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Herausforderungen der Sozialstaatlichkeit in Europa

Title: Herausforderungen der Sozialstaatlichkeit in Europa

Bachelor Thesis , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jan Fischer (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Die Herausforderungen einer Sozialstaatlichkeit in Europa liegen einerseits in der mehrdimensionalen Vielfalt kultureller, sozialstaatlicher und gesellschaftlicher Systeme, die sich in einer Balance zueinander befinden, die im Zuge der europäischen Integration zur Europäischen Union ihr Gleichgewicht finden muss. Dabei haben wir eine aktuelle Situation, die durch immer tiefgreifendere und schnell aufeinander folgende strukturelle Veränderungen gekennzeichnet ist. Die zum ersten Mai 2004 offiziell gewordene Erweiterung der Europäischen Union um zehn Staaten stellt eine Herausforderung der Sozialstaatlichkeit in Europa dar, die Analysen und Theorien einer bisherigen Sozialpolitik (im Kontext der Europäischen Union) ebenso neu herausfordert wie die vollzogene Währungsunion, mit der die beteiligten Staaten die Steurerungsmöglichkeit einer Wechselkursanpassung verloren haben. Man kann davon ausgehen, dass neue Mitgliedstaaten aus dem ehemaligen Ostblock nicht in dem Maße sozialwissenschaftlich untersucht sind wie Deutschland, Frankreich usw. und von daher auch einen entsprechenden Stellenwert in der wissenschaftlichen Diskussion einnehmen werden. Das bis dahin gültige Spektrum unterschiedlicher Löhne innerhalb der Europäischen Union ist nur ein strukturelles Element von denen, welche die Eckpunkte sozialwissenschaftlicher Diskussionen bilden, welches sich stark verändern hat. Es liegt an den tragenden Institutionen der EU selbst, mit ihrer neuen, mächtigeren Rolle durch die Erweiterung so zu wirken, dass Balancen weiter gefunden werden können. Schon vor der Erweiterung wurde bei bereits fortgeschrittener wirtschaftlicher Integration ein neues Gleichgewicht zwischen europäischer Integration und nationaler Differenzierung gefordert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die EU als Mehrebenensystem

1. Der EuGH und die Europäische Kommission

2. Pfadabhängigkeit

3. spillovers

4. Nichtstaatliche Akteure

5. Sozialpolitische Integration

5.1. Die Einführung der Gliedstaaten als autonome Entscheidungsträger

5.2. Gemeinsame Entscheidungsprozesse, Politikverflechtungen und Dilemmata

5.3. Neue Strategien & Mittel

III. Der Sozialstaat in der Mehrebenenpolitik

1. Aktive Sozialpolitik

2. Negative Integration

2.1. Koordination und Freizügigkeit der Arbeitnehmer

3. Mittelbare Zwänge der Dienstleistungfreiheit

IV. Europäische Sozialstaatlichkeit unter globalem Druck

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen für die Sozialstaatlichkeit in Europa unter dem Einfluss der europäischen Integration und des gesellschaftlichen Wandels. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Veränderung der nationalen sozialstaatlichen Steuerungsspielräume innerhalb eines supranationalen Mehrebenensystems und die daraus resultierenden Konsequenzen für die soziale Absicherung.

  • Analyse der Europäischen Union als föderales Mehrebenensystem
  • Untersuchung der Rolle supranationaler Institutionen wie EuGH und Kommission
  • Diskussion der Konzepte von positiver und negativer Integration in der Sozialpolitik
  • Auswirkungen der Dienstleistungsfreiheit auf nationale Sozialsysteme
  • Herausforderungen der Sozialstaatlichkeit durch globalen Druck und Wettbewerb

Auszug aus dem Buch

II. DIE EU ALS MEHREBENENSYSTEM

Pierson und Leibfried analysieren die Europäische Union als ein Mehrebenen – System, in das europäische Sozialpolitik eingebettet ist. Sie grenzen dieses Mehrebenen – Verständnis immer wieder zu einer intergouvernementalistischen Sichtweise ab, welche die EU eher noch als Bündnis von Staaten betrachtet, ohne eine eigenständige Ebene. Das sei mit dem beschleunigten Integrationsprozess seit der EEA 1987 nicht mehr der Fall, vielmehr trage die EU immer mehr Merkmale einer supranationalen Einrichtung mit einer zentralen, eigenständigen Ebene in einem Mehrebenensystem staatlichen Handelns.

Diese Ebene sei noch schwach entwickelt, doch schon so weit, dass sie bei wissenschaftlichen Arbeiten zu nationalen Sozialpolitiken inzwischen systematisch berücksichtigt werden müsse. Man gibt zu, dass die „Soziale Dimension“ noch in den Anfängen steckt und lenkt ein Verständnis von Sozialpolitik mit der Definition von T.H. Marshall in breitere Bahnen. So sei zum Beispiel Umverteilungspolitik auf EU – Ebene ein Zeichen dafür, dass das soziale Europa bereits heute existiert. Die Autoren sehen Ähnlichkeiten der EU zu anderen Mehrebenensystemen wie den USA, Kanada oder der BRD. Interessant an dieser Stelle wäre darauf hinzuweisen, dass diese Systeme nicht nur ihrer institutionellen Struktur nach ähnlich sind, sondern sich auch in ihrer politischen und gesellschaftlichen Kultur ähneln. Das zu vertiefen dürfte jedoch in eine andere Diskussion führen, der Begriff „Ähnlichkeit“ ist hier vielleicht in zweierlei Hinsicht treffend. Die Autoren sehen jedenfalls einen Zusammenhang zwischen Entscheidungsprozessen in Mehr-ebenensystemen und den Folgen für Sozialpolitik.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der Sozialstaatlichkeit in Europa angesichts der EU-Erweiterung, der Währungsunion und der komplexen Verflechtung zwischen nationalen Systemen und europäischer Integration.

II. Die EU als Mehrebenensystem: Dieses Kapitel definiert die EU als supranationales Mehrebenensystem, in dem Institutionen wie der EuGH eine zentrale Rolle bei der Einschränkung nationaler Handlungsspielräume einnehmen.

III. Der Sozialstaat in der Mehrebenenpolitik: Hier werden die Prozesse der aktiven Sozialpolitik, der negativen Integration und der Dienstleistungsfreiheit analysiert, welche die Souveränität nationaler Wohlfahrtsstaaten zunehmend aushöhlen.

IV. Europäische Sozialstaatlichkeit unter globalem Druck: Das Kapitel schließt mit einer Betrachtung der Unmöglichkeit der Rückkehr zu nationalen Alleingängen und plädiert für eine offene Mehrebenennetzwerkgesellschaft als Antwort auf globale Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Sozialstaatlichkeit, Europäische Integration, Mehrebenensystem, Europäischer Gerichtshof, Sozialpolitik, Supranationalität, negative Integration, Dienstleistungsfreiheit, Wohlfahrtsstaat, Globalisierung, Governance, Institutionen, Europäische Union, Sozialrecht, Politikverflechtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für die nationalen Sozialstaaten innerhalb des europäischen Integrationsprozesses und die sich wandelnden Machtverhältnisse zwischen der europäischen und der nationalen Ebene.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der institutionellen Struktur der EU, dem Einfluss supranationaler Akteure wie dem EuGH, der Dynamik zwischen Marktintegration und Sozialpolitik sowie den Auswirkungen des globalen Wettbewerbs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie die fortgeschrittene europäische Integration und das Mehrebenensystem den Spielraum nationaler Wohlfahrtsstaaten einschränken und welche Konsequenzen sich daraus für die soziale Absicherung ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein theoretischer Rahmen des soziologischen Institutionalismus gewählt, um die Strukturierungswirkung von Institutionen auf soziales Verhalten und politisches Handeln in Europa zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der EU als Mehrebenensystem, die Auswirkungen von Koordinierung und Dienstleistungsfreiheit auf nationale Sozialpolitik sowie die Transformation der Wohlfahrtsstaaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Mehrebenensystem, Sozialstaat, Europäische Integration, negative Integration, Supranationalität und regulatorischer Wettbewerb.

Wie bewerten die Autoren die Rolle des EuGH?

Der EuGH wird als aktiver, vorwärtstreibender Akteur beschrieben, der durch seine Rechtsprechung die Integration durch Recht vorantreibt und somit maßgeblich zur Aushöhlung nationaler Souveränität im Sozialbereich beiträgt.

Was versteht man unter negativer Integration im Kontext der Arbeit?

Negative Integration bezeichnet die Umdefinition sozialpolitischer Standards, um diese für den europäischen Markt kompatibel und portabel zu machen, was häufig zu einer Deregulierung führt.

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Details

Title
Herausforderungen der Sozialstaatlichkeit in Europa
College
University of Regensburg
Grade
1,3
Author
Jan Fischer (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V71430
ISBN (eBook)
9783638631815
ISBN (Book)
9783638754903
Language
German
Tags
Herausforderungen Sozialstaatlichkeit Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Fischer (Author), 2004, Herausforderungen der Sozialstaatlichkeit in Europa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71430
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