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Die theologischen Dimensionen der Insel Felsenburg

Title: Die theologischen Dimensionen der Insel Felsenburg

Term Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: David Dierschke (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Einleitung
Der Roman „die Insel Felsenburg“ von Johann Gottfried Schnabel ist ein Zwitterprodukt aus Abenteuerroman und Utopie; eine Robinsonade, die sich mit einem utopischen Problem auseinandersetzt. Sie stellt einen pietistisch, idealisierten Staat dar, in dem sich alle Bürger redlich, gottesfürchtig und vernunftsorientiert verhalten und miteinander umgehen. Die Fragestellung wirft sich auf, warum gestaltet Schnabel eine solche Utopie und was wollte er damit darstellen, aus didaktischer Hinsicht vermitteln? Mein erster einleitender Arbeitsschritt wird die Eingliederung in die historisch-politischen, kulturgeschichtlichen und literaturgeschichtlichen Kontexte sein, in denen sich Schnabel bewegte. Im zweiten Arbeitsschritt gehe ich kurz auf die utopische Konzeption Schnabels ein, mit dem Ziel die im Schriftstück innewohnende Intention adäquat darzustellen und mögliche literaturwissenschaftliche Methoden, die während Schnabels Schaffungsprozesses aktuell waren, folgerichtig zu analysieren. Das Augenmerk wird dann anschließend auf das Werk an sich gerichtet. Mit einer kurzen Inhaltsangabe werde Ich den Roman zusammenfassen, um dann auf den eigentlichen Punkt, der Charakterkonzeption Schnabels, anzukommen. Die theologischen Dimensionen der einzelnen Charaktere sind ausschlaggebend um die soziale Kompatibilität der jeweiligen Person in dem komplexen Gesellschaftsgefüge der Insulaner zu veranschaulichen. Meine Beobachtungen werden sich analytisch auf die vier Hauptcharaktere Albert Julius, van Leuven, Concordia Plürs und Kapitän Lemelie konzentrieren. Ich werde gravierende, aber auch nur ganz feine Unterschiede in der Mentalität, der immanenten Disposition des Charakters aufzeigen. Insbesondere das empfindsame Gefühl, aber auch in dem jeweiligen Verhalten in überraschenden Situationen, der Religiosität und der Präsenz in der Gemeinschaft sind zu untersuchen. Diese Unterschiede im Verhalten gestalten den Handlungsverlauf derart konzeptionell, dass man Rückschlüsse auf die Absichten und grundlegende Idee des Autors, also des idealen Verhaltens in einer Gesellschaft ziehen kann. Deshalb möchte ich diese Schlussfolgerungen vor einem Hintergrund präsentieren, der nicht nur den Autor, sondern den Autor in seiner Zeit darstellt, um möglichst wirklichkeitsgetreu die Motivation darzustellen, die ihn dazu veranlasste sein Werk zu verfassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. ) Allgemein zur Literaturproduktion und zur Zeit

1.1 ) Historisch-politischer Hintergrund

1.2 ) Kulturgeschichtlicher Hintergrund

1.3 ) Literaturgeschichtlicher Hintergrund

2. ) Zum Roman

2.1 ) Robinsonade und Utopie

2.2 ) Abenteuerliches und Utopisches

2.3 ) Inhalt

3. ) Pietistisches - Aufklärerisches Vernunftsdenken

4.) Charaktere, Gegensatz: Bürgertum & Aristokraten

4.1 ) Monsieur van Leuven

4.2 ) Kapitän Lemelie

4.3) Albert Julis & Concordia Plürs

5.) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Johann Gottfried Schnabel in seinem Roman „Die Insel Felsenburg“ durch eine spezifische Charakterkonzeption eine utopische Gesellschaft entwirft, die auf den Werten des aufkommenden Bürgertums basiert. Dabei wird analysiert, inwieweit religiöses Gefühl und soziale Kompetenz als entscheidende Kriterien für die Mitgliedschaft in dieser idealisierten Gemeinschaft fungieren und welche Rolle der Gegensatz zwischen bürgerlichen und aristokratischen Charakteren für die Stabilität des Inselstaates spielt.

  • Historisch-kulturelle Einbettung der Literaturproduktion des frühen 18. Jahrhunderts
  • Analyse der Gattungskombination von Robinsonade und Utopie
  • Die Funktion der göttlichen Vorsehung im pietistischen Vernunftsdenken
  • Psychologische und theologische Differenzierung der Hauptfiguren
  • Die Bedeutung von sozialer Kompatibilität und emotionaler Selbstbeherrschung

Auszug aus dem Buch

3. ) Pietistisches - Aufklärerisches Vernunftsdenken

Wichtiges Merkmal für diesen Roman der Frühaufklärung ist die immanente Gottverbundenheit und der unübersehbare pietistische Charakter der Protagonisten. Die Säkularisierung, die mit dem aufkommenden Bürgertum fortschreitet, verdeutlicht sich zwar in der rationalen und vernunftsorientierten Weltanschauung der Charaktere, trotzdem sind sie immer noch einer göttlichen Vorsehung unterworfen. Die Charaktere der Insel Felsenburg handeln gottesfürchtig, was nicht nur allein durch die ständige Anrufung Gottes deutlich wird, sie institutionalisieren ebenfalls ein regelmäßiges, frommes Dasein auf der Insel.

„[d)en ersten Sonntag auf der Insel verbringen die verschlagenen den ganzen Tag mit Beten, Singen und Bibellesen (131). Nach van Leuvens Tod gelingt es Albert, Concordias ‚zur Verzweifflung geneigtes Gemüthe’ zur Ruhe zu bringen, indem er ihr aus der Bibel die ‚kräfftigsten Trost-Psalmen und Capitel vorliest (154)“.

Der zu untersuchende Handlungsstrang, der mit dem Unwetter beginnt, welches die Darsteller der Haupthandlung auf die Insel Felsenburg verschlägt, ist bezeichnend für die Einstellung der Protagonisten. Albert Julius erzählt rückblickend auf den Schiffbruch: „und das Verhängniß hatte gantz ein anderes über uns beschlossen, denn folgenden Mittag umzohe sich der Himmel überall mit schwar-[137]tzen Wolcken, die Lufft wurde dick und finster, endlich schoß der Regen nicht etwa Tropffen, sondern Strohm-Weise auf uns herab, und hielt biß Mitternacht ohne allen Unterlaß an“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Fragestellung nach der Funktion der Utopie und Charakterkonzeption im Roman „Die Insel Felsenburg“.

1. ) Allgemein zur Literaturproduktion und zur Zeit: Untersuchung der historisch-politischen und kulturgeschichtlichen Kontexte, die das Entstehen einer bürgerlichen Kultur begünstigten.

2. ) Zum Roman: Erörterung der Gattungsmerkmale als Mischform aus Robinsonade und Utopie sowie Zusammenfassung des inhaltlichen Handlungsverlaufs.

3. ) Pietistisches - Aufklärerisches Vernunftsdenken: Analyse der religiösen Fundierung des Insellebens und der providentiellen Deutung des Schicksals durch die Charaktere.

4.) Charaktere, Gegensatz: Bürgertum & Aristokraten: Untersuchung der Hauptfiguren als Repräsentanten oder Außenseiter der moralisch-religiösen Ordnung des Inselstaates.

5.) Fazit: Kritische Reflexion über Schnabels Intentionen und die spätere Dekonstruktion der Utopie in den Folgebänden.

Schlüsselwörter

Insel Felsenburg, Johann Gottfried Schnabel, Aufklärung, Pietismus, Robinsonade, Utopie, Bürgertum, Aristokratie, Charakterkonzeption, soziale Kompetenz, Vorsehung, Frühaufklärung, Literaturgeschichte, Tugend, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die theologischen Dimensionen der Charaktere in Johann Gottfried Schnabels Roman „Die Insel Felsenburg“ und zeigt auf, wie diese die soziale Kompatibilität und damit die Zugehörigkeit zur utopischen Gesellschaft bestimmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Einfluss pietistischer Frömmigkeit auf die Vernunft der Protagonisten, der Gegensatz zwischen bürgerlichen und aristokratischen Lebensentwürfen sowie die Gattungsentwicklung der Robinsonade.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor der Arbeit?

Das Ziel ist es, Schnabels Motivation und das didaktische Konzept hinter seinem utopischen Staat zu verstehen, indem die individuellen Charaktereigenschaften vor dem Hintergrund ihrer zeitgenössischen Kontexte beleuchtet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Verfasser nutzt literaturwissenschaftliche Methoden, um den Roman in historisch-politische und kulturgeschichtliche Diskurse einzuordnen und analysiert primär die Charakterkonzeption durch Textstellenvergleiche und Sekundärliteratur.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der vier Hauptcharaktere Albert Julius, van Leuven, Concordia Plürs und Kapitän Lemelie, deren Verhalten und Religiosität als Maßstab für den idealen Bürger dienen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Aufklärung, Pietismus, Utopie, Charakterkonzeption und soziale Kompetenz charakterisieren.

Warum wird Kapitän Lemelie als Fremdkörper auf der Insel betrachtet?

Lemelie repräsentiert die asoziale Seite der alten barocken Hofgesellschaft; er lehnt die göttliche Vorsehung ab und verhält sich destruktiv gegenüber der Gemeinschaft, was ihn für den Idealstaat inkompatibel macht.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit über das Scheitern der Utopie?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Schnabel selbst erkannte, dass eine solche Utopie auf der Erde keinen Bestand haben kann, was sich in der fortschreitenden Dekonstruktion des Inselstaates in den späteren Bänden des Werks zeigt.

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Details

Title
Die theologischen Dimensionen der Insel Felsenburg
College
Ruhr-University of Bochum
Course
Romane der Aufklärung
Grade
2,3
Author
David Dierschke (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V71608
ISBN (eBook)
9783638784047
ISBN (Book)
9783638792202
Language
German
Tags
Dimensionen Insel Felsenburg Romane Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Dierschke (Author), 2006, Die theologischen Dimensionen der Insel Felsenburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71608
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