It is widely accepted that human memory constitutes identity: We need to have individual memories in order to experience biographical continuity. Without the episodic (or autobiographical) memory, it would be impossible for us to link our individual past to ourselves. The strong connexion between memory and identity is a very prominent topic in contemporary British fiction and the significance of memory is discussed in many literary works. One of this books is Kazuo Ishiguro’s first novel A Pale View of Hills.
In this novel, Kazuo Ishiguro concerns himself with memories and their problematic function in the process of forming one’s identity. All of his novels he has published so far deal with “individuals scanning their past for clues to their identity, loss, or abandonment.” This also applies to A Pale View of Hills. The novel, Childs summarizes, “is a gentle meditation on memory and sublimated pain, which uses fantasy and displacement to reveal indirectly the distress of a woman who has lost her homeland, her husbands, and her elder daughter.”
In the following, I will first outline the plot of the novel. Then I shall want to concentrate on memory as a means to create identity and to avoid responsibility. I shall also discuss the unreliability of the narrator. As we will see, this unreliability enables the reader to decipher the narrator’s memories. At last I shall try to answer the question how the main protagonist in the novel uses his memory to overcome a loss by transferring her guilt onto an imagenary character.
Inhaltsverzeichnis
1. Introduction
2. The Plot of the Novel
3. Etsuko’s failure as a mother
4. The Unreliability of the Narrator
5. The Function of Memory in the Novel
6. Conclusion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die komplexe Rolle des menschlichen Gedächtnisses als Mechanismus zur Identitätsbildung und zur Verdrängung von Schuldgefühlen in Kazuo Ishiguros Roman „A Pale View of Hills“. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie die Protagonistin Etsuko ihre Erinnerungen nutzt, um ein traumatisches Ereignis – den Suizid ihrer Tochter – zu verarbeiten, indem sie ihre eigene Schuld auf eine imaginäre Figur projiziert.
- Die psychologische Funktion von Verdrängung und Abwehrmechanismen.
- Die Analyse der Erzählperspektive und der Unzuverlässigkeit der Erzählerin.
- Die Parallelführung von Etsukos Vergangenheit in Japan und ihrer Gegenwart in England.
- Die symbolische Übertragung von Schuld auf fiktive oder traumatisierte Charaktere.
- Die Dekonstruktion von Erinnerung als subjektive Filterinstanz für die eigene Biografie.
Auszug aus dem Buch
4. The Unreliability of the Narrator
So far we have seen that Etsuko has obviously not overcome the suicide of her daughter and that she feels utterly guilty. I have indicated that Sachiko and Mariko are not real individuals, but rather a last resort for Etsuko to avoid being confronted with her failure as a mother. In the following I will show that Sachiko serves as a scapegoat, onto whom Etsuko can project her own guilt for neglecting and abusing Keiko. This does not necessarily implay that both characters are non-existent, but I shall argue that Mariko and Keiko are in reality the same persons, just as Etsuko and Sachiko are.
There are several indications for Sachiko being Etsuko throughout the story, for instance when Sachiko is first introduced. Etsuko overhears a conversation between two women: „Then one afternoon I heard two women talking at the tram stop, about the woman who had moved into the derilict house by the river. [...] Her compagnion agreed the newcomer seemed unfriendly - proud probably.” (12) What follows then is confusing: “It was never my intention to appear unfriendly, but it was probably true that I made no special effort to seem otherwise. For at that point in my life, I was still wishing to be left alone.” (13) For an instant, Etsuko has split into two persons: She herself is the unfriendly woman and not Sachiko. Another subliminal hint may be seen in the fact that Etsuko is “not sure now how it was [they] first met.” (13), which may indicate that they have never met at all and that Sachiko is only a projection of Etsuko’s memory.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Introduction: Die Einleitung etabliert die Bedeutung des Gedächtnisses für die Identität und führt in die Thematik des Romans „A Pale View of Hills“ als Meditation über Schuld und Verdrängung ein.
2. The Plot of the Novel: Dieses Kapitel fasst die Handlung zusammen, beginnend mit Etsukos Leben in England und ihren Rückblenden in das Nachkriegs-Japan, wo sie den Kontakt zu Sachiko und deren Tochter Mariko reflektiert.
3. Etsuko’s failure as a mother: Der Fokus liegt hier auf Etsukos Unfähigkeit, den Suizid ihrer Tochter Keiko zu akzeptieren, und wie sie durch Abwehrmechanismen ihre Verantwortung für das Scheitern ihrer Mutterrolle zu unterdrücken versucht.
4. The Unreliability of the Narrator: Hier wird argumentiert, dass Etsuko als unzuverlässige Erzählerin fungiert, da sie ihre Vergangenheit durch Projektionen auf die Figur der Sachiko verzerrt darstellt.
5. The Function of Memory in the Novel: Das Kapitel analysiert, wie die Erinnerungen im Roman als Mittel dienen, um Etsukos Schuldgefühle in Bezug auf Keiko in einer verdrängten, symbolischen Form zu externalisieren.
6. Conclusion: Das Fazit fasst zusammen, dass die Obskurität und die unzuverlässige Erzählweise den Roman bewusst offen lassen und verschiedene interpretative Lesarten über die Beziehung von Erinnerung, Fantasie und Schuld ermöglichen.
Schlüsselwörter
Gedächtnis, Identität, Kazuo Ishiguro, A Pale View of Hills, unzuverlässiger Erzähler, Schuld, Trauma, Verdrängung, Suizid, Mutter-Kind-Beziehung, psychologische Projektion, Nachkriegsliteratur, Erinnerungskultur, Narratologie, subjektive Wahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert Kazuo Ishiguros Debütroman „A Pale View of Hills“ unter dem Aspekt, wie die Protagonistin Etsuko durch ihre subjektive Erinnerung versucht, die Schuld am Suizid ihrer Tochter zu verarbeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die psychologische Beschaffenheit menschlicher Erinnerung, das Konzept der Identitätsbildung durch die Vergangenheit und die Auswirkungen verdrängter Schuld auf die narrative Struktur des Romans.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Etsuko ihre Erinnerungen als „Filter“ nutzt und durch die Projektion ihrer eigenen Mutter-Versäumnisse auf die fiktive Figur der Sachiko versucht, mit ihrem Trauma umzugehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Romans eng mit literaturtheoretischen Konzepten zu Gedächtnis und Identität verknüpft und durch die Einbeziehung sekundärliterarischer Quellen stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Handlung, die Analyse von Etsukos Versagen als Mutter, die Dekonstruktion der Erzählerrolle sowie die funktionale Rolle der Erinnerung, wobei die Parallelen zwischen Etsuko und Sachiko im Zentrum stehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Gedächtnis, Identität, Unzuverlässigkeit, Schuld, Trauma, Projektion und das Werk von Kazuo Ishiguro.
Warum wird Sachiko in der Arbeit als Projektion von Etsuko bezeichnet?
Aufgrund zahlreicher narrativer Parallelen und Unstimmigkeiten in der Erinnerung argumentiert die Autorin, dass Sachiko kein eigenständiger Charakter ist, sondern ein von Etsuko geschaffenes Konstrukt, um sich indirekt mit ihrem eigenen Leben und ihren Fehlern auseinanderzusetzen.
Welche Bedeutung kommt dem „Seil“ in der Analyse zu?
Das Seil fungiert als zentrales Symbol für Etsukos Schuldgefühl; es tritt in Schlüsselmomenten auf, in denen Etsukos Verdrängung bröckelt und der Zusammenhang zwischen ihrer Schuld und dem Tod der Tochter Keiko für den Leser erkennbar wird.
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- Lydia Gaukler (Author), 2006, The Aspect of Memory in Kazuo Ishiguro’s 'A Pale View of Hills', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71528