Der Aufbau meiner Arbeit ist wie folgt: In Kapitel 2 werde ich das Modell von McLaren (2000), das auf dem einfachen Transaktionskosten-Modell aufbaut, näher erläutern. Darauf folgt eine kritische Beurteilung von McLarens Arbeit in Kapitel 3. Anschließend werde ich in Kapitel 4 kurz einige Arbeiten nennen, auf denen McLarens Modell aufbaut. Darüber hinaus werde ich hier den Artikel „Outsourcing in a Global Economy“ von Grossman und Helpman (2002) vorstellen, der teilweise auf McLarens Arbeit aufbaut. In diesem Artikel ist der Ansatz jedoch deutlich umfangreicher als bei McLaren (2000). Damit bietet er mehr Spielraum für Interpretationen und liefert viele potentielle Diskussionspunkte. Darauf folgt die Arbeit „Vertical Integration and Competition“ von Aghion, Griffith und Howitt (2006), in der untersucht wird, wie sich steigender Wettbewerb auf die Integrationsentscheidung der Firmen auswirkt. Auch hier werden einige interessante Zusammenhänge zu der Arbeit von McLaren (2000) sichtbar. Zum Abschluß folgt in Kapitel 5 eine Schlußbetrachtung, in der die wesentlichen Resultate meiner Arbeit noch einmal kurz genannt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Modell von McLaren
2.1 Die Idee des Modells
2.2 Die Details des Modells
2.3 Die Preisbestimmung
2.3.1 Industriegleichgewicht bei Symmetrie
2.3.2 Industriegleichgewicht bei breiter Vielfalt
3 Kritische Betrachtung
4 Verwandte Literatur
4.1 Der Ansatz von Grossman und Helpman (2002)
4.2 Der Ansatz von Aghion, Griffith und Howitt (2006)
5 Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Einfluss der internationalen Marktöffnung auf die vertikale Integrationsentscheidung von Unternehmen. Ausgehend von John McLarens Modell der "Marktdichte" untersucht die Seminararbeit, warum Unternehmen trotz potenzieller Ineffizienzen bei der vertikalen Integration verharren und wie zunehmender internationaler Handel die Anreize für Outsourcing verändern kann.
- Das "Marktdichte-Prinzip" als zentraler Erklärungsfaktor für Industriestrukturen.
- Die Auswirkungen der Marktöffnung auf die vertikale Integrationsentscheidung.
- Der Zusammenhang zwischen Unternehmensstruktur und der Wahl der Produktionstechnologie.
- Vergleichende Analyse zu weiteren Forschungsansätzen (Grossman/Helpman, Aghion et al.).
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Idee des Modells
Es gibt eine Reihe von Produzenten eines Endproduktes. Zur Produktion benötigen diese ein spezialisiertes, unteilbares Input-Gut von einem Zulieferbetrieb. Zur Auswahl stehen zwei verschiedene Beschaffungsmethoden: Die Marktlösung und die integrierte Lösung (z.B. ein langfristiger Vertrag oder eine Fusion der DSF mit ihrer USF).
Bei der Marktlösung sieht sich die USF einem Hold-up-Problem ausgesetzt: Vor der Produktion kann per Annahme kein verbindlicher Liefervertrag zwischen USF und DSF geschlossen werden, sondern z.B. nur eine mündliche Absichtserklärung. Daher müssen die Produktionskosten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses als versunkene Kosten angesehen werden. Aufgrund dieses Sachverhalts läuft die USF bei der Vertragsverhandlung Gefahr, ihre Kosten ex post nicht decken zu können. Ihre einzige Absicherung besteht in der Möglichkeit, einen Alternativkäufer zu finden, dessen Existenz ihr eine gewisse Verhandlungsmacht beschert und ihr damit ermöglicht, einen „angemessenen“ Preis zu verlangen. Wenn ein solcher Alternativkäufer nicht existiert, kann die USF das Produkt als unrentabel beurteilen und mit der Produktion gar nicht erst beginnen.
Die integrierte Lösung hat ebenfalls gewisse Nachteile. Dies können die Kosten sein, die bei den Vertragsverhandlungen und der Durchsetzung des Vertrages entstehen oder die Kosten der Fusion und damit steigende Governance-Kosten.
Gemäß McLarens gibt es drei Konsequenzen, die aus diesen Überlegungen folgen, denen in der existierenden Literatur nicht genug Beachtung geschenkt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema der vertikalen Struktur und Darstellung der Forschungsrelevanz des "market-thickness"-Ansatzes von John McLaren.
2 Das Modell von McLaren: Detaillierte Darstellung des theoretischen Modells, der Preisbestimmung durch Auktionen und der Unterscheidung zwischen symmetrischen Firmen und breiter Vielfalt.
3 Kritische Betrachtung: Diskussion der Modellannahmen und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext bestehender Außenhandelstheorien.
4 Verwandte Literatur: Vorstellung alternativer Ansätze, insbesondere von Grossman/Helpman und Aghion/Griffith/Howitt, im Vergleich zum Modell von McLaren.
5 Schlußbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Modellergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung des Marktdichte-Prinzips in der modernen Forschung.
Schlüsselwörter
Marktdichte, vertikale Integration, Outsourcing, Globalisierung, Hold-up-Problem, Industriestruktur, Transaktionskosten, Außenwirtschaftstheorie, Produktionstechnologie, Marktoffenheit, Spezialisierung, Wettbewerb, Governance-Kosten, Industriedynamik, Unternehmensorganisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Marktöffnung einer Volkswirtschaft auf die Entscheidung von Unternehmen auswirkt, entweder interne Produktionsabläufe zu integrieren oder auf externe Zulieferer (Outsourcing) zurückzugreifen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Konzepte der vertikalen Integration, die Bedeutung von Marktdichte ("market thickness"), das Hold-up-Problem und die Auswirkungen von Globalisierung auf Industriestrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Modell von John McLaren zur vertikalen Integration darzustellen, kritisch zu würdigen und es in den Kontext weiterführender ökonomischer Literatur einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die ein vereinfachtes mikroökonomisches Modell (Auktionsspiel) nutzt, um strategische Anreizstrukturen für Unternehmen aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Herleitung des McLaren-Modells, eine kritische Hinterfragung der zugrunde liegenden Annahmen sowie die Vorstellung verwandter Modelle von Grossman/Helpman und Aghion et al.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Marktdichte, vertikale Integration, Outsourcing und Globalisierung definieren.
Wie unterscheidet sich die Marktlösung von der integrierten Lösung bei McLaren?
Die integrierte Lösung vermeidet das Hold-up-Problem, verursacht aber höhere Governance-Kosten, während die Marktlösung von der Marktdichte abhängig ist, was bestimmt, ob ein Zulieferer seine Kosten decken kann.
Warum ist das Ergebnis der "ansteckenden" Wirkung von Outsourcing so interessant?
Es zeigt, dass die Organisationsform eines Landes nicht isoliert betrachtet werden kann, da durch internationale Marktöffnung ein Anstieg der Marktdichte auch in anderen Ländern Outsourcing attraktiver macht.
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- Saskia Schierstädt (Author), 2007, "Globalization" and Vertical Structure, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71352