Jugend und Migration im Sport. Analysen und Probleme


Zwischenprüfungsarbeit, 2006

22 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1 Jugend und Migration und deren Bedeutung
1.1 Jugend als Lebensphase
1.2 Jugend in der Gesellschaft
1.3 Jugend mit Migrationhintergrund in der deutschen Gesellschaft

2 Die multikulturelle Entwicklung in der BRD und im Sport
2.1 Zur Migrationgeschichte der türkischen Zuwanderer in Deutschland
2.2 Jugend mit Migrationhintergrund im Sport

3 Integration im Sport
3.1 Forschungen und kulturelle Differenzen
3.1.1 Daten der Beteiligung am Sport
3.1.2 Daten der Zielgruppen
3.2 Bedeutung der ethnischen Vereine
3.3 Muslimische Mädchen im Sportunterricht
3.3.1 „Verweigerung am Sportunterricht“
3.3.2 „Drei an der Diskussion beteiligten Gruppierungen“
3.3.3 „Lösungen, Vorschläge“
3.4 Integrationsprogramme
3.5 Ausländerfeindlichkeit im Sport

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meinen folgenden Ausführungen befasse ich mich mit dem Thema „Jugend und Migration im Sport - Analysen und Probleme. Als Bildungsausländer, der sein Studium in Deutschland fortsetzt, wurde mein Interesse an diesem Thema durch die Teilnahme an Seminaren im Grundstudium der Sportpädagogik der Universität Duisburg-Essen geweckt.

Auch die Tatsache, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, verstärkte den Wunsch, meine eigenen Erkenntnisse auf diesem Forschungsgebiet weiter zu vertiefen. Als Jugendtrainer hatte ich überwiegend mit ausländischen Jugendspielern Kontakt. Ich möchte mit Hilfe der vorhandenen Literatur[1] einen Einblick in den bisherigen Forschungsstand über das von mir gewählte Thema geben und dabei meine eigenen Erfahrungen dieser Arbeit gegenüber zu stellen.

Im Mittelpunkt meiner folgenden Ausführungen steht die Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Aspekten der beiden Phänomene „Jugend“ und „Migration“ im Sport.

1 Jugend und Migration und deren Bedeutung

1.1 Jugend als Lebensphase

Der Lebensabschnitt Jugend wird nach sozialisationstheoretisch basiertem Ansatz als eine selbstständige Lebensphase betrachtet und besteht somit nicht nur als Überbrückungsphase zwischen dem Kind- und Erwachsenendasein.[2]

Die Jugendphase beginnt heute bei Mädchen und Jungen im Vergleich vor 30 Jahren bereits mit dem Beginn der Pubertät im Alter von 11,5 bis 12,5 Jahren, und unterliegt in der heutigen Auffassung großen strukturellen Wandlungen.

Sowohl der Beginn als auch das Ende dieser Zeit sind von Veränderungen betroffen, so dass die Integrations- und Individuationsprozesse eine Verschiebung nach vorn erfahren. Auf der anderen Seite hat die Jugendphase durch die Bildungsexpansion und die Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation eine zusätzliche Ausdehnung nach hinten hin bekommen. Soziokulturelle Eigenständigkeit wird bezüglich der Sexualität und der Freizeitgestaltung wesentlich früher erlangt. Außerdem sind, aus wirtschaftlichen Gründen, die Dauer der Gebundenheit an das elterliche Haus und die Angewiesenheit des Erhaltes finanzieller Mittel gestiegen. Die Beschreibung der Lebensbedingungen wird durch die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und den gestiegenen Qualifikationsanforderungen verschärft, so dass der Weg zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung beider Geschlechter von hohen Anpassungsleistungen geprägt wird.

1.2 Jugend in der Gesellschaft

In der alternden deutschen Bevölkerung wird die Jugendgeneration als eine gesellschaftliche Minderheit immer mehr an den Rand gedrängt. Obwohl Deutschland ca. über 85 Millionen Einwohner hat, beträgt der Anteil der 12- bis 18-Jährigen nur 8%. Ende 2000 lebten in Deutschland nur noch 4,7 Million Kinder. Die drastische Reduzierung der Geburtenraten in den letzten 30 Jahren und der Rückgang der Mortalitätsrate sind ein Beweis für die alternde Gesellschaft. Die dramatische Rückentwicklung der Geburtenraten ist eine Begleiterscheinung auf veränderte Familientypen und die vielfältigen Formen des Familienzusammenlebens. Gravierende Ausdifferenzierungsmerkmale sind in der drastischen Reduzierung der Eheschließungsziffern, in der Zunahme nichtehelicher Lebens abschnitts gemeinschaften und der Zunahme der sog. Ein-Kind-Familien. In den neuen Bundesländern betrug die Zahl der Alleinerziehenden im Jahre 2000 rund 583.000, welche rund ein Drittel von der Gesamtzahl der Familien mit Kindern ausmachte.

Die Zahlen der demographischen Analysen belegen eine eindeutige Aussage bezüglich der Veränderungen der familiären Lebenswelten. Es gibt immer weniger Kinder pro Familie und die Tendenz bleibt stabil.

Analysen zeigen welche Folgen Überalterung in der Gesellschaft mit sich ziehen. Die Struktur des (deutschen) Staates ist so aufgebaut, dass die Jugendgeneration eine tragende Bedeutung dem Erhalt des sozialen Rentensystems nehmen muss. Aus diesem Grund verdient die Jugend als eigenständige Lebensphase besonderen Respekt und bedarf einer zunehmenden Aufmerksamkeit.

Auf Grund der wachsenden Verantwortung werden folgende Prognosen aufgestellt:

- Durch sinkende Fertilität (Geburten) und gleichzeitige Abnahme der Mortalität (Todesfälle) ist davon auszugehen, dass die Einwohneranzahl zur Mitte des Jahrhunderts um mehr als 20 Millionen Menschen sinken wird.
- Der prozentuale Anteil der „Über-60-Jährigen“ verdoppelt sich bis 2050 auf fast 40 % und bereits 2035 wird mehr als die Hälfte der Bevölkerung die 50-Jahre-Grenze überschritten haben.
- Es besteht eine Verschiebung des Gleichgewichts zwischen Jung und Alt zu Gunsten der älteren Generation[3] .

1.3 Jugend mit Migrationhintergrund in der deutschen Gesellschaft

In der deutschen Politik wurde die Tatsache, Deutschland sei ein „Einwanderungsland“, ziemlich lange verleugnet. Spätestens seit der Arbeitsmigration in der Nachkriegszeit haben sich die Struktur der Bevölkerung, sowie das soziokulturelle Leben, angefangen vor ca. 40 Jahren bis heute, besonders in Westdeutschland stark verändert. Diese Veränderung zu einer Multikulturalität ist ein andauernder Prozess, der von unterschiedlichen Gruppen der Zuwanderer abhängt, die allerdings unter sich keine homogene Struktur darstellen.

Neben der Staats- und der ethnischen Zugehörigkeit unterscheidet man diese Gruppierungen auch nach folgenden Kriterien: Grund der Einreise nach Deutschland, Rechts- und Aufenthaltsstatus in Deutschland, Bildungsniveau, soziale Lage im Herkunftsland usw.

Trotz der vielen Ungleichheiten weisen die Zuwanderergruppierungen einige wichtige Gemeinsamkeiten auf, die der Verschiebung des demographischen Gleichgewichts entgegenwirken:

- Die Migration nach Deutschland geschieht überwiegend im jüngeren Lebensalter.
- Aufgrund der hohen Geburtenraten ist die ausländische Wohnbevölkerung deutlich jünger als die deutsche Wohnbevölkerung.
- Seit 2000 haben ausländische Jugendliche, die ausländischen Pass besitzen das Recht die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen, wenn ein Elternteil mindestens 8 Jahre in Deutschland gelebt hat.

Aufgrund des Staatsangehörigkeitsrechts, dass seit dem Jahr 2000 existiert, ist die absolute Zahl der mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit im Jahr 2000 geborenen Kinder im Vergleich zum Jahr 1999 von 95.216 auf nur noch 49.778 stark gesunken.[4]

Der Anteil der Ausländer ohne deutschen Pass betrug im Jahre 2000 rund 9 %. Dennoch stellen Jugendliche mit Migrationhintergrund eine bedeutende Minderheit dar. Im Jahre 1999 besaßen die Eltern von 12,5 % der Neugeborenen in Deutschland beide einen ausländischen Pass. Weitere 7 % stammten aus binationalen Ehen, 2% kamen als nichteheliche Kinder ausländischer Mütter auf die Welt. Wenn man die Kinder von Eltern dazuzählt, die als Einwanderer die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen haben, eine doppelte Staatsangehörigkeit besitzen oder selbst aus Einwandererfamilien stammen, steigt deren Zahl auf mehr als 30%. Es wird erwartet, dass die Zahlen im gesamten Gebiet Deutschlands in den nächsten Jahren weiterhin ansteigen werden.

Von den 7,3 Millionen ausländischen Mitbürgern kommt der größte Teil mit ca. 80 % aus anderen Ländern Europas. Die türkischstämmigen Zuwanderer bilden mit knapp zwei Millionen Menschen die Mehrheit[5]. Dieser Mehrheit folgen Jugoslawen mit 9 %, Italiener mit 8 %, mit ca. 5 % die Griechen und die Polen mit ca. 4 %. Demnach ist fast jeder zehnte in Deutschland lebende Bürger ein Ausländer.

[...]


[1] Schmidt, Der Erste Jugend und Sportbericht, 2003

[2] Vgl. Wolf-Dietrich Brettschneider, Kinder und jugendliche mit Migrationhintergrund und Sport, S.43

[3] Wolf-Dietrich Brettschneider, Kinder und jugendliche mit Migrationhintergrund und Sport, S.45

[4] Vgl. Boos-Nüning,Karakasoglu, Kinder und Jugendliche mit Migrationhintergrund und Sport,S.319

[5] Ihre Geschichte wird kurz in Kapitel 3.1 dargestellt

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Jugend und Migration im Sport. Analysen und Probleme
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Sportsoziologie
Note
2,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V71416
ISBN (eBook)
9783638631730
ISBN (Buch)
9783638725538
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugend, Migration, Sport, Analysen, Probleme, Sportsoziologie
Arbeit zitieren
Fatih Vapur (Autor), 2006, Jugend und Migration im Sport. Analysen und Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71416

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