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Das System der kollektiven Sicherheit der Vereinten Nationen - Grundlagen und aktuelle Verfahrensweisen

Titel: Das System der kollektiven Sicherheit der Vereinten Nationen - Grundlagen und aktuelle Verfahrensweisen

Seminararbeit , 2007 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Stefan Lorenz (Autor:in)

Politik - Thema: Internationale Organisationen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Präambel der Charta der Vereinten Nationen drückt die eigentliche Zielsetzung der Weltgemeinschaft aus. Sie war als Antwort auf den machtlosen Völkerbund gedacht, der nicht in der Lage war den zweiten Weltkrieg zu verhindern. Dieser bestand formal weiter, hatte zwar keinen Einfluss mehr auf die Ereignisse, seine Institutionen leisteten jedoch ein Beitrag zur geistigen Konzeption des neuen Völkerbundes1. Die Konzepte unterlagen einem stetigen Wandel der von vielen verschiedenen Autoren geprägt wurde, die geistigen Urheber sind eher auf nicht-staatlicher Ebenen zu finden als in den Regierungsorganen der Gründungsmitglieder. Durch die besondere Entstehungsweise und die globale politische Situation zur Entstehungszeit entstanden auch einige Verfahrensweisen, die heute noch eine schwere Hypothek für die Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen in ihrem Kernauftrag darstellen. Wie bereits an der Präambel zu erkennen ist waren die Vereinten Nationen als Institution gedacht die sich primär mit der Friedenssicherung beschäftigen sollte. Der Begriff Weltfrieden nimmt eine zentrale Rolle in der Charta ein, und stellt damit einen hohen Anspruch an Handlungsfähigkeit und Effizienz.
Leider gibt es über 60 Jahre nach der Gründung der Vereinten Nationen immer noch eine große Diskrepanz zwischen diesem Anspruch und der Wirklichkeit. Dies drückt vor allem die dazu erscheinende Literatur und die Tagesordnungen der Sitzungen der Generalversammlung aus.
Um die Arbeitsweise und die Strukturen von internationalen Organisationen verstehen zu können werden zuerst die wichtigsten theoretischen Ansätze vorgestellt, danach wird die Entwicklung und der Gehalt des Begriffs „Kollektive Sicherheit“ näher beleuchtet. Im zweiten Teil werden auf Basis der Charta, im rechtlichen Sinne die Verfassung der VN, die einzelnen Institutionen und Einrichtungen beleuchtet und ihre Handlungsmöglichkeiten vorgestellt. Im dritten Teil werden die speziellen Verfahrensweisen, welche sich direkt mit der kollektiven Sicherheit beschäftigen behandelt. Die sich daraus ableitende Frage lautet: Sind die Vereinten Nationen in der Lage aufgrund ihrer Struktur und Ausgestaltung in der Lage die kollektive Sicherheit zu gewährleisten oder ist dieser Begriff an sich ein Mythos der nie funktionieren kann?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Methodische Betrachtungsweisen und Erklärungsmodelle

2.2 Grundlagen internationaler Organisationen

2.3 Der Begriff der kollektiven Sicherheit im Sinne der Vereinten Nationen

3 Institutionen der kollektiven Sicherheit in den Vereinten Nationen

3.1 Der Sicherheitsrat

3.2 Die Generalversammlung

3.3 Sonstige Organisationen und Institutionen

4 Verfahren zur Aufrechterhaltung der kollektiven Sicherheit

4.1 Allgemein

4.2 Die Maßnahmen nach Kapitel VI und VII der Charta

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht, ob das System der kollektiven Sicherheit der Vereinten Nationen aufgrund seiner Struktur und Ausgestaltung in der Lage ist, den Weltfrieden effektiv zu gewährleisten, oder ob es sich bei diesem Anspruch lediglich um einen theoretischen Mythos handelt.

  • Theoretische Modelle zur Erklärung internationaler Beziehungen (Realismus, Idealismus, Institutionalismus)
  • Entwicklung und historischer Kontext des Begriffs der kollektiven Sicherheit
  • Funktionsweise und Struktur der zentralen VN-Institutionen, insbesondere des Sicherheitsrates
  • Analyse der Verfahren zur Friedenssicherung gemäß Kapitel VI und VII der UN-Charta
  • Bewertung der Effizienz und Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen im multipolaren Kontext

Auszug aus dem Buch

2.1 Methodische Betrachtungsweisen und Erklärungsmodelle

Bevor man die Struktur und die Handlungsweise der Vereinten Nationen analysieren kann, ist es notwendig die theoretischen Grundlagen internationaler Strukturen zu klären. Dazu muss ein Konzept zur Beurteilung dieser Strukturen und Institutionen entwickelt werden. Diese Konzeptionen stellen nur einen Ansatz zur Erklärung der internationalen Beziehungen dar und die einzelne Modelle divergieren sehr stark voneinander. Dabei ist zu beachten, dass die heute aktuellen Konzepte nicht unabhängig von realen Gegebenheiten entstanden sind, sondern versuchen die realen Entwicklungen in einem theoretischen Konzept zu erfassen. Das heisst, nicht die internationalen Organisationen entwickeln sich anhand einer ausgearbeiteten stringenten Konzeption, sondern die Konzeption wird anhand realpolitischer Vorgänge immer wieder angepasst um Erklärungsmodelle und Strukturen zu entwickeln welche Arbeit von internationalen Organisationen beschreiben und klassifizieren. Dabei entstehen höchst unterschiedliche Sichtweisen und Klassifizierungsinstrumente,welche sich dann wieder in den einzelnen Modellen niederschlagen. Im folgenden werden die 3 wichtigsten Modelle zur Erklärung internationaler Beziehungen vorgestellt und weiter erläutert.

In der realistischen Schule findet sich ein Erklärungsmodell, was vor allem die Anfänge der Vereinten Nationen beschreibt und unter dem Eindruck von Blockbildung und atomarer Bedrohung entstanden ist. Nach diesem Modell wird die internationale Zusammenarbeit vom Streben nach Macht und der Sicherung der eigenen staatlichen Souveränität bestimmt. Die Beziehung zwischen Völkerrechtssubjekten wird durch eine grundlegende Anarchie charakterisiert, welche durch keinerlei übergeordnete Instanz mit Sanktionskompetenz kanalisiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entstehung der Vereinten Nationen als Antwort auf das Versagen des Völkerbundes und führt in die zentrale Forschungsfrage der Friedenssicherung ein.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Ansätze wie Realismus, Idealismus und Institutionalismus sowie die historischen Wurzeln des Begriffs der kollektiven Sicherheit.

3 Institutionen der kollektiven Sicherheit in den Vereinten Nationen: Hier werden die Rollen und Kompetenzen des Sicherheitsrates, der Generalversammlung sowie weiterer Institutionen wie des IGH und des Sekretariats untersucht.

4 Verfahren zur Aufrechterhaltung der kollektiven Sicherheit: Das Kapitel analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen und Instrumente zur Friedenswahrung gemäß den Kapiteln VI und VII der UN-Charta.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit zieht eine Bilanz über die Wandlungsfähigkeit der Vereinten Nationen und bewertet den Erfolg des Systems im Lichte der internationalen politischen Entwicklungen nach 1990.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, kollektive Sicherheit, Friedenssicherung, Sicherheitsrat, UN-Charta, internationale Organisationen, Völkerrecht, Souveränität, Machtpolitik, Institutionen, Konfliktlösung, Krisenmanagement, Multilateralismus, Friedenserzwingung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit dem System der kollektiven Sicherheit innerhalb der Vereinten Nationen auseinander und bewertet dessen Funktionsfähigkeit im historischen und aktuellen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung internationaler Organisationen, die rechtlichen Verfahren der UN-Charta sowie die institutionelle Praxis der Sicherheitsarchitektur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Vereinten Nationen aufgrund ihrer aktuellen Strukturen in der Lage sind, kollektive Sicherheit effektiv zu gewährleisten, oder ob das Konzept systemisch begrenzt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz, primär orientiert an der realistischen Schule der internationalen Beziehungen, ergänzt durch historische und institutionelle Analysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Erklärungsmodelle dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der wichtigsten Organe und der rechtlichen Verfahren zur Aufrechterhaltung des Weltfriedens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie kollektive Sicherheit, Sicherheitsrat, UN-Charta, Machtpolitik und internationale Zusammenarbeit beschreiben.

Wie bewertet der Autor das Veto-Recht im Sicherheitsrat?

Das Veto-Recht wird als historischer Kompromiss der Konferenz von Jalta identifiziert, der einerseits die Einbindung der Großmächte sicherte, andererseits aber maßgeblich zur Handlungsunfähigkeit in machtpolitisch kontroversen Konflikten beitrug.

Warum wird der Begriff "family of organizations" kritisch gesehen?

Der Begriff wird als verschleiernd für eine diffuse Netzwerkstruktur wahrgenommen, die trotz hoher Komplexität häufig Redundanzen aufweist und die strukturelle Vielfalt für Experten schwer durchschaubar macht.

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Details

Titel
Das System der kollektiven Sicherheit der Vereinten Nationen - Grundlagen und aktuelle Verfahrensweisen
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Internationale Schiedsgerichtsbarkeit
Note
1,7
Autor
Stefan Lorenz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V71558
ISBN (eBook)
9783638632171
ISBN (Buch)
9783638850599
Sprache
Deutsch
Schlagworte
System Sicherheit Vereinten Nationen Grundlagen Verfahrensweisen Internationale Schiedsgerichtsbarkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Lorenz (Autor:in), 2007, Das System der kollektiven Sicherheit der Vereinten Nationen - Grundlagen und aktuelle Verfahrensweisen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71558
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Leseprobe aus  21  Seiten
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