Lebensrealität behinderter Menschen sowie die konkreten Herausforderungen bei der Gestaltung ihrer Freizeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch moderne Konzepte wie Empowerment, Assistenz und Community Care eine selbstbestimmte Lebensgestaltung und Teilhabe im Freizeitbereich realisiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und ergänzt diese durch eigene Befragungen von Mitarbeitern und behinderten Menschen sowie die Auswertung von Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagenebenen (Integration, Konzepte) und eine intensive Betrachtung der Freizeitsituation, unterteilt in die historische Entwicklung und aktuelle empirische Befunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind soziale Integration, Inklusion, Selbstbestimmung, Normalisierung sowie die spezifischen Unterstützungskonzepte wie Community Care.

Wie ist die Situation in Wohneinrichtungen im Vergleich zur Familie?

Die Studie zeigt, dass beide Lebensformen mit spezifischen Abhängigkeiten einhergehen: Wohneinrichtungen sind oft durch starre Zeitpläne geprägt, während die Freizeit in Familien häufig den Gewohnheiten und Ängsten der Eltern untergeordnet wird.

Welche Rolle spielt die Finanzierung im Freizeitbereich?

Die Arbeit identifiziert die unsichere und unzureichende Finanzierung durch die öffentliche Hand als eines der zentralen Hindernisse für ein qualitatives und selbstbestimmtes Freizeitangebot.

Können Sportvereine als Inklusionsorte dienen?

Ja, der Sport wird als wichtiges Handlungsfeld für soziale Kontakte bewertet, wobei Individualsportarten aufgrund ihrer Struktur oft einfacher für eine gelungene Integration geeignet sind als hochkomplexe Spielsportarten.

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Details

Title
Freizeit bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung. Bedeutung und Möglichkeiten
Subtitle
Unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Integration
College
Justus-Liebig-University Giessen
Grade
1,7
Author
Martina Lübbers (Author)
Publication Year
2005
Pages
137
Catalog Number
V71286
ISBN (eBook)
9783638617857
ISBN (Book)
9783656068068
Language
German
Tags
Bedeutung Möglichkeiten Freizeit Menschen Behinderung Berücksichtigung Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Lübbers (Author), 2005, Freizeit bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung. Bedeutung und Möglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71286
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