In der Arbeit wird die Problematik der nunmehr 3. Generation türkischstämmiger Muslime in Deutschland aus kultureller und religiöser Sicht beleuchtet. Neben einem historischen Exkurs zur Integrationspolitik der Bundesrepublik gilt ein besonderes Augenmerk der scheinbar unüberbrückbaren Kluft zum Islam, dem "Clah of Civilisation".
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Skizze zur Problemfindung
1.2 Begründung des interdisziplinären Charakters
2. Integration der türkischstämmigen Muslime in Deutschland
2.1 Zum Begriff der Integration
2.2 Die Sonderstellung der Türkei und der Türken
2.3 Überblick über „Integrationsbemühungen“ in Geschichte und Gegenwart
2.3.1 Zuwanderung in das deutsche „Nicht-Einwanderungsland“
2.3.2 Deutsch-türkische Integrationsbemühungen?!
2.3.3 Segregation - Gefahr und Chance für erfolgreiche Integration
2.4 Der muslimische Glaube – Barriere oder Bereicherung?
2.4.1 Rechtssysteme des Islam in Deutschland?
2.4.2 „Clash of Civilizations“ oder kulturelle Vielfalt?
2.5 Der interkulturelle, -religiöse Dialog
3. Schlussbemerkungen
3.1 Didaktische Folgerungen
3.1.1 Konsequenzen für Schule und Hochschule
3.2 Reflexion des Arbeitsprozesses
3.2.1 Probleme und Vorzüge interdisziplinären Arbeitens
3.2.1.1 Wie SchülerInnen und LehrerInnen mit Interdisziplinarität umgehen
3.2.1.2 Interdisziplinäres Arbeiten an disziplinären Hochschulen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht interdisziplinär die Möglichkeiten einer erfolgreichen Integration von 2,4 Millionen türkischstämmigen Muslimen in Deutschland, wobei sie kritisch die Rolle von Identität, Religion, politischer Partizipation und den Herausforderungen in der schulpädagogischen Praxis beleuchtet.
- Grundlagen und Definition des Integrationsbegriffs in der deutschen Gesellschaft.
- Die Auswirkungen der türkischen Herkunft und kulturellen Identität auf die Integration.
- Analyse der Geschichte und Gegenwart politischer Integrationsbemühungen in Deutschland.
- Diskussion des Islam als potenzielle Barriere oder Bereicherung im Kontext demokratischer Rechtsstaatlichkeit.
- Didaktische Konzepte für Schule und Hochschule zur Förderung eines interkulturellen Dialogs.
Auszug aus dem Buch
2.1 Zum Begriff der Integration
Bevor man von gelungener oder misslungener Integration sprechen kann, muss man sich zunächst darüber klar werden, was Integration eigentlich bedeutet. Soll sich dabei um die vollständige Anpassung einer Minderheit an die vorgefundene Mehrheit (Assimilation) handeln, oder sollte versucht werden die Identität der Mehrheit total aufzuweichen, um die Minderheit in sie aufnehmen zu können? Der ideale Weg liegt sicherlich in der Mitte dieser beiden Vorstellungen. Eine Aufgabe der Identität beider Seiten wird sicherlich nicht zum gewollten Ziel führen. Integration bedeutet jedoch sehr wohl etwas Ganzes schaffen bzw. etwas zur Vollständigkeit ergänzen. (vgl. Wahrig-Burfeind 1999, S. 407)
Also zwei oder mehrere Majoritäten oder Minoritäten nebeneinander bestehen zu lassen, kann auch nicht Ziel einer Integration sein. Aber wo liegen dann deren Möglichkeiten, wenn niemand assimilieren, aber auch niemand seine Identität verleugnen soll. Akzeptanz, Toleranz, Pluralismus, das sind Schlagworte, die man mit einer erfolgreichen Integration verbindet. Besonders das Ablegen von Vorurteilen sollte ein großes Ziel der Bestrebungen sein. Trägerinnen eines Kopftuchs sind demnach zum Beispiel nicht automatisch Integrationsverweigerer, nur weil sie ihre religiöse Identität nach außen zeigen. Aber auch der Vorwurf an Muslimas ohne Kopftuch, sie seien keine richtigen Muslime mehr, trägt sicherlich nicht dazu bei Integration zu erleichtern. (vgl. Schieder 2001, S. 158)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des interdisziplinären Projekts und der Motivation zur Untersuchung der Integrationsproblematik türkischstämmiger Muslime in Deutschland.
2. Integration der türkischstämmigen Muslime in Deutschland: Detaillierte Analyse des Integrationsbegriffs, der historischen und politischen Aspekte der Migration sowie der Rolle von Religion und Segregation.
3. Schlussbemerkungen: Ableitung didaktischer Konsequenzen für die schulische Praxis und Reflexion des interdisziplinären Arbeitsprozesses an Schule und Hochschule.
Schlüsselwörter
Integration, türkischstämmige Muslime, Deutschland, Interdisziplinarität, Islam, Migration, Identität, Segregation, Fundamentalismus, Dialog, Schule, Hochschule, Religionspädagogik, Staatsbürgerschaft, Kultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie eine erfolgreiche Integration von 2,4 Millionen in Deutschland lebenden türkischstämmigen Muslimen unter Berücksichtigung kultureller, religiöser und gesellschaftlicher Faktoren gelingen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören der Integrationsbegriff, die Geschichte der türkischen Arbeitsmigration, die Auswirkungen des muslimischen Glaubens sowie die Rolle von Schule und interkulturellem Dialog.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten der Integration aufzuzeigen, die weder eine vollständige Assimilation fordern noch die Identität der Betroffenen zur Aufgabe zwingen, sondern auf eine gemeinsame rechtsstaatliche Grundlage setzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der Erkenntnisse aus Philosophie/Ethik, Geschichte, allgemeiner Pädagogik und evangelischer Theologie/Religionspädagogik miteinander verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert fachlich und interdisziplinär die Begriffsdefinition von Integration, die Sonderstellung der Türken, historische Integrationsbemühungen, das Spannungsfeld zwischen Islam und Demokratie sowie das Phänomen der Segregation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Integration, türkischstämmige Muslime, Islam, Interdisziplinarität, Migration, Identität und interkultureller Dialog charakterisiert.
Welche Rolle spielt die "doppelte Identität" für die Jugendlichen?
Die zweite und dritte Generation der Migranten leidet unter einer Zerrissenheit zwischen der Kultur des Elternhauses und der deutschen Gesellschaft, was häufig zur Flucht in den Islam als identitätsstiftendes Merkmal führt.
Warum wird der Begriff "Gastarbeiter" in der Arbeit kritisch gesehen?
Der Begriff impliziert eine zeitliche Befristung und eine mangelnde Integration der Migranten, was der Realität einer langfristigen Lebensperspektive in Deutschland widerspricht.
- Quote paper
- Ingo Stechmann (Author), 2003, Wie können 2,4 Millionen türkischstämmige Muslime in Deutschland erfolgreich integriert werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71606