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Friedrich Schiller als Erzähler: Erzähltechniken im Dienst der Justizkritik in 'Der Verbrecher aus verlorener Ehre'

Titel: Friedrich Schiller als Erzähler: Erzähltechniken im Dienst der Justizkritik in 'Der Verbrecher aus verlorener Ehre'

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 26 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Daniel Steinbach (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Friedrich Schiller stellt sich mit seiner ErzählungDer Verbrecher aus verlorener Ehregeschickt in die Reihe der zeitgenössischen Kriminalliteratur, der historischen Relationen. Doch anders als erwartet entspricht diewahre Geschichtedieser Gattung in keiner Weise. Schiller nutzt sie, um dort seine aufklärerischen und justizkritischen Gedanken in didaktischer Weise dem Leser zu vermitteln. Gerade deshalb ist die Erzählung der Anfang einer Gattung, auch wenn diese Gattung nicht die Kriminalliteratur ist. Gespickt mit einer Vielzahl von erzählerischen Mitteln, kombiniert mit einer feinen Makrostruktur des Textes und motiviert durch eine wahre Begebenheit ergibt sich eine Erzählung, die dem Leser einewahre Geschichtevermitteln will. Welche Erzähltechniken Schiller hier anwendet und welche Intentionen und Ziele sich dahinter verbergen, soll im Folgenden genau untersucht werden. Da sich die erzählerischen Elemente jedoch in den einzelnen Textteilen unterscheiden, wird hier gesondert vorgegangen. Zuerst erfolgt eine Analyse des Titels, um die damit verbundenen Erwartungen an die Erzählung zu beleuchten. Im zweiten Schritt wird auf den extradiegetischen Teil, die Vorrede des Erzählers, näher eingegangen. Der intradiegetische Teil der Erzählung wird in den Kapiteln drei bis fünf betrachtet, zuerst der Bericht des auktorialen Ich-Erzählers, danach die Ich-Erzählung des Protagonisten und anschließend die szenisch-dialogische Darstellung am Ende der Erzählung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Der Titel

2.2. Vorrede des Erzählers

2.3. Narrativer Teil des Erzählers

2.4. Ich-Erzählung Christian Wolfs

2.5. Szenischer Dialog

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzähltechnischen Mittel und die didaktische Absicht in Friedrich Schillers Erzählung „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“. Dabei wird analysiert, wie der Autor durch die bewusste Gestaltung der Erzählstruktur, den Einsatz eines auktorialen Erzählers sowie psychologisierte Darstellungsweisen eine justizkritische Position einnimmt und den Leser in seinem Urteil über den Protagonisten Christian Wolf gezielt lenkt.

  • Analyse der erzählerischen Makrostruktur und verschiedener Erzählperspektiven.
  • Untersuchung der Titeländerung und deren Auswirkungen auf die Rezeption.
  • Die Funktion von Vorrede und Ich-Erzählung im Kontext der Justizkritik.
  • Die Spannung zwischen psychologischer Wahrheit und authentischem Kriminalbericht.
  • Die Rolle des Lesers als moralische Instanz im Prozess der Urteilsbildung.

Auszug aus dem Buch

2.1. Der Titel

Die Erzählung über den Verbrecher Christian Wolf ist zuerst 1786 anonym als Der Verbrecher aus Infamie in Schillers zweiter Ausgabe der Thalia erschienen. Erst 1792 hat sich Schiller in den Kleineren prosaischen Schriften zu seiner Erzählung bekannt, sie jedoch in Der Verbrecher aus verlorener Ehre umbenannt. Warum diese Titeländerung notwendig gewesen ist, ist heute leicht verständlich. Schaut man beispielsweise in Grimms etymologisches Wörterbuch, so findet man einen Eintrag zu Infamie überhaupt nicht. Der ursprüngliche Titel enthält also ein recht unbekanntes Wort, was eine Titeländerung sinnvoll macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Werk in der Kriminalliteratur der Spätaufklärung und umreißt die Absicht, Justizkritik durch erzählerische Mittel statt durch bloße Dokumentation zu üben.

2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der narrativen Elemente, angefangen bei der titelgebenden Umbenennung bis hin zur Analyse der Vorrede, des narrativen Berichts, der Ich-Erzählung Wolfs und der abschließenden Dialogszenen.

3. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass Schillers Erzählung ein komplexes, aufklärerisches Konstrukt darstellt, das den Leser durch gezielte Lenkung dazu bringt, über Justiz und Menschlichkeit kritisch nachzudenken.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Der Verbrecher aus verlorener Ehre, Erzähltechniken, Justizkritik, Spätaufklärung, Kriminalliteratur, Christian Wolf, Auktorialer Erzähler, Ich-Erzählung, Narratologie, Moralische Erziehung, Psychologische Wahrheit, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die erzählerischen Strategien, mit denen Friedrich Schiller in seiner Erzählung „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ seine Kritik an den zeitgenössischen Justizpraktiken und sein Menschenbild vermittelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Erzähltheorie (Perspektivwechsel, Zeitgestaltung), der Funktion des Titels, der psychologischen Charakterzeichnung des Protagonisten und der rhetorischen Lenkung des Lesers.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schiller durch die Verschränkung von authentischer Verbrechensgeschichte und psychologischer Fiktion den Leser dazu bringt, sich vom bloßen Betrachter zu einem reflektierten Richter über gesellschaftliche Missstände zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die narratologische Ansätze nutzt, um die Funktionsweise der verschiedenen Erzählebenen und die Intention des Autors offenzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert die Erzählung in ihre konstitutiven Bestandteile – den Titel, die Vorrede, den narrativen Bericht des Erzählers, die Ich-Erzählung Christian Wolfs und die szenischen Dialoge – und analysiert deren jeweilige Funktion für die Gesamtstruktur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Justizkritik, Erzählstrategie, psychologische Wahrheit, Aufklärung und die moralische Verantwortung des Lesers.

Warum ist die Titeländerung von „Infamie“ zu „verlorener Ehre“ für den Autor so wichtig?

Die Änderung reflektiert den Wechsel von einem juristisch-technischen Begriff (Infamie) zu einem psychologisch-sozialen, der die Ursachen für das Handeln des Protagonisten stärker ins Zentrum rückt und somit die Schuldfrage komplexer gestaltet.

Welche Rolle spielt die „Göttin Nemesis“ in der Erzählung?

Die Nemesis dient als mythologisches Symbol für das unvermeidliche Einholen des Verbrechers durch die Gerechtigkeit, wodurch der auktoriale Erzähler die moralische Zuspitzung des Geschehens unterstreicht.

Inwieweit lässt sich der Protagonist als „unzuverlässiger Erzähler“ bezeichnen?

Da Christian Wolf sein Handeln vor Gericht verteidigen muss, ist sein Ich-Bericht von dem Bedürfnis geprägt, sich als Opfer der Umstände darzustellen, was seine Erzählung subjektiv und strategisch gefärbt macht.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Friedrich Schiller als Erzähler: Erzähltechniken im Dienst der Justizkritik in 'Der Verbrecher aus verlorener Ehre'
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
Daniel Steinbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
26
Katalognummer
V71325
ISBN (eBook)
9783638620413
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedrich Schiller Erzähler Erzähltechniken Dienst Justizkritik Verbrecher Ehre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Steinbach (Autor:in), 2006, Friedrich Schiller als Erzähler: Erzähltechniken im Dienst der Justizkritik in 'Der Verbrecher aus verlorener Ehre', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71325
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Leseprobe aus  26  Seiten
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