[...] Meine Arbeit beginnt mit der Vorstellung der Funktionen und dem Verlauf der
Wahrnehmung und deren Bedeutung für die kindliche Entwicklung. Die
Zusammenarbeit von Wahrnehmung und Bewegung ist ein weiterer wichtiger
Aspekt, den ich in diesem Zusammenhang thematisieren möchte. Im weiteren
Verlauf werden die einzelnen Sinnessysteme vorgestellt und es wird auf die
Wahrnehmungsstörungen, deren Ursachen und die auftretenden Störungsbilder
eingegangen (Kapitel 2).
Im nächsten Kapitel widme ich mich dem Syndrom Lese- und
Rechtschreibschwäche, das ich nach einer Einführung in die historische
Entwicklung, hinsichtlich seiner Ursachen und Diagnostik in Bezug auf die
Wahrnehmung näher untersuchen werde. An dieser Stelle gebe ich ein Einblick in
die Strukturen, nach denen sich der Prozess des Lesen- und Schreibenlernens
vollzieht und in die Voraussetzungen, die für den Erwerb der Schriftsprache von
Bedeutung sind (Kapitel 3).
Einen weiteren Schwerpunkt setze ich mit meinem letzten großen Kapitel über die
Wahrnehmungsförderung. Die Darstellung verschiedener Programme zur Förderung
der Wahrnehmung, die immer in Bezug auf die Lese- und Rechtschreibschwäche
betrachtet werden, wird in diesem Kapitel vorgenommen. Des Weiteren gebe ich
einen Überblick über verschiedene Spiele, die sowohl zur Förderung in der Schule,
als auch im Elternhaus eingesetzt werden können. Die Wichtigkeit der Elternarbeit
bei der Förderung betroffener Kinder, wird im Anschluss besprochen (Kapitel 4).
In meiner Schlussbetrachtung fasse ich die Kernpunkte meiner Arbeit noch einmal
abschließend zusammen (Kapitel 5).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wahrnehmung – Definition
2.1 Das Zentralnervensystem – (ZNS)
2.2 Grundbegriffe und Verlauf der Wahrnehmung
2.3 Die Sensorische Integration
2.4 Die Entwicklung der Sinneswahrnehmung
2.5 Wahrnehmung und Bewegung
2.6 Die unterschiedlichen Sinnessysteme
2.6.1 Das taktile System
2.6.2 Das kinästhetische System
2.6.3 Das vestibuläre System
2.6.4 Das visuelle System
2.6.4 Das auditive System
2.6.5 Das gustatorische System
2.6.6 Das olfaktorische System
2.7 Wahrnehmungsstörungen
2.7.1 Ursachen
2.7.2 Störungsbilder
3. Die Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) oder Legasthenie
3.1 Historische Entwicklung und Begriffsklärung – Definition
3.2 Der Prozess des Lesen- und Schreibenlernens
3.2.1 Grundlagen für das Lesen- und Schreibenlernen
3.2.2 Entwicklungsmodell der Schriftsprache
3.3 Ursachen von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten
3.3.1 Phonologische Bewusstheit
3.3.2 Phonologisches Rekodieren
3.4 Diagnostik
3.4.1 Die Differenzierungsprobe für Sechs- bis Siebenjährige (DP 2)
3.4.2 Das Bielefelder Screening (BISC)
3.4.3 Diagnostischer Rechtschreibtest (DRT)
4. Wahrnehmungsförderung
4.1 Programme zur Förderung der Wahrnehmung
4.1.1 Die Förderung nach Breuer und Weuffen
4.1.2 Die Förderung der Sinne nach Montessori
4.1.3 Die Förderung der Lernvoraussetzungen nach Sommer-Stumpenhorst
4.1.4 Das Würzburger Trainingsprogramm
4.2 Spiele zur Wahrnehmungsförderung
4.3 Elternarbeit
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Wahrnehmung für den Schriftspracherwerb bei Kindern und analysiert, wie Wahrnehmungsstörungen mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) zusammenhängen. Das primäre Ziel ist es, verschiedene Förderprogramme vorzustellen und auf ihre Brauchbarkeit hin zu überprüfen, um Lehrkräften Orientierung bei der Unterstützung betroffener Schüler zu bieten.
- Grundlagen der Wahrnehmung und deren Entwicklung im Kindesalter.
- Zusammenhang zwischen Sinneswahrnehmung und dem Prozess des Lesen- und Schreibenlernens.
- Diagnostische Verfahren zur Identifikation von Wahrnehmungsschwächen.
- Evaluation praktischer Förderansätze (z.B. Würzburger Trainingsprogramm, Montessori-Material).
- Die zentrale Rolle der Elternarbeit im Unterstützungsprozess.
Auszug aus dem Buch
2. Wahrnehmung – Definition
Die Wahrnehmung bildet die Grundlage für die kindlichen Lern- und Kommunikationsprozesse sowie für die Bewegungshandlungen. Sie ist stets an die Interaktion mit der Umwelt gebunden und bestimmt das tägliche Handeln der Kinder. Sie umfasst die Aufnahme von Umwelt- und Körperreizen über verschiedene Rezeptoren und hat die Aufgabe, aus einer Fülle von Reizen die Information auszuwählen, zu verarbeiten und zu speichern, die für die momentane Situation von Bedeutung ist (vgl. Zimmer 2004, 15ff.).
Zimmer definiert Wahrnehmung als „[…] den Prozess der Informationsaufnahme aus Umwelt- und Körperreizen (äußere und innere Wahrnehmung) und der Weiterleitung, Koordination und Verarbeitung dieser Reize im Gehirn. In diesen Prozess gehen individuelle Erfahrungen, Erlebnisse und subjektive Bewertungen ein. In der Regel folgen der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen Reaktionen in der Motorik oder im Verhalten eines Menschen, die wiederum zu neuen Wahrnehmungen führen.“ (Zimmer 2004, 32).
Die Wahrnehmung ist für uns selbstverständlich. Wir nehmen die Eindrücke aus der Umwelt auf und verwenden die für uns wichtigen Informationen für das alltägliche Leben. Kinder brauchen daher genügend Freiräume und vielfältige Möglichkeiten, um sich mit ihrer Umwelt aktiv auseinander zu setzen und diese mit allen Sinnen erfahren zu können. Das selbständige Erleben und Ausprobieren fördert die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit. Kinder nehmen Eindrücke über ihre Sinne auf, verarbeiten und speichern diese, so dass sich Erfahrungen und Erkenntnisse entwickeln, auf die das Kind in späteren Situationen wieder zugreifen kann. Durch eine gut ausgebildete Wahrnehmung werden Kinder sicherer in ihren Bewegungen und in den an sie gestellt Anforderungen. Dies bezieht sich auf alle Bereiche des Lernens.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Wahrnehmung für den Schriftspracherwerb und beschreibt, wie Wahrnehmungsschwächen zu Problemen beim Lesen und Schreiben führen können.
2. Wahrnehmung – Definition: Dieses Kapitel definiert den Wahrnehmungsprozess, erläutert die Rolle des ZNS, die Sensorische Integration sowie die einzelnen Sinnessysteme und deren Störungsbilder.
3. Die Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) oder Legasthenie: Hier wird der Prozess des Lesen- und Schreibenlernens sowie dessen Störungen thematisiert, inklusive der Diagnostik und der historischen Einordnung des Begriffs.
4. Wahrnehmungsförderung: Das Kapitel widmet sich konkreten Programmen zur Wahrnehmungsförderung, verschiedenen Förderbeispielen und der Bedeutung der Elternarbeit.
5. Schlussbemerkung: Die Autorin fasst die Kernpunkte zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen Wahrnehmungsförderung in der Grundschulpraxis.
Schlüsselwörter
Wahrnehmung, Wahrnehmungsstörungen, Lese- und Rechtschreibschwäche, Legasthenie, Schriftspracherwerb, Phonologische Bewusstheit, Diagnostik, Wahrnehmungsförderung, Würzburger Trainingsprogramm, Sensorische Integration, Grundschule, Pädagogik, Sinnessysteme, Lernvoraussetzungen, Elternarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die enge Verbindung zwischen der Wahrnehmungsfähigkeit von Kindern und ihrem Erfolg beim Erwerb der Lese- und Rechtschreibkompetenz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die Definition von Wahrnehmung, die Beschreibung einzelner Sinnessysteme, die Ursachen und Diagnostik von LRS sowie praktische Ansätze zur Wahrnehmungsförderung im schulischen Alltag.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Wahrnehmungsprozessen auf das Schreiben- und Lesenlernen aufzuzeigen und Lehrkräften wissenschaftlich fundierte Förderprogramme vorzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden Theorien zur Wahrnehmungsentwicklung und aktuellen Modellen der LRS-Förderung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sinnessysteme (Kapitel 2), die Analyse von LRS und Legasthenie (Kapitel 3) sowie eine umfassende Übersicht verschiedener Förderprogramme (Kapitel 4).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wahrnehmung, Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS), Schriftspracherwerb, Wahrnehmungsförderung und Phonologische Bewusstheit sind die zentralen Begriffe.
Warum betont die Autorin das "Würzburger Trainingsprogramm" so stark?
Das Programm wird aufgrund der wissenschaftlich nachgewiesenen Erfolge bei der Förderung der phonologischen Bewusstheit als ein besonders effektives Instrument zur Prävention von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten hervorgehoben.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Eltern?
Die Elternarbeit wird als unverzichtbar angesehen, da die emotionale Unterstützung im Elternhaus maßgeblich zum Erfolg der schulischen Fördermaßnahmen beitragen kann.
- Quote paper
- Margarethe Gawlik (Author), 2004, Wahrnehmungsförderung bei Kindern mit Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71518